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Valsartan
Bluthochdruck

Valsartan

Gut untersuchter AT1-Blocker zur Blutdrucksenkung, auch nach Herzinfarkt und bei Herzinsuffizienz.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Valsartan?

Valsartan ist ein AT1-Rezeptorblocker (Sartan) zur Behandlung von Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und nach Herzinfarkt.

Valsartan ist als Monopräparat sowie in verschiedenen Kombinationen erhältlich: mit HCT, mit Amlodipin (Exforge®, Dafiro®) oder als Dreifachkombination. Bekannte Markennamen sind Diovan® und Valsartan-1 A Pharma®.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Valsartan

Valsartan blockiert den AT1-Rezeptor für Angiotensin II:

Wirkmechanismus:

  • Selektive Blockade des AT1-Rezeptors
  • Verhindert die Wirkung von Angiotensin II an den Gefäßen
  • Gefäßerweiterung und Blutdrucksenkung
  • Reduzierte Aldosteron-Freisetzung

Klinische Wirkung:

  • Blutdrucksenkung um 10-15 mmHg systolisch
  • Organschutz für Herz und Nieren
  • Keine Beeinflussung des Bradykinin-Abbaus (Husten seltener als bei ACE-Hemmern)

Studienlage: Valsartan ist durch große Studien (VALUE, Val-HeFT, VALIANT) gut belegt für die Behandlung von Bluthochdruck, Herzinsuffizienz und nach Herzinfarkt.

Für wen ist es geeignet?

Valsartan ist geeignet für:

  • Erwachsene mit Bluthochdruck
  • Herzinsuffizienz
  • Zustand nach Herzinfarkt mit Herzinsuffizienz
  • Patienten mit ACE-Hemmer-Unverträglichkeit

Besonders geeignet:

  • Bei Bedarf an Kombinationstherapie (viele Kombipräparate verfügbar)
  • Nach Herzinfarkt mit eingeschränkter Herzfunktion

Nicht geeignet:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Schwere Leberinsuffizienz
  • Gallenzirrhose, Gallenstauung

Verfügbare Dosierungen

Bluthochdruck:

  • Startdosis: 80 mg einmal täglich
  • Übliche Dosis: 80-160 mg einmal täglich
  • Maximaldosis: 320 mg täglich

Herzinsuffizienz:

  • Startdosis: 40 mg zweimal täglich
  • Zieldosis: 160 mg zweimal täglich

Nach Herzinfarkt:

  • Startdosis: 20 mg zweimal täglich (halbe 40-mg-Tablette)
  • Schrittweise Steigerung über mehrere Wochen
  • Zieldosis: 160 mg zweimal täglich

Verfügbare Stärken:

  • 40 mg, 80 mg, 160 mg, 320 mg

Kombinationspräparate:

  • Valsartan + HCT
  • Valsartan + Amlodipin (Exforge®, Dafiro®)
  • Valsartan + Amlodipin + HCT (Exforge HCT®)

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.

Darreichungsform
Filmtablette
Stärken
80 mg
Packungsgrößen
28 Stück
StärkePackungPZNReichweite
80 mg28 Stück0758127628 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Einmal täglich (Bluthochdruck) oder zweimal täglich (Herzinsuffizienz)
  • Unabhängig von Mahlzeiten
  • Mit Wasser einnehmen
  • Immer zur gleichen Tageszeit

Dosisanpassung:

  • Langsame Steigerung alle 2-4 Wochen
  • Regelmäßige Blutdruck- und Laborkontrollen
  • Bei Herzinsuffizienz: engmaschigere Überwachung

Wichtige Hinweise:

  • Nicht abrupt absetzen
  • Ausreichend trinken
  • Kaliumsalze und kaliumreiche Ernährungsergänzungen meiden

Gegenanzeigen

Valsartan darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Valsartan
  • Schwangerschaft im 2. und 3. Drittel
  • Schwerer Leberinsuffizienz, Gallenzirrhose
  • Gleichzeitige Anwendung mit Aliskiren bei Diabetes oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR unter 60 ml/min/1,73 m²)

Vorsicht bei:

  • Niereninsuffizienz
  • Nierenarterienstenose
  • Hyperkaliämie
  • Dehydratation oder Salzmangel
  • Aortenstenose

Schwangerschaft und Stillzeit: Valsartan wird im 1. Schwangerschaftsdrittel nicht empfohlen und ist im 2. und 3. Drittel kontraindiziert. Sartane können schwere Fehlbildungen und Nierenschäden beim Ungeborenen verursachen. Eine Behandlung sollte nicht während der Schwangerschaft begonnen werden. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, muss die Behandlung unverzüglich beendet und, wenn nötig, eine andere Therapie begonnen werden. In der Stillzeit wird Valsartan nicht empfohlen.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1-10%):

  • Schwindel
  • Orthostatische Hypotonie (Blutdruckabfall beim Aufstehen)
  • Nierenfunktionsveränderungen

Gelegentlich (0,1-1%):

  • Angioödem
  • Erhöhte Kaliumwerte
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Husten (deutlich seltener als bei ACE-Hemmern)

Häufigkeit nicht bekannt:

  • Hautausschlag
  • Leberwerterhöhungen
  • Muskelschmerzen

Allgemein gut verträglich: Die Nebenwirkungsrate ist oft kaum höher als unter Placebo.

Wechselwirkungen

Kontraindiziert:

  • Aliskiren bei Diabetes oder Niereninsuffizienz
  • Sacubitril (außer als festes Kombinationspräparat Entresto®)

Vorsicht bei:

  • Kaliumsparende Diuretika → Hyperkaliämie
  • NSAR → verminderte Wirkung, Nierenschäden
  • Lithium → erhöhte Spiegel
  • Ciclosporin → erhöhte Kaliumspiegel

Hinweis zu Entresto®: Sacubitril/Valsartan (Entresto®) ist ein Kombinationspräparat bei Herzinsuffizienz. Es darf nicht mit ACE-Hemmern kombiniert werden. Beim Wechsel zwischen einem ACE-Hemmer und Entresto® müssen in beiden Richtungen mindestens 36 Stunden Abstand liegen. Mit anderen Sartanen sollte es nicht kombiniert werden.

Häufige Fragen

Beide sind AT1-Blocker mit ähnlicher Wirkung. Candesartan hat eine etwas längere Wirkdauer und wurde bei Herzinsuffizienz in der Studie CHARM besonders gut untersucht. Valsartan hat eine breitere Palette an Kombinationspräparaten. Die Wahl ist individuell.

Valsartan hat keine relevante Wechselwirkung mit Grapefruitsaft. Bei einigen anderen Blutdruckmedikamenten (z. B. Felodipin) ist Grapefruit problematisch, bei Sartanen jedoch nicht.

Viele Patienten benötigen mehr als ein Medikament zur Blutdruckeinstellung. Kombinationspräparate vereinfachen die Einnahme und verbessern die Therapietreue. Valsartan lässt sich besonders gut mit Amlodipin und/oder HCT kombinieren.

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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