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Nitrofurantoin
Blasenentzündung

Nitrofurantoin

Antibiotikum bei Harnwegsinfektionen – auch zur Langzeitprophylaxe geeignet.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Nitrofurantoin?

Nitrofurantoin ist ein Antibiotikum, das speziell für die Behandlung von Harnwegsinfektionen entwickelt wurde. Es konzentriert sich im Urin und wirkt dort gegen die häufigsten Erreger von Blasenentzündungen.

Das Medikament wird seit über 60 Jahren eingesetzt und hat nach wie vor niedrige Resistenzraten. Es ist besonders geeignet für Frauen mit wiederkehrenden Harnwegsinfektionen, da es auch zur Langzeitprophylaxe verwendet werden kann.

Bekannte Markennamen sind Furadantin®, Nifurantin® und Generika.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Nitrofurantoin

Nitrofurantoin wirkt bakterizid durch mehrere Mechanismen:

Wirkmechanismus: Nach Aufnahme in die Bakterienzelle wird Nitrofurantoin zu reaktiven Intermediaten reduziert, die:

  • Die bakterielle DNA schädigen
  • Ribosomale Proteine hemmen
  • Die Zellwandsynthese stören

Besonderheiten:

  • Harnansäuernde Mittel erhöhen, harnalkalisierende Stoffe vermindern die Wirksamkeit
  • Konzentriert sich im Harntrakt
  • Kaum systemische Wirkung
  • Sehr niedrige Resistenzrate

Wirkspektrum:

  • E. coli (häufigster Erreger)
  • Enterokokken
  • Staphylococcus saprophyticus
  • Eingeschränkt: Klebsiella, Enterobacter

Für wen ist es geeignet?

Nitrofurantoin ist geeignet für:

  • Unkomplizierte akute Harnwegsinfektionen
  • Wiederkehrende Harnwegsinfektionen
  • Langzeitprophylaxe bei häufigen Rezidiven

Besonders geeignet bei:

  • E. coli-Infektionen
  • Frauen mit mehreren Infektionen pro Jahr
  • Als Alternative bei Fosfomycin-Versagen

Nicht geeignet bei:

  • Nierenbeckenentzündung (systemische Wirkung zu gering)
  • Niereninsuffizienz (eGFR <45 ml/min)
  • Schwangerschaft im letzten Trimester
  • Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel

Verfügbare Dosierungen

Akute Harnwegsinfektion:

  • 100 mg 2x täglich für 5-7 Tage ODER
  • 50 mg 4x täglich für 5-7 Tage

Makrokristalline Form (retardiert):

  • 100 mg 2x täglich (besser verträglich)

Prophylaxe:

  • 50-100 mg abends oder nach Geschlechtsverkehr

Verfügbare Formen:

  • Kapseln 50 mg, 100 mg
  • Retardkapseln 100 mg (Makrokristalle)
  • Suspension für Kinder

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.

Darreichungsform
Retardkapsel
Stärken
100 mg
Packungsgrößen
20 Stück
StärkePackungPZNReichweite
100 mg20 Stück012729530 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Mit dem Essen oder direkt danach einnehmen
  • Die Aufnahme mit Nahrung verbessert die Verträglichkeit und Wirkstoffaufnahme
  • Mit reichlich Wasser einnehmen

Behandlungsdauer:

  • Akute Infektion: 5-7 Tage (vollständig einnehmen!)
  • Prophylaxe: Langfristig möglich unter ärztlicher Kontrolle

Wichtig:

  • Viel trinken
  • Kur vollständig abschließen
  • Retardformen nicht zerkauen

Bei Prophylaxe: Abendliche Einnahme oder nach dem Geschlechtsverkehr (postkoital).

Gegenanzeigen

Nitrofurantoin darf nicht eingenommen werden bei:

  • Niereninsuffizienz (eGFR <45 ml/min)
  • Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G6PD)-Mangel
  • Akuter Porphyrie
  • Schwangerschaft im letzten Trimester (Risiko für Neugeborenen-Hämolyse)
  • Stillzeit in den ersten Lebensmonaten

Vorsicht bei:

  • Niereninsuffizienz mit eGFR ab 45 ml/min
  • Anämie, Diabetes, Vitamin-B-Mangel (Risiko für Neuropathie)
  • Lungenerkrankungen
  • Langzeitanwendung (regelmäßige Kontrollen)

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1-10%):

  • Übelkeit, Erbrechen
  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit
  • Kopfschmerzen

Gelegentlich:

  • Allergische Reaktionen
  • Dunkelgelbe/braune Verfärbung des Urins (harmlos)
  • Schwindel

Selten, aber ernst (besonders bei Langzeittherapie):

  • Lungenfibrose (chronische Anwendung)
  • Periphere Neuropathie (Kribbeln, Taubheit)
  • Leberprobleme
  • Hämolyse bei G6PD-Mangel

Bei Langzeitprophylaxe: Regelmäßige Kontrolle von Lungenfunktion, Leberwerten und neurologischem Status.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen:

  • Antazida mit Magnesium – reduzierte Aufnahme
  • Probenecid – erhöhte Nitrofurantoin-Spiegel
  • Fluconazol – erhöhte Toxizität

Nicht kombinieren mit:

  • Nalidixinsäure – antagonistische Wirkung
  • Fluorochinolonen – verminderte Wirkung

Kein Einfluss auf:

  • Hormonelle Verhütung

Häufige Fragen

Die Urinverfärbung ist harmlos und ein Zeichen dafür, dass der Wirkstoff im Urin ist. Sie verschwindet nach Ende der Behandlung.

Ja, bei häufig wiederkehrenden Harnwegsinfektionen ist eine Langzeitprophylaxe möglich. Dabei werden niedrige Dosen (50-100 mg) täglich oder nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen.

Nahrung verbessert die Aufnahme von Nitrofurantoin und reduziert Magenprobleme. Nehmen Sie es immer zu oder direkt nach einer Mahlzeit ein.

In den ersten 6 Monaten der Schwangerschaft darf es nur angewendet werden, wenn dies eindeutig erforderlich ist. Im letzten Trimester ist es kontraindiziert wegen des Risikos einer Hämolyse beim Neugeborenen. Immer ärztliche Rücksprache.

Die makrokristalline Retardform wird langsamer aufgenommen und ist meist besser verträglich (weniger Übelkeit). Sie wird nur 2x täglich statt 4x täglich eingenommen.

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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