Was ist Solgest?
Solgest® ist eine östrogenfreie hormonelle Verhütungspille, auch bekannt als Minipille. Sie enthält ausschließlich das Gestagen Desogestrel in einer Dosierung von 75 Mikrogramm pro Tablette. Im Gegensatz zu kombinierten Antibabypillen, die zwei Hormone enthalten, nutzt Solgest® nur einen Wirkstoff, um eine Schwangerschaft zu verhindern.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Desogestrel 75 Mikrogramm
Solgest® verhindert eine Schwangerschaft durch die Wirkung des Gestagens Desogestrel. Dieses synthetische Hormon ahmt die Wirkung des natürlichen Progesterons nach und wirkt auf verschiedene Weisen:
Ovulationshemmung: Desogestrel in dieser Dosierung unterdrückt in den meisten Fällen den Eisprung, sodass keine Eizelle freigesetzt wird, die befruchtet werden könnte.
Veränderung des Gebärmutterhalsschleims: Der Schleim am Gebärmutterhals wird dicker und undurchlässiger für Spermien, wodurch deren Aufstieg in die Gebärmutter erschwert wird.
Beeinflussung der Gebärmutterschleimhaut: Die Gebärmutterschleimhaut wird so verändert, dass sich eine befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.
Für wen ist es geeignet?
Solgest® ist geeignet für Frauen, die:
- Einen hormonellen Empfängnisschutz wünschen
- Östrogene nicht vertragen oder meiden müssen
- Stillen und eine hormonelle Verhütung wünschen
- Ein geringeres Thromboserisiko bevorzugen, das bei reinen Gestagenpillen vermutet wird
Verfügbare Dosierungen
Wirkstoffgehalt:
- Desogestrel: 75 Mikrogramm pro Tablette
Packungsgröße:
- Jeder Pillenstreifen enthält 28 Tabletten.
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Stärken
- 75 µg
- Packungsgrößen
- 84 Stk
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 75 µg | 84 Stk | 08557914 | 84 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Beginn der Einnahme: Wenn Sie im letzten Monat keine hormonelle Verhütung angewendet haben, beginnen Sie mit der Einnahme am ersten Tag Ihrer Monatsblutung. Ein Beginn am 2. bis 5. Tag ist möglich. Dann wird empfohlen, in den ersten 7 Tagen der Einnahme zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondome) anzuwenden. Wenn Sie stillen, besprechen Sie den genauen Einnahmebeginn mit Ihrem Arzt; dieser liegt üblicherweise zwischen dem 21. und 28. Tag nach der Entbindung.
Regelmäßige Einnahme: Nehmen Sie täglich eine Tablette Solgest® zur gleichen Uhrzeit ein. Es gibt keine Einnahmepause. Sobald ein Blisterstreifen aufgebraucht ist, beginnen Sie direkt mit dem nächsten Streifen.
Vergessene Einnahme: Wenn Sie die Einnahme um weniger als 12 Stunden vergessen haben, nehmen Sie die vergessene Tablette sofort ein und setzen die Einnahme dann wie gewohnt fort. Der Verhütungsschutz bleibt bestehen. Haben Sie die Einnahme um mehr als 12 Stunden vergessen, ist der Verhütungsschutz möglicherweise nicht mehr gewährleistet. Nehmen Sie die vergessene Tablette dennoch sofort ein, auch wenn dies bedeutet, zwei Tabletten an einem Tag einzunehmen. Verwenden Sie für die nächsten 7 Tage zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondome). Haben Sie in der ersten Woche nach dem erstmaligen Einnahmebeginn eine Tablette vergessen und in der Woche davor Geschlechtsverkehr gehabt, ist eine Schwangerschaft möglich. Sprechen Sie dann mit Ihrem Arzt.
Bei Erbrechen oder starkem Durchfall: Tritt innerhalb von 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme Erbrechen oder starker Durchfall auf, kann es sein, dass der Wirkstoff nicht vollständig aufgenommen wurde. In diesem Fall verfahren Sie wie bei einer vergessenen Einnahme von mehr als 12 Stunden. Auch bei schweren Magen-Darm-Beschwerden kann der Wirkstoff unvollständig aufgenommen werden. Verwenden Sie dann zusätzlich eine Barrieremethode.
Gegenanzeigen
Darf nicht eingenommen werden bei:
- Akuten venösen Blutgerinnseln (Thrombosen, z.B. tiefe Beinvenenthrombose oder Lungenembolie). Wenn Sie früher eine Thrombose hatten, kann sie erneut auftreten. Sprechen Sie darüber vor der Einnahme mit Ihrem Arzt.
- Überempfindlichkeit gegen Desogestrel oder einen der sonstigen Bestandteile von Solgest®
- Seltener erblicher Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption, da Solgest® Lactose enthält
- Bestehenden oder früheren schweren Lebererkrankungen, solange die Leberwerte nicht wieder normal sind
- Bestehenden oder vermuteten Tumoren, die auf Geschlechtshormone empfindlich reagieren
- Unerklärten vaginalen Blutungen
- Einer Schwangerschaft. Tritt während der Einnahme eine Schwangerschaft ein, muss Solgest® abgesetzt werden.
- Längerer Ruhigstellung durch eine Operation oder Krankheit. Solgest® sollte dann abgesetzt werden.
Mögliche Nebenwirkungen
Wichtige Warnhinweise:
- Depressive Verstimmungen und Depressionen sind bekannte Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel. Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid. Wenden Sie sich bei Stimmungsschwankungen oder depressiven Beschwerden an Ihren Arzt, auch wenn diese kurz nach Beginn der Einnahme auftreten.
- Tritt eine Thrombose auf, sollte Solgest® abgesetzt werden.
- In seltenen Fällen wurde über Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter berichtet. Bleibt die Blutung aus oder haben Sie Bauchschmerzen, sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
- Überempfindlichkeitsreaktionen mit Schwellungen von Haut und Schleimhäuten (Angioödem) oder schwerer allergischer Reaktion (Anaphylaxie) sind möglich (Häufigkeit nicht bekannt). Ein erbliches Angioödem kann sich verschlimmern.
- Während der Anwendung kombinierter Pillen ist das Risiko für Brustkrebs geringfügig erhöht. Bei reinen Gestagenpillen wie Solgest® ist das Risiko möglicherweise vergleichbar, die Daten dazu reichen aber für eine Berechnung nicht aus. Verglichen mit dem Risiko, jemals an Brustkrebs zu erkranken, ist das durch die Pille erhöhte Risiko gering.
Häufige Nebenwirkungen:
- Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmung, vermindertes sexuelles Verlangen
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Akne
- Gewichtszunahme
- Schmier- oder Zwischenblutungen
- Ausbleiben der Regelblutung
Gelegentliche Nebenwirkungen:
- Müdigkeit
Wechselwirkungen
Arzneimittel, die die Wirksamkeit von Solgest® vermindern können: Bestimmte Arzneimittel beschleunigen den Abbau von Hormonen in der Leber (Enzyminduktion). Dadurch kann es zu Durchbruchblutungen kommen und die Verhütung kann versagen. Dazu gehören z.B.:
- Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon
- Rifampicin, Efavirenz, Bosentan
- möglicherweise auch Felbamat, Griseofulvin, Oxcarbazepin, Topiramat, Rifabutin und Präparate mit Johanniskraut
Diese Wirkung kann nach wenigen Behandlungstagen einsetzen und nach dem Absetzen noch etwa 4 Wochen anhalten. Bei einer kurzzeitigen Behandlung mit solchen Arzneimitteln verwenden Sie zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondome), und zwar während der gesamten Behandlung und bis zu 28 Tage danach. Bei einer Langzeitbehandlung sollte eine andere Verhütungsmethode erwogen werden, die von diesen Arzneimitteln nicht beeinflusst wird.
HIV- und Hepatitis-C-Arzneimittel: Viele Kombinationen von HIV-Arzneimitteln (z.B. Ritonavir, Nelfinavir, Nevirapin) und Arzneimitteln gegen Hepatitis C (z.B. Boceprevir, Telaprevir) können den Gestagen-Spiegel erhöhen oder senken. Im Zweifel verwenden Sie während der Behandlung zusätzlich eine Barrieremethode.
Arzneimittel, die den Wirkstoffspiegel erhöhen können: Starke oder mäßig starke CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol, Itraconazol, Clarithromycin, Fluconazol, Diltiazem und Erythromycin.
Einfluss auf andere Arzneimittel: Solgest® kann den Stoffwechsel anderer Arzneimittel beeinflussen. Der Spiegel von Ciclosporin kann steigen, der Spiegel von Lamotrigin kann sinken.
Informieren Sie Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen.
Häufige Fragen
Solgest® ist eine östrogenfreie Minipille, die ausschließlich das Gestagen Desogestrel enthält. Sie wird zur hormonellen Empfängnisverhütung eingesetzt und eignet sich besonders für Frauen, die keine östrogenhaltigen Präparate verwenden können oder stillen.
Wenn Sie die Einnahme um weniger als 12 Stunden vergessen haben, nehmen Sie die Tablette sofort ein. Bei einer Vergessensdauer von mehr als 12 Stunden ist der Verhütungsschutz möglicherweise nicht mehr gewährleistet. Nehmen Sie die vergessene Tablette trotzdem ein und verwenden Sie für die nächsten 7 Tage zusätzlich eine Barrieremethode zur Verhütung.
Ja, eine Gewichtszunahme ist eine der häufigen Nebenwirkungen, die bei der Einnahme von Solgest® auftreten können. Bis zu 10 Prozent der Anwenderinnen können davon betroffen sein.
Ja, Solgest® ist eine reine Gestagenpille und kann von stillenden Frauen zur Empfängnisverhütung verwendet werden. Es wird empfohlen, den Einnahmebeginn mit Ihrem Arzt zu besprechen, in der Regel zwischen dem 21. und 28. Tag nach der Entbindung. Geringe Mengen des Wirkstoffs gehen in die Muttermilch über. In seltenen Fällen wurde über eine verminderte Milchbildung berichtet. Entwicklung und Wachstum Ihres Kindes sollten sorgfältig beobachtet werden.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





