Was ist Naproxen?
Naproxen ist ein nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAR) mit langer Wirkdauer. Es muss im Vergleich zu Ibuprofen oder Diclofenac nur zweimal täglich eingenommen werden.
Der Wirkstoff ist in Deutschland als Generikum und unter verschiedenen Markennamen erhältlich. Naproxen wird bei Schmerzen des Bewegungsapparates, rheumatischen Erkrankungen und Menstruationsschmerzen eingesetzt.
Aufgrund der langen Wirkdauer eignet sich Naproxen besonders für Patienten, die eine gleichmäßige Schmerzlinderung über den Tag benötigen.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Naproxen
Naproxen hemmt die Cyclooxygenase (COX-1 und COX-2):
Wirkmechanismus:
- Blockiert die Prostaglandin-Synthese
- Reduziert Schmerz, Entzündung und Fieber
Besonderheit – lange Halbwertszeit:
- Halbwertszeit: 12–15 Stunden (deutlich länger als Ibuprofen mit 2–4 h)
- Gleichmäßigere Wirkspiegel über den Tag
- Nur 2 Einnahmen pro Tag nötig
Kardiovaskuläres Profil: Manche NSAR sind, vor allem in hoher Dosis und bei Langzeitbehandlung, möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall verbunden. Für Naproxen (1000 mg täglich) weisen Daten auf ein möglicherweise niedrigeres Risiko hin, ein gewisses Risiko ist aber nicht auszuschließen. Bei unkontrolliertem Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, ischämischer Herzerkrankung, peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder zerebrovaskulärer Erkrankung wird Naproxen nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung eingesetzt. Das gilt auch vor einer länger dauernden Behandlung bei Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhten Blutfettwerten, Diabetes mellitus oder Rauchen.
Für wen ist es geeignet?
Naproxen ist geeignet für:
- Arthrose und rheumatoide Arthritis
- Rückenschmerzen
- Menstruationsschmerzen
- Gichtanfälle
- Sehnenentzündungen, Schleimbeutelentzündungen
- Leichte bis mäßig starke Schmerzen
Besonders geeignet bei:
- Patienten, die eine 2-mal-tägliche Einnahme bevorzugen
Nicht geeignet:
- Bei aktiven Magen-Darm-Geschwüren
- Bei schwerer Herz-, Leber- oder Niereninsuffizienz
- Im letzten Schwangerschaftsdrittel
Verfügbare Dosierungen
Tabletten:
- 250 mg, 500 mg
Übliche Dosierung:
- 250–500 mg zweimal täglich
- Maximale Tagesdosis: 1250 mg (Anfangsdosis), danach 1000 mg
Bei akutem Gichtanfall:
- Anfangsdosis: 750 mg, dann 250 mg alle 8 Stunden
Empfehlung: Niedrigste wirksame Dosis so kurz wie möglich.
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: eine Stärke in 2 Packungsgrößen. Die Packungen reichen von 20 bis 50 Stück.
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Stärken
- 500 mg
- Packungsgrößen
- 20 Stück, 50 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 500 mg | 20 Stück | 14053508 | 0 Tage |
| 500 mg | 50 Stück | 04900367 | 0 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Mit ausreichend Wasser einnehmen
- Zu oder nach einer Mahlzeit
- Morgens und abends im Abstand von 12 Stunden
Wichtige Hinweise:
- Nicht mit anderen NSAR kombinieren
- Nicht nüchtern einnehmen
- Bei Langzeitanwendung Magenschutz mit PPI erwägen
- Regelmäßige Kontrolle von Nierenwerten und Blutbild
Gegenanzeigen
Naproxen darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Naproxen oder andere NSAR
- Aktiven Magen- oder Darmgeschwüren
- Schwerer Herzinsuffizienz
- Schwerer Nieren- oder Leberinsuffizienz
- Letztem Schwangerschaftsdrittel
Vorsicht bei:
- Älteren Patienten (erhöhtes GI-Blutungsrisiko)
- Asthma bronchiale
- Blutungsneigung
- Einnahme von Antikoagulanzien
Schwangerschaft: Im 1. und 2. Trimenon nur bei strenger Indikation. Im 3. Trimenon kontraindiziert.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1–10 %):
- Magenschmerzen, Sodbrennen, Übelkeit
- Kopfschmerzen, Schwindel
- Ödeme
Gelegentlich (0,1–1 %):
- Magengeschwüre, GI-Blutungen
- Hautausschlag
- Erhöhte Leberwerte
Selten:
- Schwere allergische Reaktionen
- Nierenfunktionsstörungen
- Blutbildveränderungen
Hinweis: Das GI-Blutungsrisiko ist bei Naproxen etwas höher als bei Ibuprofen. Ein gewisses Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall ist auch bei Naproxen nicht auszuschließen.
Wechselwirkungen
Erhöhtes Blutungsrisiko mit:
- Antikoagulanzien
- ASS, andere NSAR
- SSRI-Antidepressiva
- Kortikosteroide
Wirkungsabschwächung von:
- ACE-Hemmern, Sartanen
- Diuretika
Erhöhte Toxizität von:
- Methotrexat
- Lithium
Häufige Fragen
Manche NSAR sind, vor allem in hoher Dosis und bei Langzeitbehandlung, möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall verbunden. Für Naproxen (1000 mg täglich) weisen Daten auf ein möglicherweise niedrigeres Risiko hin, ein gewisses Risiko ist aber nicht auszuschließen. Bei unkontrolliertem Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, ischämischer Herzerkrankung, peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder zerebrovaskulärer Erkrankung wird Naproxen nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung eingesetzt. Bei schwerer Herzinsuffizienz darf Naproxen nicht eingenommen werden.
Bei akuten Schmerzen meist einige Tage bis Wochen. Eine Langzeitanwendung bei chronischen Erkrankungen ist unter ärztlicher Kontrolle möglich, idealerweise mit Magenschutz.
Naproxen wirkt länger und muss nur 2-mal täglich eingenommen werden. Ibuprofen ist flexibler dosierbar. Die Wahl hängt von der individuellen Situation ab.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





