Was ist Desirett?
Desirett ist eine sogenannte Minipille, die ausschließlich das Gestagen Desogestrel als Wirkstoff enthält. Im Gegensatz zu kombinierten Antibabypillen ist Desirett frei von Östrogenen. Sie bietet einen hormonellen Schutz vor ungewollter Schwangerschaft und ist auch für Frauen geeignet, die keine Östrogene vertragen oder während der Stillzeit verhüten möchten.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Desogestrel 0,075 mg
Desirett entfaltet seine empfängnisverhütende Wirkung primär durch drei Mechanismen:
Ovulationshemmung: Der Wirkstoff Desogestrel verhindert in erster Linie den monatlichen Eisprung, sodass keine befruchtungsfähige Eizelle freigesetzt wird.
Veränderung des Zervixschleims: Desogestrel verdickt den Schleim im Gebärmutterhals, wodurch Spermien das Eindringen in die Gebärmutter und somit zur Eizelle erschwert wird.
Beeinflussung der Gebärmutterschleimhaut: Die Gebärmutterschleimhaut wird so verändert, dass sich eine eventuell doch befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.
Für wen ist es geeignet?
Desirett ist geeignet für Frauen, die:
- Einen hormonellen Empfängnisschutz wünschen.
- Während der Stillzeit verhüten möchten, da sie keine Östrogene zuführen dürfen.
- Aus medizinischen Gründen keine östrogenhaltigen Verhütungsmittel einnehmen dürfen oder diese nicht vertragen.
Verfügbare Dosierungen
Desirett enthält 0,075 mg Desogestrel pro Filmtablette.
Weitere Bestandteile sind:
- Lactose
- Maisstärke
- Povidon K30
- d-α-Tocopherol
- Sojaöl
- Hochdisperses wasserfreies Siliciumdioxid
- Siliciumdioxid-Hydrat
- Stearinsäure
- Hypromellose
- Macrogol
- Titandioxid (E 171)
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Stärken
- 75 µg
- Packungsgrößen
- 84 Stk
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 75 µg | 84 Stk | 01825808 | 84 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Beginn der Einnahme: Beginnen Sie mit der Einnahme der ersten Tablette am ersten Tag Ihrer Monatsblutung. Ein Beginn am 2. bis 5. Tag des Zyklus ist möglich. Dann wird empfohlen, in den ersten 7 Tagen der Einnahme zusätzlich eine andere Verhütungsmethode (z.B. Kondome) anzuwenden.
Nach einer Entbindung beginnen Sie an einem beliebigen Tag zwischen Tag 21 und Tag 28 nach der Geburt. Bei einem späteren Beginn verwenden Sie in den ersten 7 Tagen der Einnahme zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondome). Hatten Sie in diesem Fall bereits Geschlechtsverkehr, muss vor dem Beginn eine Schwangerschaft ausgeschlossen oder die erste Regelblutung abgewartet werden.
Regelmäßige Einnahme: Nehmen Sie täglich eine Tablette zur gleichen Uhrzeit, am besten mit etwas Wasser, ein. Ein Blister enthält 28 Tabletten. Nach Beendigung eines Blisters beginnen Sie ohne Pause direkt mit dem nächsten Blister. Die Einnahme erfolgt durchgehend, solange ein Schwangerschaftsschutz gewünscht wird.
Vergessene Einnahme:
- Wenn Sie die Einnahme innerhalb von 12 Stunden nach der gewohnten Zeit nachholen, bleibt der Empfängnisschutz bestehen. Nehmen Sie die vergessene Tablette sofort ein und setzen Sie die Einnahme wie gewohnt fort.
- Wenn mehr als 12 Stunden vergangen sind, ist der Empfängnisschutz möglicherweise nicht mehr gewährleistet. Nehmen Sie die letzte vergessene Tablette sofort ein (auch wenn dies zwei Tabletten an einem Tag bedeutet) und setzen Sie die Einnahme fort. Verwenden Sie für die nächsten 7 Tage zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondome). Bei Unsicherheit oder wenn die Vergessenheit in der ersten Einnahmewoche liegt und Geschlechtsverkehr stattgefunden hat, konsultieren Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.
Erbrechen und schwere Magen-Darm-Beschwerden: Bei Erbrechen innerhalb von 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme wird der Wirkstoff möglicherweise nicht vollständig aufgenommen. Gehen Sie dann vor wie bei einer vergessenen Tablette. Bei schweren Magen-Darm-Beschwerden verwenden Sie zusätzlich eine andere Verhütungsmethode.
Gegenanzeigen
Darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Desogestrel, Erdnüsse, Soja oder einen der sonstigen Bestandteile.
- Aktiven venösen Blutgerinnseln (Thrombosen, z.B. tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie). Eine frühere Thrombose kann erneut auftreten. Sprechen Sie darüber vor der Einnahme mit Ihrem Arzt.
- Bestehenden oder früheren schweren Lebererkrankungen, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben. Bei Leberkrebs wägt der Arzt Nutzen und Risiken im Einzelfall ab.
- Bestehenden oder vermuteten bösartigen Tumoren, die von Geschlechtshormonen abhängen (z.B. Brustkrebs).
- Nicht abgeklärten vaginalen Blutungen.
- Seltener erblicher Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption, da die Tabletten Lactose enthalten.
Besondere Vorsicht und Rücksprache mit dem Arzt bei:
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit). In den ersten Monaten der Einnahme sollten Sie sorgfältig ärztlich kontrolliert werden.
- Bluthochdruck. Entwickelt sich während der Einnahme ein anhaltender Bluthochdruck oder lässt sich ein deutlicher Blutdruckanstieg mit blutdrucksenkenden Arzneimitteln nicht ausreichend behandeln, sollte ein Absetzen von Desirett erwogen werden.
- Chloasmen (gelblich-braune Pigmentflecken der Haut, vor allem im Gesicht), besonders nach Chloasmen in einer früheren Schwangerschaft. Bei Neigung zu Chloasmen sollten Sie während der Einnahme direkte Sonnen- und UV-Strahlung meiden.
- Gleichzeitiger Einnahme von Arzneimitteln, die die Wirkung von Desirett abschwächen können, z.B. Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Rifampicin oder Johanniskraut.
Schwangerschaft: Desirett ist in der Schwangerschaft nicht angezeigt. Tritt während der Einnahme eine Schwangerschaft ein, muss Desirett abgesetzt werden.
Bitte lesen Sie die Packungsbeilage für weitere Informationen, bevor Sie das Medikament einnehmen.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen:
- Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmung, vermindertes sexuelles Verlangen
- Kopfschmerzen
- Übelkeit, Akne
- Brustschmerzen
- Unregelmäßige oder ausbleibende Blutungen
- Gewichtszunahme
Gelegentliche Nebenwirkungen:
- Vaginale Infektionen
- Schwierigkeiten beim Tragen von Kontaktlinsen
- Erbrechen, Haarausfall
- Menstruationsschmerzen
- Eierstockzysten
- Müdigkeit
Seltene Nebenwirkungen:
- Hautausschlag, Nesselsucht (Urtikaria), Erythema nodosum
Häufigkeit nicht bekannt:
- Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Schwellungen von Haut und Schleimhäuten (Angioödem) und schwerer allergischer Reaktion (Anaphylaxie)
Weitere mögliche Nebenwirkungen:
- Verschlimmerung eines erblichen Angioödems
- Absonderung aus der Brustwarze
- Allergische Reaktionen durch das enthaltene Sojaöl
- Selten wurde über Schwangerschaften außerhalb der Gebärmutter berichtet
Wichtige Warnhinweise:
- Depressive Verstimmungen und Depressionen sind bekannte Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel. Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid. Wenden Sie sich bei Stimmungsschwankungen oder depressiven Beschwerden an Ihren Arzt, auch wenn diese kurz nach Beginn der Einnahme auftreten.
- Tritt eine Thrombose auf, sollte die Einnahme beendet werden. Bei einer Ruhigstellung wegen einer Operation oder einer Krankheit sollte ein Absetzen erwogen werden. Sprechen Sie dann mit Ihrem Arzt.
- Bleibt die Blutung aus oder haben Sie Unterleibsschmerzen, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Er kann eine Schwangerschaft, auch außerhalb der Gebärmutter, ausschließen.
Zusätzliche Informationen zu eventuellen Nebenwirkungen entnehmen Sie bitte der Packungsbeilage.
Wechselwirkungen
Arzneimittel, die die Wirksamkeit von Desirett vermindern können: Bestimmte Arzneimittel beschleunigen den Abbau von Hormonen in der Leber (Enzyminduktion). Dadurch kann es zu Durchbruchblutungen kommen und die Verhütung kann versagen. Dazu gehören z.B.:
- Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon
- Rifampicin, Efavirenz, Bosentan
- möglicherweise auch Felbamat, Griseofulvin, Oxcarbazepin, Topiramat, Rifabutin und Johanniskraut-haltige pflanzliche Arzneimittel
Diese Wirkung kann nach wenigen Behandlungstagen einsetzen und nach dem Absetzen noch etwa 4 Wochen anhalten. Bei einer kurzzeitigen Behandlung mit solchen Arzneimitteln verwenden Sie zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondome), und zwar während der gesamten Behandlung und bis zu 28 Tage danach. Bei einer Langzeitbehandlung sollte eine andere Verhütungsmethode erwogen werden, die von diesen Arzneimitteln nicht beeinflusst wird.
HIV- und Hepatitis-C-Arzneimittel: Viele Kombinationen von HIV-Arzneimitteln (z.B. Ritonavir, Nelfinavir, Nevirapin) und Arzneimitteln gegen Hepatitis C (z.B. Boceprevir, Telaprevir) können den Gestagen-Spiegel erhöhen oder senken. Werden Sie mit solchen HIV-Arzneimitteln behandelt, verwenden Sie im Zweifel zusätzlich eine Barrieremethode.
Arzneimittel, die den Wirkstoffspiegel erhöhen können: Starke oder mäßig starke CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol, Itraconazol, Clarithromycin, Fluconazol, Diltiazem und Erythromycin.
Einfluss auf andere Arzneimittel: Desirett kann den Stoffwechsel anderer Arzneimittel beeinflussen. Der Spiegel von Ciclosporin kann steigen, der Spiegel von Lamotrigin kann sinken.
Informieren Sie Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen.
Häufige Fragen
Desirett ist eine östrogenfreie Minipille, die den Wirkstoff Desogestrel enthält und zur hormonellen Empfängnisverhütung eingesetzt wird. Sie gehört zur Gruppe der reinen Gestagenpillen.
Sie nehmen täglich eine Tablette zur gleichen Uhrzeit ein. Ein Blister enthält 28 Tabletten. Nach Beendigung eines Blisters beginnen Sie ohne Pause direkt mit einem neuen Blister. Die Einnahme erfolgt durchgehend.
Ja, Desirett ist eine geeignete Verhütungsmethode während der Stillzeit, da sie kein Östrogen enthält. Nach Daten aus klinischen Studien scheint Desirett Bildung und Qualität der Muttermilch nicht zu beeinflussen. In seltenen Fällen wurde jedoch über eine verminderte Milchbildung berichtet. Geringe Mengen des Wirkstoffs gehen in die Muttermilch über. Entwicklung und Wachstum des gestillten Kindes sollten sorgfältig beobachtet werden.
Holen Sie die Einnahme innerhalb von 12 Stunden nach, um den Schutz zu erhalten. Bei mehr als 12 Stunden Verzögerung ist der Schutz möglicherweise nicht mehr gewährleistet, und Sie sollten zusätzliche Verhütungsmethoden für die nächsten 7 Tage verwenden. Lesen Sie die Packungsbeilage für detaillierte Anweisungen.
Ähnliche Medikamente
Passt Desirett zu Ihnen?
Ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Diskret und sicher.
Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





