Was ist Georgette-20?
Georgette-20 ist eine Pille zur Schwangerschaftsverhütung. Jede Filmtablette enthält zwei weibliche Geschlechtshormone in geringer Menge: 3 mg Drospirenon (ein Gestagen) und 0,02 mg Ethinylestradiol (ein Östrogen). Pillen mit zwei Hormonen werden Kombinationspillen genannt. Alle 21 Tabletten eines Blisters sind gleich zusammengesetzt.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Drospirenon 3 mg, Ethinylestradiol 0,02 mg je Filmtablette
Die beiden Hormone in Georgette-20 verhindern vor allem den Eisprung. Außerdem verändern sie den Schleim am Gebärmutterhals und die Gebärmutterschleimhaut.
Der Schutz setzt voraus, dass die Tabletten regelmäßig eingenommen werden. Vergessene Tabletten, Erbrechen, starker Durchfall und manche anderen Arzneimittel oder pflanzlichen Mittel können ihn vermindern.
Für wen ist es geeignet?
Georgette-20 ist zur Schwangerschaftsverhütung zugelassen. Die Pille kommt für Frauen in Frage, die hormonell verhüten möchten und bei denen keine Gegenanzeige vorliegt.
Vor der Verordnung werden Vorerkrankungen und Risikofaktoren für Blutgerinnsel ärztlich geprüft, zum Beispiel Rauchen, Übergewicht, Alter und Blutgerinnsel bei nahen Verwandten.
Verfügbare Dosierungen
Wirkstoffgehalt je Filmtablette:
- Drospirenon: 3 mg
- Ethinylestradiol: 0,02 mg
Jeder Blister enthält 21 Filmtabletten. Alle Tabletten sind gleich zusammengesetzt. Eingenommen wird eine Tablette täglich an 21 aufeinanderfolgenden Tagen, danach folgen 7 Tage ohne Tabletten.
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Stärken
- 3 mg/0,02 mg
- Packungsgrößen
- 63 Stk
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 3 mg/0,02 mg | 63 Stk | 11236384 | 84 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Einnahme: Nehmen Sie 21 Tage lang jeden Tag eine Tablette Georgette-20 ein, möglichst immer zur gleichen Uhrzeit und bei Bedarf mit etwas Wasser. Danach folgen 7 Tage ohne Tabletten. In dieser Pause setzt meist eine Abbruchblutung ein. Am 8. Tag beginnen Sie mit dem nächsten Blister, auch wenn die Blutung noch anhält.
Beginn: Wenn Sie im Vormonat nicht hormonell verhütet haben, nehmen Sie die erste Tablette am ersten Tag Ihrer Monatsblutung. Dann besteht sofort Empfängnisschutz. Für den Wechsel von einem anderen Verhütungsmittel gelten eigene Regeln, die in der Packungsbeilage stehen.
Tablette vergessen: Weniger als 12 Stunden zu spät: Nehmen Sie die Tablette sofort ein und die nächste zur gewohnten Zeit. Der Empfängnisschutz bleibt bestehen. Mehr als 12 Stunden zu spät: Der Empfängnisschutz ist nicht mehr sicher. Holen Sie die vergessene Tablette so bald wie möglich nach, auch wenn Sie dann zwei Tabletten an einem Tag einnehmen. Wie es weitergeht, hängt von der Einnahmewoche ab und steht in der Packungsbeilage. In der ersten Einnahmewoche brauchen Sie 7 Tage lang zusätzlich ein Kondom.
Erbrechen oder starker Durchfall: Wenn Sie in den ersten 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme erbrechen oder starken Durchfall haben, gilt das wie eine vergessene Tablette.
Gegenanzeigen
Georgette-20 darf nicht eingenommen werden bei:
- Schwangerschaft
- einem Blutgerinnsel in einer Vene, zum Beispiel im Bein oder in der Lunge, auch wenn es früher aufgetreten ist
- einer bekannten erblichen oder erworbenen Neigung zu Blutgerinnseln in Venen oder Arterien, zum Beispiel APC-Resistenz (einschließlich Faktor-V-Leiden), Antithrombin-III-, Protein-C- oder Protein-S-Mangel oder Antiphospholipid-Antikörpern
- einem hohen Risiko für Blutgerinnsel in Venen oder Arterien, weil mehrere Risikofaktoren zusammenkommen
- einer anstehenden Operation oder längerer Bettlägerigkeit. Bei längerer Bettlägerigkeit, einer größeren Operation, jeder Operation an Beinen oder Hüfte, einer neurochirurgischen Operation oder einer schweren Verletzung ist es ratsam, die Einnahme zu unterbrechen, bei einer geplanten Operation mindestens vier Wochen vorher. Nehmen Sie die Tabletten erst zwei Wochen, nachdem Sie wieder vollständig mobil sind, erneut ein und verhüten Sie bis dahin mit einer anderen Methode.
- Herzinfarkt, Schlaganfall, Angina pectoris oder einer vorübergehenden Durchblutungsstörung im Gehirn (TIA), auch wenn sie früher aufgetreten sind
- Diabetes mit Gefäßschäden, sehr hohem Blutdruck, sehr hohen Blutfettwerten oder Hyperhomocysteinämie
- Migräne mit Aura, auch wenn sie früher aufgetreten ist
- einer schweren Lebererkrankung, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben, oder einem Lebertumor, auch früher
- Brustkrebs oder Krebs der Geschlechtsorgane, auch früher oder bei Verdacht
- ungeklärten Blutungen aus der Scheide
- Hepatitis C, wenn bestimmte antivirale Arzneimittel eingenommen werden (zum Beispiel Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir)
- stark eingeschränkter Nierenfunktion (schwere Niereninsuffizienz) oder akutem Nierenversagen
- einer Allergie gegen Ethinylestradiol, Drospirenon oder einen der sonstigen Bestandteile
Ärztliche Rücksprache ist nötig bei:
- Rauchen, Übergewicht oder einem Alter über 35 Jahren
- Blutgerinnseln bei nahen Verwandten
- Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhten Blutfettwerten
- Migräne. Werden die Anfälle während der Einnahme häufiger oder stärker, wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Das kann einer Durchblutungsstörung im Gehirn vorausgehen und ein Grund sein, die Pille sofort abzusetzen.
- Depressionen oder Epilepsie
- Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- einem erblichen oder erworbenen Angioödem, weil Östrogene dessen Beschwerden auslösen oder verschlimmern können
- einer kurz zurückliegenden Geburt
- Stillzeit: Solange Sie Ihr Kind nicht vollständig abgestillt haben, wird die Pille nicht empfohlen. Sie kann die Milchmenge verringern und die Zusammensetzung der Milch verändern.
Die vollständige Liste steht in der Packungsbeilage.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (bis zu 1 von 10 Anwenderinnen):
- Stimmungsschwankungen
- Kopfschmerzen
- Bauchschmerzen
- Akne
- Brustschmerzen, Vergrößerung oder Druckempfindlichkeit der Brust
- schmerzhafte oder unregelmäßige Monatsblutungen
- Gewichtszunahme
Gelegentlich (bis zu 1 von 100 Anwenderinnen), unter anderem:
- Pilzinfektion (Candidose), Fieberbläschen
- allergische Reaktionen
- Depression, Nervosität, Schlafstörungen
- Schwindel, Sehstörungen
- Bluthochdruck, niedriger Blutdruck, Migräne
- Lungenembolie (Blutgerinnsel in der Lunge)
- Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung
- Haarausfall, Juckreiz, Hautausschläge
- Angioödem (Schwellung von Haut und Schleimhäuten)
- Abnahme des Sexualtriebs
- Wassereinlagerungen, Gewichtsabnahme
Selten (bis zu 1 von 1.000 Anwenderinnen):
- Asthma
- Beeinträchtigung des Hörvermögens
- Hauterkrankungen wie Erythema nodosum oder Erythema multiforme
- Blutgerinnsel in einer Vene oder Arterie
Blutgerinnsel: Alle Frauen, die eine Kombinationspille wie Georgette-20 einnehmen, haben ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel in Venen und Arterien. Von 10.000 Frauen, die kein kombiniertes hormonelles Verhütungsmittel anwenden und nicht schwanger sind, bekommen etwa 2 im Jahr ein Blutgerinnsel in einer Vene. Bei Pillen mit Drospirenon wie Georgette-20 sind es etwa 9 bis 12. Diese Pillen können ein bis zu doppelt so hohes Risiko haben wie Pillen mit Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron. Das Risiko ist im ersten Anwendungsjahr am höchsten und kann auch beim Wiederbeginn nach einer Pause von 4 oder mehr Wochen erhöht sein. Frauen über 35 Jahren, die weiterhin rauchen, wird dringend eine andere Verhütungsmethode empfohlen. Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn ein Bein plötzlich schmerzt oder anschwillt, wenn plötzlich Atemnot oder Brustschmerzen auftreten, bei plötzlichen Seh- oder Sprachstörungen oder Lähmungen und wenn Gesicht, Zunge oder Rachen anschwellen.
Depressionen: Depressive Verstimmungen und Depressionen sind bekannte Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel. Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid. Wenden Sie sich bei Stimmungsschwankungen oder depressiven Beschwerden an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, auch wenn diese kurz nach Beginn der Einnahme auftreten.
Die vollständige Liste der Nebenwirkungen steht in der Packungsbeilage.
Wechselwirkungen
Nicht gleichzeitig anwenden:
- Arzneimittel gegen Hepatitis C mit Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, mit Glecaprevir/Pibrentasvir oder mit Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir. Dabei wurden erhöhte Leberwerte (ALT) beobachtet. Vor Beginn einer solchen Behandlung ist auf eine andere Verhütungsmethode zu wechseln (zum Beispiel ein reines Gestagenpräparat oder eine nicht hormonelle Methode). Zwei Wochen nach dem Ende der Behandlung kann Georgette-20 wieder begonnen werden.
Arzneimittel, die die Verhütungswirkung abschwächen können:
- zum Beispiel Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin, die HIV-Mittel Ritonavir, Nevirapin und Efavirenz sowie möglicherweise Felbamat, Griseofulvin, Oxcarbazepin, Topiramat und Mittel mit Johanniskraut
- Diese Arzneimittel können zu Durchbruchblutungen und zum Versagen der Verhütung führen. Während der gesamten Behandlung und noch 28 Tage danach ist zusätzlich eine Barrieremethode (zum Beispiel ein Kondom) nötig. Reicht die Behandlung über das Ende des Blisters hinaus, beginnen Sie den nächsten Blister ohne die übliche 7-tägige Pause. Bei einer Langzeitbehandlung wird eine andere, nicht hormonelle Verhütungsmethode empfohlen.
Arzneimittel, die die Hormonspiegel verändern können:
- Viele HIV-Proteasehemmer und nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer, auch in Kombination mit Hepatitis-C-Mitteln, können die Hormonspiegel erhöhen oder senken. Im Zweifel ist bei einer solchen Behandlung zusätzlich eine Barrieremethode anzuwenden.
- Starke CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol können die Hormonspiegel erhöhen. Etoricoxib kann den Ethinylestradiol-Spiegel erhöhen.
Kalium:
- Drospirenon hat kaliumsparende Eigenschaften. Bei gleichzeitiger Anwendung von Aldosteron-Antagonisten oder kaliumsparenden Entwässerungsmitteln (Diuretika) sollte der Kaliumwert im Blut im ersten Einnahmezyklus kontrolliert werden. Das gilt auch bei eingeschränkter Nierenfunktion mit Kaliumwerten im oberen Normbereich.
Georgette-20 kann die Wirkung anderer Arzneimittel verändern:
- Die Blutspiegel zum Beispiel von Ciclosporin, Theophyllin oder Tizanidin können steigen, die von Lamotrigin sinken.
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel und pflanzlichen Mittel, die Sie anwenden.
Häufige Fragen
Jede Filmtablette enthält 3 mg Drospirenon und 0,02 mg Ethinylestradiol. Alle 21 Tabletten eines Blisters sind gleich zusammengesetzt.
Nehmen Sie 21 Tage lang täglich eine Tablette zur gleichen Uhrzeit ein. Danach folgen 7 Tage ohne Tabletten. Am 8. Tag beginnen Sie mit dem nächsten Blister, auch wenn die Blutung noch anhält.
Liegt die gewohnte Einnahmezeit weniger als 12 Stunden zurück, nehmen Sie die Tablette sofort ein. Der Schutz bleibt dann bestehen. Sind mehr als 12 Stunden vergangen, ist der Schutz nicht mehr sicher. Holen Sie die Tablette nach und folgen Sie den Regeln der Packungsbeilage für die jeweilige Einnahmewoche.
Nein. Wie alle hormonellen Verhütungsmittel schützt Georgette-20 nicht vor HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





