Was ist Celecoxib?
Celecoxib ist ein selektiver Cyclooxygenase-2-Hemmer (COX-2-Hemmer, Coxib). Er wirkt gezielt auf das Enzym COX-2, das vor allem bei Entzündungen aktiv ist, und schont dabei die COX-1, die eine Schutzfunktion für die Magenschleimhaut hat.
Das Originalpräparat ist Celebrex®. Celecoxib-Generika sind ebenfalls erhältlich. Der Wirkstoff wird vor allem bei Patienten eingesetzt, die klassische NSAR wie Ibuprofen oder Diclofenac wegen Magenproblemen nicht vertragen.
Celecoxib ist zugelassen zur Behandlung von Arthrose, rheumatoider Arthritis und Morbus Bechterew.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Celecoxib
Celecoxib hemmt selektiv die Cyclooxygenase-2 (COX-2):
COX-1 vs. COX-2:
- COX-1: Schützt die Magenschleimhaut, reguliert Nierenfunktion und Thrombozyten
- COX-2: Wird bei Entzündungen vermehrt gebildet, fördert Schmerz und Schwellung
Vorteil der Selektivität:
- Celecoxib hemmt hauptsächlich COX-2
- Dadurch weniger Magengeschwüre und GI-Blutungen
- Die Schutzfunktion der COX-1 für den Magen bleibt weitgehend erhalten
Wirkprofil:
- Schmerzlindernd und entzündungshemmend
- Wirkungseintritt: 30–60 Minuten
- Wirkdauer: 12 Stunden
Für wen ist es geeignet?
Celecoxib ist geeignet für:
- Arthrose (symptomatische Behandlung)
- Rheumatoide Arthritis
- Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans)
Besonders geeignet bei:
- Patienten mit erhöhtem Magen-Darm-Risiko
- Patienten, die klassische NSAR nicht vertragen
- Ältere Patienten mit GI-Vorgeschichte
Nicht geeignet:
- Bei bekannter Herz-Kreislauf-Erkrankung
- Nach Herzinfarkt oder Schlaganfall
- Bei schwerer Leber- oder Niereninsuffizienz
- Bei Sulfonamid-Allergie
Verfügbare Dosierungen
Kapseln:
- 100 mg, 200 mg
Arthrose:
- 200 mg täglich (1x 200 mg oder 2x 100 mg)
Rheumatoide Arthritis:
- 200–400 mg täglich (aufgeteilt auf 2 Dosen)
Morbus Bechterew:
- 200 mg täglich, bei Bedarf bis 400 mg
Maximale Tagesdosis: 400 mg
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Hartkapsel
- Stärken
- 100 mg
- Packungsgrößen
- 20 Stück
| Stärke | Packung | PZN |
|---|---|---|
| 100 mg | 20 Stück | 05395380 |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Kapseln unzerkaut mit Wasser einnehmen
- Unabhängig von den Mahlzeiten (kann mit Essen eingenommen werden)
- Bei 2-mal täglicher Gabe: morgens und abends
Wichtige Hinweise:
- Niedrigste wirksame Dosis für die kürzeste Dauer
- Regelmäßige ärztliche Kontrolle bei Langzeitanwendung
- Blutdruck überwachen
Gegenanzeigen
Celecoxib darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Celecoxib oder Sulfonamide
- Asthma, akutem Schnupfen, Nasenpolypen, Angioödem, Nesselsucht oder anderen allergischen Reaktionen nach Einnahme von Acetylsalicylsäure oder anderen NSAR, auch COX-2-Hemmern
- Aktiven Magen-Darm-Geschwüren oder Magen-Darm-Blutungen
- Ischämischer Herzkrankheit, Herzinsuffizienz (NYHA II–IV)
- Zustand nach Herzinfarkt oder Schlaganfall
- Erkrankungen der Hirngefäße (zerebrovaskuläre Erkrankungen)
- Peripher-arterieller Verschlusskrankheit
- Schwerer Leberinsuffizienz
- Eingeschränkter Nierenfunktion mit einer geschätzten Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min
- Entzündlichen Darmerkrankungen
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Frauen, die schwanger werden können und keine sichere Verhütungsmethode anwenden
Vorsicht bei:
- Kardiovaskulären Risikofaktoren
- Nierenfunktionseinschränkung
- Bluthochdruck
- Älteren Patienten
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1–10 %):
- Bluthochdruck
- Kopfschmerzen, Schwindel
- Schlaflosigkeit
- Ödeme
- Atemwegsinfektionen
- Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall, Verdauungsstörungen, Blähungen, Übelkeit und Erbrechen
Gelegentlich (0,1–1 %):
- Herzinsuffizienz
- Hautausschlag
Selten, aber ernst:
- Kardiovaskuläre Ereignisse (Herzinfarkt, Schlaganfall)
- Schwere Hautreaktionen
- Leberschäden
GI-Vorteil: Das Risiko für Magengeschwüre und GI-Blutungen ist signifikant niedriger als bei nicht-selektiven NSAR.
Wechselwirkungen
Erhöhtes Blutungsrisiko mit:
- Antikoagulanzien (Warfarin – INR kontrollieren)
Wirkungsabschwächung von:
- ACE-Hemmern, Sartanen
- Diuretika
Celecoxib wird über CYP2C9 metabolisiert:
- Fluconazol erhöht die Celecoxib-Spiegel (Dosis halbieren)
- Bei bekannten CYP2C9-Langsammetabolisierern: niedrigste Dosis
Vorsicht mit:
- Lithium (erhöhte Spiegel)
- Methotrexat
Häufige Fragen
Zum Teil. In Endoskopiestudien über 12 Wochen traten unter Celecoxib seltener Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre auf als unter Naproxen oder Ibuprofen. Für den Vergleich mit Diclofenac waren die Daten nicht einheitlich. In der Langzeitstudie CLASS gab es bei komplizierten Geschwüren (Blutung, Durchbruch oder Verschluss) keinen statistisch signifikanten Unterschied zu Ibuprofen oder Diclofenac. Auch unter Celecoxib wurden Magen-Darm-Geschwüre und -Blutungen beobachtet, bei erhöhtem Magen-Darm-Risiko ist daher Vorsicht geboten.
Alle NSAR können das kardiovaskuläre Risiko leicht erhöhen. Die PRECISION-Studie zeigte, dass Celecoxib in Standarddosierung nicht schlechter abschneidet als Ibuprofen oder Naproxen. Bei bestehender Herzkrankheit ist Celecoxib dennoch kontraindiziert.
Celecoxib enthält eine Sulfonamid-Gruppe in seiner chemischen Struktur. Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Sulfonamide darf Celecoxib nicht eingenommen werden, da ein höheres Risiko für schwerwiegende Haut- oder Überempfindlichkeitsreaktionen bestehen könnte.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





