Was ist Diclofenac Gel?
Diclofenac Gel ist ein Schmerzgel zum Auftragen auf die Haut mit dem Wirkstoff Diclofenac, einem entzündungshemmenden Schmerzmittel aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika. Die übliche Stärke enthält 10 mg Diclofenac-Natrium je Gramm (1 %); einige Hersteller bieten zusätzlich ein Schmerzgel forte mit 20 mg je Gramm an.
Angewendet wird es bei Erwachsenen bei Schmerzen, Entzündungen und Schwellungen der Weichteile, etwa Sehnen- und Schleimbeutelentzündungen, bei Verschleißerkrankungen der Gelenke und der Wirbelsäule sowie bei Sport- und Unfallverletzungen wie Verstauchungen, Prellungen und Zerrungen. Jugendliche ab 14 Jahren dürfen es kurzzeitig nach stumpfen Verletzungen anwenden.
Beim Auftragen gelangt nur ein kleiner Teil des Wirkstoffs in den Blutkreislauf; Beschwerden im Magen und Belastungen für Herz und Nieren sind deshalb deutlich seltener als bei Tabletten. Diclofenac Gel gibt es von vielen Herstellern; die meisten Präparate sind apothekenpflichtig, einzelne verschreibungspflichtig.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Diclofenac
Diclofenac hemmt Enzyme, die an der Bildung von Botenstoffen für Schmerz und Entzündung beteiligt sind. Als Gel wird der Wirkstoff dort aufgetragen, wo es wehtut, und gelangt durch die Haut in das darunterliegende Gewebe — in Muskeln, Sehnen und Gelenknähe.
Der Unterschied zur Tablette ist der Weg: Nur ein kleiner Teil des Wirkstoffs erreicht den Blutkreislauf. Deshalb sind Beschwerden im Magen und Belastungen für Herz und Nieren beim Gel deutlich seltener als bei der Einnahme. Ganz auszuschließen sind sie nicht, besonders bei großflächiger oder langer Anwendung.
Angewendet wird es bei örtlichen Schmerzen und Schwellungen — nach Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen sowie bei Beschwerden in Muskeln und Gelenken.
Für wen ist es geeignet?
Diclofenac Gel ist geeignet für:
- Erwachsene mit Schmerzen, Entzündungen und Schwellungen bei rheumatischen Erkrankungen der Weichteile: Sehnen- und Sehnenscheidenentzündungen, Schleimbeutelentzündungen, Schulter-Arm-Syndrom, Entzündungen im Muskel- und Kapselbereich
- Erwachsene mit Verschleißerkrankungen der Gelenke an Armen und Beinen und im Bereich der Wirbelsäule
- Erwachsene mit Sport- und Unfallverletzungen wie Verstauchungen, Prellungen und Zerrungen
- Jugendliche ab 14 Jahren zur Kurzzeitbehandlung von Schmerzen nach Prellungen, Zerrungen oder Verstauchungen
Nicht geeignet für Kinder unter 14 Jahren, im letzten Drittel der Schwangerschaft, auf offener, verletzter, entzündeter oder infizierter Haut sowie für Menschen, bei denen Acetylsalicylsäure oder andere entzündungshemmende Schmerzmittel schon einmal Asthma, Hautausschlag, Nesselsucht, Schwellungen oder einen akuten Schnupfen ausgelöst haben.
Ob Diclofenac Gel im Einzelfall passt, klärt die Beratung in der Apotheke oder beim Arzt.
Verfügbare Dosierungen
Verfügbare Stärken:
- 10 mg Diclofenac-Natrium je Gramm Gel (1 %)
- Von einigen Herstellern auch als Schmerzgel forte mit 20 mg je Gramm (2 %)
Packungsgrößen:
- 50 g, 100 g, 150 g und 200 g, je nach Hersteller
Anwendung:
- Zwei- bis viermal täglich, je nach Präparat und ärztlicher Anweisung, dünn auftragen und leicht einreiben; bei der 1-%-Stärke ist dreimal täglich ein bis zu 11 cm langer Gelstrang (etwa 3 g) je Anwendung üblich
- Für eine handflächengroße Stelle reichen etwa vier bis acht Zentimeter Gelstrang
- Höchstens 9 g Gel am Tag bei der 1-%-Stärke (90 mg Diclofenac-Natrium)
- Hände nach dem Auftragen waschen, außer die Hände selbst werden behandelt; keinen luftdichten Verband anlegen
- Über die Dauer entscheidet der Arzt; Jugendliche ab 14 Jahren sollten ärztlich vorgestellt werden, wenn das Gel länger als sieben Tage gebraucht wird oder sich die Beschwerden verschlechtern
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: eine Stärke in 2 Packungsgrößen.
- Darreichungsform
- Gel
- Stärken
- 1%
- Packungsgrößen
- 100 g, 150 g
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 1% | 100 g | 03424841 | 0 Tage |
| 1% | 150 g | 10929990 | 0 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Auftragen
- Zwei- bis viermal täglich dünn auf die schmerzende Stelle auftragen und leicht einmassieren.
- Die Menge richtet sich nach der Fläche: etwa vier bis acht Zentimeter Gelstrang für eine Fläche in der Größe einer Handfläche.
- Hände nach dem Auftragen waschen — außer die Hände selbst werden behandelt.
Was zu beachten ist
- Nur auf gesunde, unverletzte Haut auftragen. Nicht auf offene Wunden, Ekzeme, entzündete oder infizierte Haut und nicht auf Schleimhäute.
- Kontakt mit den Augen vermeiden.
- Keinen luftdichten Verband darüber anlegen. Ein durchlässiger Verband ist möglich.
- Behandelte Haut nicht der Sonne oder dem Solarium aussetzen — die Haut kann empfindlicher reagieren.
- Eine Anwendung über ein bis drei Wochen gilt als ausreichend; für längere Anwendung liegen keine Untersuchungen vor. Bessern sich die Beschwerden nicht oder verschlimmern sie sich, ärztlich abklären lassen — Jugendliche schon dann, wenn das Mittel länger als sieben Tage gebraucht wird.
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Diclofenac, Acetylsalicylsäure, andere entzündungshemmende Schmerzmittel oder einen der sonstigen Bestandteile.
- Menschen, bei denen Acetylsalicylsäure oder andere entzündungshemmende Schmerzmittel schon einmal Asthmaanfälle, Hautausschlag, Nesselsucht, Schwellungen im Gesicht oder einen akuten Schnupfen ausgelöst haben.
- Offener, verletzter, entzündeter oder infizierter Haut im Anwendungsbereich.
- Im letzten Drittel der Schwangerschaft.
- Kindern unter 14 Jahren.
Ärztlich abzuklären: bestehende Magen- oder Darmgeschwüre, Asthma, Heuschnupfen, Nasenpolypen, chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen oder chronische Atemwegsinfektionen, Allergien auch gegen andere Stoffe, eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion, Herzschwäche sowie eine Anwendung im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschaft oder in der Stillzeit. In der Stillzeit nicht auf die Brust und nicht über längere Zeit auf große Hautflächen auftragen.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1 bis 10 von 100 Anwendern)
- Hautreaktionen an der behandelten Stelle: Rötung, Juckreiz, Hautausschlag, Ekzem, Hautentzündung (auch Kontaktekzem)
Gelegentlich bis selten
- Trockene Haut, Bläschenbildung
Sehr selten
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit der behandelten Haut
- Allergische Reaktion mit Schwellung von Gesicht, Lippen oder Zunge, Atemnot
- Asthmaanfall bei entsprechend veranlagten Menschen
- Beschwerden im Magen-Darm-Bereich
Häufigkeit nicht bekannt
- Brennen an der behandelten Stelle
Bei großflächiger und langer Anwendung sind Nebenwirkungen wie bei der Einnahme grundsätzlich möglich, aber selten.
Anwendung beenden und ärztlich abklären lassen bei: Hautausschlag, Schwellung im Gesicht, Atemnot oder wenn sich die behandelte Haut stark entzündet.
Wechselwirkungen
Beim Auftragen auf die Haut gelangt so wenig Wirkstoff in den Kreislauf, dass Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln unwahrscheinlich sind.
- Andere entzündungshemmende Schmerzmittel, auch als Tablette: Werden sie gleichzeitig angewendet, addieren sich die Wirkstoffmengen. Bei längerer gleichzeitiger Anwendung ärztlichen Rat einholen.
- Andere Mittel auf derselben Hautstelle: nicht gleichzeitig auftragen.
Bitte alle angewendeten Arzneimittel angeben, auch nicht verschreibungspflichtige.
Häufige Fragen
Das Gel wirkt dort, wo es aufgetragen wird: Der Wirkstoff gelangt durch die Haut in Muskeln, Sehnen und Gelenknähe. Nur ein kleiner Teil erreicht den Blutkreislauf, deshalb sind Nebenwirkungen auf Magen, Herz und Nieren deutlich seltener als bei der Einnahme. Für tief liegende oder ausgedehnte Beschwerden kann trotzdem eine Tablette nötig sein; das entscheidet der Arzt.
Ein durchlässiger Verband ist möglich, nachdem das Gel einige Minuten eingetrocknet ist. Ein luftdichter Verband soll nicht angelegt werden, weil dann mehr Wirkstoff aufgenommen wird und die Haut stärker gereizt werden kann.
Im letzten Drittel der Schwangerschaft nicht. Im ersten und zweiten Drittel nur nach ärztlicher Abklärung, wenn es unbedingt erforderlich ist, und dann so niedrig dosiert und so kurz wie möglich. In der Stillzeit ärztlich Rücksprache halten.
Diclofenac kann die Haut lichtempfindlicher machen. Während der Behandlung die eingeriebenen Stellen nicht der Sonne oder dem Solarium aussetzen. Bei Hautausschlag die Anwendung beenden und ärztlich abklären lassen.
Quellen
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.





