Was ist Femikadin 20?
Femikadin 20 ist eine Pille zur Schwangerschaftsverhütung. Jede Filmtablette enthält zwei weibliche Geschlechtshormone in geringer Menge: 0,10 mg Levonorgestrel (ein Gestagen) und 0,02 mg Ethinylestradiol (ein Östrogen). Pillen mit zwei Hormonen werden Kombinationspillen genannt. Alle 21 Tabletten eines Blisters sind gleich zusammengesetzt.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Levonorgestrel 0,10 mg, Ethinylestradiol 0,02 mg je Filmtablette
Die beiden Hormone in Femikadin 20 verhindern vor allem den Eisprung. Außerdem verändern sie den Schleim am Gebärmutterhals und die Gebärmutterschleimhaut.
Der Schutz setzt voraus, dass die Tabletten regelmäßig eingenommen werden. Vergessene Tabletten, Erbrechen, starker Durchfall und manche anderen Arzneimittel oder pflanzlichen Mittel können ihn vermindern.
Für wen ist es geeignet?
Femikadin 20 ist zur Schwangerschaftsverhütung zugelassen. Die Pille kommt für Frauen in Frage, die hormonell verhüten möchten und bei denen keine Gegenanzeige vorliegt.
Vor der Verordnung werden Vorerkrankungen und Risikofaktoren für Blutgerinnsel ärztlich geprüft, zum Beispiel Rauchen, Übergewicht, Alter und Blutgerinnsel bei nahen Verwandten.
Verfügbare Dosierungen
Wirkstoffgehalt je Filmtablette:
- Levonorgestrel: 0,10 mg
- Ethinylestradiol: 0,02 mg
Jeder Blister enthält 21 Filmtabletten. Alle Tabletten sind gleich zusammengesetzt. Eingenommen wird eine Tablette täglich an 21 aufeinanderfolgenden Tagen, danach folgen 7 Tage ohne Tabletten.
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Stärken
- 20 µg/100 µg
- Packungsgrößen
- 63 Stk
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 20 µg/100 µg | 63 Stk | 09522071 | 84 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Einnahme: Nehmen Sie 21 Tage lang jeden Tag eine Tablette Femikadin 20 ein, möglichst immer zur gleichen Uhrzeit und bei Bedarf mit etwas Wasser. Danach folgen 7 Tage ohne Tabletten. In dieser Pause setzt meist eine Abbruchblutung ein. Am 8. Tag beginnen Sie mit dem nächsten Blister, auch wenn die Blutung noch anhält.
Beginn: Wenn Sie im Vormonat nicht hormonell verhütet haben, nehmen Sie die erste Tablette am ersten Tag Ihrer Monatsblutung. Dann besteht sofort Empfängnisschutz. Beginnen Sie an Tag 2 bis 5, verwenden Sie in den ersten 7 Tagen zusätzlich ein Kondom. Für den Wechsel von einem anderen Verhütungsmittel gelten eigene Regeln, die in der Packungsbeilage stehen.
Tablette vergessen: Weniger als 12 Stunden zu spät: Nehmen Sie die Tablette sofort ein und die nächste zur gewohnten Zeit. Der Empfängnisschutz bleibt bestehen. Mehr als 12 Stunden zu spät: Der Empfängnisschutz ist nicht mehr sicher. Holen Sie die vergessene Tablette so bald wie möglich nach, auch wenn Sie dann zwei Tabletten an einem Tag einnehmen. Die übrigen Tabletten nehmen Sie wieder zur gewohnten Zeit ein. Wie es weitergeht, hängt von der Einnahmewoche ab:
- 1. Woche: Verwenden Sie in den nächsten 7 Tagen zusätzlich ein Kondom. Hatten Sie in den 7 Tagen vor der vergessenen Tablette Geschlechtsverkehr, kann eine Schwangerschaft eingetreten sein.
- 2. Woche: Haben Sie die Tabletten an den 7 Tagen vor der ersten vergessenen Tablette richtig eingenommen, brauchen Sie keinen zusätzlichen Schutz. Sonst oder wenn Sie mehr als 1 Tablette vergessen haben, verwenden Sie 7 Tage lang zusätzlich ein Kondom.
- 3. Woche: Beginnen Sie den nächsten Blister direkt nach dem aktuellen, ohne Pause. Sie können stattdessen auch die Einnahme abbrechen und die Pause vorziehen, die dann höchstens 7 Tage dauert, die vergessenen Tage mitgezählt. Beides gilt ohne zusätzlichen Schutz nur, wenn Sie die Tabletten an den 7 Tagen vor der ersten vergessenen Tablette richtig eingenommen haben. Sonst beginnen Sie den nächsten Blister ohne Pause und verwenden 7 Tage lang zusätzlich ein Kondom.
Bleibt nach vergessenen Tabletten die nächste Abbruchblutung aus, muss vor dem nächsten Blister eine Schwangerschaft ausgeschlossen werden.
Erbrechen oder starker Durchfall: Wenn Sie in den ersten 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme erbrechen oder starken Durchfall haben, gilt das wie eine vergessene Tablette.
Gegenanzeigen
Femikadin 20 darf nicht eingenommen werden bei:
- Schwangerschaft oder Verdacht auf eine Schwangerschaft
- einem Blutgerinnsel in einer Vene, zum Beispiel im Bein oder in der Lunge, auch wenn es früher aufgetreten ist
- einer bekannten erblichen oder erworbenen Neigung zu Blutgerinnseln, zum Beispiel Faktor-V-Leiden, einem Antithrombin-III-, Protein-C- oder Protein-S-Mangel oder Antiphospholipid-Antikörpern
- einer anstehenden Operation oder längerer Bettlägerigkeit
- einem hohen Risiko für Blutgerinnsel in Venen oder Arterien, weil mehrere Risikofaktoren zusammenkommen
- Herzinfarkt, Schlaganfall, Angina pectoris oder einer vorübergehenden Durchblutungsstörung im Gehirn (TIA), auch wenn sie früher aufgetreten sind
- Diabetes mit Gefäßschäden, nicht ausreichend eingestelltem Bluthochdruck, sehr hohen Blutfettwerten oder Hyperhomocysteinämie
- Migräne mit Aura, auch wenn sie früher aufgetreten ist
- einer Lebererkrankung, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben, oder einem Lebertumor, auch früher
- Brustkrebs oder Krebs der Geschlechtsorgane, auch früher oder bei Verdacht
- ungeklärten Blutungen aus der Scheide
- Hepatitis C, wenn bestimmte antivirale Arzneimittel eingenommen werden (zum Beispiel Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir)
- Rauchen
- einer Herzklappenerkrankung oder Herzrhythmusstörung
- einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse bei schwerer Fettstoffwechselstörung, auch wenn sie früher aufgetreten ist
- Gelbsucht
- ausbleibender Monatsblutung ohne bekannte Ursache
- einer Allergie gegen Ethinylestradiol, Levonorgestrel oder einen der sonstigen Bestandteile
Ärztliche Rücksprache ist nötig bei:
- Übergewicht oder einem Alter über 35 Jahren
- Blutgerinnseln bei nahen Verwandten
- Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhten Blutfettwerten
- Depressionen oder Epilepsie
- Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
- einem erblichen oder erworbenen Angioödem, weil Östrogene dessen Beschwerden auslösen oder verstärken können
- einer kurz zurückliegenden Geburt
- Stillzeit (Femikadin 20 sollte bis zum vollständigen Abstillen nicht eingenommen werden, weil die Milchmenge abnehmen kann und geringe Wirkstoffmengen in die Muttermilch übergehen)
Die vollständige Liste steht in der Packungsbeilage.
Mögliche Nebenwirkungen
Am häufigsten sind Kopfschmerzen sowie Schmier- und Zwischenblutungen.
Sehr häufig (mehr als 1 von 10 Anwenderinnen):
- Kopfschmerzen, auch Migräne. Wenden Sie sich sofort an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn eine Migräne zum ersten Mal auftritt oder sich verschlechtert oder wenn Kopfschmerzen ungewohnt häufig, anhaltend oder stark auftreten. Solche Kopfschmerzen können erste Anzeichen eines Schlaganfalls sein.
Häufig (bis zu 1 von 10 Anwenderinnen):
- Stimmungsschwankungen, depressive Stimmungslage
- Änderung des Sexualtriebs
- Nervosität, Benommenheit, Schwindel
- Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
- Akne
- Brustschmerzen, Empfindlichkeit der Brust, Absonderungen aus der Brust
- schmerzhafte, stärkere, schwächere oder ausbleibende Monatsblutungen
- vermehrter Ausfluss aus der Scheide, Scheidenentzündung, auch Pilzbefall
- Flüssigkeitseinlagerungen
- Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme
Gelegentlich (bis zu 1 von 100 Anwenderinnen):
- veränderter Appetit, verminderte Verträglichkeit von Traubenzucker
- Bauchkrämpfe, Blähungen, Durchfall
- Hautausschlag, gelblich braune Flecken auf der Haut (Chloasma), vermehrte Körper- und Gesichtsbehaarung, Haarausfall
- Nesselsucht
- Brustvergrößerung
- Blutdruckerhöhung, veränderte Blutfettwerte
Selten (bis zu 1 von 1.000 Anwenderinnen):
- allergische Reaktionen, auch schwere
- Unverträglichkeit von Kontaktlinsen
- Blutgerinnsel in einer Vene oder Arterie
- Gelbsucht durch Gallestau
- Hauterkrankungen wie Erythema nodosum oder Erythema multiforme
- erniedrigter Folsäurespiegel im Blut
Blutgerinnsel: Alle Frauen, die eine Kombinationspille wie Femikadin 20 einnehmen, haben ein erhöhtes Risiko für Blutgerinnsel in Venen und Arterien. Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn ein Bein plötzlich schmerzt oder anschwillt, wenn plötzlich Atemnot oder Brustschmerzen auftreten, bei plötzlichen Seh- oder Sprachstörungen oder Lähmungen und wenn Gesicht, Zunge oder Rachen anschwellen.
Tumoren: Die Einnahme von Kombinationspillen ist mit einem geringfügig erhöhten Risiko für Brustkrebs verbunden, außerdem mit einem erhöhten Risiko für Gebärmutterhalskrebs und seine Vorstufen sowie für gutartige Lebertumoren. Sehr selten treten bösartige Lebertumoren auf. In Einzelfällen führten Lebertumoren zu lebensbedrohlichen Blutungen im Bauchraum. Suchen Sie bei starken Oberbauchschmerzen sofort ärztliche Hilfe.
Depressionen: Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid. Wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, wenn Sie Stimmungsschwankungen oder depressive Beschwerden bemerken, auch wenn diese kurz nach Beginn der Einnahme auftreten.
Die vollständige Liste der Nebenwirkungen steht in der Packungsbeilage.
Wechselwirkungen
Arzneimittel, die die Verhütungswirkung abschwächen können:
- z. B. Rifampicin, Rifabutin, Barbiturate, Mittel gegen Epilepsie (Barbexaclon, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Oxcarbazepin, Topiramat, Felbamat), Griseofulvin, Modafinil, einige Protease-Hemmer (z. B. Ritonavir) und Mittel mit Johanniskraut
- Diese Arzneimittel können zu Durchbruchblutungen und zum Versagen der Verhütung führen. Während der gesamten Behandlung und bis zu 28 Tage danach ist zusätzlich eine Barrieremethode (z. B. Kondom) nötig. Läuft die Behandlung über das Ende eines Blisters hinaus, wird der nächste Blister ohne die übliche Pause direkt begonnen. Bei einer Langzeitbehandlung sollte vorzugsweise nicht hormonell verhütet werden.
- Mittel mit Johanniskraut sollen nicht zusammen mit Femikadin 20 angewendet werden. Ihre Wirkung auf die Verhütung kann bis zu zwei Wochen nach dem Absetzen anhalten.
- Arzneimittel, die die Darmbewegung beschleunigen (z. B. Metoclopramid), können die Aufnahme der Hormone verringern.
Mittel gegen Hepatitis C:
- Femikadin 20 darf nicht zusammen mit Arzneimitteln angewendet werden, die Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir oder Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir enthalten. Bei diesen Kombinationen wurden erhöhte Leberwerte (ALT) beobachtet. Vor Beginn einer solchen Behandlung muss auf eine andere Verhütungsmethode gewechselt werden (z. B. ein reines Gestagenpräparat oder eine nicht hormonelle Methode). Femikadin 20 kann 2 Wochen nach dem Ende dieser Behandlung wieder eingenommen werden.
Arzneimittel, die die Hormonspiegel verändern können:
- Viele Protease-Hemmer gegen HIV und Hepatitis C sowie nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer können die Hormonspiegel erhöhen oder senken.
- Manche Mittel gegen Pilzinfektionen (z. B. Itraconazol, Voriconazol, Fluconazol), Verapamil, Diltiazem, Makrolid-Antibiotika (z. B. Clarithromycin, Erythromycin), Atorvastatin, Etoricoxib und Grapefruitsaft können die Hormonspiegel erhöhen.
Wirkung von Femikadin 20 auf andere Arzneimittel:
- Femikadin 20 kann die Spiegel anderer Arzneimittel erhöhen, z. B. von Diazepam, Ciclosporin, Theophyllin, Melatonin, Tizanidin und Glukokortikoiden.
- Femikadin 20 kann die Spiegel anderer Arzneimittel senken, z. B. von Lamotrigin, Lorazepam, Morphin und Clofibrat.
- Der Bedarf an Insulin oder Tabletten gegen Diabetes kann sich ändern.
Labortests:
- Die Pille kann die Ergebnisse bestimmter Labortests verändern, z. B. der Leber-, Schilddrüsen-, Nebennierenrinden- und Nierenfunktion sowie Werte des Zuckerstoffwechsels und der Blutgerinnung.
Häufige Fragen
Jede Filmtablette enthält 0,10 mg Levonorgestrel und 0,02 mg Ethinylestradiol. Alle 21 Tabletten eines Blisters sind gleich zusammengesetzt.
Nehmen Sie 21 Tage lang täglich eine Tablette zur gleichen Uhrzeit ein. Danach folgen 7 Tage ohne Tabletten. Am 8. Tag beginnen Sie mit dem nächsten Blister, auch wenn die Blutung noch anhält.
Liegt die gewohnte Einnahmezeit weniger als 12 Stunden zurück, nehmen Sie die Tablette sofort ein. Der Schutz bleibt dann bestehen. Sind mehr als 12 Stunden vergangen, ist der Schutz nicht mehr sicher. Holen Sie die Tablette nach und folgen Sie den Regeln der Packungsbeilage für die jeweilige Einnahmewoche.
Nein. Wie alle hormonellen Verhütungsmittel schützt Femikadin 20 nicht vor HIV oder anderen sexuell übertragbaren Krankheiten.
Ähnliche Medikamente
Passt Femikadin 20 zu Ihnen?
Ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Diskret und sicher.
Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





