Was ist Triquilar?
Triquilar® ist eine dreiphasige kombinierte hormonelle Antibabypille, die zur Empfängnisverhütung eingesetzt wird. Sie enthält zwei weibliche Geschlechtshormone: ein Gestagen (Levonorgestrel) und ein Östrogen (Ethinylestradiol), deren Dosierung sich im Verlauf des Einnahmezyklus ändert.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Levonorgestrel, Ethinylestradiol (in drei unterschiedlichen Dosierungen)
Triquilar® verhindert eine Schwangerschaft durch mehrere Mechanismen, die typisch für kombinierte orale Kontrazeptiva sind:
Ovulationshemmung: Die enthaltenen Hormone unterdrücken den Eisprung, sodass keine befruchtungsfähige Eizelle freigesetzt wird.
Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim im Gebärmutterhals wird dicker und undurchlässiger für Spermien, was deren Aufstieg in die Gebärmutter erschwert.
Beeinflussung der Gebärmutterschleimhaut: Die Gebärmutterschleimhaut wird so verändert, dass sich eine eventuell doch befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.
Dreiphasiges System: Die unterschiedlichen Hormondosierungen im Verlauf des Zyklus sind an den natürlichen Hormonspiegel angepasst.
Für wen ist es geeignet?
Triquilar® ist geeignet für Frauen, die:
- Einen hormonellen Empfängnisschutz wünschen.
- Eine dreiphasige Pille bevorzugen oder benötigen, die an den natürlichen Hormonzyklus angepasst ist.
- Eine gynäkologische Untersuchung durchlaufen haben und keine Kontraindikationen vorliegen.
Verfügbare Dosierungen
Wirkstoffgehalt pro Tablette: Triquilar® ist ein dreiphasiges Präparat mit unterschiedlichen Dosierungen:
- 6 hellbraune Tabletten (erste Phase): 0,03 mg Ethinylestradiol und 0,05 mg Levonorgestrel.
- 5 weiße Tabletten (zweite Phase): 0,04 mg Ethinylestradiol und 0,075 mg Levonorgestrel.
- 10 ockerfarbene Tabletten (dritte Phase): 0,03 mg Ethinylestradiol und 0,125 mg Levonorgestrel.
Einnahmehinweise
Beginn der Einnahme: Idealerweise am ersten Tag der Monatsblutung, um sofortigen Schutz zu gewährleisten. Wird erst zwischen dem 2. und 5. Zyklustag begonnen, wird in den ersten 7 Tagen der Einnahme zusätzlich eine weitere Verhütungsmethode empfohlen. Nach einer Geburt oder einem Abort im zweiten Schwangerschaftsdrittel sollte die Einnahme an den Tagen 21 bis 28 begonnen werden. Bei späterem Beginn wenden Sie in den ersten 7 Tagen zusätzlich eine Barrieremethode an. Hatten Sie danach bereits Geschlechtsverkehr, muss vorher eine Schwangerschaft ausgeschlossen oder die erste Monatsblutung abgewartet werden. Bei einem Wechsel von einer anderen Kombinationspille am Tag nach der letzten wirkstoffhaltigen Tablette des vorherigen Präparats.
Einnahmeschema: Ein Blister enthält 21 Tabletten, die über 21 aufeinanderfolgende Tage eingenommen werden, gefolgt von einer 7-tägigen Einnahmepause. Die Tabletten müssen täglich zur gleichen Uhrzeit und in der vorgegebenen Reihenfolge (hellbraun, weiß, ockerfarben) eingenommen werden.
Vergessene Einnahme:
- Innerhalb von 12 Stunden: Die vergessene Tablette sofort nachholen und die nächste Tablette zur gewohnten Zeit einnehmen. Der Empfängnisschutz bleibt erhalten.
- Nach mehr als 12 Stunden oder mehrere Tabletten: Der Empfängnisschutz kann beeinträchtigt sein. Nehmen Sie die zuletzt vergessene Tablette ein, sobald Sie es bemerken, auch wenn Sie dann zwei Tabletten zur gleichen Zeit einnehmen. Die weiteren Tabletten nehmen Sie zur gewohnten Zeit ein. Das weitere Vorgehen hängt von der Einnahmewoche ab. In der 1. Woche wenden Sie in den nächsten 7 Tagen zusätzlich eine Barrieremethode an, z.B. ein Kondom. Hatten Sie in den 7 Tagen davor Geschlechtsverkehr, ist eine Schwangerschaft möglich. In der 2. Woche ist kein zusätzlicher Schutz nötig, wenn Sie die Tabletten an den 7 Tagen vor der vergessenen Tablette korrekt eingenommen haben. Sonst oder wenn Sie mehr als eine Tablette vergessen haben, wird 7 Tage lang zusätzliche Verhütung empfohlen. In der 3. Woche beginnen Sie nach der letzten Tablette der Packung ohne Einnahmepause direkt mit der nächsten Packung. Haben Sie die Tabletten an den 7 Tagen davor nicht korrekt eingenommen, wenden Sie außerdem in den nächsten 7 Tagen zusätzliche Verhütungsmaßnahmen an. Im Zweifelsfall holen Sie ärztlichen Rat ein. Beachten Sie hierzu unbedingt die Packungsbeilage.
Erbrechen oder Durchfall: Kommt es innerhalb von 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme zu Erbrechen oder schwerem Durchfall, wurden die Wirkstoffe möglicherweise nicht vollständig aufgenommen. Gehen Sie dann vor wie bei einer vergessenen Tablette. Wenn Sie Ihr gewohntes Einnahmeschema beibehalten möchten, nehmen Sie die Ersatztablette aus einer anderen Blisterpackung. Bei schweren Magen-Darm-Störungen sind zusätzliche Verhütungsmaßnahmen nötig.
Gegenanzeigen
Darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder sonstige Bestandteile.
- Seltener erblicher Galactose- oder Fructose-Intoleranz, Lactase-Mangel, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel, da die Tabletten Lactose und Sucrose enthalten.
- Bestehenden oder früheren Thrombosen (Blutgerinnsel) in Venen (z.B. tiefe Beinvenenthrombose, Lungenembolie) oder Arterien (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall).
- Bestehenden oder früheren Vorstadien einer Thrombose (z.B. transitorische ischämische Attacke, Angina Pectoris).
- Bekannter erblicher oder erworbener Neigung zu Blutgerinnseln in Venen oder Arterien (z.B. APC-Resistenz einschließlich Faktor-V-Leiden, Antithrombin-III-, Protein-C- oder Protein-S-Mangel, Hyperhomocysteinämie, Antiphospholipid-Antikörper).
- Hohem Risiko für Blutgerinnsel in Venen, weil mehrere Risikofaktoren zusammenkommen (z.B. starkes Übergewicht mit einem Body-Mass-Index über 30, Alter über 35 Jahre, Blutgerinnsel bei Eltern oder Geschwistern in jungen Jahren).
- Hohem Risiko für Blutgerinnsel in Arterien, weil mehrere Risikofaktoren zusammenkommen (z.B. Rauchen, Alter über 35 Jahre, starkes Übergewicht) oder ein schwerwiegender Risikofaktor vorliegt wie Diabetes mellitus mit Gefäßschädigungen, schwerer Bluthochdruck oder eine schwere Fettstoffwechselstörung (Dyslipoproteinämie).
- Schwerer bestehender oder früherer Lebererkrankung, solange sich die Leberwerte nicht wieder normalisiert haben.
- Bestehenden oder früheren Lebertumoren (gutartig oder bösartig).
- Migräne mit Aura (fokalen neurologischen Symptomen), auch in der Vorgeschichte.
- Bestehendem oder vermutetem sexualhormonabhängigem Krebs (z.B. Brustkrebs, Gebärmutterkrebs).
- Nicht abgeklärten Blutungen aus der Scheide.
- Ausbleiben der Monatsblutung aus unbekannter Ursache (Amenorrhö).
- Schwangerschaft oder Verdacht auf Schwangerschaft.
- Stillzeit.
- Längerer Bettlägerigkeit oder geplanten Operationen.
- Gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln gegen Hepatitis C, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir enthalten.
Besondere Vorsicht ist geboten bei:
- Rauchen, Übergewicht, Alter über 35 Jahren. Frauen über 35 Jahren, die weiterhin rauchen, wird dringend eine andere Verhütungsmethode empfohlen.
- Herz- oder Nierenerkrankungen.
- Gallenblasenerkrankungen.
- Durchblutungsstörungen.
- Depressionen.
- Erblichem oder erworbenem Angioödem, da Östrogene dessen Beschwerden auslösen oder verschlimmern können.
Informieren Sie Ihren Arzt über alle relevanten Vorerkrankungen und Risikofaktoren.
Mögliche Nebenwirkungen
Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Schmier- und Zwischenblutungen, besonders in den ersten Monaten der Einnahme. Bei mehr als der Hälfte der Anwenderinnen wurden sie in den ersten sechs Einnahmezyklen beobachtet.
Häufige Nebenwirkungen (bei bis zu 1 von 10 Anwenderinnen):
- Kopfschmerzen
- Übelkeit, Bauchschmerzen
- Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmung
- Brustschmerzen, Brustspannen
- Gewichtszunahme
Wichtiger Hinweis: Die Einnahme von kombinierten oralen Kontrazeptiva ist mit einem leicht erhöhten Risiko für venöse und arterielle Thrombosen verbunden. Das Risiko für Blutgerinnsel in Venen ist im ersten Anwendungsjahr am höchsten und möglicherweise auch dann erhöht, wenn Sie die Einnahme nach einer Pause von 4 oder mehr Wochen wieder aufnehmen. Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe und sagen Sie dort, dass Sie die Pille einnehmen, wenn Anzeichen eines Blutgerinnsels auftreten wie Schwellung oder Schmerzen in einem Bein, plötzliche unerklärliche Atemnot oder plötzlicher Husten, stechende Brustschmerzen, Druck oder Enge in der Brust, plötzliche Taubheit oder Schwäche in Gesicht, Arm oder Bein (besonders auf einer Körperseite), plötzliche Seh- oder Sprechstörungen oder plötzliche, starke oder länger anhaltende Kopfschmerzen. Wird eine Migräne während der Einnahme häufiger oder stärker, kann das einem Schlaganfall vorausgehen und ein Grund sein, die Einnahme sofort zu beenden. Sprechen Sie dann mit Ihrem Arzt.
Depressionen: Depressive Verstimmung und Depression sind bekannte Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel. Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid. Wenden Sie sich bei Stimmungsschwankungen oder depressiven Beschwerden an Ihren Arzt, auch wenn diese kurz nach Beginn der Einnahme auftreten.
Tumoren: Frauen, die eine Kombinationspille einnehmen, haben ein geringfügig erhöhtes Brustkrebsrisiko. Es geht innerhalb von 10 Jahren nach dem Absetzen allmählich zurück. Ein ursächlicher Zusammenhang mit der Pille ist nicht bekannt. Einige Studien weisen darauf hin, dass eine langfristige Einnahme mit einem erhöhten Risiko für Gebärmutterhalskrebs verbunden ist. Wie weit das auch am Sexualverhalten und an anderen Faktoren wie dem humanen Papillomavirus (HPV) liegt, ist noch umstritten. In seltenen Fällen wurden bei Anwenderinnen der Pille gutartige und noch seltener bösartige Lebertumoren beobachtet, die in Einzelfällen zu lebensbedrohlichen Blutungen im Bauchraum führten. Suchen Sie bei starken Oberbauchbeschwerden Ihren Arzt auf.
Detaillierte Informationen zu allen möglichen Nebenwirkungen und Risiken finden Sie in der Packungsbeilage.
Wechselwirkungen
Nicht gleichzeitig anwenden:
- Arzneimittel gegen Hepatitis C, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir enthalten. Bei Frauen, die Pillen mit Ethinylestradiol anwendeten, wurden unter diesen Mitteln erhöhte Leberwerte (ALT) beobachtet. Vor Beginn einer solchen Behandlung ist auf eine andere Verhütungsmethode zu wechseln (z.B. ein reines Gestagenpräparat oder eine nicht-hormonelle Methode). Zwei Wochen nach dem Ende der Behandlung kann Triquilar® wieder angewendet werden.
- Präparate mit Johanniskraut, da sie die empfängnisverhütende Wirkung verringern können. Über Zwischenblutungen und ungewollte Schwangerschaften wurde berichtet. Die Wirkung auf die Leberenzyme kann bis zu 2 Wochen nach dem Absetzen von Johanniskraut anhalten.
Verminderte Verhütungswirkung möglich durch:
- Arzneimittel, die Leberenzyme anregen, z.B. Phenytoin, Barbiturate, Primidon, Carbamazepin, Rifampicin und möglicherweise auch Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat und Griseofulvin. Während der Behandlung und bis zu 28 Tage danach ist zusätzlich eine Barrieremethode wie ein Kondom nötig. Wird eines dieser Arzneimittel noch eingenommen, wenn die Blisterpackung aufgebraucht ist, beginnen Sie ohne Einnahmepause direkt mit der nächsten.
- Arzneimittel, die die Darmbewegung beschleunigen, wie Metoclopramid, können die Aufnahme der Hormone verringern.
Veränderte Hormonspiegel möglich durch:
- Ritonavir, Nevirapin sowie viele Proteasehemmer und nicht-nukleosidale Reverse-Transkriptase-Hemmer gegen HIV oder Hepatitis C. Sie können die Hormonspiegel erhöhen oder senken.
- Azol-Antimykotika (z.B. Itraconazol, Voriconazol, Fluconazol), Makrolid-Antibiotika (z.B. Clarithromycin, Erythromycin), Verapamil, Diltiazem, Etoricoxib und Grapefruitsaft. Sie können die Hormonspiegel erhöhen.
Triquilar® kann die Wirkung anderer Arzneimittel verändern:
- Die Blutspiegel von Ciclosporin, Theophyllin, Melatonin und Tizanidin können steigen.
- Der Blutspiegel von Lamotrigin kann unter den wirksamen Bereich sinken.
- Zusammen mit Troleandomycin kann das Risiko einer Gallenstauung in der Leber steigen.
Informieren Sie Ihren Arzt über alle Arzneimittel und pflanzlichen Mittel, die Sie anwenden.
Häufige Fragen
Triquilar® ist eine dreiphasige kombinierte Antibabypille, die Levonorgestrel und Ethinylestradiol in unterschiedlichen Dosierungen enthält und zur hormonellen Empfängnisverhütung dient.
Triquilar® wird 21 Tage lang täglich in der vorgegebenen Reihenfolge (hellbraun, weiß, ockerfarben) eingenommen, gefolgt von einer 7-tägigen Einnahmepause. Die Einnahme sollte immer zur gleichen Uhrzeit erfolgen.
Wurde die Pille innerhalb von 12 Stunden nachgeholt, bleibt der Schutz erhalten. Bei einer Vergessenszeit von mehr als 12 Stunden kann der Schutz beeinträchtigt sein. In diesem Fall sollte die Packungsbeilage konsultiert oder ein Arzt um Rat gefragt werden, und gegebenenfalls zusätzliche Verhütungsmethoden angewendet werden.
Ja, wie alle kombinierten Antibabypillen ist die Einnahme von Triquilar® mit einem leicht erhöhten Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen) verbunden. Das Risiko ist jedoch gering und sollte im Verhältnis zum Nutzen der Verhütung abgewogen werden. Detaillierte Informationen finden Sie in der Packungsbeilage.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





