Zum Hauptinhalt springen
deinrezept Logo
Paracetamol
Schmerzen

Paracetamol

Magenfreundliches Schmerz- und Fiebermittel – in höherer Dosierung verschreibungspflichtig.

Verschreibungspflichtig
Schnellnavigation

Was ist Paracetamol?

Paracetamol (Acetaminophen) ist ein Schmerz- und Fiebermittel. Es wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend, hat aber im Gegensatz zu NSAR keine nennenswerte entzündungshemmende Wirkung.

Der große Vorteil von Paracetamol ist die gute Magenverträglichkeit. Die gelegentliche Anwendung hat keinen signifikanten Einfluss auf die Blutungsneigung. Bei wiederholter Einnahme über länger als eine Woche verstärkt Paracetamol jedoch die Wirkung von Gerinnungshemmern. In der Schwangerschaft kann es angewendet werden, falls es klinisch erforderlich ist.

In niedrigen Dosierungen ist Paracetamol rezeptfrei. Höhere Einzeldosen und Kombinationspräparate (z. B. Talvosilen forte® mit Codein) sind verschreibungspflichtig.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Paracetamol

Der genaue Wirkmechanismus von Paracetamol ist bis heute nicht vollständig geklärt:

Vermutete Mechanismen:

  • Hemmung der Prostaglandin-Synthese im zentralen Nervensystem (ZNS)
  • Beeinflussung des Serotonin-Systems
  • Aktivierung absteigender, schmerzhemmender Bahnen
  • Möglicherweise Beteiligung des Endocannabinoid-Systems

Wirkprofil:

  • Analgetisch: Schmerzlindernd (leichte bis mäßige Schmerzen)
  • Antipyretisch: Fiebersenkend
  • Nicht antiphlogistisch: Keine relevante Entzündungshemmung

Pharmakokinetik:

  • Wirkungseintritt: 30–60 Minuten
  • Wirkdauer: 4–6 Stunden
  • Wird in der Leber metabolisiert

Für wen ist es geeignet?

Paracetamol ist geeignet für:

  • Leichte bis mäßig starke Schmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Zahnschmerzen
  • Fieber
  • Erkältungsbeschwerden
  • Schmerzen in der Schwangerschaft, falls klinisch erforderlich
  • Patienten mit Magenerkrankungen (keine GI-Toxizität)
  • Patienten unter Antikoagulanzien bei gelegentlicher Anwendung (langfristige Anwendung nur unter medizinischer Aufsicht)

Nicht geeignet:

  • Bei schwerer Leberinsuffizienz
  • Bei Alkoholabhängigkeit (erhöhte Lebertoxizität)
  • Bei starken Entzündungsschmerzen (keine antiphlogistische Wirkung)

Verfügbare Dosierungen

Tabletten:

  • 500 mg, 1000 mg

Zäpfchen:

  • 500 mg, 1000 mg

Übliche Dosierung (Erwachsene):

  • 500–1000 mg alle 4–6 Stunden
  • Maximale Tagesdosis: 4000 mg (4 g)

Bei Lebererkrankung oder Untergewicht:

  • Maximale Tagesdosis: 2000 mg (2 g)

Wichtig: Die maximale Tagesdosis darf nicht überschritten werden – Leberschäden drohen!

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog sind 5 Packungsvarianten gelistet: 2 Stärken in 4 Packungsgrößen. Die Packungen reichen von 10 bis 50 Stück.

Darreichungsform
Tablette
Stärken
500 mg, 1000 mg
Packungsgrößen
10 Stück, 20 Stück, 30 Stück, 50 Stück
StärkePackungPZNReichweite
500 mg10 Stück012344730 Tage
500 mg20 Stück011261110 Tage
500 mg30 Stück048604260 Tage
500 mg50 Stück089993450 Tage
1000 mg10 Stück092639360 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Tabletten mit Wasser einnehmen
  • Unabhängig von Mahlzeiten
  • Mindestabstand zwischen Einzeldosen: 4–6 Stunden

Wichtige Hinweise:

  • Maximale Tagesdosis von 4 g niemals überschreiten
  • Auf versteckte Paracetamol-Quellen achten (Erkältungsmittel, Kombinationspräparate)
  • Kein Alkohol während der Einnahme
  • Bei Leberproblemen geringere Dosis

Überdosierung – Notfall! Schon die einmalige Einnahme der Tagesgesamtdosis kann zu schweren Leberschäden führen. Ab ca. 6 g als Einzeldosis (Erwachsene) werden Leberzellen zerstört. Sofort Notarzt rufen! Gegenmittel: N-Acetylcystein (muss früh gegeben werden).

Gegenanzeigen

Paracetamol darf nicht eingenommen werden bei:

  • Schwerer Leberinsuffizienz
  • Überempfindlichkeit gegen Paracetamol

Vorsicht bei:

  • Leichter bis mäßiger Leberinsuffizienz
  • Chronischem Alkoholkonsum
  • Niereninsuffizienz
  • Untergewicht / Mangelernährung (geringere Glutathion-Reserven)
  • Gilbert-Syndrom

Schwangerschaft: Falls klinisch erforderlich, kann Paracetamol in der Schwangerschaft angewendet werden. Es sollte dann in der geringsten wirksamen Dosis, für den kürzest möglichen Zeitraum, so selten wie möglich und nicht in Kombination mit anderen Arzneimitteln angewendet werden.

Stillzeit: Kann in therapeutischen Dosen eingenommen werden. Geringe Mengen gehen in die Muttermilch über. Unerwünschte Wirkungen während des Stillens sind bislang nicht bekannt.

Mögliche Nebenwirkungen

Bei bestimmungsgemäßer Anwendung: Paracetamol ist in therapeutischer Dosierung sehr gut verträglich.

Selten:

  • Allergische Hautreaktionen
  • Blutbildveränderungen
  • Bronchospasmus (bei Prädisposition)

Bei Überdosierung (> 4 g/Tag):

  • Schwere Leberschäden (Leberversagen möglich!)
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Die Symptome treten oft erst nach 24–48 Stunden auf
  • Sofortige Notfallbehandlung erforderlich

Wichtig: Die Toxizität bei Überdosierung ist das größte Risiko von Paracetamol. Der therapeutische Bereich ist eng.

Wechselwirkungen

Relevante Wechselwirkungen:

  • Warfarin/Marcumar – bei regelmäßiger Einnahme kann der INR ansteigen
  • Carbamazepin, Phenytoin, Rifampicin – beschleunigter Paracetamol-Abbau, erhöhte Toxizität
  • Alkohol – erhöhtes Risiko für Leberschäden
  • Metoclopramid – beschleunigte Paracetamol-Aufnahme

Vorteil: Im Gegensatz zu NSAR keine relevanten Wechselwirkungen mit Blutdruckmitteln, kein erhöhtes GI-Blutungsrisiko, keine Beeinflussung der Thrombozytenfunktion.

Häufige Fragen

Paracetamol wird in der Leber abgebaut. Bei Überdosierung entsteht ein toxischer Metabolit (NAPQI), der die Leberzellen zerstört. Die Glutathion-Reserven der Leber werden erschöpft und können das Gift nicht mehr neutralisieren. Dies kann zu Leberversagen führen.

Ja, die Kombination ist möglich und wird bei stärkeren Schmerzen sogar empfohlen, da beide über unterschiedliche Mechanismen wirken. Beachten Sie die jeweiligen Maximaldosen. Fragen Sie Ihren Arzt zur genauen Dosierung.

Paracetamol hemmt die Prostaglandinsynthese vorwiegend im Gehirn, nicht im peripheren Gewebe. Daher wirkt es gegen Schmerz und Fieber, aber nicht gegen Entzündungen in Gelenken oder Muskeln.

Falls klinisch erforderlich, kann Paracetamol während der Schwangerschaft angewendet werden. Es sollte in der niedrigsten wirksamen Dosis, so kurz und so selten wie möglich und nicht zusammen mit anderen Arzneimitteln eingenommen werden.

Ähnliche Medikamente

Passt Paracetamol zu Ihnen?

Ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Diskret und sicher.

Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Paracetamol | Magenfreundliches Schmerzmittel | deinrezept