Überblick
In diesem Abschnitt erhalten Sie einen Überblick über das Krankheitsbild und seine Relevanz für Ihre Gesundheit.
Erektionsstörungen – medizinisch als erektile Dysfunktion (ED) bezeichnet – betreffen in Deutschland schätzungsweise 3 bis 5 Millionen Männer. Trotz der Häufigkeit ist das Thema noch immer mit Scham behaftet, obwohl es keinen Grund dafür gibt: Erektionsprobleme sind eine medizinische Erkrankung wie jede andere auch.
Es stehen verschiedene verschreibungspflichtige Behandlungsoptionen zur Verfügung. Welches Vorgehen geeignet ist, wird im Rahmen einer ärztlichen Konsultation individuell geprüft.
Was ist das?
Hier erfahren Sie, was diese Erkrankung medizinisch kennzeichnet und wie sie definiert wird.
Von einer Erektionsstörung spricht man, wenn es über einen längeren Zeitraum – in der Regel mindestens sechs Monate – regelmäßig nicht gelingt, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu bekommen oder aufrechtzuerhalten. Gelegentliche "Aussetzer" sind völlig normal und kein Grund zur Sorge. Erst wenn das Problem in mehr als zwei Dritteln der Versuche auftritt, liegt eine behandlungsbedürftige erektile Dysfunktion vor.
Die Erektion ist ein komplexer Vorgang, bei dem Nervensystem, Blutgefäße, Hormone und Psyche zusammenspielen müssen. Bei sexueller Erregung senden Nerven Signale an die Blutgefäße im Penis. Diese erweitern sich, Blut strömt in die Schwellkörper, und der Penis wird steif. Gleichzeitig werden die Venen zusammengedrückt, sodass das Blut nicht abfließen kann. Ist einer dieser Mechanismen gestört, kann es zu Erektionsproblemen kommen.

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Ursachen
Die folgenden Informationen erläutern, welche Faktoren zur Entstehung dieser Erkrankung beitragen können.
Die Ursachen für Erektionsstörungen sind vielfältig und oft wirken mehrere Faktoren zusammen. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen körperlichen (organischen) und seelischen (psychogenen) Ursachen.
Körperliche Ursachen machen etwa 70 Prozent aller Fälle aus. Die häufigsten sind Durchblutungsstörungen durch Arteriosklerose – also die Verkalkung der Blutgefäße. Risikofaktoren dafür sind Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte, Diabetes mellitus und Rauchen. Tatsächlich kann eine Erektionsstörung ein Frühwarnzeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein, da die feinen Gefäße im Penis früher betroffen sind als die größeren Herzgefäße.
Weitere körperliche Ursachen sind hormonelle Störungen wie Testosteronmangel, neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Parkinson, Verletzungen im Beckenbereich sowie Nebenwirkungen bestimmter Medikamente – insbesondere Blutdrucksenker, Antidepressiva und Entwässerungsmittel.
Psychische Ursachen spielen besonders bei jüngeren Männern eine wichtige Rolle. Stress, Leistungsdruck, Versagensängste, Beziehungsprobleme oder Depressionen können die Erektionsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Oft entsteht ein Teufelskreis: Die Angst vor dem Versagen führt zu tatsächlichem Versagen, was die Angst weiter verstärkt.
Bei den meisten Männern mit Erektionsstörungen findet sich eine Kombination aus körperlichen und psychischen Faktoren.
Symptome
Dieser Abschnitt beschreibt die typischen Anzeichen und Beschwerden, auf die Sie achten sollten.
Das Hauptsymptom einer Erektionsstörung ist die Unfähigkeit, eine ausreichende Erektion zu erreichen oder lange genug aufrechtzuerhalten. Dies kann sich unterschiedlich äußern:
Manche Männer bekommen gar keine Erektion mehr, andere erreichen zwar eine Versteifung, aber sie ist nicht hart genug für den Geschlechtsverkehr. Wieder andere können den Penis zunächst problemlos einführen, verlieren die Erektion dann aber vorzeitig.
Wichtig ist die Unterscheidung: Wenn die Erektion bei der Selbstbefriedigung oder morgens beim Aufwachen funktioniert, aber beim Geschlechtsverkehr nicht, spricht dies eher für eine psychische Ursache. Fehlt die Erektion grundsätzlich auch in anderen Situationen, liegt wahrscheinlich eine körperliche Ursache vor.
Begleitend können weitere sexuelle Störungen auftreten, etwa ein vorzeitiger Samenerguss oder eine verminderte Libido (sexuelles Verlangen). Auch dies sollte beim Arztgespräch erwähnt werden, da es für die Diagnose und Therapie relevant sein kann.

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Diagnose
Im Folgenden erfahren Sie, wie diese Erkrankung durch ärztliche Untersuchungen festgestellt wird.
Die Diagnose einer Erektionsstörung beginnt mit einem ausführlichen Arztgespräch (Anamnese). Der Arzt wird fragen, seit wann die Probleme bestehen, wie häufig sie auftreten und ob es Situationen gibt, in denen die Erektion funktioniert. Auch Fragen zu Vorerkrankungen, Medikamenten, Lebensgewohnheiten und zur psychischen Befindlichkeit gehören dazu.
Es folgt eine körperliche Untersuchung, bei der unter anderem Blutdruck, Puls und die äußeren Geschlechtsorgane untersucht werden. Bluttests können Hinweise auf Diabetes, Hormonstörungen oder erhöhte Blutfettwerte geben.
Bei Verdacht auf Gefäßprobleme kann eine Doppler-Sonografie der Penisgefäße durchgeführt werden. In manchen Fällen werden auch nächtliche Erektionen gemessen (Tumeszenzmessung), um zwischen organischen und psychogenen Ursachen zu unterscheiden.
Für eine Online-Behandlung reicht in vielen Fällen ein strukturierter Fragebogen aus, der die wichtigsten medizinischen Informationen erfasst und Kontraindikationen ausschließt.
Behandlung
Hier werden die verfügbaren Therapieoptionen und deren Wirkungsweise erläutert.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache und den individuellen Bedürfnissen des Patienten. Die mit Abstand häufigste und erfolgreichste Therapie ist die Einnahme von PDE-5-Hemmern.
PDE-5-Hemmer sind Medikamente, die das Enzym Phosphodiesterase-5 blockieren. Dadurch bleibt ein Botenstoff (cGMP) länger erhalten, der für die Entspannung der Gefäßmuskulatur und damit für die Erektion wichtig ist. Wichtig: Diese Medikamente erzeugen keine Erektion von selbst – sexuelle Stimulation ist weiterhin notwendig.
Es stehen verschiedene verschreibungspflichtige Wirkstoffe zur Verfügung (u. a. Sildenafil, Tadalafil, Vardenafil, Avanafil). Der behandelnde Arzt wählt das geeignete Präparat individuell aus.
Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Gesichtsrötung oder verstopfte Nase sind meist mild und vorübergehend.
Wichtige Kontraindikation: PDE-5-Hemmer dürfen nicht zusammen mit Nitraten (Herzmedikamente) eingenommen werden, da dies zu einem gefährlichen Blutdruckabfall führen kann.
Ergänzende Maßnahmen: Lebensstiländerungen können die Wirksamkeit der Therapie verbessern und manchmal sogar ausreichen. Dazu gehören Gewichtsreduktion, regelmäßige Bewegung, Rauchstopp und ein maßvoller Umgang mit Alkohol. Bei psychischen Ursachen kann eine Psychotherapie oder Paartherapie sinnvoll sein.
Verfügbare Medikamente
Für die Behandlung stehen verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente zur Verfügung. Klicken Sie auf ein Medikament, um mehr über Wirkung, Dosierung und Nebenwirkungen zu erfahren.
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Prävention
Dieser Abschnitt gibt Hinweise zur Vorbeugung und zur Reduzierung von Risikofaktoren.
Viele Risikofaktoren für Erektionsstörungen lassen sich durch einen gesunden Lebensstil beeinflussen. Wer nicht raucht, sich regelmäßig bewegt, auf ein normales Körpergewicht achtet und Alkohol nur in Maßen konsumiert, senkt sein Risiko erheblich.
Besonders wichtig ist die Kontrolle von Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Blutfettwerten, da diese Erkrankungen die Gefäße schädigen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen helfen, diese Risikofaktoren frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Auch die psychische Gesundheit spielt eine Rolle: Stressmanagement, ausreichend Schlaf und eine offene Kommunikation in der Partnerschaft können Erektionsproblemen vorbeugen.

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FAQ
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu diesem Thema.
Das unterscheidet sich je nach Wirkstoff. Laut Fachinformation wird Sildenafil etwa eine Stunde vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen und kann noch 4 bis 5 Stunden danach bei sexueller Stimulation eine Erektion ermöglichen. Tadalafil wird mindestens 30 Minuten vorher eingenommen; in Studien hielt die Wirkung bis zu 36 Stunden an. Ohne sexuelle Stimulation entsteht bei keinem Wirkstoff eine Erektion. Welcher Wirkstoff und welche Dosierung passen, entscheidet die ärztliche Prüfung.
Bei korrekter Anwendung und nach ärztlicher Prüfung sind PDE-5-Hemmer für die meisten Männer sehr sicher. Die häufigsten Nebenwirkungen (Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, verstopfte Nase) sind mild und vorübergehend. Wichtig ist der Ausschluss von Kontraindikationen, insbesondere die gleichzeitige Einnahme von Nitraten.
Ja, PDE-5-Hemmer sind in Deutschland verschreibungspflichtig. Ein Arzt muss prüfen, ob die Medikamente für Sie geeignet sind. Dies kann auch im Rahmen einer Online-Konsultation erfolgen.
Bei deinrezept füllen Sie einen medizinischen Fragebogen aus. Er fragt unter anderem nach Nitraten und anderen Medikamenten, nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall und nach Brustschmerzen oder Luftnot bei Belastung. Die Angaben werden im Einzelfall ärztlich geprüft; Rückfrage oder Ablehnung sind möglich. Passt die Behandlung, wird ein qualifiziert signiertes Rezept ausgestellt und an eine Apotheke übergeben. Der Versand erfolgt diskret in neutraler Verpackung, in der Regel innerhalb von 1–3 Werktagen nach Zahlung an die Apotheke. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt Mittel gegen Erektionsstörungen nicht (§ 34 Abs. 1 SGB V).
Ja, wenn ein Arzt die Behandlung prüft und verordnet. PDE-5-Hemmer sind verschreibungspflichtig: Sie dürfen nur auf ärztliche Verschreibung abgegeben werden (§ 48 Arzneimittelgesetz), und zwar nur von Apotheken; Arzneimittel versenden dürfen Apotheken nur mit behördlicher Erlaubnis (§ 43 Arzneimittelgesetz). Ob eine Versandapotheke registriert ist, lässt sich im Versandhandels-Register des BfArM prüfen. Einen Antrag, einen PDE-5-Hemmer in niedriger Dosierung aus der Verschreibungspflicht zu entlassen, hat der Sachverständigen-Ausschuss für Verschreibungspflicht beim BfArM am 21. Januar 2025 mehrheitlich zur Ablehnung empfohlen. Angebote ohne ärztliche Prüfung oder ohne Apotheke sind ein Warnsignal.
Ja, eine Erektionsstörung kann ein frühes Anzeichen für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein. Die feinen Blutgefäße im Penis sind oft früher von Arteriosklerose betroffen als größere Gefäße. Deshalb sollte bei Erektionsproblemen auch immer eine kardiovaskuläre Abklärung erfolgen.
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Medizinische Quellen
Wissenschaftliche Grundlage dieser Informationen
Wichtiger Hinweis
Diese Inhalte dienen der allgemeinen Information. Bei starken Schmerzen, Luftnot, Bewusstseinsstörungen, Fieber > 39°C oder schnell zunehmenden Beschwerden bitte sofort ärztliche Hilfe (Notruf 112) in Anspruch nehmen.
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