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Salbutamol
Asthma & Atemwege

Salbutamol

Schnell wirksamer Notfall-Inhalator bei Asthma und COPD – das Bedarfsmedikament für akute Atemnot.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Salbutamol?

Salbutamol ist ein schnell wirksames Beta-2-Sympathomimetikum (SABA), das als Notfallmedikament bei akuter Atemnot eingesetzt wird. Es erweitert die verengten Bronchien innerhalb von Minuten und ermöglicht so wieder freies Atmen.

Das Medikament wird hauptsächlich als Dosieraerosol (Spray) verwendet. Es sollte bei Bedarf verwendet werden, nicht als regelmäßige Dauertherapie.

Bekannte Markennamen sind Sultanol®, Ventolin® und zahlreiche Generika.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Salbutamol

Salbutamol wirkt durch Aktivierung der Beta-2-Rezeptoren in der Bronchialmuskulatur:

Wirkmechanismus: 1. Salbutamol bindet an Beta-2-Adrenozeptoren in den Bronchien 2. Dies aktiviert die Adenylatzyklase und erhöht den cAMP-Spiegel in den Zellen 3. Die glatte Muskulatur der Bronchien entspannt sich 4. Die verengten Atemwege öffnen sich

Zeitlicher Verlauf:

  • Wirkungseintritt: 1-5 Minuten nach Inhalation
  • Maximale Wirkung: 15-30 Minuten
  • Wirkdauer: 4-6 Stunden

Zusätzliche Effekte:

  • Hemmt die Freisetzung von Mediatoren aus Mastzellen
  • Verbessert die mukoziliäre Clearance (Schleimabtransport)
  • Keine relevante entzündungshemmende Wirkung

Für wen ist es geeignet?

Salbutamol ist geeignet für:

  • Akute Asthmaanfälle (Notfallbehandlung)
  • COPD-Exazerbationen
  • Belastungsinduziertes Asthma (vor Sport)
  • Als Bedarfsmedikament bei Kurzatmigkeit

Wichtige Anwendungsbereiche:

  • Asthma bronchiale
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)
  • Bronchospasmus verschiedener Ursachen

Nicht geeignet als:

  • Einzige Behandlung bei Asthma (Controller-Therapie nötig!)
  • Dauertherapie bei regelmäßigen Beschwerden
  • Ersatz für Kortikoid-Inhalatoren

Warnsignal: Wenn Salbutamol mehr als 2x pro Woche benötigt wird, ist die Asthmakontrolle unzureichend – Therapie überprüfen!

Verfügbare Dosierungen

Dosieraerosol (Spray):

  • 100 µg pro Hub
  • Packungsgrößen: 200 Hübe

Pulverinhalator:

  • 100 µg oder 200 µg pro Dosis

Inhalationslösung (für Vernebler):

  • 1,25 mg, 2,5 mg oder 5 mg pro Ampulle

Empfohlene Dosierung:

  • Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren: 1-2 Hübe bei Bedarf
  • Kinder von 4 bis 11 Jahren: 1 Hub bei Bedarf
  • Maximum: 12 Hübe pro Tag bei Erwachsenen und Jugendlichen, 6 Hübe pro Tag bei Kindern (bei regelmäßigem Bedarf Arzt aufsuchen!)
  • Die Höchstmenge kann je nach Präparat abweichen, bitte Packungsbeilage beachten

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.

Darreichungsform
Dosieraerosol
Stärken
100 µg
Packungsgrößen
2 × 200 Hübe
StärkePackungPZNReichweite
100 µg2 × 200 Hübe014487770 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

Richtige Inhalationstechnik (Dosieraerosol): 1. Schutzkappe entfernen, Spray schütteln 2. Tief ausatmen 3. Mundstück umschließen 4. Beim langsamen, tiefen Einatmen den Sprühstoß auslösen 5. Atem 10 Sekunden anhalten 6. Langsam ausatmen 7. Bei zweitem Hub 30 Sekunden warten

Mit Spacer (empfohlen):

  • Spray in Spacer sprühen
  • Normal 5-6 Mal ein- und ausatmen
  • Bessere Wirkstoffverteilung, weniger Nebenwirkungen

Bei akuter Atemnot:

  • 2-4 Hübe, nach 10-20 Minuten wiederholen wenn nötig
  • Bei schwerer Atemnot sofort Notarzt rufen!

Vor dem Sport:

  • 1-2 Hübe 15-30 Minuten vor Belastung

Gegenanzeigen

Salbutamol darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Salbutamol oder Bestandteile

Vorsicht bei:

  • Schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Phäochromozytom
  • Diabetes mellitus (kann Blutzucker erhöhen)
  • Hypokaliämie (erniedrigtes Kalium)
  • QT-Verlängerung

Schwangerschaft: Kann bei entsprechender Indikation angewendet werden. Bei Asthma ist die Kontrolle der Erkrankung wichtiger als theoretische Risiken.

Stillzeit: Anwendung möglich, Wirkstoff geht nur minimal in die Muttermilch über.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1-10%):

  • Tremor (Zittern, vor allem der Hände)
  • Herzklopfen, Tachykardie
  • Kopfschmerzen
  • Muskelkrämpfe

Gelegentlich (0,1-1%):

  • Unruhe, Nervosität
  • Schwindel
  • Mundtrockenheit
  • Übelkeit

Selten:

  • Herzrhythmusstörungen
  • Hypokaliämie (bei hohen Dosen)
  • Paradoxer Bronchospasmus
  • Allergische Reaktionen

Hinweis: Viele Nebenwirkungen treten bei oraler Einnahme häufiger auf als bei Inhalation. Die lokale Anwendung minimiert systemische Effekte.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit:

  • Betablocker – können Wirkung von Salbutamol aufheben
  • Nicht-selektive Betablocker bei Asthma meiden!
  • MAO-Hemmer – verstärkte kardiovaskuläre Effekte
  • Trizyklische Antidepressiva – verstärkte Herzwirkung
  • Kortikoide, Diuretika – erhöhtes Hypokaliämie-Risiko

Synergistische Wirkung mit:

  • Inhalativen Kortikoiden (sinnvolle Kombination)
  • Anticholinergika (z.B. Ipratropium)

Hinweis: Bei stabilem Asthma sollte Salbutamol möglichst selten gebraucht werden – häufiger Bedarf zeigt unzureichende Kontrolle an.

Häufige Fragen

Bei Bedarf, maximal 12 Hübe pro Tag bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, maximal 6 Hübe pro Tag bei Kindern von 4 bis 11 Jahren. Die Höchstmenge kann je nach Präparat abweichen, bitte beachten Sie die Packungsbeilage. Wichtiger Hinweis: Wenn Sie es mehr als 2x pro Woche brauchen (außer vor Sport), ist Ihr Asthma nicht gut kontrolliert – sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Basistherapie.

Tremor (Zittern) ist eine häufige Nebenwirkung von Beta-2-Sympathomimetika. Er betrifft meist die Hände und ist harmlos. Bei korrekter Inhalationstechnik mit Spacer tritt er seltener auf.

Ja, 1-2 Hübe 15-30 Minuten vor dem Sport können belastungsinduziertes Asthma verhindern. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob dies in Ihrem Fall sinnvoll ist.

Nein, Salbutamol ist ein Bronchodilatator (Bronchienerweiterer) und kein Kortison. Es wirkt schnell symptomatisch, hat aber keine entzündungshemmende Wirkung. Für die Langzeitkontrolle von Asthma sind inhalative Kortikoide wichtig.

Wenn ein akuter Asthmaanfall nicht auf Salbutamol anspricht, handelt es sich um einen Notfall. Rufen Sie sofort den Notarzt (112). Bei nachlassender Wirkung im Alltag: Arzt aufsuchen, die Asthmakontrolle muss überprüft werden.

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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