Was ist Candesartan?
Candesartan ist ein AT1-Rezeptorblocker (auch Sartan genannt). Es wird bei Bluthochdruck und Herzinsuffizienz eingesetzt und bietet eine wichtige Alternative für Patienten, die ACE-Hemmer wegen Husten nicht vertragen.
Candesartan ist als Monopräparat und in Kombination mit Hydrochlorothiazid (Candesartan/HCT) erhältlich. Bekannte Markennamen sind Atacand®, Atacand® Plus und Blopress®.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Candesartan cilexetil
Candesartan blockiert den Angiotensin-II-Rezeptor (AT1-Rezeptor):
Wirkmechanismus:
- Blockiert gezielt den AT1-Rezeptor
- Angiotensin II kann seine gefäßverengende Wirkung nicht entfalten
- Die Blutgefäße erweitern sich, der Blutdruck sinkt
- Die Aldosteron-Freisetzung wird gehemmt
Unterschied zu ACE-Hemmern:
- Blockiert den Rezeptor direkt (statt die Produktion zu hemmen)
- Kein Einfluss auf den Bradykinin-Abbau
- Deshalb seltener Husten als Nebenwirkung
- Selteneres Auftreten von Angioödemen
Wirkungseintritt: Erste Blutdrucksenkung nach 2 Stunden. Der Großteil der blutdrucksenkenden Wirkung wird bei regelmäßiger Einnahme innerhalb von 4 Wochen erreicht.
Für wen ist es geeignet?
Candesartan ist geeignet für:
- Erwachsene mit Bluthochdruck
- Herzinsuffizienz (wenn ACE-Hemmer nicht vertragen werden)
- Patienten mit ACE-Hemmer-Husten (als Alternative)
Besonders empfohlen bei:
- Unverträglichkeit von ACE-Hemmern (Husten)
- Diabetes mit Bluthochdruck
- Nierenerkrankungen mit Proteinurie
Nicht geeignet:
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Schwere Leberinsuffizienz
- Beidseitige Nierenarterienstenose
- Gleichzeitig mit Aliskiren bei Diabetes
Verfügbare Dosierungen
Bluthochdruck:
- Startdosis: 8 mg einmal täglich
- Übliche Dosis: 8-16 mg einmal täglich
- Maximaldosis: 32 mg täglich
Herzinsuffizienz:
- Startdosis: 4 mg einmal täglich
- Zieldosis: 32 mg einmal täglich
- Langsame Steigerung alle 2 Wochen
Verfügbare Stärken:
- 4 mg, 8 mg, 16 mg, 32 mg Tabletten
Kombinationspräparate:
- Candesartan + Hydrochlorothiazid (Candesartan/HCT, Atacand® Plus)
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 3 Packungsvarianten gelistet: 3 Stärken in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Tablette
- Stärken
- 8 mg, 16 mg, 32 mg
- Packungsgrößen
- 98 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 8 mg | 98 Stück | 09074951 | 98 Tage |
| 16 mg | 98 Stück | 09273188 | 98 Tage |
| 32 mg | 98 Stück | 09075011 | 98 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Einmal täglich, immer zur gleichen Uhrzeit
- Unabhängig von Mahlzeiten
- Mit ausreichend Wasser
Dosisanpassung:
- Beginn mit 8 mg (Bluthochdruck) oder 4 mg (Herzinsuffizienz)
- Steigerung nach 2-4 Wochen möglich
- Blutdruck regelmäßig kontrollieren
Wichtige Hinweise:
- Nicht plötzlich absetzen
- Regelmäßige Nierenwert- und Kaliumkontrollen
- Ausreichend trinken
- Kaliumsalze meiden
Gegenanzeigen
Candesartan darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Candesartan
- Schwangerschaft im 2. und 3. Drittel
- Schwerer Leberinsuffizienz oder Gallenstauung
- Gleichzeitiger Anwendung mit Aliskiren bei Diabetes
Vorsicht bei:
- Eingeschränkter Nierenfunktion
- Nierenarterienstenose (beidseitig oder bei nur einer Niere)
- Erhöhtem Kaliumspiegel
- Aortenstenose, Mitralstenose
- Hypertrophe Kardiomyopathie
- Gleichzeitiger Dialyse
Schwangerschaft und Stillzeit: AT1-Blocker werden im 1. Schwangerschaftsdrittel nicht empfohlen und sind im 2. und 3. Drittel kontraindiziert. Sie können schwere Schäden beim Ungeborenen verursachen. Eine Behandlung sollte nicht während der Schwangerschaft begonnen werden. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, muss die Behandlung unverzüglich beendet und, wenn nötig, eine andere Therapie begonnen werden. In der Stillzeit wird Candesartan nicht empfohlen.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1-10%):
- Schwindel
- Kopfschmerzen
- Erhöhte Kaliumwerte
- Nierenfunktionsveränderungen
- Niedriger Blutdruck
- Atemwegsinfektionen
Gelegentlich (0,1-1%):
- Müdigkeit
Sehr selten:
- Rückenschmerzen
- Übelkeit
- Angioödem (seltener als bei ACE-Hemmern)
- Leberfunktionsstörungen
- Hautausschlag
Vorteil gegenüber ACE-Hemmern: Husten ist sehr selten und tritt seltener auf als unter ACE-Hemmern. Dies ist der Hauptgrund, warum Sartane als Alternative bei ACE-Hemmer-Unverträglichkeit verordnet werden.
Wechselwirkungen
Kontraindiziert:
- Aliskiren bei Diabetes oder Niereninsuffizienz
Vorsicht bei:
- Kaliumsparende Diuretika (Spironolacton, Triamteren) → Hyperkaliämie
- NSAR (Ibuprofen, Diclofenac) → verminderte Wirkung, Nierenschäden
- Lithium → erhöhte Spiegel
- Andere Blutdrucksenker → verstärkte Wirkung
Wichtig: Ähnliches Wechselwirkungsprofil wie ACE-Hemmer. Regelmäßige Laborkontrollen empfohlen.
Häufige Fragen
Der häufigste Grund ist der trockene Reizhusten, den ACE-Hemmer bei 5-10% der Patienten verursachen. Sartane wie Candesartan verursachen diesen Husten seltener, haben aber eine vergleichbare Wirksamkeit bei der Blutdrucksenkung.
Ja, die blutdrucksenkende Wirkung ist vergleichbar. Bei Herzinsuffizienz gibt es für ACE-Hemmer etwas mehr Daten.
Ja, ein Wechsel ist gut möglich und wird häufig durchgeführt, z. B. bei Husten unter Ramipril. Ihr Arzt wird die passende Dosis festlegen. Der Wechsel kann in der Regel direkt erfolgen.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





