Was ist Minette?
Minette® ist eine kombinierte hormonelle Antibabypille, auch Mikropille genannt, die zur Empfängnisverhütung eingesetzt wird. Sie enthält die weiblichen Geschlechtshormone Ethinylestradiol (ein Östrogen) und Chlormadinonacetat (ein Gestagen). Bei korrekter Anwendung liegt der Pearl-Index bei 0,29.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Chlormadinonacetat 2 mg, Ethinylestradiol 0,03 mg
Minette® verhindert eine Schwangerschaft durch das Zusammenspiel ihrer beiden Hormone über mehrere Mechanismen:
Ovulationshemmung: Die Hormone unterdrücken die Eireifung in den Eierstöcken und verhindern somit den Eisprung. Ohne Eisprung kann keine Befruchtung stattfinden.
Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim am Gebärmutterhals wird verdickt und undurchlässiger für Spermien, wodurch deren Aufstieg in die Gebärmutter erschwert wird.
Beeinflussung der Gebärmutterschleimhaut: Die Gebärmutterschleimhaut wird so verändert, dass sich eine eventuell doch befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.
Für wen ist es geeignet?
Minette® ist geeignet für Frauen, die:
- Einen hormonellen Empfängnisschutz wünschen.
- Eine Mikropille mit einer Kombination aus Ethinylestradiol und Chlormadinonacetat bevorzugen.
Generell wird Minette® oft Nichtraucherinnen unter 35 Jahren empfohlen. Die Eignung für Minette® hängt von individuellen Gesundheitsfaktoren und Risikoprofilen ab und sollte stets nach einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung und Beratung durch einen Arzt entschieden werden.
Verfügbare Dosierungen
Wirkstoffgehalt pro Filmtablette:
- Chlormadinonacetat: 2 mg
- Ethinylestradiol: 0,03 mg
Aufgrund des geringen Östrogengehalts zählt Minette® zu den Mikropillen. Die Einnahme erfolgt in der Regel an 21 aufeinanderfolgenden Tagen pro Zyklus.
Einnahmehinweise
Beginn der Einnahme: Idealerweise beginnen Sie mit der Einnahme der ersten Tablette am ersten Tag Ihrer Monatsblutung. Dies gewährleistet einen sofortigen Empfängnisschutz. Sie können auch am 2. bis 5. Tag Ihres Zyklus beginnen, unabhängig davon, ob die Blutung schon aufgehört hat. Dann müssen Sie in den ersten 7 Einnahmetagen zusätzlich mechanisch verhüten, z. B. mit Kondomen.
Reguläre Einnahme: Nehmen Sie 21 Tage lang täglich eine Tablette Minette® oral ein. Wählen Sie eine feste Uhrzeit, vorzugsweise abends vor dem Schlafengehen, um die Einnahme nicht zu vergessen. Nach 21 Tagen folgt eine 7-tägige Einnahmepause, in der normalerweise eine Entzugsblutung eintritt. Am Tag nach dieser 7-tägigen Pause beginnen Sie einen neuen Blisterstreifen, unabhängig davon, ob die Blutung beendet ist oder nicht.
Erbrechen oder Durchfall: Wenn Sie innerhalb von 4 Stunden nach der Einnahme erbrechen oder wenn Sie schweren Durchfall haben, werden die Wirkstoffe möglicherweise nicht vollständig aufgenommen und der Empfängnisschutz ist nicht mehr zuverlässig. Gehen Sie dann wie bei einer vergessenen Tablette vor (siehe unten) und nehmen Sie Minette® weiter ein.
Vergessene Einnahme:
- Innerhalb von 12 Stunden: Holen Sie die Einnahme sofort nach. Der Empfängnisschutz bleibt erhalten. Nehmen Sie die nächste Tablette zur gewohnten Zeit ein.
- Nach mehr als 12 Stunden: Holen Sie die Einnahme der vergessenen Tablette sofort nach, auch wenn dies bedeutet, zwei Tabletten an einem Tag einzunehmen. Der Empfängnisschutz könnte beeinträchtigt sein. Verwenden Sie für die nächsten sieben Tage zusätzlich eine mechanische Verhütungsmethode (z.B. Kondome). Wurde die Tablette in der ersten Einnahmewoche vergessen und hatten Sie in den 7 Tagen davor (einschließlich der Einnahmepause) Geschlechtsverkehr, kann eine Schwangerschaft nicht ausgeschlossen werden. Enthält der laufende Blisterstreifen weniger als 7 Tabletten, beginnen Sie direkt nach der letzten Tablette ohne Pause mit dem nächsten Streifen. Bleibt nach dem zweiten Streifen die Entzugsblutung aus, sollte ein Schwangerschaftstest gemacht werden. Beachten Sie auch die Anweisungen in der Packungsbeilage.
Gegenanzeigen
Minette® darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Chlormadinonacetat, Ethinylestradiol oder einen der sonstigen Bestandteile.
- Bestehenden oder früheren Blutgerinnseln (Thrombosen), z.B. in den Beinen (tiefe Venenthrombose) oder der Lunge (Lungenembolie).
- Bestehenden oder früheren Herzinfarkten oder Schlaganfällen.
- Diabetes mellitus mit Gefäßschädigung oder entgleistem Diabetes mellitus.
- Unkontrolliertem Bluthochdruck (regelmäßige Werte über 140/90 mmHg).
- Migräne mit Aura (fokalen neurologischen Symptomen), auch in der Vorgeschichte.
- Lebererkrankungen wie Hepatitis, Gelbsucht oder Leberfunktionsstörungen, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben.
- Bestehenden oder früheren Lebertumoren.
- Ungeklärten vaginalen Blutungen.
- Bestehender oder vermuteter Schwangerschaft.
- Stillzeit.
- Geplanten Operationen oder längerer Bettlägerigkeit.
- Bekannter erblicher oder erworbener Neigung zu Blutgerinnseln, z. B. APC-Resistenz (einschließlich Faktor-V-Leiden), Antithrombin-III-, Protein-C- oder Protein-S-Mangel, Hyperhomocysteinämie oder Antiphospholipid-Antikörpern.
- Angina pectoris oder einer bestehenden oder früheren vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns (TIA).
- Hohem Risiko für Blutgerinnsel durch mehrere Risikofaktoren oder einen schwerwiegenden Risikofaktor wie schwere Fettstoffwechselstörungen.
- Bestehenden oder früheren hormonempfindlichen bösartigen Tumoren, z. B. Brust- oder Gebärmutterkrebs.
- Meningeom oder Meningeom in der Vorgeschichte.
- Bestehender oder früherer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, wenn diese mit stark erhöhten Blutfetten (schwere Hypertriglyzeridämie) verbunden ist.
- Porphyrie.
- Schweren Depressionen.
- Gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln gegen Hepatitis C mit Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, mit Glecaprevir/Pibrentasvir oder mit Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir.
- Juckreiz am ganzen Körper oder Gallenstau (Cholestase), insbesondere in einer früheren Schwangerschaft oder unter einer Östrogenbehandlung.
- Dubin-Johnson-Syndrom, Rotor-Syndrom oder Störungen der Gallensekretion.
- Starken Oberbauchschmerzen, Lebervergrößerung oder Anzeichen von Blutungen im Bauchraum.
- Erstmaligem Auftreten migräneartiger oder gehäuftem Auftreten ungewohnt starker Kopfschmerzen.
- Plötzlichen Ausfällen der Sinne, z. B. Seh- oder Hörstörungen, oder Bewegungsstörungen, insbesondere Lähmungen.
- Zunahme epileptischer Anfälle.
- Otosklerose, die sich in früheren Schwangerschaften verschlechtert hat.
- Ungeklärtem Ausbleiben der Regelblutung.
- Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie).
Tritt eine dieser Erkrankungen während der Einnahme auf, muss Minette® sofort abgesetzt werden.
Besondere Vorsicht ist geboten bei:
- Raucherinnen. Frauen über 35 Jahren, die rauchen, sollen eine andere Verhütungsmethode anwenden.
- Frauen über 35 Jahren.
- Übergewicht.
- Bestehendem Bluthochdruck (unter Kontrolle).
Bitte informieren Sie Ihren Arzt über alle Vorerkrankungen und Risikofaktoren. Kombinierte hormonale Verhütungsmittel erhöhen das Risiko für Blutgerinnsel in den Venen (venöse Thromboembolie), am stärksten im ersten Anwendungsjahr. Schätzungsweise erleiden pro Jahr etwa 6 bis 9 von 10.000 Frauen, die eine Pille mit Chlormadinonacetat wie Minette® einnehmen, ein solches Blutgerinnsel, gegenüber etwa 2 von 10.000 Frauen, die kein kombiniertes hormonales Verhütungsmittel anwenden und nicht schwanger sind. Das Risiko kann bis zu 1,25-fach höher sein als bei Pillen mit Levonorgestrel.
Mögliche Nebenwirkungen
Sehr häufige Nebenwirkungen (können mehr als 1 von 10 Anwenderinnen betreffen):
- Kopfschmerzen
- Missempfindungen in der Brust
- Übelkeit
- Vaginaler Ausfluss
- Schmerzhafte Monatsblutungen
- Durchbruchblutungen, Schmierblutungen oder Ausbleiben der Periodenblutung
Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Anwenderinnen betreffen):
- Migräne oder deren Verschlechterung
- Müdigkeit, Schwindel
- Erbrechen
- Depressive Verstimmung, Nervosität, Reizbarkeit
- Akne
- Sehstörungen
- Schweregefühl in den Beinen, Schmerzen im Unterbauch
- Anstieg des Blutdrucks
- Wasseransammlung (Ödeme)
- Gewichtszunahme
Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 1.000 Anwenderinnen betreffen):
- Blutgerinnsel in Venen oder Arterien (venöse oder arterielle Thromboembolie), z. B. tiefe Beinvenenthrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt oder Schlaganfall
Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf, wenn Anzeichen eines Blutgerinnsels auftreten, z. B. einseitige Schwellung oder Schmerzen im Bein, plötzliche Kurzatmigkeit, stechender Brustschmerz, plötzliches Taubheitsgefühl oder Schwäche in Gesicht, Arm oder Bein, plötzliche Sehstörungen oder plötzliche, schwere Kopfschmerzen. Sagen Sie dabei, dass Sie die Pille einnehmen.
Tumoren: Während der Einnahme kombinierter Pillen ist das Brustkrebsrisiko geringfügig erhöht. Nach dem Absetzen geht das erhöhte Risiko innerhalb von 10 Jahren allmählich auf das altersübliche Risiko zurück. Einige Studien weisen darauf hin, dass die Langzeitanwendung hormonaler Verhütungsmittel bei Frauen mit einer HPV-Infektion ein Risikofaktor für Gebärmutterhalskrebs ist. In seltenen Fällen wurden gutartige und noch seltener bösartige Lebertumoren beobachtet, die in Einzelfällen zu lebensbedrohlichen Blutungen im Bauchraum führten. Wenden Sie sich bei starken Schmerzen im Oberbauch sofort an Ihren Arzt. Unter Chlormadinonacetat wurde über Meningeome (Tumoren der Hirnhäute) berichtet, vor allem bei hohen Dosen und mehrjähriger Anwendung. Wird ein Meningeom festgestellt, muss Minette® abgesetzt werden.
Depressionen: Depressive Verstimmungen und Depressionen sind bekannte Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel. Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid. Wenden Sie sich bei Stimmungsschwankungen oder depressiven Symptomen an Ihren Arzt, auch wenn diese kurz nach Beginn der Einnahme auftreten.
Eine vollständige Liste der möglichen Nebenwirkungen finden Sie in der Packungsbeilage. Bitte lesen Sie diese sorgfältig durch und sprechen Sie bei Bedenken mit Ihrem Arzt.
Wechselwirkungen
Nicht gleichzeitig anwenden:
- Arzneimittel gegen Hepatitis C mit Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, mit Glecaprevir/Pibrentasvir oder mit Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir. Dabei traten erhöhte Leberwerte (ALT) auf. Vor Beginn einer solchen Behandlung muss auf eine andere Verhütungsmethode gewechselt werden. Zwei Wochen nach Ende der Behandlung kann Minette® wieder eingenommen werden.
Arzneimittel, die den Empfängnisschutz abschwächen können:
- z. B. Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Barbexaclon, Phenytoin, Primidon, Modafinil, Rifampicin, die HIV-Mittel Ritonavir, Nevirapin und Efavirenz sowie möglicherweise Felbamat, Griseofulvin, Oxcarbazepin, Topiramat und Johanniskraut
- Viele Kombinationen von HIV-Mitteln (Proteasehemmer, nichtnukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer), auch zusammen mit Mitteln gegen Hepatitis C, können die Hormonspiegel erhöhen oder senken.
Bei einer kurzen Behandlung mit einem Mittel, das Leberenzyme anregt, ist während der gesamten Behandlung und noch 28 Tage danach zusätzlich eine Barrieremethode (z. B. Kondome) nötig. Reicht die Behandlung über das Ende des Blisterstreifens hinaus, beginnen Sie ohne Einnahmepause direkt mit dem nächsten Streifen. Bei einer Langzeitbehandlung wird eine andere zuverlässige, nicht hormonale Verhütungsmethode empfohlen. Pflanzliche Mittel mit Johanniskraut sollten während der Einnahme von Minette® nicht verwendet werden.
Arzneimittel, die den Ethinylestradiol-Spiegel erhöhen können:
- z. B. Atorvastatin, Pilzmittel wie Fluconazol, Indinavir, Troleandomycin, Ascorbinsäure (Vitamin C) oder Paracetamol
Wirkung auf andere Arzneimittel:
- Minette® kann die Blutspiegel von z. B. Diazepam, Ciclosporin, Theophyllin und Prednisolon erhöhen und die von z. B. Lamotrigin, Clofibrat, Paracetamol, Morphin und Lorazepam senken.
- Bei Diabetes kann sich der Bedarf an Insulin oder blutzuckersenkenden Tabletten ändern.
Informieren Sie Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen oder vor Kurzem eingenommen haben.
Häufige Fragen
Minette® ist eine kombinierte Antibabypille (Mikropille), die die Hormone Ethinylestradiol und Chlormadinonacetat enthält. Sie wird zur hormonellen Empfängnisverhütung eingesetzt, um eine Schwangerschaft zu verhindern.
Sie nehmen 21 Tage lang täglich eine Tablette zur gleichen Zeit ein, gefolgt von einer 7-tägigen Einnahmepause. Nach dieser Pause beginnen Sie einen neuen Blisterstreifen. Es ist wichtig, die Einnahmezeit konstant einzuhalten.
Wenn Sie die Einnahme innerhalb von 12 Stunden nachholen, bleibt der Schutz erhalten. Bei einer Verzögerung von mehr als 12 Stunden kann der Schutz beeinträchtigt sein. Holen Sie die Einnahme nach und verwenden Sie für die nächsten 7 Tage zusätzlich eine mechanische Verhütungsmethode. Detaillierte Anweisungen finden Sie in der Packungsbeilage.
Wie bei allen kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln kann die Einnahme von Minette® das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln (Thrombosen) erhöhen. Ihr Arzt wird Ihre individuellen Risikofaktoren vor der Verschreibung sorgfältig prüfen.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





