Was ist Voltaren® Resinat?
Diclofenac ist ein nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAR/NSAID). Es wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend.
Der Wirkstoff ist in zahlreichen Darreichungsformen erhältlich: Tabletten, Retardkapseln, Gel, Pflaster und Zäpfchen. Bekannte Marken sind Voltaren® Resinat, Voltaren Emulgel und Arthotec® (Kombination mit Misoprostol zum Magenschutz).
Diclofenac wird bei akuten und chronischen Schmerzen eingesetzt, insbesondere bei Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen, Sportverletzungen und rheumatischen Erkrankungen.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Diclofenac
Diclofenac hemmt das Enzym Cyclooxygenase (COX-1 und COX-2):
Wirkmechanismus:
- Blockiert die Bildung von Prostaglandinen
- Prostaglandine sind Botenstoffe, die Schmerz, Entzündung und Fieber vermitteln
- Durch die Hemmung werden Schmerzsignale abgeschwächt und Entzündungen reduziert
Dreifache Wirkung:
- Analgetisch: Schmerzlinderung
- Antiphlogistisch: Entzündungshemmung
- Antipyretisch: Fiebersenkung
Topische Anwendung (Gel): Bei der Anwendung als Gel gelangt Diclofenac direkt in das darunterliegende Gewebe. Die systemische Belastung ist deutlich geringer als bei Tabletten.
Für wen ist es geeignet?
Diclofenac ist geeignet für:
- Akute und chronische Gelenkschmerzen
- Rückenschmerzen und Bandscheibenbeschwerden
- Rheumatoide Arthritis und Arthrose
- Sportverletzungen (Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen)
- Menstruationsschmerzen
- Postoperative Schmerzen
- Gichtanfälle
Topisch (Gel) besonders bei:
- Lokalen Muskel- und Gelenkschmerzen
- Sportverletzungen
- Arthrose der kleinen Gelenke
Nicht geeignet:
- Bei Magengeschwüren oder Magen-Darm-Blutungen
- Bei bekannter Herzschwäche (ab NYHA-Stadium II), Durchblutungsstörungen von Herz oder Beinen oder Erkrankungen der Hirngefäße
- Bei schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz
- Im letzten Schwangerschaftsdrittel
Verfügbare Dosierungen
Voltaren® Resinat (Hartkapseln):
- 145,6 mg Diclofenac-Colestyramin, entsprechend 75 mg Diclofenac-Natrium je Kapsel
Andere Diclofenac-Tabletten / Retardkapseln:
- 25 mg, 50 mg, 75 mg
- Retardform: 75 mg, 100 mg
Gel (topisch):
- 1% oder 2% Gel (z. B. Voltaren Emulgel)
Zäpfchen:
- 50 mg, 100 mg
Kombipräparat Arthotec®:
- Diclofenac 50 mg / 75 mg + Misoprostol 200 µg
Übliche Tagesdosis oral:
- Voltaren® Resinat: 1 bis höchstens 2 Hartkapseln täglich (75 bis 150 mg Diclofenac-Natrium), bei 2 Kapseln verteilt auf 2 Einzelgaben
- Für leichtere Fälle und in der Langzeittherapie reicht oft 1 Hartkapsel täglich
- Niedrigste wirksame Dosis für die kürzeste notwendige Zeit
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: eine Stärke in 2 Packungsgrößen. Die Packungen reichen von 50 bis 100 Stück.
- Darreichungsform
- Hartkapsel
- Stärken
- 75 mg
- Packungsgrößen
- 50 Stück, 100 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 75 mg | 50 Stück | 06877193 | 0 Tage |
| 75 mg | 100 Stück | 06877201 | 0 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Hartkapseln (Voltaren® Resinat):
- Unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit einnehmen
- Bei empfindlichem Magen während der Mahlzeiten einnehmen
- Die Hartkapsel nicht teilen
Gel:
- 2–4 g (ca. kirsch- bis walnussgroß) auf die betroffene Stelle auftragen
- Leicht einmassieren, Hände danach waschen
- 3–4 mal täglich, nicht auf offene Wunden
Allgemeine Hinweise:
- So kurz wie möglich und in der niedrigsten wirksamen Dosis anwenden
- Bei Magenproblemen: Protonenpumpenhemmer (PPI) als Magenschutz
- Nicht zusammen mit anderen NSAR einnehmen
Gegenanzeigen
Diclofenac darf nicht eingenommen werden bei:
- Bekannter Überempfindlichkeit gegen Diclofenac oder andere NSAR
- Asthma, Schwellungen von Haut oder Schleimhaut (Angioödem), Hautreaktionen oder Schnupfen, die durch Acetylsalicylsäure (ASS) oder andere NSAR ausgelöst werden
- Bestehenden Magen-Darm-Geschwüren oder Blutungen sowie früher wiederholt aufgetretenen Geschwüren oder Blutungen (mindestens 2 nachgewiesene Episoden)
- Magen-Darm-Blutungen oder Durchbrüchen (Perforationen) in der Vorgeschichte, die bei einer früheren Behandlung mit NSAR auftraten
- Hirnblutungen oder anderen aktiven Blutungen
- Bekannter Herzschwäche (NYHA-Stadium II bis IV), Durchblutungsstörungen des Herzens (ischämische Herzkrankheit), Durchblutungsstörungen der Beine (periphere arterielle Verschlusskrankheit) oder Erkrankungen der Hirngefäße
- Schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz
- Ungeklärten Blutbildungsstörungen
- Letztem Trimenon der Schwangerschaft
- Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren
- Zustand nach koronarer Bypass-Operation
Vorsicht bei:
- Kardiovaskulären Risikofaktoren (Bluthochdruck, Diabetes, Rauchen)
- Älteren Patienten
- Asthma (ASS-Intoleranz-Syndrom möglich)
- Gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern
Schwangerschaft/Stillzeit: Im 1. und 2. Trimenon nur bei strenger Indikation. Im 3. Trimenon kontraindiziert. In der Stillzeit in niedriger Dosis kurzzeitig möglich.
Mögliche Nebenwirkungen
Sehr häufig (10 % und mehr):
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
- Geringe Blutverluste über den Magen-Darm-Trakt, in Ausnahmefällen mit Blutarmut
Häufig (1–10 %):
- Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Verdauungsbeschwerden, Blähungen, Appetitlosigkeit
- Magen-Darm-Geschwüre, unter Umständen mit Blutung und Durchbruch
- Kopfschmerzen, Schwindel, Benommenheit, Müdigkeit
- Hautausschlag, Juckreiz
- Erhöhte Leberwerte
Gelegentlich (0,1–1 %):
- Bluterbrechen, Teerstuhl oder blutiger Durchfall
- Herzinfarkt, Herzschwäche, Herzklopfen, Brustschmerz (Daten aus Langzeitbehandlung mit 150 mg täglich)
- Leberschäden, akute Leberentzündung
- Ödeme (Wassereinlagerungen)
- Nesselsucht
Selten oder sehr selten, aber schwerwiegend:
- Schwere allergische Reaktionen bis zum Schock
- Schlaganfall
- Störungen der Blutbildung (z. B. Agranulozytose)
- Schwere Hautreaktionen
- Nierenschäden bis zum akuten Nierenversagen
- Leberversagen
Sofort ärztliche Hilfe: Bei stärkeren Oberbauchschmerzen, Teerstuhl oder Bluterbrechen Voltaren® Resinat absetzen und sofort einen Arzt aufsuchen. Bei Hautausschlag, Juckreiz, Schleimhautschäden oder anderen Zeichen einer Überempfindlichkeitsreaktion Voltaren® Resinat nicht mehr einnehmen und umgehend den Arzt informieren. Bei Schwellungen von Gesicht, Zunge oder Kehlkopf, Luftnot oder Herzjagen sofort ärztliche Hilfe holen.
Topisch (Gel): Deutlich weniger systemische Nebenwirkungen. Lokal: Hautreizungen, Rötung, Juckreiz.
Wechselwirkungen
Erhöhtes Blutungsrisiko mit:
- Antikoagulanzien (Marcumar, DOAKs)
- ASS, andere NSAR
- SSRI-Antidepressiva
- Kortikosteroide
Wirkungsabschwächung von:
- Blutdrucksenkern (ACE-Hemmer, Sartane, Diuretika)
Erhöhte Toxizität von:
- Methotrexat
- Lithium
- Digoxin
- Ciclosporin
Nierenschädigung verstärkt mit:
- ACE-Hemmern + Diuretika (Triple-Whammy)
Erhöhter Kaliumspiegel im Blut (Hyperkaliämie) möglich mit:
- Kaliumsparenden Diuretika, Ciclosporin, Tacrolimus oder Trimethoprim
Häufige Fragen
Das hängt von der Art der Beschwerden ab. Bei lokalen Schmerzen (z. B. Knie, Sprunggelenk) ist Gel oft ausreichend und schont den Magen. Ob bei stärkeren oder nicht örtlich begrenzten Schmerzen eine Einnahme nötig ist, entscheidet Ihr Arzt.
Grundsätzlich so kurz wie möglich. Bei akuten Beschwerden meist 3–7 Tage. Eine Langzeitanwendung sollte nur unter ärztlicher Kontrolle erfolgen, idealerweise mit Magenschutz.
Diclofenac kann das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen, insbesondere bei hoher Dosis (150 mg täglich, das entspricht 2 Kapseln Voltaren® Resinat) und bei Langzeitanwendung. Bei bekannter Herzschwäche ab NYHA-Stadium II, Durchblutungsstörungen des Herzens oder der Beine oder Erkrankungen der Hirngefäße darf Voltaren® Resinat nicht eingenommen werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre individuelle Situation.
Arthotec® kombiniert Diclofenac mit Misoprostol, einem Magenschutzmittel. Es ist besonders für Patienten geeignet, die Diclofenac benötigen, aber ein erhöhtes Risiko für Magenprobleme haben.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.





