Was ist Liana-ratiopharm?
Liana-ratiopharm® ist eine Kombinationspille zur hormonellen Empfängnisverhütung, die von der ratiopharm GmbH angeboten wird. Sie enthält die weiblichen Geschlechtshormone Levonorgestrel (ein Gestagen) und Ethinylestradiol (ein Östrogen) in einer niedrig dosierten Formulierung, um vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Levonorgestrel 0,1 mg, Ethinylestradiol 0,02 mg
Liana-ratiopharm® verhindert eine Schwangerschaft durch das Zusammenspiel ihrer beiden hormonellen Wirkstoffe, Levonorgestrel und Ethinylestradiol. Diese beeinflussen den natürlichen Hormonhaushalt der Frau durch mehrere Mechanismen:
Ovulationshemmung: Die Hormone unterdrücken den Eisprung, sodass keine reife Eizelle freigesetzt wird, die befruchtet werden könnte.
Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim am Gebärmutterhals wird dicker und zäher, was das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter erschwert oder verhindert.
Beeinflussung der Gebärmutterschleimhaut: Die Schleimhaut der Gebärmutter wird so verändert, dass sich eine eventuell doch befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.
Für wen ist es geeignet?
Liana-ratiopharm® ist geeignet für Frauen, die:
- Einen hormonellen Empfängnisschutz wünschen.
- Eine niedrig dosierte Kombinationspille bevorzugen.
- Von ihrem Gynäkologen diese Wirkstoffkombination empfohlen bekommen haben.
Verfügbare Dosierungen
Wirkstoffgehalt pro Filmtablette:
- Levonorgestrel: 0,1 mg
- Ethinylestradiol: 0,02 mg
Dosierungsform:
- Liana-ratiopharm® ist ein niedrig dosiertes Einphasenpräparat, bei dem jede Tablette die gleiche Menge an Wirkstoffen enthält.
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Stärken
- 0,1 mg/0,02 mg
- Packungsgrößen
- 63 Stk
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 0,1 mg/0,02 mg | 63 Stk | 02200772 | 84 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Beginn der Einnahme: Wenn Sie im Vormonat nicht hormonell verhütet haben, nehmen Sie die erste Tablette am ersten Tag Ihrer Monatsblutung ein. Sie können auch am 2. bis 5. Tag Ihres Zyklus (gezählt ab dem ersten Blutungstag) beginnen, wenden dann aber in den ersten 7 Tagen zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondome) an. Beim Wechsel von einem anderen Verhütungsmittel richtet sich der Beginn nach dem bisherigen Mittel, Einzelheiten stehen in der Packungsbeilage.
Regelmäßige Einnahme:
- Nehmen Sie 21 Tage lang täglich eine Filmtablette oral ein, jeden Tag ungefähr zur gleichen Uhrzeit.
- Die Tabletten sollten in der auf dem Blisterstreifen angegebenen Reihenfolge eingenommen werden.
- Nach 21 Tagen folgt eine 7-tägige Einnahmepause. Innerhalb dieser Pause setzt in der Regel eine Abbruchblutung ein.
- Beginnen Sie am achten Tag (nach der 7-tägigen Pause) mit einem neuen Blisterstreifen, unabhängig davon, ob die Blutung noch anhält.
Erbrechen oder Durchfall:
- Wenn Sie innerhalb von 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme einer Tablette erbrechen oder Durchfall haben, gehen Sie vor wie bei einer vergessenen Tablette (siehe unten). Wenn Sie Ihren gewohnten Einnahmerhythmus beibehalten möchten, nehmen Sie die zusätzliche Tablette aus einem anderen Blisterstreifen.
- Bei schweren Magen-Darm-Beschwerden werden die Wirkstoffe möglicherweise nicht vollständig aufgenommen. Wenden Sie dann zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondome) an.
Was tun bei vergessener Einnahme?
- Weniger als 12 Stunden Verzug: Nehmen Sie die vergessene Pille sofort ein und setzen Sie die Einnahme der weiteren Tabletten wie gewohnt fort. Der Empfängnisschutz bleibt erhalten.
- Mehr als 12 Stunden Verzug: Der Empfängnisschutz ist vermindert. Nehmen Sie die zuletzt vergessene Tablette ein, sobald Sie daran denken, auch wenn Sie dann zwei Tabletten zur gleichen Zeit einnehmen, und die weiteren Tabletten zur gewohnten Zeit. Die Einnahme darf nie länger als 7 Tage unterbrochen werden. Ob Sie zusätzlich 7 Tage lang eine Barrieremethode (z.B. Kondome) anwenden sollten und ob Sie ohne Einnahmepause mit dem nächsten Blisterstreifen beginnen, hängt von der Einnahmewoche ab, von der Zahl der vergessenen Tabletten und davon, ob Sie die Tabletten an den 7 Tagen davor richtig eingenommen haben. Lesen Sie dazu die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
- Mehrere Tabletten vergessen: Je mehr Tabletten Sie vergessen haben und je näher dies an der Einnahmepause liegt, desto größer ist das Risiko einer Schwangerschaft. Bleibt danach in der nächsten Einnahmepause die Abbruchblutung aus, muss vor der weiteren Einnahme eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden. Sprechen Sie dann mit Ihrem Arzt.
Gegenanzeigen
Liana-ratiopharm® darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Levonorgestrel, Ethinylestradiol, Soja, Erdnuss oder einen der sonstigen Bestandteile.
- Bestehender oder vermuteter Schwangerschaft.
- Stillzeit.
- Gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln gegen Hepatitis C, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir enthalten.
- Bestehenden oder früheren Blutgerinnseln (Thrombosen in den Beinen, Lungenembolie) oder anderen schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt.
- Bestehenden oder früheren schweren Lebererkrankungen, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben.
- Bestehenden oder früheren Lebertumoren (gutartig oder bösartig).
- Bekannten oder vermuteten bösartigen Tumoren, die von Geschlechtshormonen abhängen (z.B. der Geschlechtsorgane oder der Brust).
- Bekannter erblicher oder erworbener Neigung zu Blutgerinnseln in Venen oder Arterien (z.B. APC-Resistenz einschließlich Faktor-V-Leiden, Antithrombin-III-, Protein-C- oder Protein-S-Mangel, Hyperhomocysteinämie, Antiphospholipid-Antikörper).
- Vorstufen eines Gefäßverschlusses, z.B. Angina pectoris (Brustenge) oder einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Gehirns (transitorische ischämische Attacke, TIA), auch in der Vorgeschichte.
- Größeren Operationen mit längerer Ruhigstellung (Immobilisierung).
- Einem hohen Risiko für Blutgerinnsel in Venen oder Arterien, weil mehrere Risikofaktoren zusammenkommen.
- Migräne mit Aura, auch in der Vorgeschichte.
- Diabetes mellitus mit Gefäßschädigungen.
- Schwerem Bluthochdruck.
- Schweren Fettstoffwechselstörungen (Dyslipoproteinämie).
- Ungeklärten vaginalen Blutungen.
- Ausbleibender Monatsblutung mit unbekannter Ursache.
Tritt eine dieser Erkrankungen während der Einnahme zum ersten Mal auf, muss die Einnahme sofort beendet werden.
Besondere Vorsicht ist geboten bei:
- Brustkrebs in der Familie.
- Depressionen.
- Bluthochdruck.
- Epilepsie.
- Übergewicht (Body-Mass-Index über 30).
- Blutgerinnseln bei Eltern oder Geschwistern, besonders in jüngeren Jahren.
- Diabetes mellitus.
- Migräne.
- Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.
- Systemischem Lupus erythematodes.
- Erhöhten Blutfettwerten (Triglyzeride), auch in der Familie, wegen eines erhöhten Risikos für eine Bauchspeicheldrüsenentzündung.
- Erblichem oder erworbenem Angioödem.
- Rauchen. Frauen über 35 Jahre, die weiterhin rauchen, wird dringend eine andere Verhütungsmethode empfohlen.
- Alter über 35 Jahren.
- Anderen chronischen Beschwerden oder gesundheitlichen Risikofaktoren.
Eine vollständige Liste der Gegenanzeigen und Warnhinweise finden Sie in der Packungsbeilage.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 10 Anwenderinnen betreffen):
- Kopfschmerzen
- Bauchschmerzen, Übelkeit
- Stimmungsveränderungen, Depressionen
- Brustschmerzen
- Gewichtszunahme
Gelegentliche Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 100 Anwenderinnen betreffen):
- Verminderte Libido (Sexualtrieb)
- Durchfall, Erbrechen
- Migräne
- Wassereinlagerungen (Ödeme)
- Vergrößerung der Brüste
- Hautausschlag, Nesselsucht
Seltene Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 1.000 Anwenderinnen betreffen):
- Blutgerinnsel in einer Vene oder Arterie (venöse oder arterielle Thromboembolie), z.B. tiefe Beinvenenthrombose, Lungenembolie, Herzinfarkt oder Schlaganfall
- Überempfindlichkeitsreaktionen
Warnzeichen eines Blutgerinnsels: Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe auf und sagen Sie dort, dass Sie eine Kombinationspille einnehmen, wenn Anzeichen eines Blutgerinnsels auftreten, z.B. einseitige Schwellung, Schmerzen oder Überwärmung eines Beins, plötzliche unerklärliche Kurzatmigkeit oder schnelles Atmen, plötzlicher Husten (eventuell mit Blut), stechender Brustschmerz, Schmerz, Druck oder Engegefühl in der Brust, plötzliche Taubheit oder Schwäche einer Körperseite, plötzliche Seh- oder Sprechstörungen, plötzliche starke oder anhaltende Kopfschmerzen, starke Benommenheit oder Schwindel.
Depressionen: Depressive Verstimmung und Depression sind bekannte Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel. Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid. Wenden Sie sich bei Stimmungsschwankungen oder depressiven Symptomen an Ihren Arzt, auch wenn diese kurz nach Beginn der Einnahme auftreten.
Eine vollständige Liste aller möglichen Nebenwirkungen sowie deren Häufigkeit finden Sie in der Packungsbeilage. Bitte lesen Sie diese vor der Einnahme aufmerksam durch.
Wechselwirkungen
Arzneimittel, die die Verhütungswirkung abschwächen können:
- Wirkstoffe, die bestimmte Leberenzyme anregen, z.B. Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin, die HIV-Mittel Ritonavir, Nevirapin und Efavirenz sowie möglicherweise Felbamat, Griseofulvin, Oxcarbazepin, Topiramat und pflanzliche Mittel mit Johanniskraut. Sie können zu Durchbruchblutungen und zum Versagen der Verhütung führen.
- Bei einer kurzzeitigen Behandlung mit einem solchen Mittel ist zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondome) nötig, während der gesamten Behandlung und noch 28 Tage danach. Reicht die Behandlung über das Ende des Blisterstreifens hinaus, beginnen Sie ohne die übliche Einnahmepause direkt mit dem nächsten Blisterstreifen.
- Bei einer Langzeitbehandlung mit einem solchen Mittel wird eine andere, nicht hormonale Verhütungsmethode empfohlen.
- Mittel, die die Darmbewegung beschleunigen (z.B. Metoclopramid), können die Aufnahme der Hormone verringern.
- Viele Mittel gegen HIV und Hepatitis C (Proteasehemmer und nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer) können die Hormonspiegel erhöhen oder senken. Im Zweifel wird während einer solchen Behandlung zusätzlich eine Barrieremethode angewendet.
Arzneimittel, die die Hormonspiegel erhöhen können:
- Starke Hemmstoffe des Leberenzyms CYP3A4
- Etoricoxib (ein Schmerzmittel) kann den Spiegel von Ethinylestradiol erhöhen.
Nicht gleichzeitig anwenden:
- Arzneimittel gegen Hepatitis C mit Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, mit Glecaprevir/Pibrentasvir oder mit Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir, weil dabei erhöhte Leberwerte (ALT) aufgetreten sind. Vor Beginn einer solchen Behandlung wird auf eine andere Verhütungsmethode gewechselt (z.B. eine Pille nur mit Gestagen oder eine nicht hormonale Methode). Liana-ratiopharm® kann 2 Wochen nach dem Ende dieser Behandlung wieder eingenommen werden.
Wirkung von Liana-ratiopharm® auf andere Arzneimittel:
- Liana-ratiopharm® kann den Spiegel von Lamotrigin (Mittel gegen Epilepsie) so weit senken, dass es nicht mehr ausreichend wirkt.
- Liana-ratiopharm® kann die Spiegel von Ciclosporin, Theophyllin und Tizanidin erhöhen.
- Troleandomycin (ein Antibiotikum) kann zusammen mit der Pille das Risiko eines Gallenstaus in der Leber (intrahepatische Cholestase) erhöhen.
Labortests: Die Pille kann die Ergebnisse bestimmter Laboruntersuchungen beeinflussen, z.B. der Leber-, Schilddrüsen-, Nebennieren- und Nierenfunktion sowie der Blutgerinnung.
Informieren Sie Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden, auch über pflanzliche Mittel.
Häufige Fragen
Liana-ratiopharm® ist eine niedrig dosierte Kombinationspille zur hormonellen Empfängnisverhütung, die die Wirkstoffe Levonorgestrel und Ethinylestradiol enthält.
Sie nehmen 21 Tage lang täglich eine Tablette zur gleichen Zeit ein, gefolgt von einer 7-tägigen Einnahmepause. Nach der Pause beginnen Sie einen neuen Blisterstreifen, auch wenn die Blutung noch anhält.
Ja, wie bei allen kombinierten hormonellen Verhütungsmitteln erhöht die Einnahme von Liana-ratiopharm® das Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen) im Vergleich zu Frauen, die keine Pille verwenden. Das Risiko für Blutgerinnsel in den Venen ist im ersten Anwendungsjahr am höchsten. Es gibt zudem Hinweise, dass es erhöht ist, wenn Sie die Einnahme nach einer Pause von 4 oder mehr Wochen wieder beginnen. Es ist wichtig, mögliche Risikofaktoren mit Ihrem Arzt zu besprechen.
Wenn Sie die Pille um weniger als 12 Stunden zu spät einnehmen, ist der Empfängnisschutz noch gewährleistet – nehmen Sie die Pille sofort ein. Bei mehr als 12 Stunden Verzug ist der Schutz vermindert. Nehmen Sie dann die zuletzt vergessene Tablette sofort ein, auch wenn Sie dadurch zwei Tabletten zur gleichen Zeit einnehmen, und die weiteren Tabletten zur gewohnten Zeit. Ob Sie zusätzlich 7 Tage lang eine Barrieremethode wie Kondome anwenden sollten und ob Sie ohne Einnahmepause mit dem nächsten Blisterstreifen beginnen, hängt von der Einnahmewoche ab, von der Zahl der vergessenen Tabletten und davon, ob Sie die Tabletten an den 7 Tagen davor richtig eingenommen haben. Einzelheiten stehen in der Packungsbeilage, im Zweifel fragen Sie Ihren Arzt.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





