Wer rechnet über die gesetzliche Krankenkasse ab?
Von den drei hier verglichenen Anbietern nur TeleClinic. Nach eigener Angabe übernehmen alle gesetzlichen Krankenkassen die Konsultation, für gesetzlich Versicherte fallen 0 € an (Stand 27.08.2026). deinrezept.de und DoktorABC arbeiten über einen schriftlichen Fragebogen und stellen Privatrezepte aus. Wichtig dabei: Eine Kassenabrechnung der Konsultation heißt nicht, dass jedes Arzneimittel erstattet wird. § 34 Abs. 1 SGB V nimmt ganze Anwendungsgebiete von der Versorgung aus, darunter Mittel, die überwiegend „zur Behandlung der erektilen Dysfunktion“ oder „zur Verbesserung des Haarwuchses“ dienen — unabhängig davon, wer sie verordnet.
Was zahlen Privatversicherte für eine Videosprechstunde?
TeleClinic beziffert die Grundkonsultation nach der Gebührenordnung für Ärzte mit 38,87 €. Hinzu kommen Zuschläge, die der Anbieter ebenfalls ausweist: nachts 10,49 beziehungsweise 18,65 €, samstags 6,41 €, an Sonn- und Feiertagen 12,82 € (alles Eigenangaben, Stand 27.08.2026). Bei den Fragebogen-Anbietern gibt es diese Staffelung nicht, weil dort keine ärztliche Leistung nach Gebührenordnung abgerechnet wird, sondern eine feste Gebühr anfällt.
Hat DocMorris eine eigene Telemedizin?
Nein. Der als Online-Arzt bezeichnete Dienst vermittelt an TeleClinic; einen eigenen Preis gibt es dafür nicht, es gilt der TeleClinic-Tarif. Auch die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kommt auf diesem Weg zustande, nach ärztlichem Ermessen. Wer also den Dienst der Versandapotheke mit TeleClinic vergleicht, vergleicht in weiten Teilen dasselbe Angebot mit sich selbst. Der Unterschied liegt darin, wo das E-Rezept anschließend eingelöst wird.
Gibt es Fernarzt noch?
Nicht mehr als Rezeptdienst. Das Rezeptgeschäft ist eingestellt: kein Fragebogen-Rezept, keine Videosprechstunde. Geblieben ist ein Angebot zu Long- und Post-COVID, das für Versicherte von BIG direkt gesund, mhplus, IKK Südwest und SBK kostenfrei ist. Wer den Namen aus älteren Vergleichslisten kennt, sucht dort also vergeblich nach einem Rezept — das ist der Grund, warum der Anbieter hier keine eigene Spalte hat, aber genannt wird.
Wo bekomme ich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung?
Bei TeleClinic, per Videosprechstunde, nach Angabe des Anbieters. deinrezept.de stellt keine aus, und die geprüfte Gebührenseite von DoktorABC führt dazu nichts. Das ist der schärfste Trennstrich zwischen den beiden Modellen: Eine Bescheinigung setzt eine ärztliche Beurteilung des aktuellen Zustands voraus, und die entsteht im Gespräch, nicht im Formular.
Warum ist diese Übersicht kein Preisvergleich?
Weil die Zahlen verschiedene Dinge messen. 0 € für gesetzlich Versicherte bedeutet, dass die Kasse eine ärztliche Konsultation bezahlt. 2,98 € bedeutet, dass eine Gebühr für die Ausstellung eines Privatrezepts anfällt. Eine Spanne von 2 bis 120 € bedeutet, dass die Gebühr vom Behandlungsfeld abhängt. Diese drei Beträge lassen sich nicht gegeneinander aufrechnen; sinnvoll ist deshalb die Frage nach der Leistung — Rezept, Bescheinigung, Gespräch — und erst danach die nach dem Betrag.