Was ist Etoricoxib?
Etoricoxib ist ein hoch selektiver COX-2-Hemmer der neueren Generation. Das Originalpräparat ist Arcoxia®. Der Wirkstoff hat eine besonders lange Halbwertszeit und muss nur einmal täglich eingenommen werden.
Etoricoxib wird bei Arthrose, rheumatoider Arthritis, Gichtanfällen, Morbus Bechterew und kurzzeitig bei mäßig starken Zahnschmerzen nach Operationen eingesetzt.
In Studien traten Geschwüre, Blutungen und Durchbrüche im oberen Magen-Darm-Trakt unter Etoricoxib zusammengenommen seltener auf als unter Diclofenac. Bei gleichzeitiger Einnahme von niedrig dosierter ASS war dieser Unterschied nicht nachgewiesen.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Etoricoxib
Etoricoxib hemmt hoch selektiv die Cyclooxygenase-2 (COX-2):
Selektivität:
- Etoricoxib ist etwa 100-fach selektiver für COX-2 als für COX-1
- Damit gehört es zu den selektivsten COX-2-Hemmern
Pharmakokinetik:
- Wirkungseintritt: ca. 30 Minuten
- Maximale Plasmakonzentration: 1–2 Stunden
- Halbwertszeit: ca. 22 Stunden
- Einmal tägliche Einnahme ausreichend
Wirkprofil:
- Stark schmerzlindernd
- Stark entzündungshemmend
- Besonders wirksam bei akuten Entzündungszuständen (Gicht)
Für wen ist es geeignet?
Etoricoxib ist geeignet für:
- Arthrose (30–60 mg)
- Rheumatoide Arthritis (60–90 mg)
- Morbus Bechterew (60–90 mg)
- Akuter Gichtanfall (120 mg)
- Kurzzeitig: mäßig starke Zahnschmerzen nach OP (90 mg)
Besonders geeignet bei:
- Patienten mit GI-Risiko (Magenschutz gewünscht)
- Gichtanfällen (schnelle, starke Wirkung)
- Patienten, die eine einmal tägliche Einnahme bevorzugen
Nicht geeignet:
- Bei bestehender Herz-Kreislauf-Erkrankung
- Bei unkontrolliertem Bluthochdruck > 140/90 mmHg
- Bei schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz
Verfügbare Dosierungen
Tabletten:
- 30 mg, 60 mg, 90 mg, 120 mg
Indikationsbezogene Dosierung:
- Arthrose: 30 mg einmal täglich, bei unzureichender Wirkung 60 mg
- Rheumatoide Arthritis: 60 mg einmal täglich, bei unzureichender Wirkung 90 mg
- Morbus Bechterew: 60 mg einmal täglich, bei unzureichender Wirkung 90 mg
- Akuter Gichtanfall: 120 mg einmal täglich (max. 8 Tage)
- Zahnschmerzen (post-OP): 90 mg einmal täglich (max. 3 Tage)
Maximale Tagesdosis: 120 mg
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 3 Packungsvarianten gelistet: eine Stärke in 3 Packungsgrößen. Die Packungen reichen von 7 bis 50 Stück.
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Stärken
- 60 mg
- Packungsgrößen
- 7 Stück, 20 Stück, 50 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 60 mg | 7 Stück | 12637783 | 0 Tage |
| 60 mg | 20 Stück | 12444216 | 0 Tage |
| 60 mg | 50 Stück | 12361677 | 0 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Einmal täglich, unabhängig von Mahlzeiten
- Tablette unzerkaut mit Wasser einnehmen
- Möglichst jeden Tag zur gleichen Zeit
Wichtige Hinweise:
- Blutdruck regelmäßig kontrollieren (Etoricoxib kann Blutdruck erhöhen)
- Niedrigste wirksame Dosis verwenden
- Bei Gicht: Behandlung beim Anfall beginnen, max. 8 Tage
- Nicht mit anderen NSAR kombinieren
Gegenanzeigen
Etoricoxib darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Etoricoxib
- Bronchospasmus, akuter Rhinitis, Nasenschleimhautschwellungen, Angioödem, Nesselsucht oder allergieartigen Reaktionen nach Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) oder NSAR einschließlich COX-2-Hemmern
- Aktiven Magen-Darm-Geschwüren oder -Blutungen
- Entzündlichen Darmerkrankungen
- Ischämischer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz (NYHA II–IV)
- Unkontrolliertem Bluthochdruck (> 140/90 mmHg)
- Zustand nach Herzinfarkt oder Schlaganfall
- Peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder zerebrovaskulären Erkrankungen
- Schwerer Leberinsuffizienz
- Schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min)
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren
Vorsicht bei:
- Kardiovaskulären Risikofaktoren
- Leichter bis mäßiger Nierenfunktionsstörung
- Ödemen
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1–10 %):
- Bluthochdruck (häufiger als bei anderen NSAR)
- Kopfschmerzen, Schwindel
- Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Sodbrennen)
- Ödeme
- Müdigkeit
- Erhöhte Leberwerte
Gelegentlich (0,1–1 %):
- Herzinsuffizienz
- Hautausschlag
Selten, aber ernst:
- Kardiovaskuläre Ereignisse
- Schwere Hautreaktionen
- Leberschäden
Blutdruckanstieg: Etoricoxib kann den Blutdruck stärker erhöhen als andere NSAR. Regelmäßige Kontrolle ist wichtig.
Wechselwirkungen
Erhöhtes Blutungsrisiko mit:
- Antikoagulanzien (Warfarin – INR kontrollieren)
- ASS (niedrig dosiert)
Wirkungsabschwächung von:
- ACE-Hemmern, Sartanen
- Diuretika
Erhöhte Spiegel von:
- Lithium
- Methotrexat
Vorsicht mit:
- Oralen Kontrazeptiva (Etoricoxib kann Ethinylestradiol-Spiegel erhöhen)
- Rifampicin (senkt Etoricoxib-Spiegel)
Häufige Fragen
Etoricoxib wirkt bei Gichtanfällen sehr schnell – oft bereits innerhalb von 2–3 Stunden. Die Dosis von 120 mg ist für akute Gichtanfälle zugelassen und zeigt in Studien eine ähnliche Wirksamkeit wie Indometacin.
Etoricoxib kann den Blutdruck erhöhen, stärker als andere NSAR. Vor Behandlungsbeginn sollte der Blutdruck gut eingestellt sein und während der Behandlung regelmäßig kontrolliert werden.
Der Wirkstoff ist derselbe.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





