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Amoxicillin
Blasenentzündung

Amoxicillin / AmoxiClav

Breitband-Penicillin, oft in Kombination mit Clavulansäure (AmoxiClav) bei komplizierten Harnwegsinfektionen.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Amoxicillin?

Amoxicillin ist ein Antibiotikum aus der Gruppe der Aminopenicilline. Bei Harnwegsinfektionen wird es oft in Kombination mit Clavulansäure (AmoxiClav, Augmentan®) eingesetzt, da viele Erreger gegenüber Amoxicillin allein resistent geworden sind.

Clavulansäure ist ein Beta-Laktamase-Hemmer, der die Wirksamkeit von Amoxicillin wiederherstellt, indem er bakterielle Resistenzenzyme blockiert. Die Kombination Amoxicillin/Clavulansäure wird bei komplizierten Harnwegsinfektionen, Nierenbeckenentzündungen und anderen Infektionen eingesetzt.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Amoxicillin (ggf. + Clavulansäure)

Wirkmechanismus Amoxicillin:

  • Hemmt die Zellwandsynthese der Bakterien
  • Bindet an Penicillin-bindende Proteine (PBPs)
  • Bakterien können sich nicht mehr vermehren und sterben ab
  • Bakterizide Wirkung (abtötend)

Clavulansäure (in AmoxiClav):

  • Hemmt Beta-Laktamasen, die Amoxicillin inaktivieren würden
  • Erweitert das Wirkspektrum erheblich
  • Macht resistente Bakterien wieder empfindlich

Wirkspektrum AmoxiClav:

  • E. coli (häufigster Erreger bei Blasenentzündung)
  • Klebsiella, Proteus, Enterobacter
  • Staphylokokken, Streptokokken
  • Anaerobier

Für wen ist es geeignet?

AmoxiClav ist geeignet für:

  • Komplizierte Harnwegsinfektionen
  • Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)
  • Rezidivierende Blasenentzündungen
  • Wenn Erstlinientherapien versagt haben

Amoxicillin allein:

  • Nur bei nachgewiesener Empfindlichkeit des Erregers
  • In der Schwangerschaft eine Option (nach Antibiogramm)

Nicht geeignet:

  • Penicillinallergie
  • Infektiöse Mononukleose (Pfeiffersches Drüsenfieber) → hohes Exanthemrisiko

Verfügbare Dosierungen

AmoxiClav bei Harnwegsinfektionen:

  • 625 mg (500/125 mg) dreimal täglich für 5–7 Tage
  • 1000 mg (875/125 mg) zweimal täglich für 5–7 Tage

Amoxicillin allein (nur bei empfindlichen Erregern):

  • 500 mg dreimal täglich

Verfügbare Stärken (AmoxiClav):

  • 625 mg (500/125 mg)
  • 1000 mg (875/125 mg)
  • Saft für Kinder

Bei Niereninsuffizienz:

  • Dosisanpassung bei GFR < 30 ml/min

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Zu Beginn einer Mahlzeit einnehmen (reduziert Magen-Darm-Beschwerden)
  • Tabletten mit ausreichend Wasser schlucken
  • Gleichmäßiger zeitlicher Abstand zwischen den Dosen

Wichtige Hinweise:

  • Antibiotika-Kur vollständig einnehmen
  • Nicht vorzeitig abbrechen, auch bei Besserung
  • Viel trinken
  • Bei schwerem Durchfall (blutig oder wässrig): sofort Arzt kontaktieren (C.-difficile-Risiko)
  • Probiotika können Durchfallrisiko mindern

Schwangerschaft: Amoxicillin ist in der Schwangerschaft eine Option (wenn indiziert).

Gegenanzeigen

Amoxicillin/AmoxiClav darf nicht eingenommen werden bei:

  • Allergie gegen Penicilline
  • Schwere allergische Sofortreaktion (z. B. Anaphylaxie) auf ein anderes Beta-Laktam-Antibiotikum (z. B. Cephalosporin, Carbapenem oder Monobactam) in der Vorgeschichte
  • Schwere Leberfunktionsstörung unter AmoxiClav in der Vorgeschichte
  • Infektiöse Mononukleose (hohes Risiko für masernähnliches Exanthem)

Vorsicht bei:

  • Leichter Nieren- oder Leberinsuffizienz
  • Allergischer Diathese (Neigung zu Allergien)
  • Antikoagulanzien-Therapie

AmoxiClav-spezifisch: Clavulansäure kann cholestatische Gelbsucht verursachen. Bei bekannter AmoxiClav-induzierter Hepatitis ist eine erneute Gabe kontraindiziert.

Mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufig (≥ 10 %):

  • Durchfall (unter AmoxiClav)

Häufig (1–10 %):

  • Durchfall (unter Amoxicillin allein)
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Hautausschlag (unter AmoxiClav gelegentlich)
  • Candidose (vaginal/oral)

Gelegentlich (0,1–1 %):

  • Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Erhöhte Leberwerte (besonders AmoxiClav)
  • Juckreiz

Selten, aber ernst:

  • C.-difficile-assoziierte Diarrhoe
  • Allergische Reaktionen (Anaphylaxie)
  • Hepatitis (besonders AmoxiClav → cholestatisch)
  • Stevens-Johnson-Syndrom

Hinweis: Die Magen-Darm-Beschwerden unter AmoxiClav sind häufiger als unter Amoxicillin allein, bedingt durch die Clavulansäure.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln:

  • Orale Antikoagulanzien (z. B. Warfarin, Acenocoumarol): Unter Amoxicillin wurden erhöhte INR-Werte beschrieben. Bei gemeinsamer Anwendung sollten Prothrombinzeit oder INR-Wert zu Beginn und am Ende der Behandlung sorgfältig überwacht werden. Die Dosis des Antikoagulans muss eventuell angepasst werden.
  • Methotrexat: Penicilline können die Ausscheidung von Methotrexat verringern und so dessen Toxizität erhöhen.
  • Probenecid: Die gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen, da Probenecid zu erhöhten und länger anhaltenden Blutspiegeln von Amoxicillin führen kann.
  • Allopurinol: Die gleichzeitige Anwendung kann die Wahrscheinlichkeit allergischer Hautreaktionen erhöhen.
  • Tetracycline und andere bakteriostatische Arzneimittel: Sie können die bakterienabtötende Wirkung von Amoxicillin behindern.
  • Mycophenolatmofetil (bei AmoxiClav): Nach Beginn von AmoxiClav wurde ein Absinken der Talspiegel des aktiven Metaboliten Mycophenolsäure um ca. 50 % berichtet. Während der Kombination und für kurze Zeit danach sollte eine intensive ärztliche Kontrolle erfolgen.

Häufige Fragen

Viele Bakterien, besonders E. coli, produzieren Beta-Laktamasen, die Amoxicillin unwirksam machen. Clavulansäure blockiert diese Enzyme und stellt die Wirksamkeit wieder her. Ohne Clavulansäure wäre Amoxicillin gegen viele Harnwegserreger nicht mehr wirksam.

Amoxicillin kann in der Schwangerschaft bei Harnwegsinfektionen eingesetzt werden. Ihr Arzt wird anhand eines Antibiogramms den besten Wirkstoff auswählen.

Die Clavulansäure kann die Darmflora stärker beeinflussen als Amoxicillin allein. Nehmen Sie das Medikament zu den Mahlzeiten ein. Probiotika (z. B. Saccharomyces boulardii) können helfen, den Durchfall zu reduzieren.

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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