Was ist Amlodipin?
Amlodipin ist ein Kalziumkanalblocker (Kalziumantagonist) vom Dihydropyridin-Typ. Es wird zur Behandlung von Bluthochdruck und chronischer stabiler Angina pectoris eingesetzt.
Amlodipin zeichnet sich durch eine besonders lange Halbwertszeit (35-50 Stunden) aus. Der Wirkstoff ist als Monopräparat und in zahlreichen Kombinationen erhältlich: mit Valsartan (Exforge®, Dafiro®), mit Olmesartan (Sevikar), mit Ramipril (Ramipril HEXAL® plus Amlodipin) und in Dreifachkombinationen mit Sartanen und HCT (z. B. Vocado® HCT).
Amlodipin ist als Generikum von zahlreichen Herstellern verfügbar.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Amlodipin
Amlodipin blockiert spannungsabhängige L-Typ-Kalziumkanäle:
Wirkmechanismus:
- Blockiert den Kalzium-Einstrom in die glatte Gefäßmuskulatur
- Die Gefäßmuskelzellen können sich nicht mehr zusammenziehen
- Arterien und Arteriolen erweitern sich
- Der periphere Gefäßwiderstand sinkt
- Der Blutdruck fällt
Besonderheiten:
- Wirkt vorwiegend auf Gefäße (nicht auf das Herz)
- Keine relevante Senkung der Herzfrequenz
- Keine Beeinflussung der Erregungsleitung am Herzen
- Sehr lange Halbwertszeit (35-50 Stunden)
- Gleichmäßiger Wirkspiegel ohne Spitzen und Tiefen
Bei Angina pectoris:
- Erweitert die Koronararterien
- Verbessert die Durchblutung des Herzmuskels
- Senkt den Sauerstoffverbrauch durch Nachlastsenkung
Wirkungseintritt: Langsamer, gleichmäßiger Wirkungseintritt über 6-12 Stunden. Stabile Blutdrucksenkung nach 7-14 Tagen. Kein Reflextachykardie-Risiko wie bei schnell wirksamen Kalziumkanalblockern.
Für wen ist es geeignet?
Amlodipin ist geeignet für:
- Erwachsene mit Bluthochdruck
- Chronische stabile Angina pectoris
- Vasospastische Angina (Prinzmetal-Angina)
Besonders empfohlen bei:
- Isolierte systolische Hypertonie (besonders ältere Patienten)
- Bluthochdruck bei dunkelhäutigen Patienten (besseres Ansprechen)
- Angina pectoris mit Bluthochdruck
- In Kombination mit ACE-Hemmern oder Sartanen
Nicht geeignet:
- Schwere Aortenstenose
- Instabile Angina pectoris
- Kardiogener Schock
- Schwere Hypotonie
- Schwangerschaft (Anwendung nur, wenn keine sichereren Therapiealternativen zur Verfügung stehen und die Krankheit ein höheres Risiko für Mutter und ungeborenes Kind bedingt)
Verfügbare Dosierungen
Bluthochdruck:
- Startdosis: 5 mg einmal täglich
- Übliche Erhaltungsdosis: 5-10 mg einmal täglich
- Maximaldosis: 10 mg täglich
Angina pectoris:
- 5-10 mg einmal täglich
Ältere Patienten / Leberinsuffizienz:
- Startdosis: 2,5-5 mg einmal täglich
Verfügbare Stärken:
- 5 mg, 10 mg Tabletten
Kombinationspräparate:
- Amlodipin + Valsartan (Exforge®, Dafiro®)
- Amlodipin + Olmesartan (Sevikar)
- Amlodipin + Ramipril (Ramipril HEXAL® plus Amlodipin)
- Amlodipin + Valsartan + HCT (Exforge HCT®)
- Amlodipin + Olmesartan + HCT (Vocado® HCT)
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: 2 Stärken in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Tablette
- Stärken
- 5 mg, 10 mg
- Packungsgrößen
- 100 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 5 mg | 100 Stück | 02634223 | 100 Tage |
| 10 mg | 100 Stück | 07018983 | 100 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Einmal täglich, immer zur gleichen Tageszeit
- Unabhängig von Mahlzeiten
- Mit ausreichend Wasser schlucken
- Morgens oder abends möglich
Dosisanpassung:
- Beginn mit 5 mg
- Steigerung auf 10 mg nach 2-4 Wochen bei Bedarf
- Kein Einschleichen nötig (langsamer Wirkungseintritt)
Wichtige Hinweise:
- Kein abruptes Absetzen nötig (lange Halbwertszeit)
- Grapefruitsaft meiden (erhöht Amlodipin-Spiegel leicht)
- Knöchelödeme sind häufig, aber ungefährlich
- Bei Zahnfleischschwellung Zahnarzt informieren
Gegenanzeigen
Amlodipin darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Amlodipin oder andere Dihydropyridine
- Schwere Hypotonie (systolisch unter 90 mmHg)
- Kardiogener Schock
- Schwere Aortenstenose
- Instabile Angina pectoris (außer Prinzmetal-Angina)
- Akuter Herzinfarkt (erste 4 Wochen)
Vorsicht bei:
- Herzinsuffizienz (NYHA III-IV)
- Leberinsuffizienz (verlangsamter Abbau)
- Älteren Patienten (niedrigere Startdosis)
Schwangerschaft: Nicht empfohlen. Tierversuche zeigten Hinweise auf Reproduktionstoxizität. Alternative Blutdruckmedikamente (z. B. Methyldopa) bevorzugen.
Mögliche Nebenwirkungen
Sehr häufig (über 10%):
- Knöchelödeme (dosisabhängig, bis 10-15% bei 10 mg)
Häufig (1-10%):
- Kopfschmerzen
- Gesichtsrötung (Flush)
- Müdigkeit, Schläfrigkeit
- Schwindel
- Herzklopfen
- Magen-Darm-Beschwerden
Gelegentlich (0,1-1%):
- Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen
- Tremor
- Sehstörungen
- Hautausschlag, Juckreiz
- Muskelkrämpfe
Selten:
- Allergische Reaktionen
- Leberwerterhöhungen
- Herzrhythmusstörungen
Sehr selten:
- Zahnfleischschwellung (Gingivahyperplasie)
Knöchelödeme: Die häufigste Nebenwirkung. Sie entstehen durch erweiterte Arterien bei nicht erweiterten Venen (keine Herzinsuffizienz). Die Kombination mit einem ACE-Hemmer oder Sartan kann die Ödeme deutlich reduzieren.
Wechselwirkungen
Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von:
- Starke CYP3A4-Hemmer (Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir) → erhöhte Amlodipin-Spiegel
- CYP3A4-Induktoren (Rifampicin, Johanniskraut) → verminderte Wirkung
- Simvastatin → Dosis auf max. 20 mg begrenzen
- Ciclosporin → erhöhte Ciclosporin-Spiegel
- Tacrolimus → erhöhte Tacrolimus-Spiegel
- Andere Blutdrucksenker → verstärkte Hypotonie
Grapefruit: Grapefruitsaft kann den Abbau von Amlodipin hemmen und die Wirkung leicht verstärken. Mäßiger Konsum ist in der Regel unproblematisch, regelmäßiger Verzehr großer Mengen sollte vermieden werden.
Häufige Fragen
Amlodipin erweitert die Arterien, aber nicht die Venen. Dadurch wird mehr Blut in die Beine gepumpt als abfließen kann – Flüssigkeit tritt in das Gewebe über. Dies ist keine Herzinsuffizienz! Die Kombination mit einem ACE-Hemmer oder Sartan kann die Ödeme deutlich reduzieren, da diese auch die Venen etwas erweitern.
Ja, die Kombination von Amlodipin mit einem ACE-Hemmer oder Sartan ist sogar sehr empfehlenswert. Sie verstärkt die Blutdrucksenkung und reduziert gleichzeitig die Knöchelödeme. Viele Kombinationspräparate (z. B. Exforge®, Sevikar) nutzen diesen Vorteil.
Durch die sehr lange Halbwertszeit von Amlodipin spielt der Einnahmezeitpunkt keine große Rolle. Wichtig ist die regelmäßige Einnahme zur gleichen Tageszeit. Manche Ärzte empfehlen die abendliche Einnahme, um den nächtlichen Blutdruck besser zu kontrollieren.
Ja, in sehr seltenen Fällen kann Amlodipin zu einer Zahnfleischschwellung (Gingivahyperplasie) führen. Gute Mundhygiene kann dem vorbeugen. Informieren Sie Ihren Zahnarzt über die Einnahme von Amlodipin. Bei ausgeprägten Beschwerden kann ein Wechsel auf einen anderen Kalziumkanalblocker sinnvoll sein.
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Ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Diskret und sicher.
Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.





