Was ist Chalant Hexal?
Chalant® Hexal® ist eine sogenannte Minipille der dritten Generation, die ausschließlich das Gestagen Desogestrel enthält. Im Gegensatz zu kombinierten Antibabypillen ist sie frei von Östrogen. Dies macht sie zu einer geeigneten Option für Frauen, die Östrogen nicht vertragen oder während der Stillzeit verhüten möchten. Sie bietet Schutz vor einer Schwangerschaft.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Desogestrel 0,075 mg
Chalant® Hexal® verhindert eine Schwangerschaft durch mehrere Mechanismen, die hauptsächlich auf dem Wirkstoff Desogestrel basieren:
Ovulationshemmung: Der Hauptwirkmechanismus von Desogestrel in dieser Dosierung ist die zuverlässige Unterdrückung des Eisprungs, sodass keine befruchtungsfähige Eizelle freigesetzt wird.
Verdickung des Gebärmutterhalsschleims: Desogestrel verdickt den Schleim im Gebärmutterhals, wodurch Spermien das Eindringen in die Gebärmutter erschwert wird.
Veränderung der Gebärmutterschleimhaut: Die Gebärmutterschleimhaut wird so verändert, dass sich eine eventuell doch befruchtete Eizelle nicht einnisten kann.
Für wen ist es geeignet?
Chalant® Hexal® ist geeignet für Frauen, die:
- Eine hormonelle Empfängnisverhütung wünschen.
- Stillende Mütter sind. Chalant® Hexal® kann in der Stillzeit angewendet werden. Geringe Mengen des Wirkstoffs gehen in die Muttermilch über, und in seltenen Fällen wurde über eine verminderte Milchbildung berichtet. Entwicklung und Wachstum des Kindes sollten sorgfältig beobachtet werden.
- Eine Östrogenunverträglichkeit haben oder bei denen Östrogen kontraindiziert ist.
- Ein erweitertes Einnahmefenster von bis zu 12 Stunden bevorzugen.
Verfügbare Dosierungen
Wirkstoffgehalt:
- Jede Filmtablette enthält 0,075 mg Desogestrel.
Packungsgröße:
- Ein Blisterstreifen enthält 28 wirkstoffhaltige Tabletten.
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Stärken
- 0,075 mg
- Packungsgrößen
- 168 Stk
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 0,075 mg | 168 Stk | 09710275 | 168 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Tägliche Einnahme: Nehmen Sie täglich eine Tablette Chalant® Hexal® ununterbrochen über 28 Tage ein, idealerweise immer zur gleichen Uhrzeit. Die Tabletten sind ununterbrochen einzunehmen.
Kontinuierliche Einnahme: Nach Beendigung eines Blisterstreifens beginnen Sie sofort mit dem nächsten, ohne eine Einnahmepause. Führen Sie die Einnahme auch während Ihrer Regelblutung fort.
Einnahmefenster: Chalant® Hexal® bietet ein erweitertes Einnahmefenster von 12 Stunden, was bedeutet, dass eine einmalig verspätete Einnahme innerhalb dieses Zeitraums den Schutz nicht beeinträchtigt. Nehmen Sie die vergessene Tablette dann sofort ein und die nächste Tablette zur gewohnten Zeit.
Verspätung um mehr als 12 Stunden: Der Schutz kann vermindert sein. Verwenden Sie für die nächsten 7 Tage zusätzlich eine andere Verhütungsmethode (z.B. Kondome). Wurden in der ersten Woche nach dem erstmaligen Einnahmebeginn Tabletten vergessen und hatten Sie in der Woche davor Geschlechtsverkehr, ist eine Schwangerschaft möglich. Sprechen Sie dann mit Ihrem Arzt.
Erbrechen und schwere Magen-Darm-Beschwerden: Bei Erbrechen innerhalb von 3 bis 4 Stunden nach der Einnahme wird der Wirkstoff möglicherweise nicht vollständig aufgenommen. Gehen Sie dann vor wie bei einer vergessenen Tablette. Bei schweren Magen-Darm-Beschwerden verwenden Sie zusätzlich eine andere Verhütungsmethode.
Beginn der Einnahme:
- Ohne vorherige hormonelle Verhütung: Beginnen Sie am ersten Tag Ihrer Regelblutung.
- Wechsel von einer kombinierten Pille: Beginnen Sie direkt nach der letzten wirkstoffhaltigen Tablette Ihrer vorherigen Pille, ohne die übliche Einnahmepause einzuhalten.
- Nach einer Entbindung: Beginnen Sie zwischen dem 21. und 28. Tag nach der Entbindung. Bei einem späteren Beginn verwenden Sie in den ersten 7 Tagen der Einnahme zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondome). Hatten Sie in diesem Fall bereits Geschlechtsverkehr, muss vor dem Beginn eine Schwangerschaft ausgeschlossen oder die erste Regelblutung abgewartet werden.
Gegenanzeigen
Darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Desogestrel, Soja, Erdnuss oder andere Bestandteile von Chalant® Hexal®.
- Aktiven venösen Blutgerinnseln (Thrombosen, z.B. tiefe Venenthrombose oder Lungenembolie).
- Bestehenden oder früheren schweren Lebererkrankungen, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben.
- Bekannten oder vermuteten sexualhormonabhängigen Tumoren.
- Unerklärlichen vaginalen Blutungen.
- Bestehender oder vermuteter Schwangerschaft.
Besondere Vorsicht ist geboten bei:
- Vergangenem oder aktivem Brustkrebs oder Leberkrebs.
- Früheren Blutgerinnseln (Thrombosen), da sie erneut auftreten können.
- Diabetes mellitus.
- Epilepsie.
- Tuberkulose.
- Bluthochdruck.
- Chloasma (Pigmentflecken).
- Laktoseintoleranz. Bei der seltenen erblichen Galactose-Intoleranz, Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollte Chalant® Hexal® nicht eingenommen werden.
- Alter unter 18 Jahren.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufige Nebenwirkungen (betreffen 1 bis 10 von 100 Anwenderinnen):
- Unregelmäßige Blutungen oder Ausbleiben der Regelblutung.
- Stimmungsveränderungen, depressive Verstimmung.
- Verminderte Libido.
- Kopfschmerzen, Übelkeit.
- Akne.
- Schmerzen in der Brust.
- Gewichtszunahme.
Gelegentliche Nebenwirkungen (betreffen 1 bis 10 von 1.000 Anwenderinnen):
- Vaginale Infektionen, Menstruationsschmerzen.
- Erbrechen, Haarausfall.
- Müdigkeit.
- Zysten im Eierstock.
- Reizung der Augen bei Kontaktlinsenträgern.
Seltene Nebenwirkungen (betreffen 1 bis 10 von 10.000 Anwenderinnen):
- Hautausschlag, Nesselsucht.
- Erythema nodosum (schmerzhafte, blaurote Hautknoten).
Weitere mögliche Nebenwirkungen:
- Schwellungen von Haut und Schleimhäuten (Angioödem) oder Verschlimmerung eines erblichen Angioödems.
- Absonderung aus der Brustwarze.
- Allergische Reaktionen durch das enthaltene Sojaöl.
- Selten wurde über Eileiterschwangerschaften berichtet.
- Bei Frauen, die (kombinierte) Pillen zur Verhütung anwenden, wurden zum Teil schwerwiegende Nebenwirkungen berichtet, darunter Blutgerinnsel in Venen und Arterien (Thromboembolien) und hormonabhängige Tumoren (z.B. Lebertumoren, Brustkrebs).
Wichtige Warnhinweise:
- Depressive Verstimmungen und Depressionen sind bekannte Nebenwirkungen hormoneller Verhütungsmittel. Depressionen können schwerwiegend sein und sind ein bekannter Risikofaktor für suizidales Verhalten und Suizid. Wenden Sie sich bei Stimmungsschwankungen oder depressiven Beschwerden an Ihren Arzt, auch wenn diese kurz nach Beginn der Einnahme auftreten.
- Tritt eine Thrombose auf, sollte die Einnahme beendet werden. Bei einer Ruhigstellung wegen einer Operation oder einer Krankheit sollte ein Absetzen erwogen werden. Sprechen Sie dann mit Ihrem Arzt.
- Bleibt die Blutung aus oder haben Sie Unterleibsschmerzen, wenden Sie sich an Ihren Arzt. Er kann eine Eileiterschwangerschaft ausschließen.
Wechselwirkungen
Arzneimittel, die die Wirksamkeit von Chalant® Hexal® vermindern können: Bestimmte Arzneimittel beschleunigen den Abbau von Hormonen in der Leber (Enzyminduktion). Dadurch kann es zu Durchbruchblutungen kommen und die Verhütung kann versagen. Dazu gehören z.B.:
- Barbiturate, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon
- Rifampicin, Efavirenz, Bosentan
- möglicherweise auch Felbamat, Griseofulvin, Oxcarbazepin, Topiramat, Rifabutin und Johanniskraut-haltige pflanzliche Arzneimittel
Diese Wirkung kann nach wenigen Behandlungstagen einsetzen und nach dem Absetzen noch etwa 4 Wochen anhalten. Bei einer kurzzeitigen Behandlung mit solchen Arzneimitteln verwenden Sie zusätzlich eine Barrieremethode (z.B. Kondome), und zwar während der gesamten Behandlung und 28 Tage danach. Bei einer Langzeitbehandlung sollte eine andere Verhütungsmethode erwogen werden, die von diesen Arzneimitteln nicht beeinflusst wird.
HIV- und Hepatitis-C-Arzneimittel: Viele Kombinationen von HIV-Arzneimitteln (z.B. Ritonavir, Nelfinavir, Nevirapin) und Arzneimitteln gegen Hepatitis C können den Gestagen-Spiegel erhöhen oder senken. Im Zweifel verwenden Sie bei einer Behandlung mit diesen HIV-Arzneimitteln zusätzlich eine Barrieremethode.
Arzneimittel, die den Wirkstoffspiegel erhöhen können: Starke oder mäßig starke CYP3A4-Hemmer wie Ketoconazol, Itraconazol, Fluconazol, Clarithromycin, Erythromycin und Diltiazem.
Einfluss auf andere Arzneimittel: Chalant® Hexal® kann den Stoffwechsel anderer Arzneimittel beeinflussen. Der Spiegel von Ciclosporin kann steigen, der Spiegel von Lamotrigin kann sinken.
Informieren Sie Ihren Arzt über alle Arzneimittel, die Sie einnehmen.
Häufige Fragen
Chalant® Hexal® ist eine östrogenfreie Minipille, die das Gestagen Desogestrel enthält und zur hormonellen Empfängnisverhütung eingesetzt wird. Sie kommt für Frauen in Frage, die kein Östrogen vertragen oder stillen.
Im Gegensatz zu Kombinationspillen enthält Chalant® Hexal® kein Östrogen, sondern nur ein Gestagen. Dadurch kommt sie für Frauen mit Östrogenunverträglichkeit oder in der Stillzeit in Frage. Sie wird zudem ohne Einnahmepause kontinuierlich eingenommen, im Gegensatz zu den meisten Kombinationspillen mit einer 7-tägigen Pause.
Es wird empfohlen, die Pille täglich zur gleichen Zeit einzunehmen. Chalant® Hexal® bietet jedoch ein erweitertes Einnahmefenster von 12 Stunden. Eine verspätete Einnahme innerhalb dieses Zeitraums beeinträchtigt den Empfängnisschutz in der Regel nicht. Bei einer Überschreitung des 12-Stunden-Fensters kann der Schutz jedoch vermindert sein. Verwenden Sie dann für die nächsten 7 Tage zusätzlich eine andere Verhütungsmethode (z.B. Kondome).
Ja, Chalant® Hexal® ist für stillende Frauen geeignet. Nach Daten aus klinischen Studien scheint der Wirkstoff Bildung und Qualität der Muttermilch nicht zu beeinflussen. In seltenen Fällen wurde jedoch über eine verminderte Milchbildung berichtet. Geringe Mengen des Wirkstoffs gehen in die Muttermilch über, und zu gestillten Kindern gibt es nur begrenzte Langzeitdaten. Entwicklung und Wachstum des Kindes sollten sorgfältig beobachtet werden.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





