Was ist Cefuroxim?
Cefuroxim ist ein Breitband-Antibiotikum aus der Gruppe der Cephalosporine (2. Generation). Es wird bei verschiedenen bakteriellen Infektionen eingesetzt, darunter Harnwegsinfektionen (Blasenentzündung, Nierenbeckenentzündung), Atemwegsinfektionen und Hautinfektionen.
Als orale Form wird Cefuroximaxetil verwendet, das im Körper zum aktiven Cefuroxim umgewandelt wird. Es ist als Generikum von zahlreichen Herstellern erhältlich und wird in der Regel als Reservemedikament bei Harnwegsinfektionen eingesetzt, wenn Erstlinientherapien nicht in Frage kommen.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Cefuroxim (als Cefuroximaxetil)
Wirkmechanismus:
- Cefuroxim hemmt die bakterielle Zellwandsynthese
- Bindet an Penicillin-bindende Proteine (PBPs)
- Verhindert die Quervernetzung des Peptidoglykans
- Die Bakterienzelle kann sich nicht mehr teilen und stirbt ab
Wirkspektrum:
- Gram-positive Erreger: Staphylokokken, Streptokokken
- Gram-negative Erreger: E. coli, Klebsiella, Proteus, Haemophilus
- Stabil gegenüber vielen Beta-Laktamasen
Resistenzlage: Die Resistenzraten von E. coli gegenüber Cephalosporinen steigen. Daher ist Cefuroxim bei unkomplizierten Blasenentzündungen nicht erste Wahl, sondern Reserveoption.
Für wen ist es geeignet?
Cefuroxim ist geeignet für:
- Harnwegsinfektionen (untere und obere)
- Komplizierte Blasenentzündungen
- Wenn Erstlinienantibiotika nicht geeignet oder unwirksam sind
- Atemwegsinfektionen, Hautinfektionen, Borreliose
Nicht geeignet:
- Bei bekannter Allergie gegen Cephalosporine oder schwerer Penicillinallergie (Kreuzallergie möglich)
- Bei Infektionen mit nachgewiesener Cefuroxim-Resistenz
Verfügbare Dosierungen
Blasenentzündung/Harnwegsinfekt:
- 250 mg zweimal täglich für 5–7 Tage (unkompliziert)
- 500 mg zweimal täglich für 7–14 Tage (kompliziert)
Andere Infektionen:
- 250–500 mg zweimal täglich, je nach Schweregrad
Verfügbare Stärken:
- 250 mg, 500 mg Filmtabletten
- Saft für Kinder verfügbar
Dosisanpassung:
- Bei eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance 10 bis 29 ml/min): übliche Einzeldosis nur alle 24 Stunden
- Bei Kreatinin-Clearance unter 10 ml/min: übliche Einzeldosis nur alle 48 Stunden
- Bei Hämodialyse: zusätzliche Einzeldosis am Ende jeder Dialysesitzung
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: 2 Stärken in 2 Packungsgrößen. Die Packungen reichen von 12 bis 14 Stück.
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Stärken
- 250 mg, 500 mg
- Packungsgrößen
- 12 Stück, 14 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 250 mg | 12 Stück | 00964152 | 0 Tage |
| 500 mg | 14 Stück | 04841512 | 0 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Zweimal täglich, morgens und abends
- Nach den Mahlzeiten einnehmen (verbessert die Aufnahme um 40–50 %)
- Tabletten im Ganzen mit Wasser schlucken
- Gleichmäßiger Abstand von ca. 12 Stunden
Wichtige Hinweise:
- Antibiotikum-Kur IMMER vollständig zu Ende nehmen
- Auch bei Besserung nicht vorzeitig abbrechen
- Reichlich trinken zur Unterstützung
- Bei Durchfall während der Einnahme: Arzt informieren
Gegenanzeigen
Cefuroxim darf nicht eingenommen werden bei:
- Allergie gegen Cephalosporine
- Schwerer Überempfindlichkeit (Anaphylaxie) gegen Penicilline (Kreuzallergie-Risiko)
Vorsicht bei:
- Leichter Penicillinallergie (Kreuzallergie ca. 1–5 %)
- Niereninsuffizienz (Dosisanpassung)
- Magen-Darm-Erkrankungen (erhöhtes C.-difficile-Risiko)
- Schwangerschaft: Anwendung möglich, wenn klinisch indiziert
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1–10 %):
- Durchfall
- Übelkeit
- Bauchschmerzen
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Pilzinfektion (vaginal/oral)
- Vorübergehend erhöhte Leberwerte
- Eosinophilie (Veränderung im Blutbild)
Gelegentlich (0,1–1 %):
- Hautausschlag, Urtikaria
Selten, aber ernst:
- C.-difficile-assoziierte Diarrhoe (pseudomembranöse Kolitis)
- Schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie)
- Blutbildveränderungen
Wechselwirkungen
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln:
- Arzneimittel, die die Magensäure senken: Diese können die Aufnahme von Cefuroxim verringern und den Vorteil der Einnahme nach einer Mahlzeit aufheben
- Probenecid: Die gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen. Probenecid erhöht die Blutspiegel von Cefuroxim deutlich und verlängert seine Halbwertszeit
- Blutgerinnungshemmer zum Einnehmen (orale Antikoagulanzien): Der INR-Wert kann ansteigen
- Arzneimittel, die die Darmbewegung hemmen: Diese dürfen bei einer durch Antibiotika ausgelösten Darmentzündung (Kolitis) nicht angewendet werden
Einfluss auf Laboruntersuchungen:
- Cefuroxim kann einen positiven Coombs-Test verursachen und damit Kreuzblutuntersuchungen beeinflussen
- Bei der Blutzuckerbestimmung können Ferrocyanid-Tests falsch negative Ergebnisse liefern
Häufige Fragen
Bei unkomplizierten Blasenentzündungen werden laut Leitlinien Fosfomycin, Nitrofurantoin oder Pivmecillinam bevorzugt, da sie schmaler wirken und weniger Resistenzentwicklung fördern. Cefuroxim als Breitbandantibiotikum wird für kompliziertere Fälle aufgespart.
Ja, die Einnahme nach dem Essen verbessert die Aufnahme des Wirkstoffs deutlich (um 40–50 %). Nehmen Sie Cefuroxim daher immer im Anschluss an eine Mahlzeit ein.
Bei einer leichten Penicillinallergie (z. B. Hautausschlag) ist das Risiko einer Kreuzallergie gering (ca. 1–5 %). Bei schwerer Penicillinallergie (Anaphylaxie) sollten Cephalosporine gemieden werden. Besprechen Sie dies unbedingt mit Ihrem Arzt.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





