Was ist Minulet?
Minulet® ist eine hormonelle Kombinationspille, auch bekannt als Mikropille, die zwei synthetische weibliche Geschlechtshormone enthält: das Gestagen Gestoden und das Östrogen Ethinylestradiol. Aufgrund ihres niedrigen Hormongehalts zählt sie zu den niedrig dosierten oralen Kontrazeptiva und dient der Schwangerschaftsverhütung.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Gestoden 0,075 mg, Ethinylestradiol 0,03 mg
Minulet® schützt durch das Zusammenspiel ihrer Hormone vor einer Schwangerschaft, indem sie mehrere Mechanismen beeinflusst:
Ovulationshemmung: Die enthaltenen Hormone unterdrücken den monatlichen Eisprung, sodass keine befruchtungsfähige Eizelle freigesetzt wird.
Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim im Gebärmutterhals wird verdickt und undurchlässiger für Spermien, wodurch deren Aufstieg in die Gebärmutter erschwert wird.
Beeinflussung der Gebärmutterschleimhaut: Die Gebärmutterschleimhaut wird verändert, wodurch sich theoretisch die Wahrscheinlichkeit einer Einnistung verringert.
Für wen ist es geeignet?
Minulet® ist geeignet für Frauen, die:
- Eine hormonelle Methode zur Schwangerschaftsverhütung wünschen.
- Eine niedrig dosierte Pille bevorzugen.
Verfügbare Dosierungen
Wirkstoffgehalt:
- Gestoden: 0,075 mg pro Tablette
- Ethinylestradiol: 0,03 mg pro Tablette
Minulet® ist in Blisterpackungen mit 21 überzogenen Tabletten erhältlich. Die gängigen Packungsgrößen sind 3x21 und 6x21 Tabletten.
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Überzogene Tablette
- Stärken
- 0,03 mg/0,075 mg
- Packungsgrößen
- 63 Stk
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 0,03 mg/0,075 mg | 63 Stk | 04965102 | 84 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Beginn der Einnahme: Beginnen Sie die Einnahme von Minulet® idealerweise am ersten Tag Ihrer Monatsblutung. Dies gewährleistet sofortigen Empfängnisschutz. Wenn Sie erst am 2. bis 5. Tag Ihres Zyklus beginnen, verwenden Sie in den ersten 7 Tagen zusätzlich eine nicht-hormonelle Verhütungsmethode (z.B. Kondome).
Regelmäßige Einnahme: Nehmen Sie über 21 aufeinanderfolgende Tage täglich eine Tablette zur gleichen Zeit ein. Nach 21 Tagen folgt eine 7-tägige Einnahmepause. Während dieser Pause tritt üblicherweise eine Entzugsblutung auf, die der normalen Monatsblutung ähnelt. Am achten Tag beginnen Sie mit einem neuen Blisterstreifen, auch wenn die Blutung noch anhält.
Vergessene Einnahme:
- Innerhalb von 12 Stunden: Holen Sie die Einnahme der vergessenen Tablette sofort nach. Der Empfängnisschutz bleibt erhalten.
- Nach mehr als 12 Stunden: Der Empfängnisschutz kann beeinträchtigt sein. Nehmen Sie die letzte vergessene Tablette sofort ein, auch wenn dies bedeutet, zwei Tabletten an einem Tag einzunehmen. Fahren Sie mit der restlichen Packung wie gewohnt fort. Verwenden Sie zusätzlich für die nächsten 7 Tage eine Barrieremethode (z.B. Kondome). Wenn diese 7 Tage über die letzte Tablette des aktuellen Blisterstreifens hinausreichen, beginnen Sie direkt ohne Einnahmepause mit dem nächsten Blisterstreifen. Die Entzugsblutung kommt dann meist erst nach diesem Streifen, Schmier- oder Zwischenblutungen sind möglich. Bleibt sie danach aus, muss vor dem nächsten Streifen eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Beachten Sie die genauen Anweisungen in der Packungsbeilage, insbesondere wenn die vergessene Tablette in der ersten Einnahmewoche oder kurz vor der Pillenpause liegt.
Erbrechen oder Durchfall: Bei Erbrechen oder Durchfall in den ersten 4 Stunden nach der Einnahme werden die Wirkstoffe möglicherweise nicht vollständig aufgenommen. Nehmen Sie dann eine Tablette aus einer Reservepackung ein und gehen Sie vor wie bei einer vergessenen Tablette.
Gegenanzeigen
Darf nicht eingenommen werden bei:
- Bestehenden oder früheren venösen oder arteriellen Thrombosen (z.B. tiefe Beinvenenthrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt, Schlaganfall).
- Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall.
- Angina pectoris.
- Einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns (TIA), auch in der Vorgeschichte.
- Migräne mit fokalen neurologischen Symptomen in der Vorgeschichte.
- Diabetes mellitus mit Gefäßschäden.
- Bekannter erblicher oder erworbener Neigung zu Blutgerinnseln in Venen oder Arterien (z.B. APC-Resistenz einschließlich Faktor-V-Leiden, Antithrombin-III-, Protein-C- oder Protein-S-Mangel, Hyperhomocysteinämie, Antiphospholipid-Antikörper).
- Größeren Operationen mit längerer Ruhigstellung (Immobilisierung).
- Hohem Risiko für Blutgerinnsel in Venen oder Arterien durch mehrere Risikofaktoren zusammen.
- Schwerem oder unkontrolliertem Bluthochdruck.
- Schweren Fettstoffwechselstörungen.
- Erkrankungen der Herzkranzgefäße, Herzklappenerkrankungen oder Herzrhythmusstörungen.
- Nicht abgeklärten vaginalen Blutungen.
- Bestehenden oder vermuteten hormonabhängigen Tumoren (z.B. Brustkrebs, Gebärmutterkrebs).
- Gutartigen oder bösartigen Lebertumoren (Leberadenome oder -karzinome).
- Bestehenden Lebererkrankungen, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben.
- Bestehender oder früherer Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) bei stark erhöhten Blutfettwerten (Triglyceriden).
- Überempfindlichkeit gegenüber Gestoden, Ethinylestradiol oder einem der sonstigen Bestandteile.
- Gleichzeitiger Behandlung einer Hepatitis C mit Arzneimitteln, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir enthalten.
- Seltener erblicher Fructose- oder Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Sucrase-Isomaltase-Mangel (Minulet® enthält Lactose und Saccharose).
Schwangerschaft und Stillzeit: Vor der ersten Einnahme muss eine Schwangerschaft ausgeschlossen sein. Tritt während der Einnahme eine Schwangerschaft ein, wird Minulet® sofort abgesetzt. In der Stillzeit wird die Anwendung bis zum vollständigen Abstillen im Allgemeinen nicht empfohlen, da die Milchmenge abnehmen kann und geringe Mengen der Hormone in die Muttermilch übergehen. Nach einer Entbindung beginnen Frauen, die nicht stillen, wegen des erhöhten Thromboserisikos frühestens 28 Tage danach mit der Einnahme.
Lesen Sie die Packungsbeilage sorgfältig durch und besprechen Sie Ihre Krankengeschichte mit Ihrem Arzt.
Mögliche Nebenwirkungen
Sehr häufige Nebenwirkungen (mindestens 1 von 10 Anwenderinnen):
- Zwischenblutungen oder Schmierblutungen
Häufige Nebenwirkungen (1 bis 10 von 100 Anwenderinnen, Auswahl):
- Kopfschmerzen
- Schmerzen oder Spannungsgefühl in der Brust
- Gewichtsveränderungen (Zunahme oder Abnahme)
- Stimmungsschwankungen, einschließlich Depression, und Veränderungen des sexuellen Verlangens
- Übelkeit, Bauchschmerzen
- Akne
- Nervosität, Schwindelgefühl
- Scheidenentzündung, einschließlich Pilzinfektion
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
Gelegentliche Nebenwirkungen (1 bis 10 von 1.000 Anwenderinnen, Auswahl):
- Blutdruckanstieg
- Veränderungen der Blutfettwerte
- Hautausschlag, Chloasma (Melasma), vermehrte Körperbehaarung, Haarausfall
Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen:
- Blutgerinnsel in Venen (venöse Thromboembolie, z.B. tiefe Beinvenenthrombose, Lungenembolie)
- Blutgerinnsel in Arterien (arterielle Thromboembolie, z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall, vorübergehende Durchblutungsstörung des Gehirns)
Jede kombinierte Pille erhöht im Vergleich zur Nichtanwendung das Risiko für Blutgerinnsel in den Venen. Pillen mit Gestoden wie Minulet® können ein bis zu doppelt so hohes Risiko haben wie Pillen mit Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron. Schätzungsweise 9 bis 12 von 10.000 Frauen, die eine Gestoden-haltige Pille anwenden, erleiden im Verlauf eines Jahres ein Blutgerinnsel in einer Vene. Bei Frauen, die keine kombinierte hormonelle Verhütung anwenden und nicht schwanger sind, sind es etwa 2 von 10.000. Das Risiko ist im ersten Anwendungsjahr am höchsten und kann auch erhöht sein, wenn die Einnahme nach einer Pause von 4 oder mehr Wochen wieder begonnen wird. Das Risiko für Blutgerinnsel in Venen oder Arterien steigt unter anderem mit dem Alter (insbesondere über 35 Jahre), mit starkem Übergewicht (BMI über 30), mit Rauchen, bei längerer Ruhigstellung und wenn Eltern oder Geschwister, vor allem vor dem 50. Lebensjahr, ein Blutgerinnsel hatten. Frauen, die die Pille anwenden möchten, wird geraten, nicht zu rauchen. Frauen über 35 Jahren, die weiterhin rauchen, wird dringend eine andere Verhütungsmethode empfohlen.
Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf und sagen Sie dort, dass Sie die Pille einnehmen, wenn Anzeichen eines Blutgerinnsels auftreten, z.B. einseitige Schwellung oder Schmerzen im Bein, plötzliche Atemnot, plötzlicher Husten, möglicherweise mit Blut, stechender Brustschmerz, Schmerz oder Druckgefühl in der Brust, plötzliche Taubheit oder Schwäche in Gesicht, Arm oder Bein, plötzliche Sehstörungen oder plötzliche, starke Kopfschmerzen.
Tumoren: Bei Frauen, die die Pille anwenden, wird Brustkrebs etwas häufiger festgestellt. Dieses leicht erhöhte Risiko geht innerhalb von 10 Jahren nach dem Absetzen allmählich zurück, ein ursächlicher Zusammenhang ist nicht belegt. Einige Studien weisen auf ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterhalskrebs hin. Der wichtigste Risikofaktor dafür ist eine anhaltende Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV). Sehr selten wurde über gutartige Lebertumoren (Leberadenome) berichtet, äußerst selten kann Leberkrebs mit der Einnahme in Zusammenhang stehen. Ein Leberadenom kann reißen und lebensgefährliche Blutungen im Bauchraum verursachen. Wenden Sie sich bei starken Schmerzen im Oberbauch an Ihren Arzt.
Eine vollständige Liste der möglichen Nebenwirkungen finden Sie in der Packungsbeilage.
Depressionen: Depressive Verstimmungen und Depressionen sind bekannte Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel. Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid. Wenden Sie sich bei Stimmungsschwankungen oder depressiven Beschwerden an Ihren Arzt, auch wenn diese kurz nach Beginn der Einnahme auftreten.
Bei anhaltenden oder schwerwiegenden Beschwerden konsultieren Sie bitte Ihren Arzt.
Wechselwirkungen
Nicht gleichzeitig anwenden:
- Arzneimittel gegen Hepatitis C, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir enthalten. Vor Beginn einer solchen Behandlung wird auf eine andere Verhütungsmethode umgestellt (Pille ohne Östrogen oder nicht-hormonelle Methode). Minulet® kann 2 Wochen nach Ende der Behandlung wieder begonnen werden.
Arzneimittel, die den Empfängnisschutz abschwächen können:
- Mittel gegen Epilepsie wie Phenytoin, Carbamazepin, Primidon, Barbiturate oder Topiramat (vermutet auch für Oxcarbazepin und Felbamat)
- Rifampicin und Rifabutin
- Griseofulvin, Modafinil, Dexamethason, Phenylbutazon
- Einige Proteasehemmer und Ritonavir
- Johanniskraut
Verwenden Sie bei solchen Mitteln während der Behandlung und mindestens 28 Tage danach zusätzlich eine nicht-hormonelle Verhütungsmethode (z.B. Kondome). Wenn die Behandlung mit dem anderen Arzneimittel über das Ende des aktuellen Blisterstreifens hinausgeht, beginnen Sie ohne Einnahmepause direkt mit dem nächsten Streifen. Bei längerer Behandlung mit solchen Mitteln sollte eine kombinierte Pille nicht die hauptsächliche Verhütungsmethode sein.
Minulet® kann die Wirkung anderer Arzneimittel verändern:
- Die Blutspiegel von Ciclosporin, Theophyllin und Kortikosteroiden können steigen, der Blutspiegel von Lamotrigin kann sinken.
- Die Dosis von Tabletten gegen Diabetes oder von Insulin muss gegebenenfalls angepasst werden.
Informieren Sie Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, auch über pflanzliche Mittel.
Häufige Fragen
Minulet® ist eine niedrig dosierte Mikropille, die das Gestagen Gestoden und das Östrogen Ethinylestradiol enthält. Sie verhütet eine Schwangerschaft, indem sie den Eisprung unterdrückt, den Zervixschleim verdickt und die Gebärmutterschleimhaut verändert, wodurch sich theoretisch die Wahrscheinlichkeit einer Einnistung verringert.
Sie nehmen Minulet® über 21 Tage täglich zur gleichen Zeit ein, gefolgt von einer 7-tägigen Einnahmepause. Danach beginnen Sie mit einem neuen Blisterstreifen. Die erste Tablette sollte idealerweise am ersten Tag Ihrer Monatsblutung eingenommen werden. Wenn Sie erst am 2. bis 5. Tag Ihres Zyklus beginnen, verwenden Sie in den ersten 7 Tagen zusätzlich eine nicht-hormonelle Verhütungsmethode (z.B. Kondome).
Wenn Sie die Einnahme innerhalb von 12 Stunden nachholen, bleibt der Empfängnisschutz erhalten. Bei einer Überschreitung von mehr als 12 Stunden kann der Schutz eingeschränkt sein. In diesem Fall sollten Sie die vergessene Pille so schnell wie möglich einnehmen und für die nächsten 7 Tage zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondom) verwenden. Wenn diese 7 Tage über die letzte Tablette des aktuellen Blisterstreifens hinausreichen, beginnen Sie direkt ohne Einnahmepause mit dem nächsten Blisterstreifen. Beachten Sie die spezifischen Anweisungen in der Packungsbeilage.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





