Was ist Eliza Hexal?
Eliza Hexal® ist ein hormonelles Verhütungsmittel, umgangssprachlich auch als „Pille“ bekannt. Es handelt sich um eine Kombinationspille, die zwei weibliche Geschlechtshormone enthält: Ethinylestradiol und Drospirenon. Sie wird zur Schwangerschaftsverhütung eingesetzt.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Ethinylestradiol 0,02 mg, Drospirenon 3 mg (in den hellrosa Filmtabletten)
Eliza Hexal® verhindert eine Schwangerschaft durch mehrere Mechanismen, die durch die enthaltenen Hormone ausgelöst werden:
Ovulationshemmung: Die Hormone unterdrücken den Eisprung, sodass keine Eizelle zur Befruchtung freigegeben wird.
Veränderung des Zervixschleims: Der Schleim im Gebärmutterhals wird dicker und undurchlässiger für Spermien, was deren Aufstieg in die Gebärmutter erschwert.
Beeinflussung der Gebärmutterschleimhaut: Die Gebärmutterschleimhaut wird so verändert, dass sich eine eventuell doch befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.
Für wen ist es geeignet?
Eliza Hexal® ist geeignet für Frauen, die:
- Einen Empfängnisschutz wünschen.
- Eine hormonelle Verhütungsmethode bevorzugen, die täglich eingenommen wird.
Verfügbare Dosierungen
Jeder Blister von Eliza Hexal® enthält 28 Filmtabletten, die in einer bestimmten Reihenfolge eingenommen werden müssen:
- 24 hellrosa Filmtabletten: Jede Tablette enthält 0,02 mg Ethinylestradiol und 3 mg Drospirenon.
- 4 weiße Filmtabletten: Diese Tabletten sind wirkstofffrei (Placebo-Tabletten) und dienen der Aufrechterhaltung des Einnahmerhythmus während der Pillenpause.
Einnahmehinweise
Beginn der Einnahme: Sofern Sie zuvor keine andere Antibabypille verwendet haben, beginnen Sie die Einnahme der ersten hellrosa Tablette am ersten Tag Ihrer Monatsblutung. In diesem Fall besteht sofortiger Schutz vor einer Schwangerschaft. Wenn Sie zwischen dem zweiten und fünften Tag Ihrer Blutung mit der Einnahme beginnen, ist in den ersten sieben Tagen ein zusätzliches Verhütungsmittel (z.B. Kondome) erforderlich.
Tägliche Einnahme: Nehmen Sie täglich eine Tablette mit etwas Wasser ein, möglichst immer zur gleichen Tageszeit. Folgen Sie der auf dem Blister angegebenen Reihenfolge. Nach 24 hellrosa Tabletten folgen 4 weiße Placebo-Tabletten. Ist ein Blister aufgebraucht, beginnen Sie direkt mit einem neuen Blister, ohne eine Pause einzulegen.
Vergessene Einnahme (hellrosa Tablette): Wenn Sie die Einnahme einer hellrosa Tablette um weniger als 24 Stunden vergessen haben, nehmen Sie diese sofort nach. Der Verhütungsschutz bleibt erhalten. Ist die Einnahme um mehr als 24 Stunden verspätet, ist der Schutz nicht mehr voll gewährleistet. Nehmen Sie die zuletzt vergessene Tablette so schnell wie möglich ein, auch wenn Sie dann zwei Tabletten gleichzeitig einnehmen, und die weiteren Tabletten wieder zur gewohnten Zeit. Außerdem gilt je nach Einnahmewoche:
- Tag 1 bis 7: Wenden Sie in den nächsten 7 Tagen zusätzlich eine Barrieremethode an, z.B. ein Kondom. Hatten Sie in den 7 Tagen davor Geschlechtsverkehr, ist eine Schwangerschaft möglich.
- Tag 8 bis 14: Wurden die Tabletten an den 7 Tagen vor der ersten vergessenen Tablette korrekt eingenommen, ist kein zusätzlicher Schutz nötig. Wurde mehr als 1 Tablette vergessen, wenden Sie 7 Tage lang zusätzlich eine Barrieremethode an.
- Tag 15 bis 24: Nehmen Sie die hellrosa Tabletten zu Ende, lassen Sie die 4 weißen Tabletten weg und beginnen Sie sofort mit dem nächsten Blister. Wurden die Tabletten an den 7 Tagen vor der ersten vergessenen Tablette korrekt eingenommen, ist dann kein zusätzlicher Schutz nötig, sonst wenden Sie zusätzlich 7 Tage lang eine Barrieremethode an.
Bleibt nach vergessenen Tabletten die Blutung in der Zeit der weißen Tabletten aus, kann eine Schwangerschaft vorliegen.
Vergessene Einnahme (weiße Tablette): Wenn Sie eine weiße (wirkstofffreie) Tablette vergessen haben, lassen Sie diese einfach aus und fahren Sie am nächsten Tag mit der nächsten Tablette fort. Der Verhütungsschutz wird dadurch nicht beeinträchtigt.
Erbrechen oder Durchfall: Bei Erbrechen innerhalb von 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme einer hellrosa Tablette nehmen Sie so schnell wie möglich eine Ersatztablette ein, möglichst innerhalb von 24 Stunden nach der üblichen Einnahmezeit. Die Ersatztablette nehmen Sie aus einem anderen Blister, wenn Ihr gewohnter Einnahmerhythmus erhalten bleiben soll. Sind mehr als 24 Stunden vergangen, gilt dasselbe wie bei einer vergessenen Tablette. Bei schweren Magen-Darm-Störungen wie Erbrechen oder Durchfall werden die Wirkstoffe möglicherweise nicht vollständig aufgenommen, dann sind zusätzliche Verhütungsmaßnahmen nötig.
Gegenanzeigen
Darf nicht eingenommen werden bei:
- Bestehenden oder früheren Blutgerinnseln (Thrombosen) in den Beinen, der Lunge oder anderen Organen.
- Bekannter erblicher oder erworbener Neigung zu Blutgerinnseln in Venen oder Arterien, z.B. APC-Resistenz (einschließlich Faktor-V-Leiden), Antithrombin-III-, Protein-C- oder Protein-S-Mangel oder Antiphospholipid-Antikörper.
- Vor einer geplanten Operation oder bei längerer Bettlägerigkeit.
- Hohem Risiko für Blutgerinnsel in Venen oder Arterien, weil mehrere Risikofaktoren zusammenkommen.
- Bestehendem oder früherem Herzinfarkt oder Schlaganfall oder deren Vorstufen, z.B. Angina pectoris oder einer transitorischen ischämischen Attacke (TIA).
- Hohem Blutdruck, hohen Blutfettwerten, Diabetes mellitus mit Gefäßschäden oder Hyperhomocysteinämie.
- Leber- oder Nierenfunktionsstörungen.
- Bestehenden oder früheren gutartigen oder bösartigen Lebertumoren.
- Migräne mit Aura (fokalen neurologischen Symptomen), auch in der Vorgeschichte.
- Bestehenden, früheren oder vermuteten sexualhormonabhängigen bösartigen Tumoren, z.B. der Geschlechtsorgane oder der Brust.
- Allen ungeklärten Scheidenblutungen.
- Einer bekannten Allergie gegen einen der Bestandteile von Eliza Hexal®.
- Gleichzeitiger Anwendung von Virenhemmern zur Behandlung einer Hepatitis-C-Infektion.
Schwangerschaft und Stillzeit: In der Schwangerschaft ist Eliza Hexal® nicht angezeigt. Tritt unter der Einnahme eine Schwangerschaft ein, ist das Arzneimittel sofort abzusetzen. In der Stillzeit wird die Pille generell nicht empfohlen, solange nicht vollständig abgestillt ist, da sie die Milchmenge vermindern und die Zusammensetzung der Milch verändern kann.
Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten wie:
- Mittel zur Behandlung von Epilepsie, Tuberkulose, HIV, Bluthochdruck, Arthrose und Arthritis.
- Arzneimittel mit Extrakten aus Johanniskraut.
- Ciclosporin, Lamotrigin, Theophyllin und Tizanidin.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen (bis zu 1 von 10 Verwenderinnen):
- Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Brustschmerzen
- Stimmungsschwankungen, Menstruationsstörungen
- Akne
- Gewichtszunahme
Gelegentliche Nebenwirkungen (bis zu 1 von 100 Verwenderinnen):
- Allergische Reaktionen, Herpes simplex (Fieberbläschen), Scheidenpilzinfektion
- Gesteigerter Appetit, Depressionen, Schlafstörungen, Nervosität. Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid. Wenden Sie sich bei Stimmungsschwankungen oder depressiven Beschwerden an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, auch wenn diese kurz nach Beginn der Einnahme auftreten.
- Schwindel, Kribbeln auf der Haut, Sehstörungen
- Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen, Blutgerinnsel, Krampfadern, niedriger Blutdruck
- Schwellungen von Schleimhäuten oder Haut (Angioödem), Nesselsucht, Atembeschwerden
- Haarausfall, Juckreiz, Hauttrockenheit, Seborrhoische Dermatitis
- Muskelkrämpfe, Schmerzen im Nacken oder in den Extremitäten
- Bösartige oder gutartige Tumoren in der Brust, Scheidenausfluss, Eierstockzysten
- Abnahme der Libido, Antriebsschwäche, Wassereinlagerung
- Vermehrter Durst oder vermehrtes Schwitzen
Seltene Nebenwirkungen (bis zu 1 von 1.000 Verwenderinnen):
- Beeinträchtigung des Hörvermögens, Asthma, Knotenrose (Erythema nodosum)
- Blutgerinnsel in Fuß oder Beinen, in der Lunge, im Herzen oder im Gehirn, Mini-Schlaganfall
- Blutgerinnsel in der Leber, der Niere, Magen oder Darm oder im Auge
Warnzeichen eines Blutgerinnsels: Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe und sagen Sie, dass Sie eine kombinierte Pille einnehmen, wenn Anzeichen eines Blutgerinnsels auftreten, z.B. einseitige Schwellung oder Schmerzen im Bein, plötzliche unerklärliche Atemnot oder schnelles Atmen, plötzlicher Husten, stechender Brustschmerz, Schmerz oder Druckgefühl in der Brust, plötzliche Taubheit oder Schwäche in Gesicht, Arm oder Bein, besonders auf einer Körperseite, plötzliche Seh- oder Sprechstörungen oder plötzliche, starke oder länger anhaltende Kopfschmerzen.
Thromboserisiko: Jede kombinierte Pille erhöht das Risiko für Blutgerinnsel in Venen und Arterien. Pillen mit Drospirenon wie Eliza Hexal® können ein bis zu doppelt so hohes Risiko für Blutgerinnsel in den Venen aufweisen wie Pillen mit Levonorgestrel, Norgestimat oder Norethisteron. Das Risiko ist im ersten Anwendungsjahr am höchsten und kann auch beim Wiederbeginn nach einer Pause von 4 oder mehr Wochen erhöht sein. Frauen über 35 Jahren, die rauchen, wird dringend eine andere Verhütungsmethode empfohlen.
Lebertumoren: In seltenen Fällen wurden bei Anwenderinnen der Pille gutartige und noch seltener bösartige Lebertumoren beobachtet. In Einzelfällen führten sie zu lebensbedrohlichen Blutungen im Bauchraum. Starke Oberbauchbeschwerden können ein Hinweis darauf sein.
Wechselwirkungen
Nicht gleichzeitig anwenden:
- Arzneimittel gegen Hepatitis C mit Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir und Dasabuvir, mit Glecaprevir/Pibrentasvir oder mit Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir. Dabei wurden erhöhte Leberwerte (ALT) beobachtet. Vor Beginn einer solchen Behandlung ist auf eine andere Verhütungsmethode zu wechseln (z.B. ein reines Gestagenpräparat oder eine nicht hormonelle Methode). Zwei Wochen nach dem Ende der Behandlung kann Eliza Hexal® wieder begonnen werden.
Arzneimittel, die die Verhütungswirkung abschwächen können:
- z.B. Barbiturate, Bosentan, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin, die HIV-Mittel Ritonavir, Nevirapin und Efavirenz sowie möglicherweise Felbamat, Griseofulvin, Oxcarbazepin, Topiramat und Mittel mit Johanniskraut
- Diese Arzneimittel können zu Durchbruchblutungen und zum Versagen der Verhütung führen. Während der gesamten Behandlung und noch 28 Tage danach ist zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondom) nötig. Reicht die Behandlung über die hellrosa Tabletten des aktuellen Blisters hinaus, lassen Sie die weißen Placebo-Tabletten weg und beginnen sofort mit dem nächsten Blister. Bei einer Langzeitbehandlung wird eine andere, nicht hormonelle Verhütungsmethode empfohlen.
Arzneimittel, die die Hormonspiegel verändern können:
- Viele HIV- und Hepatitis-C-Proteasehemmer und nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer können die Hormonspiegel erhöhen oder senken. Im Zweifel ist bei einer solchen Behandlung zusätzlich eine Barrieremethode anzuwenden.
- Starke CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol können die Hormonspiegel erhöhen. Etoricoxib kann den Ethinylestradiol-Spiegel erhöhen.
Kalium:
- Drospirenon hat kaliumsparende Eigenschaften. Bei gleichzeitiger Anwendung von Aldosteron-Antagonisten oder kaliumsparenden Entwässerungsmitteln (Diuretika) sollte der Kaliumwert im Blut im ersten Einnahmezyklus kontrolliert werden.
Eliza Hexal® kann die Wirkung anderer Arzneimittel verändern:
- Die Blutspiegel z.B. von Ciclosporin, Theophyllin oder Tizanidin können steigen, die von Lamotrigin sinken.
Informieren Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie anwenden.
Häufige Fragen
Eliza Hexal® ist eine kombinierte Antibabypille, die zwei weibliche Hormone (Ethinylestradiol und Drospirenon) enthält und zur Schwangerschaftsverhütung eingesetzt wird.
Sie nehmen täglich eine Tablette zur gleichen Zeit ein. Ein Blister enthält 24 hellrosa (wirkstoffhaltige) und 4 weiße (wirkstofffreie) Tabletten. Nach Verbrauch eines Blisters beginnen Sie direkt mit dem nächsten.
Haben Sie eine hellrosa Tablette um weniger als 24 Stunden verspätet eingenommen, holen Sie dies sofort nach; der Schutz bleibt erhalten. Bei mehr als 24 Stunden Verspätung ist der Schutz nicht mehr voll gewährleistet. Holen Sie die zuletzt vergessene Tablette so schnell wie möglich nach. Welche zusätzlichen Maßnahmen nötig sind, hängt von der Einnahmewoche ab. Lesen Sie dazu die Packungsbeilage oder fragen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Eine vergessene weiße Tablette beeinträchtigt den Schutz nicht, sie wird einfach weggelassen.
Die hellrosa Filmtabletten enthalten 0,02 mg Ethinylestradiol und 3 mg Drospirenon. Die weißen Filmtabletten sind wirkstofffrei.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





