Was ist Femovan?
Femovan® ist eine kombinierte hormonelle Antibabypille (Kombinationspille) des Herstellers Jenapharm. Es handelt sich um ein Einphasenpräparat, was bedeutet, dass jede Tablette die gleiche Menge an Wirkstoffen enthält. Sie dient der Empfängnisverhütung durch das Zusammenspiel zweier synthetischer Hormone.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Gestoden 0,075 mg, Ethinylestradiol 0,03 mg
Femovan® wirkt durch die Kombination der synthetischen Hormone Gestoden (ein Gestagen) und Ethinylestradiol (ein Östrogen) auf den weiblichen Hormonzyklus. Diese Hormone verhindern eine Schwangerschaft durch mehrere Mechanismen:
Ovulationshemmung: Sie unterdrücken den Eisprung, sodass keine Eizelle reifen und freigesetzt werden kann.
Veränderung des Gebärmutterhalsschleims: Der Schleim am Gebärmutterhals wird dicker und undurchlässiger für Spermien, was deren Aufstieg in die Gebärmutter erschwert.
Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Die Gebärmutterschleimhaut wird so verändert, dass sich eine eventuell doch befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.
Für wen ist es geeignet?
Femovan® ist geeignet für Frauen, die:
- Einen hormonellen Empfängnisschutz wünschen.
- Eine kombinierte Einphasenpille bevorzugen.
Mit zunehmendem Alter, insbesondere über 35 Jahren, steigt das Risiko für Blutgerinnsel. Vor der erstmaligen Einnahme oder einem Wechsel sollte stets eine gynäkologische Untersuchung erfolgen, um die Eignung abzuklären.
Verfügbare Dosierungen
Wirkstoffgehalt pro Tablette:
- Gestoden: 0,075 mg
- Ethinylestradiol: 0,03 mg
Femovan® wird von Jenapharm vertrieben und ist in Blisterstreifen mit 21 überzogenen Tabletten pro Monatszyklus erhältlich.
Einnahmehinweise
Beginn der Einnahme:
- Wenn Sie im Vormonat keine hormonelle Verhütung angewendet haben: Beginnen Sie mit der Einnahme am ersten Tag Ihrer Monatsblutung.
- Wechsel von einer anderen Kombinationspille: Beginnen Sie die Einnahme nach der üblichen Pillenpause des vorherigen Präparats.
- Wechsel von einer Minipille: Sie können jederzeit wechseln, benötigen aber für die ersten sieben Tage eine zusätzliche Barrieremethode (z.B. Kondom).
Reguläre Einnahme: Nehmen Sie 21 Tage lang täglich eine Tablette zur gleichen Zeit unzerkaut mit etwas Wasser ein. Anschließend folgt eine siebentägige Einnahmepause, in der in der Regel Ihre Monatsblutung einsetzt. Der Empfängnisschutz bleibt auch während dieser Pause bestehen. Am achten Tag beginnen Sie mit einem neuen Blisterstreifen, unabhängig davon, ob die Blutung noch anhält.
Erbrechen oder Durchfall: Bei Erbrechen oder schwerem Durchfall innerhalb von 4 Stunden nach der Einnahme werden die Wirkstoffe möglicherweise nicht vollständig aufgenommen. Es gelten dann dieselben Regeln wie bei einer vergessenen Tablette, zusätzlich sollten Sie eine Barrieremethode verwenden. Eine Ersatztablette nehmen Sie aus einer anderen Blisterpackung. Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Magen-Darm-Beschwerden verwenden Sie zusätzlich eine nichthormonale Verhütungsmethode und informieren Ihren Arzt.
Vergessene Einnahme:
- Innerhalb von 12 Stunden: Nehmen Sie die vergessene Tablette sofort ein und die weiteren Tabletten wie gewohnt. Der Empfängnisschutz bleibt erhalten.
- Nach mehr als 12 Stunden oder mehrere Tabletten vergessen: Der Empfängnisschutz kann beeinträchtigt sein. Die Vorgehensweise hängt von der Zykluswoche ab. Lesen Sie hierzu unbedingt die Packungsbeilage oder konsultieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Holen Sie die zuletzt vergessene Tablette so schnell wie möglich nach, auch wenn Sie dann 2 Tabletten an einem Tag einnehmen, und verwenden Sie in den nächsten 7 Tagen zusätzlich eine Barrieremethode. Wurde nur in der zweiten Einnahmewoche einmalig eine Tablette vergessen, ist kein zusätzlicher Schutz nötig. Wurde mehr als eine Tablette vergessen, verwenden Sie bis zur nächsten Entzugsblutung zusätzlich eine Barrieremethode. Liegen weniger als 7 Tage zwischen der vergessenen Tablette und der letzten Tablette des Blisterstreifens, beginnen Sie den nächsten Blisterstreifen ohne Einnahmepause. Bleibt die Entzugsblutung aus, muss vor dem nächsten Blisterstreifen eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
Gegenanzeigen
Femovan® darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Gestoden, Ethinylestradiol oder einen der sonstigen Bestandteile.
- Seltener erblicher Galactose- oder Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption, Saccharase-Isomaltase-Mangel oder Lactase-Mangel.
- Bestehenden oder früheren Thrombosen (Blutgerinnseln) in Venen (z.B. tiefe Beinvenenthrombose, Lungenembolie) oder Arterien (z.B. Herzinfarkt, Schlaganfall).
- Bestehenden oder früheren Vorstadien einer Thrombose (z.B. transitorische ischämische Attacke, Angina Pectoris).
- Bekannter erblicher oder erworbener Neigung zu Blutgerinnseln (z.B. APC-Resistenz einschließlich Faktor-V-Leiden-Mutation, Protein-C-Mangel, Protein-S-Mangel, Antithrombin-III-Mangel, Hyperhomocysteinämie oder Antiphospholipid-Antikörper).
- Langfristiger Bettlägerigkeit oder geplanten größeren Operationen.
- Einem hohen Risiko für Blutgerinnsel in Venen oder Arterien durch mehrere gleichzeitig bestehende Risikofaktoren.
- Diabetes mellitus mit Gefäßschädigungen.
- Schwerem Bluthochdruck.
- Schweren Fettstoffwechselstörungen (Dyslipoproteinämie).
- Migräne mit Aura in der Vorgeschichte.
- Bestehenden oder früheren schweren Leberfunktionsstörungen, solange sich die Leberfunktion nicht normalisiert hat.
- Bestehenden oder früheren Lebertumoren (gut- oder bösartig).
- Bekannten oder vermuteten sexualhormonabhängigen bösartigen Tumoren (z.B. Brustkrebs oder Krebs der Gebärmutterschleimhaut).
- Ungeklärten vaginalen Blutungen.
- Ungeklärtem Ausbleiben der Monatsblutung.
- Bestehender oder vermuteter Schwangerschaft.
- Stillzeit.
- Gleichzeitiger Anwendung von Arzneimitteln gegen Hepatitis C, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir enthalten.
Besondere Vorsicht ist geboten bei: Rauchen, Übergewicht, Alter über 40 Jahren, Herz- oder Nierenerkrankungen, Bluthochdruck, Depressionen, Diabetes mellitus, Epilepsie. In diesen Fällen ist eine sorgfältige ärztliche Abwägung erforderlich. Frauen, die Femovan® anwenden möchten, wird geraten, nicht zu rauchen. Frauen über 35 Jahren, die weiterhin rauchen, wird dringend empfohlen, eine andere Verhütungsmethode anzuwenden.
Mögliche Nebenwirkungen
Wie alle Medikamente kann auch Femovan® Nebenwirkungen haben, die jedoch nicht bei jeder Anwenderin auftreten müssen.
Sehr häufige Nebenwirkungen (betreffen mehr als 1 von 10 Anwenderinnen):
- Schmier- und Zwischenblutungen
Häufige Nebenwirkungen (betreffen 1 bis 10 von 100 Anwenderinnen):
- Kopfschmerzen
- Bauchschmerzen, Übelkeit
- Stimmungsschwankungen, Depressionen, verminderte Libido
- Brustschmerzen, Empfindlichkeit der Brust, Brustvergrößerung, Brustdrüsensekretion
- Vaginaler Ausfluss
- Flüssigkeitseinlagerungen im Gewebe (Ödeme)
- Gewichtszunahme
Gelegentliche Nebenwirkungen (betreffen 1 bis 10 von 1.000 Anwenderinnen):
- Migräne
- Durchfall, Erbrechen
- Hautausschlag, Nesselsucht
- Chloasma (gelbbraune Flecken auf der Haut)
Seltene Nebenwirkungen:
- Erhöhtes Risiko für venöse und arterielle Thrombosen (Blutgerinnsel).
Bei starken oder anhaltenden Nebenwirkungen, oder wenn Sie Anzeichen einer Thrombose bemerken (z.B. starke Schmerzen oder Schwellung in einem Bein, plötzliche Atemnot, Brustschmerzen, plötzliches Taubheitsgefühl oder Schwäche in Gesicht, Arm oder Bein, plötzliche Sprech- oder Sehstörungen, plötzliche schwere Kopfschmerzen), suchen Sie umgehend ärztliche Hilfe auf. Eine vollständige Liste der möglichen Nebenwirkungen finden Sie in der Packungsbeilage.
Depressionen: Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid. Wenden Sie sich an Ihren Arzt, wenn Sie Stimmungsschwankungen oder depressive Beschwerden bemerken, auch wenn diese kurz nach Beginn der Einnahme auftreten.
Wechselwirkungen
Arzneimittel, die den Empfängnisschutz von Femovan® abschwächen können:
- Barbiturate und bestimmte Mittel gegen Epilepsie (z.B. Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, möglicherweise auch Felbamat, Oxcarbazepin und Topiramat)
- Rifampicin
- Bosentan
- Bestimmte Mittel gegen HIV (Ritonavir, Nevirapin, Efavirenz)
- Möglicherweise Griseofulvin und Johanniskraut
Während der Behandlung mit solchen Mitteln und bis zu 28 Tage nach dem Absetzen ist zusätzlich eine Barrieremethode nötig. Müssen Sie ein solches Mittel noch einnehmen, wenn der Blisterstreifen aufgebraucht ist, beginnen Sie den nächsten ohne Einnahmepause. Bei einer Langzeitbehandlung mit diesen Mitteln wird eine andere, nichthormonale Verhütungsmethode empfohlen.
Viele Mittel gegen HIV und Hepatitis C können die Hormonspiegel erhöhen oder senken. Im Zweifel verwenden Sie zusätzlich eine Barrieremethode.
Nicht gleichzeitig anwenden:
- Arzneimittel gegen Hepatitis C mit Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, mit Glecaprevir/Pibrentasvir oder mit Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir. Vor Beginn dieser Behandlung müssen Sie auf eine andere Verhütungsmethode wechseln. Zwei Wochen nach dem Ende der Behandlung kann Femovan® wieder angewendet werden.
Weitere Wechselwirkungen:
- Etoricoxib und starke Hemmstoffe des Leberenzyms CYP3A4 können die Hormonspiegel erhöhen.
- Femovan® kann die Spiegel anderer Arzneimittel verändern: Der Lamotrigin-Spiegel kann sinken, die Spiegel von Ciclosporin, Theophyllin und Tizanidin können steigen.
- Bei Diabetes kann sich der Bedarf an Insulin oder anderen Mitteln gegen Diabetes ändern.
Informieren Sie Ihren Arzt über alle Arzneimittel und pflanzlichen Mittel, die Sie anwenden.
Häufige Fragen
Femovan® ist eine kombinierte Einphasen-Antibabypille, die die Hormone Gestoden und Ethinylestradiol enthält und zur hormonellen Empfängnisverhütung eingesetzt wird.
Nehmen Sie 21 Tage lang täglich eine Tablette zur gleichen Zeit ein, gefolgt von einer 7-tägigen Einnahmepause. Danach beginnen Sie einen neuen Blisterstreifen.
Femovan® enthält 0,075 mg Gestoden und 0,03 mg Ethinylestradiol pro Tablette.
Ja, wie alle kombinierten hormonellen Verhütungsmittel erhöht auch Femovan® das Risiko für Blutgerinnsel (Thrombosen) im Vergleich zu Frauen, die keine Pille einnehmen. Für Blutgerinnsel in den Venen gilt: Pillen mit Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron sind mit dem geringsten Risiko verbunden, andere Pillen wie Femovan® können ein bis zu doppelt so hohes Risiko aufweisen. Dieses Risiko ist im ersten Anwendungsjahr am höchsten. Es gibt Hinweise, dass es auch erhöht ist, wenn die Einnahme nach einer Pause von 4 oder mehr Wochen wieder begonnen wird.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





