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Aristelle
Verhütung

Aristelle

Kombinierte Antibabypille mit Dienogest und Ethinylestradiol zur Verhütung.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Aristelle?

Aristelle® ist eine kombinierte hormonelle Mikropille. Sie enthält die Hormone Dienogest (ein Gestagen) und Ethinylestradiol (ein Östrogen) und bietet einen zuverlässigen Empfängnisschutz. Darüber hinaus ist sie zur Behandlung mittelschwerer Akne zugelassen, wenn geeignete Behandlungen auf der Haut oder Antibiotika zum Einnehmen nicht geholfen haben und die Frau mit einer Pille verhüten möchte.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Dienogest 2 mg, Ethinylestradiol 0,03 mg

Aristelle® verhindert eine Schwangerschaft durch die kombinierte Wirkung ihrer Hormone:

Ovulationshemmung: Die enthaltenen Hormone unterdrücken den Eisprung, sodass keine reife Eizelle freigesetzt wird, die befruchtet werden könnte.

Veränderung des Gebärmutterhalsschleims: Der Schleim im Gebärmutterhals wird dicker und undurchlässiger für Spermien, wodurch deren Aufstieg in die Gebärmutter erschwert wird.

Beeinflussung der Gebärmutterschleimhaut: Die Gebärmutterschleimhaut wird so verändert, dass sich eine eventuell doch befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.

Für wen ist es geeignet?

Aristelle® ist geeignet für Frauen, die:

  • Einen zuverlässigen Empfängnisschutz wünschen.
  • Über 18 Jahre alt sind (nach gynäkologischer Untersuchung).
  • Über 35 Jahre alt sind. Das Risiko für Blutgerinnsel steigt mit dem Alter und wird vorher ärztlich abgewogen. Raucherinnen über 35 Jahren wird dringend eine andere Verhütungsmethode empfohlen.
  • Mittelschwere Akne haben, bei der geeignete Behandlungen auf der Haut oder Antibiotika zum Einnehmen nicht geholfen haben, und mit einer Pille verhüten möchten.

Verfügbare Dosierungen

Wirkstoffgehalt:

  • Dienogest: 2 mg pro Tablette
  • Ethinylestradiol: 0,03 mg pro Tablette

Tabletten pro Blister:

  • 21 Filmtabletten

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.

Darreichungsform
Filmtablette
Stärken
0,03 mg/2 mg
Packungsgrößen
126 Stk
StärkePackungPZNReichweite
0,03 mg/2 mg126 Stk09421973168 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

Beginn der Einnahme: Haben Sie im letzten Monat nicht hormonell verhütet, beginnt die Einnahme am ersten Tag der Monatsblutung. Beginnen Sie erst zwischen dem 2. und 5. Tag, verwenden Sie in den ersten 7 Tagen zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondome). Beim Wechsel von einem anderen hormonellen Verhütungsmittel gelten eigene Regeln, die in der Packungsbeilage stehen. Nehmen Sie täglich eine Tablette zur selben Uhrzeit unzerkaut mit etwas Flüssigkeit ein.

Einnahmeschema: Nehmen Sie über 21 Tage täglich eine Tablette ein. Anschließend folgt eine 7-tägige Einnahmepause, in der in der Regel eine Abbruchblutung einsetzt. Der Empfängnisschutz bleibt auch während der Pause bestehen. Nach 7 Tagen Pause beginnen Sie mit einem neuen Blister, unabhängig davon, ob die Blutung noch anhält oder nicht.

Erbrechen oder schwere Magen-Darm-Störungen: Bei Erbrechen in den ersten 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme nehmen Sie so schnell wie möglich eine weitere Tablette ein. Sind mehr als 12 Stunden vergangen, gilt dasselbe wie bei einer vergessenen Pille. Bei schweren Magen-Darm-Störungen werden die Wirkstoffe möglicherweise nicht vollständig aufgenommen, dann sind zusätzliche Verhütungsmaßnahmen erforderlich.

Vergessene Pille:

  • Wenn Sie die Einnahme innerhalb von 12 Stunden nachholen, bleibt der Empfängnisschutz erhalten. Nehmen Sie die vergessene Pille sofort ein und setzen Sie die Packung wie gewohnt fort.
  • Ist die 12-Stunden-Frist überschritten, ist der Empfängnisschutz nicht mehr voll gewährleistet. Nehmen Sie die vergessene Tablette so schnell wie möglich ein, auch wenn Sie dann zwei Tabletten zur gleichen Zeit einnehmen. Die weiteren Tabletten nehmen Sie wieder zur gewohnten Zeit. Die Einnahme darf nie länger als 7 Tage unterbrochen werden. Was außerdem gilt, hängt von der Einnahmewoche ab:
  • Woche 1: Verwenden Sie in den nächsten 7 Tagen zusätzlich eine Barrieremethode wie Kondome. Hatten Sie in den 7 Tagen davor Geschlechtsverkehr, ist eine Schwangerschaft möglich. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
  • Woche 2: Haben Sie die Tabletten an den 7 Tagen davor richtig eingenommen, ist kein zusätzlicher Schutz nötig. Sonst oder wenn Sie mehr als eine Tablette vergessen haben, verwenden Sie 7 Tage lang zusätzlich eine Barrieremethode.
  • Woche 3: Beginnen Sie nach der letzten Tablette des Blisters sofort ohne Einnahmepause mit dem nächsten Blister. Alternativ können Sie die Einnahme aus dem aktuellen Blister beenden, eine Pause von höchstens 7 Tagen einlegen (die Tage mit vergessener Tablette eingerechnet) und danach mit dem neuen Blister beginnen. Beide Wege schützen ohne zusätzliche Verhütung nur, wenn Sie die Tabletten an den 7 Tagen davor richtig eingenommen haben. Sonst beginnen Sie ohne Pause mit dem nächsten Blister und verwenden in den nächsten 7 Tagen zusätzlich eine Barrieremethode.
  • Bleibt nach einer vergessenen Tablette die Blutung in der nächsten regulären Einnahmepause aus, ist eine Schwangerschaft möglich. Sprechen Sie dann mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Gegenanzeigen

Darf nicht eingenommen werden bei:

  • Bestehenden oder früheren Thrombosen (venös oder arteriell)
  • Erblicher oder erworbener Neigung zu Blutgerinnseln in Venen oder Arterien, z.B. APC-Resistenz (einschließlich Faktor-V-Leiden), Antithrombin-III-Mangel, Protein-C- oder Protein-S-Mangel, Hyperhomocysteinämie oder Antiphospholipid-Antikörper
  • Hohem Risiko für Blutgerinnsel durch mehrere Risikofaktoren gleichzeitig
  • Migräne mit fokalen neurologischen Symptomen (neurologischen Begleiterscheinungen) in der Vorgeschichte
  • Schwerem Bluthochdruck
  • Schweren Fettstoffwechselstörungen (Dyslipoproteinämie)
  • Bestehenden oder früheren gutartigen oder bösartigen Lebertumoren
  • Bestehendem oder früherem Herzinfarkt oder Schlaganfall oder einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns (TIA)
  • Bestehenden oder früheren schweren Lebererkrankungen, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben
  • Bestehender oder früherer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, wenn diese mit stark erhöhten Blutfetten (schwere Hypertriglyzeridämie) verbunden ist
  • Bestehenden oder vermuteten hormonabhängigen Tumoren
  • Ungeklärten Vaginalblutungen
  • Bestehender oder vermuteter Schwangerschaft
  • Stillzeit
  • Überempfindlichkeit gegen Dienogest, Ethinylestradiol oder andere Inhaltsstoffe
  • Seltener erblicher Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption (die Tabletten enthalten Lactose)
  • Diabetes mellitus mit Gefäßschäden
  • Angina pectoris
  • Gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln gegen Hepatitis C mit Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, mit Glecaprevir/Pibrentasvir oder mit Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir
  • Bevorstehenden Operationen (hier ist eine vorübergehende Absetzung erforderlich, sprechen Sie mit Ihrem Arzt).

Mögliche Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:

  • Kopfschmerzen
  • Brustschmerzen, Brustbeschwerden und Brustspannen

Gelegentliche Nebenwirkungen (Auswahl):

  • Depressive Verstimmung
  • Schwindel, Migräne
  • Bluthochdruck oder niedriger Blutdruck
  • Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Akne, Haarausfall, Ausschlag, Juckreiz
  • Unregelmäßige Abbruchblutung, Zwischenblutungen, schmerzhafte Regelblutung, Brustvergrößerung, vaginaler Ausfluss
  • Entzündungen oder Pilzinfektionen der Scheide
  • Müdigkeit
  • Gesteigerter Appetit, Gewichtszunahme

Wichtiger Hinweis: Die Anwendung von kombinierten Antibabypillen wie Aristelle® ist mit einem erhöhten Risiko für thromboembolische Ereignisse (Blutgerinnsel) verbunden. Pillen mit Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron haben das geringste Risiko für Blutgerinnsel in den Venen. Bei Pillen wie Aristelle® kann dieses Risiko bis zu 1,6-fach so hoch sein. Das Risiko ist im ersten Anwendungsjahr am höchsten und steigt unter anderem mit dem Alter (insbesondere über 35 Jahre), mit starkem Übergewicht und beim Rauchen. Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn Anzeichen eines Blutgerinnsels auftreten, z.B. einseitige Schwellung oder Schmerzen im Bein, plötzliche Atemnot, stechender Brustschmerz, plötzliche Taubheit oder Schwäche einer Körperseite, plötzliche Seh- oder Sprechstörungen oder plötzliche, starke Kopfschmerzen. Depressive Verstimmung und Depression sind bekannte Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel. Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten. Wenden Sie sich bei Stimmungsschwankungen oder depressiven Beschwerden an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Eine vollständige Auflistung aller möglichen Nebenwirkungen finden Sie in der Packungsbeilage.

Wechselwirkungen

Nicht gleichzeitig anwenden:

  • Arzneimittel gegen Hepatitis C mit Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, mit Glecaprevir/Pibrentasvir oder mit Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir. Vor Beginn einer solchen Behandlung ist auf eine andere Verhütungsmethode zu wechseln (z.B. reines Gestagenpräparat oder nicht hormonelle Methode). Zwei Wochen nach dem Ende der Behandlung kann Aristelle® wieder begonnen werden.

Verminderte Verhütungswirkung möglich durch:

  • Arzneimittel, die Leberenzyme anregen, z.B. Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin und möglicherweise Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat, Griseofulvin sowie Präparate mit Johanniskraut. Während der Behandlung und bis 28 Tage danach ist zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondome) nötig. Läuft die Behandlung über das Ende eines Blisters hinaus, beginnen Sie den nächsten Blister ohne Einnahmepause. Bei längerer Behandlung wird eine andere, nicht hormonelle Verhütung empfohlen.
  • Manche Arzneimittel gegen HIV oder Hepatitis C (Proteasehemmer, nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer). Im Zweifel ist zusätzlich eine Barrieremethode anzuwenden.

Aristelle® kann die Wirkung anderer Arzneimittel verändern:

  • Die Blutspiegel z.B. von Ciclosporin, Theophyllin oder Tizanidin können steigen, die von Lamotrigin sinken.

Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden.

Häufige Fragen

Aristelle® ist eine Mikropille, die die Hormone Dienogest und Ethinylestradiol enthält und zur hormonellen Empfängnisverhütung eingesetzt wird.

Sie nehmen Aristelle® 21 Tage lang täglich zur selben Uhrzeit ein, gefolgt von einer 7-tägigen Einnahmepause. Danach beginnen Sie mit einem neuen Blister, auch wenn die Blutung noch anhält.

Holen Sie die Einnahme innerhalb von 12 Stunden nach, um den Schutz zu erhalten. Ist die Frist überschritten, nehmen Sie die vergessene Tablette so schnell wie möglich ein, auch wenn Sie dann zwei Tabletten zur gleichen Zeit einnehmen, und die weiteren Tabletten wieder zur gewohnten Zeit. Ob Sie zusätzlich verhüten müssen und ob die Einnahmepause entfällt, hängt davon ab, in welcher Einnahmewoche Sie die Tablette vergessen haben. Die Regeln dazu stehen bei der Einnahme unter „Vergessene Pille“ und in der Packungsbeilage.

Aristelle® ist neben der Verhütung auch zur Behandlung mittelschwerer Akne zugelassen, wenn geeignete Behandlungen auf der Haut oder Antibiotika zum Einnehmen nicht geholfen haben und Sie mit einer Pille verhüten möchten. Bis eine Verbesserung der Akne erkennbar wird, dauert es in der Regel mindestens drei Monate. Zyklusbeschwerden gehören nicht zu den Anwendungsgebieten.

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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