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Arbeitsunfähigkeit
Ist eine Online-Krankschreibung gültig? Drei Wege im sachlichen Vergleich
Eines vorweg, damit niemand am Ende der Seite enttäuscht ist: Wir stellen keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus — weder über den Fragebogen noch über die Videosprechstunde. Die Frage wird trotzdem gestellt, und sie hat eine sachliche Antwort. Eine ärztliche Bescheinigung ist eine ärztliche Feststellung; das Gesetz knüpft die Nachweispflicht an sie und nicht an den Weg, auf dem der Kontakt zustande kam. Diese Seite stellt die drei Wege nebeneinander, die tatsächlich zu einer Bescheinigung führen.
Videosprechstunde bei einem Anbieter mit Kassenabrechnungoder
Hausarzt- oder Facharztpraxisoder
Telefonische Feststellung der Arbeitsunfähigkeit
Stand: 2026-08-27
Drei Wege verglichen
Quellen: Gesetzestexte und eigene Daten
Auf einen Blick
Kriterium
Videosprechstunde bei einem Anbieter mit Kassenabrechnung
Hausarzt- oder Facharztpraxis
Telefonische Feststellung der Arbeitsunfähigkeit
Zugang
Termin bei einem telemedizinischen Anbieter
Termin oder offene Sprechstunde vor Ort
Anruf in der eigenen Praxis
Wer stellt aus
Durch die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt im Videokontakt
Durch die behandelnde Praxis nach Untersuchung
Durch die Praxis nach telefonischer Beurteilung
Abrechnung
Je nach Anbieter über die Versichertenkarte oder als Privatleistung
Kassenleistung über die Versichertenkarte
Kassenleistung über die Versichertenkarte
Voraussetzung
Beurteilbarkeit ohne körperliche Untersuchung
Ärztliche Feststellung der Arbeitsunfähigkeit
Die Praxis kennt den Patienten, keine schwere Symptomatik
Weg zum Arbeitgeber
Wie in der Praxis — für gesetzlich Versicherte elektronisch an die Krankenkasse
Für gesetzlich Versicherte elektronisch an die Krankenkasse, Privatversicherte legen selbst vor
Wie sonst auch — elektronisch an die Krankenkasse
Rechtsgrundlage
§ 7 Abs. 4 MBO-Ä, AU-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses
AU-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses
AU-Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses
Grenzen
Keine Untersuchung, keine Diagnostik vor Ort
Anwesenheit nötig, an Öffnungszeiten gebunden
Enger Anwendungsbereich, kein Anspruch
Die drei Wege, die tatsächlich zu einer Bescheinigung führen
Keiner davon führt über uns. Jeder Eintrag nennt deshalb auch, wo er endet.
1
Videosprechstunde bei einem Anbieter mit Kassenabrechnung
Stärken
Ein ärztliches Gespräch mit Bild und Ton, das die Praxis ersetzt, wo eine Untersuchung entbehrlich ist
Rechnet ein Anbieter über die Versichertenkarte ab, entstehen für gesetzlich Versicherte keine eigenen Kosten — TeleClinic weist dafür 0 Euro aus, laut Eigenangabe
DocMorris vermittelt telemedizinische Beratung an TeleClinic, betreibt also keinen eigenen ärztlichen Dienst, laut Eigenangabe
Berufsrechtlich getragen von § 7 Abs. 4 MBO-Ä, der die Fernbehandlung im Einzelfall zulässt
Der Termin ist ortsunabhängig, was bei eingeschränkter Beweglichkeit den Ausschlag geben kann
Limitationen
Ob ein einzelner Anbieter eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ausstellt, entscheidet er selbst und ändert es auch wieder — das gehört vor der Buchung geprüft
Keine körperliche Untersuchung: kein Abhören, kein Abtasten, keine Abstriche
Die ärztliche Beurteilung kann ergeben, dass eine Vorstellung in der Praxis nötig ist; dann gibt es keine Bescheinigung
Ein Termin muss zustande kommen, und das Angebot ist an Sprechzeiten des jeweiligen Dienstes gebunden
Beste Wahl für
Beschwerden, die sich im Gespräch beurteilen lassen, bei Menschen, die keine Praxis aufsuchen können oder wollen.
2
Hausarzt- oder Facharztpraxis
Stärken
Untersuchung, Abhören, Abtasten, Blutabnahme und Abstriche sind möglich
Die Praxis kennt Vorgeschichte und Beruf und kann die Arbeitsfähigkeit daran messen
Für gesetzlich Versicherte eine Kassenleistung ohne eigene Kosten
Bei Bedarf Überweisung, Rückkehr zur Kontrolle und stufenweise Wiedereingliederung aus einer Hand
Der Weg steht unabhängig davon offen, ob ein telemedizinischer Anbieter das Anliegen abdeckt
Limitationen
An Sprechzeiten und Terminvergabe gebunden, im ländlichen Raum an zusätzliche Wege
Wer krank ist, muss den Weg dorthin trotzdem antreten
Auch hier bleibt die Feststellung eine ärztliche Beurteilung, die anders ausfallen kann als erhofft
Wer der deutschen Sprache nicht sicher ist, braucht eine Praxis, die darauf eingerichtet ist
Beste Wahl für
Neue, unklare oder sich verschlechternde Beschwerden und jede Lage, in der jemand hinsehen muss.
3
Telefonische Feststellung der Arbeitsunfähigkeit
Stärken
Kein Weg zur Praxis und keine Videotechnik nötig
Kommt in Betracht, wenn die Praxis den Patienten bereits kennt
Für gesetzlich Versicherte eine Leistung der Krankenkasse
Die Voraussetzungen sind bundesweit einheitlich geregelt und nicht Sache der einzelnen Praxis
Limitationen
Nur für einen engen Kreis von Fällen vorgesehen; die Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses setzt die Grenzen
Fristen und Höchstdauer beziffern wir hier nicht — sie stehen in der Richtlinie und ändern sich mit ihr
Die Praxis entscheidet, ob der Weg im Einzelfall infrage kommt; einen Anspruch darauf gibt es nicht
Ohne Bild fehlt der ärztlichen Beurteilung eine Wahrnehmungsebene, die im Zweifel den Ausschlag gibt
Beste Wahl für
Bereits bekannte Patientinnen und Patienten mit Beschwerden, die keine Untersuchung erfordern.
Welcher Weg führt in Ihrer Lage zu einer Bescheinigung?
Fünf typische Fälle, jeweils mit dem Weg, der dafür gedacht ist — und einem, der es nicht ist.
Ich brauche eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
Nicht über uns — dafür kommen die drei oben beschriebenen Wege infrage
Ich bin gesetzlich versichert und will keine zusätzlichen Kosten
Die Praxis oder ein Anbieter, der über die Versichertenkarte abrechnet
Meine Praxis kennt mich und die Beschwerden sind leicht
Dann kommt die telefonische Feststellung in Betracht — ob sie trägt, entscheidet die Praxis
Die Beschwerden sind neu, unklar oder werden schlimmer
In die Praxis. Ohne Untersuchung ist die Frage nach der Bescheinigung die zweitwichtigste
Ich brauche nur eine Folgeverordnung, keine Bescheinigung
Das sind zwei getrennte Anliegen — der Verordnungsweg steht unabhängig davon offen
Häufige Fragen
Ist eine Online-Krankschreibung gültig?
Zuerst die Einschränkung in eigener Sache: Wir stellen keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen aus, weder über den Fragebogen noch über die Videosprechstunde. Zur Sache selbst: Eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ist eine ärztliche Feststellung. Das Entgeltfortzahlungsgesetz knüpft die Nachweispflicht des Arbeitnehmers an eine ärztliche Bescheinigung, nicht an den Weg, auf dem der ärztliche Kontakt zustande gekommen ist. Uns ist keine Vorschrift bekannt, die einen Arbeitgeber berechtigen würde, eine ordnungsgemäß ausgestellte Bescheinigung allein wegen des Übertragungswegs zurückzuweisen. Das ist unsere Lesart des Gesetzes und keine Rechtsberatung; wer in einer Auseinandersetzung mit dem Arbeitgeber steht, sollte sie anwaltlich prüfen lassen. Was dagegen sehr wohl den Ausschlag gibt: ob die Feststellung nach den Regeln der Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie zustande kam.
Warum bietet deinrezept.de keine Krankschreibung an?
Weil eine Bescheinigung über Arbeitsunfähigkeit etwas anderes verlangt als eine Verordnung. Sie ist eine Aussage darüber, ob jemand seine konkrete Tätigkeit ausüben kann — dieselbe Erkrankung kann im Büro folgenlos bleiben und auf dem Bau nicht. Unser Angebot ist auf Verordnungen ausgerichtet, und wir haben uns bewusst gegen diesen Bereich entschieden. Diese Seite steht hier, weil die Frage trotzdem gestellt wird und eine sachliche Antwort verdient. Wer eine Krankschreibung braucht, findet sie über die drei oben beschriebenen Wege.
Wie kommt die Bescheinigung zum Arbeitgeber?
Für gesetzlich Versicherte sieht § 5 Abs. 1a EntgFG einen eigenen Weg vor: Die Arbeitsunfähigkeit wird ärztlich festgestellt, die Praxis übermittelt die Daten an die Krankenkasse, und der Arbeitgeber ruft sie dort ab. Der Versicherte bekommt eine Ausfertigung für die eigenen Unterlagen. Privatversicherte und Beschäftigte in Privathaushalten mit geringfügiger Beschäftigung fallen nicht unter diesen Weg; sie legen die Bescheinigung selbst vor. Wichtig bleibt in jedem Fall die Mitteilung an den Arbeitgeber — sie ersetzt der elektronische Abruf nicht.
Bis wann muss ich mich krankmelden und den Nachweis vorlegen?
§ 5 Abs. 1 EntgFG verlangt, die Arbeitsunfähigkeit und ihre voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dauert sie länger als drei Kalendertage, ist ein ärztlicher Nachweis spätestens am darauffolgenden Arbeitstag fällig; der Arbeitgeber darf ihn auch früher verlangen. Viele Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen sehen strengere Regeln vor, etwa den Nachweis ab dem ersten Tag. Maßgeblich ist deshalb immer, was im eigenen Vertrag steht — das Gesetz setzt nur die äußere Grenze.
Wann kommt eine telefonische Krankschreibung in Betracht?
Die Voraussetzungen regelt der Gemeinsame Bundesausschuss in seiner Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie. Sie knüpft den Weg unter anderem daran, dass die Praxis den Patienten bereits kennt und keine schwere Symptomatik vorliegt. Fristen und Höchstdauer geben wir hier bewusst nicht wieder: Wir bieten diesen Weg nicht an, könnten Änderungen der Richtlinie also nicht zuverlässig nachpflegen, und eine veraltete Zahl wäre schlechter als keine. Die geltende Fassung steht auf den Seiten des Gemeinsamen Bundesausschusses; die eigene Praxis sagt es auf Nachfrage ebenfalls.
Kann eine Ärztin die Krankschreibung verweigern?
Ja. Die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit ist eine ärztliche Beurteilung und kein Dienst auf Bestellung. Ergibt die Untersuchung oder das Gespräch, dass die Tätigkeit ausgeübt werden kann, wird keine Bescheinigung ausgestellt. Ebenso kann eine Ärztin zu dem Ergebnis kommen, dass der gewählte Weg nicht trägt und eine Vorstellung in der Praxis nötig ist. Das gilt auf allen drei hier beschriebenen Wegen gleichermaßen.
Pflichthinweis: Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
Über 40 Behandlungen mit ärztlicher Prüfung und Rezeptausstellung, in vier Sprachen. Eine Krankschreibung gehört nicht dazu, und das sagen wir vor dem Klick.