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Wirkstoffe bei Haarausfall

Minoxidil oder Finasterid? Die Wirkstoffe bei erblichem Haarausfall im Vergleich

Der Unterschied ist grundsätzlicher, als es scheint: Der eine Wirkstoff wird auf die Kopfhaut aufgetragen, der andere geschluckt und greift in den Hormonstoffwechsel ein. Daraus folgt fast alles Weitere — Rezeptpflicht, Zulassung nach Geschlecht, mögliche Nebenwirkungen. Diese Seite stellt die drei bei uns geführten Wirkstoffe nebeneinander und nennt zu jeder rechtlichen Angabe die Fundstelle. Welcher Weg infrage kommt, entscheidet die ärztliche Prüfung — nicht diese Tabelle.

Stand: 2026-08-27
KriteriumMinoxidil (äußerlich)Finasterid (innerlich)Alfatradiol (äußerlich)
Anwendung
auf die Kopfhaut, zweimal täglicheine Tablette täglichauf die Kopfhaut, einmal täglich
Wirkungsweise
durchblutungsfördernd, verlängert die Wachstumsphase des Haareshemmt die 5-alpha-Reduktase und damit die Bildung von DHThemmt die 5-alpha-Reduktase örtlich an der Kopfhaut
Rezeptpflicht
bis 5 % zur Anwendung auf der Haut bei erblichem Haarausfall rezeptfrei, sonst verschreibungspflichtigverschreibungspflichtigauf der Kopfhaut bei leichtem erblichem Haarausfall ab 18 Jahren rezeptfrei, sonst verschreibungspflichtig
Zugelassen für
Frauen und Männer, konzentrationsabhängigMännerFrauen und Männer
Beurteilbar ab
frühestens nach drei bis vier Monaten beurteilbarfrühestens nach drei bis sechs Monaten beurteilbarfrühestens nach mehreren Monaten beurteilbar
Anwendungsdauer
dauerhaft — Absetzen macht den Zugewinn rückgängigdauerhaft — Absetzen macht den Zugewinn rückgängigdauerhaft
Kassenleistung
nein, § 34 Abs. 1 SGB Vnein, § 34 Abs. 1 SGB Vnein, § 34 Abs. 1 SGB V
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Die drei Wirkstoffe im Detail

Jeweils mit dem, was dagegen spricht. Keiner der drei heilt den erblich bedingten Haarausfall — sie halten ihn auf, solange sie angewendet werden.

Minoxidil (äußerlich)

Stärken

  • Wird auf die Kopfhaut aufgetragen, nicht geschluckt
  • Für Frauen und Männer zugelassen — je nach Konzentration
  • Bis zu einer Konzentration von 5 Prozent ohne Rezept erhältlich, wenn es auf die Haut aufgetragen wird
  • Keine Wirkung auf den Hormonhaushalt

Limitationen

  • Muss dauerhaft angewendet werden — nach dem Absetzen geht der Zugewinn zurück
  • In den ersten Wochen kann vermehrt Haar ausfallen, bevor sich etwas bessert
  • Zweimal täglich auftragen, das Mittel muss auf der Kopfhaut trocknen
  • Kopfhautreizungen und Juckreiz sind die häufigsten Nebenwirkungen
Beste Wahl für

Der äußerlich angewendete Weg — für Menschen, die keine systemisch wirkende Therapie wollen oder für die eine solche nicht infrage kommt.

Finasterid (innerlich)

Stärken

  • Eine Tablette täglich, kein Auftragen
  • Greift an der Ursache des erblichen Haarausfalls an: der Umwandlung von Testosteron zu DHT
  • In Studien gut untersuchter Wirkstoff mit langer Anwendungserfahrung

Limitationen

  • Verschreibungspflichtig — ohne ärztliche Verordnung nicht erhältlich (§ 48 AMG)
  • Nur für Männer; für Frauen im gebärfähigen Alter nicht geeignet, da fruchtschädigend
  • Wirkt systemisch, also im ganzen Körper
  • Sexuelle Funktionsstörungen sind als Nebenwirkung beschrieben
  • Muss dauerhaft eingenommen werden — nach dem Absetzen geht der Zugewinn zurück
Beste Wahl für

Der innerlich wirkende Weg für Männer — ärztlich zu prüfen, weil er in den Hormonstoffwechsel eingreift.

Alfatradiol (äußerlich)

Stärken

  • Wird wie Minoxidil auf die Kopfhaut aufgetragen
  • Für Frauen und Männer verfügbar
  • Einmal täglich statt zweimal

Limitationen

  • Deutlich dünnere Studienlage als bei den beiden anderen Wirkstoffen
  • Außerhalb der Kopfhaut-Anwendung bei leichtem erblichem Haarausfall verschreibungspflichtig
  • Auch hier gilt: dauerhafte Anwendung nötig
Beste Wahl für

Eine äußerlich angewendete Möglichkeit, wenn die anderen Wege nicht vertragen werden oder nicht infrage kommen — die Datenlage ist schwächer.

Was in Ihrem Fall zu klären ist

Diese Tabelle empfiehlt bewusst keinen Wirkstoff. Sie zeigt, welche Frage jeweils vor der Wahl steht.

  • Ich möchte nichts einnehmen, was im ganzen Körper wirkt
    Dann kommen die äußerlich angewendeten Wege infrage — die ärztliche Prüfung klärt, welcher
  • Ich bin eine Frau und habe erblich bedingten Haarausfall
    Die Zulassung unterscheidet sich nach Geschlecht — ein Teil der Wirkstoffe scheidet damit aus
  • Mein Haarausfall kam plötzlich oder in Schüben
    Das spricht gegen die erbliche Form — hier gehört die Ursache abgeklärt, nicht das Symptom behandelt
  • Ich will wissen, ob die Kasse etwas übernimmt
    Nein — § 34 Abs. 1 SGB V schließt Mittel zur Verbesserung des Haarwuchses aus
  • Ich habe bereits eine Behandlung und brauche eine Folgeverordnung
    Dafür genügt in der Regel der Folgerezept-Weg, sofern sich am Befund nichts geändert hat

Häufige Fragen

Zahlt die Krankenkasse eine Behandlung gegen Haarausfall?

Nein. § 34 Abs. 1 SGB V schließt Arzneimittel von der Versorgung aus, die überwiegend „zur Verbesserung des Haarwuchses“ dienen — das ist der Wortlaut des Gesetzes. Der Ausschluss gilt unabhängig davon, ob das Mittel verschreibungspflichtig ist. Wer eine solche Behandlung möchte, zahlt sie selbst. Dieselbe Vorschrift schließt übrigens auch Mittel zur Raucherentwöhnung, zur Gewichtsregulierung und gegen erektile Dysfunktion aus.

Was ist der grundlegende Unterschied zwischen den beiden Hauptwirkstoffen?

Der eine wird äußerlich auf die Kopfhaut aufgetragen und wirkt dort, der andere wird geschluckt und greift in den Hormonstoffwechsel ein. Daraus folgt fast alles Weitere: die Frage der Rezeptpflicht, für wen der Wirkstoff überhaupt zugelassen ist, und welche Nebenwirkungen zu bedenken sind. Welcher Weg infrage kommt, entscheidet die ärztliche Prüfung anhand von Befund, Geschlecht, Alter und Vorerkrankungen.

Wie lange dauert es, bis man etwas sieht?

Bei beiden Wegen ist eine Beurteilung frühestens nach drei bis vier Monaten sinnvoll, bei der innerlichen Therapie eher nach sechs. Das liegt am Haarzyklus: Ein Haar wächst über Jahre und ruht dann mehrere Monate. Wer nach sechs Wochen abbricht, hat den Wirkungseintritt schlicht nicht abgewartet.

Was passiert, wenn man die Behandlung beendet?

Bei allen drei Wirkstoffen geht der Zugewinn nach dem Absetzen zurück, meist innerhalb einiger Monate. Keiner von ihnen heilt den erblich bedingten Haarausfall; sie halten ihn auf, solange sie angewendet werden. Das ist der wichtigste Punkt vor dem Beginn: Es ist eine Entscheidung für eine Dauertherapie, nicht für eine Kur.

Kann man beide Wirkstoffe gleichzeitig anwenden?

Das kommt vor und ist ärztlich zu entscheiden. Weil die beiden Wirkstoffe an unterschiedlichen Stellen ansetzen, schließen sie einander nicht aus. Ob eine Kombination im Einzelfall sinnvoll und vertretbar ist, hängt von Befund, Geschlecht und Vorerkrankungen ab — das lässt sich nicht allgemein beantworten und gehört in die ärztliche Beurteilung.

Braucht man für eine Behandlung eine körperliche Untersuchung?

Nicht zwingend, aber es kommt auf den Fall an. Erblich bedingter Haarausfall zeigt ein typisches Muster, das sich gut beschreiben und über Fotos beurteilen lässt. Anders liegt es bei plötzlichem, kreisrundem oder schubweisem Haarverlust, bei Haarausfall in jungen Jahren oder zusammen mit anderen Beschwerden: Dahinter können Schilddrüsen-, Eisen- oder andere Erkrankungen stehen, die eine Untersuchung und Blutwerte erfordern.

Pflichthinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Hinweis zur Methodik

Die Daten in diesem Vergleich wurden zuletzt am 2026-08-27 überprüft. Quellen: § 34 SGB V — Ausgeschlossene Arznei-, Heil- und Hilfsmittel, § 48 AMG — Verschreibungspflicht, Anlage 1 AMVV — verschreibungspflichtige Stoffe und ihre Ausnahmen, deinrezept.de — Behandlung bei Haarausfall, deinrezept.de — Medikamentenübersicht Haarausfall. Angaben zu eigenen Preisen und Versandkosten stammen aus dem laufenden System, nicht aus dem Marketing. Preise und Verfügbarkeit können sich kurzfristig ändern. Kein bezahltes Placement, keine Affiliate-Links.

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