Was ist Xifaxan?
Xifaxan® enthält den Wirkstoff Rifaximin, ein nicht resorbierbares Antibiotikum, das fast ausschließlich im Darm wirkt. Es wird zur Behandlung von Reisedurchfall (Reisediarrhoe), insbesondere durch enterotoxische E. coli (ETEC), eingesetzt.
Obwohl Xifaxan® primär bei Reisedurchfall verwendet wird, ist es in der Stärke 550 mg auch zugelassen, um bei Erwachsenen das Wiederauftreten von Episoden einer manifesten hepatischen Enzephalopathie zu vermindern. Der besondere Vorteil: Da Rifaximin kaum ins Blut aufgenommen wird, sind systemische Nebenwirkungen sehr selten.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Rifaximin
Wirkmechanismus:
- Hemmt die bakterielle RNA-Synthese durch Bindung an die beta-Untereinheit der DNA-abhängigen RNA-Polymerase
- Wirkt bakterizid gegen ein breites Spektrum gram-positiver und gram-negativer Darmbakterien
- Nahezu keine systemische Resorption (< 1 % wird aufgenommen)
Vorteile der lokalen Wirkung:
- Hohe Konzentrationen direkt im Darm
- Kaum systemische Nebenwirkungen
- Geringe Störung der normalen Darmflora
- Keine Resistenzproblematik auf systemischer Ebene
Wirkspektrum: Klinisch belegt ist die Wirksamkeit gegen die häufigsten Erreger von Reisedurchfall: enterotoxische E. coli (ETEC) und enteroaggregative E. coli (EAEC). Gegen invasive krankheitserregende Bakterien besitzt Rifaximin keine klinische Wirksamkeit.
Für wen ist es geeignet?
Xifaxan® ist geeignet für:
- Behandlung unkomplizierter Reisediarrhoe
- Erwachsene ab 18 Jahren
Nicht geeignet:
- Schwere, blutige Durchfälle (Dysenterie) → systemisches Antibiotikum nötig
- Durchfall mit hohem Fieber
- Durchfall durch Parasiten (z. B. Giardia, Amöben)
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren (unzureichende Daten)
- Überempfindlichkeit gegen Rifaximin oder Rifamycine
Verfügbare Dosierungen
Therapie Reisedurchfall:
- 200 mg dreimal täglich für 3 Tage
Verfügbare Stärken:
- 200 mg, 550 mg Filmtabletten
Hepatische Enzephalopathie (andere Indikation):
- 550 mg zweimal täglich als Dauertherapie
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Stärken
- 200 mg
- Packungsgrößen
- 12 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 200 mg | 12 Stück | 00056584 | 0 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Mit oder ohne Nahrung einnehmen
- Tabletten im Ganzen schlucken
- Regelmäßiger Abstand zwischen den Dosen
Wichtige Hinweise:
- Bei Verschlechterung trotz Therapie (Fieber, blutiger Stuhl) sofort Arzt aufsuchen
- Hygienemaßnahmen beachten
- Ausreichend Flüssigkeit und Elektrolyte zuführen bei Durchfall
- Bei Reisedurchfall nicht länger als 3 Tage einnehmen, soweit ärztlich nicht anders verordnet
- Dauern die Beschwerden länger als 3 Tage an, einen Arzt aufsuchen
Gegenanzeigen
Xifaxan® darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Rifaximin oder andere Rifamycin-Derivate
- Darmverschluss
Vorsicht bei:
- Schwerer Leberfunktionsstörung (bei hepatischer Enzephalopathie: unter Überwachung)
- Schwangerschaft und Stillzeit (unzureichende Daten)
- Gleichzeitiger Einnahme von P-Glykoprotein-Inhibitoren (z. B. Ciclosporin)
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1–10 %):
- Kopfschmerzen
- Blähungen
- Bauchschmerzen
- Übelkeit
- Verstopfung
Gelegentlich (0,1–1 %):
- Schwindel
- Hautausschlag
- Fieber
- Muskelschmerzen
Selten:
- C.-difficile-Infektion (trotz lokaler Wirkung möglich)
- Allergische Reaktionen
Allgemein: Magen-Darm-Beschwerden traten in Studien unter Xifaxan® ebenso häufig auf wie unter einem Scheinmedikament (Placebo). Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse) wurden berichtet und können lebensbedrohlich oder tödlich sein. Treten Anzeichen einer solchen Hautreaktion auf, muss Xifaxan® sofort abgesetzt werden.
Häufige Fragen
Nahezu nicht. Weniger als 1 % des Wirkstoffs wird systemisch resorbiert. Daher wirkt es fast ausschließlich im Darm, was systemische Nebenwirkungen extrem selten macht.
Nein, Xifaxan® (Rifaximin) schützt nicht vor Malaria. Es wirkt nur gegen Darmbakterien. Für die Malariaprophylaxe benötigen Sie ein separates Medikament wie Malarone® oder Doxycyclin.
Zur Vorbeugung von Reisedurchfall ist Xifaxan® nicht zugelassen, sondern nur zur Behandlung von Reisedurchfall bei Erwachsenen. Die Behandlung darf höchstens 3 Tage dauern, soweit ärztlich nicht anders verordnet.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





