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Captopril
Bluthochdruck

Captopril

Der erste ACE-Hemmer – schneller Wirkungseintritt.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Captopril?

Captopril war der erste zugelassene ACE-Hemmer und ist seit den 1980er Jahren im Einsatz. Es wird zur Behandlung von Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, nach Herzinfarkt und bei diabetischer Nephropathie eingesetzt.

Es muss in der Regel zwei- bis dreimal täglich eingenommen werden, was ein Nachteil gegenüber neueren ACE-Hemmern ist.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Captopril

Captopril hemmt direkt das ACE-Enzym:

Wirkmechanismus:

  • Direkte ACE-Hemmung (kein Prodrug)
  • Schneller Wirkungseintritt (15-30 Minuten)
  • Kurze Wirkdauer (6-12 Stunden)
  • Blutdrucksenkung durch Gefäßerweiterung

Besonderheit:

  • Enthält eine Sulfhydrylgruppe (SH-Gruppe)
  • Schnellster Wirkungseintritt aller ACE-Hemmer
  • Kurze Halbwertszeit erfordert mehrfache tägliche Einnahme

Für wen ist es geeignet?

Captopril ist geeignet für:

  • Erwachsene mit Bluthochdruck
  • Herzinsuffizienz
  • Nach Herzinfarkt
  • Diabetische Nephropathie (Typ-1-Diabetes)

Besonders geeignet:

  • Wenn schneller Wirkungseintritt gewünscht
  • Diagnostische Zwecke (Captopril-Test bei Nierenarterienstenose)

Nicht geeignet:

  • Schwangerschaft
  • Stillen von Frühgeborenen und in den ersten Wochen nach der Entbindung
  • Angioödem in der Vorgeschichte
  • Patienten, die eine Einmalgabe bevorzugen

Verfügbare Dosierungen

Bluthochdruck:

  • Startdosis: 12,5-25 mg zweimal täglich
  • Übliche Dosis: 25-50 mg zweimal täglich
  • Maximaldosis: 150 mg täglich

Herzinsuffizienz:

  • Startdosis: 6,25-12,5 mg dreimal täglich
  • Zieldosis: 50 mg dreimal täglich

Verfügbare Stärken:

  • 12,5 mg, 25 mg, 50 mg Tabletten

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: 2 Stärken in einer Packungsgröße.

Darreichungsform
Tablette
Stärken
25 mg, 50 mg
Packungsgrößen
100 Stück
StärkePackungPZNReichweite
25 mg100 Stück0101515650 Tage
50 mg100 Stück0101523950 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Zwei- bis dreimal täglich
  • Nüchtern einnehmen (1 Stunde vor dem Essen)
  • Mahlzeiten verringern die Aufnahme um 30-40%
  • Mit Wasser einnehmen

Wichtige Hinweise:

  • Regelmäßige Laborkontrollen (Niere, Kalium, Blutbild)
  • Nicht abrupt absetzen
  • Blutdruckselbstmessung empfohlen

Gegenanzeigen

Captopril darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Captopril oder andere ACE-Hemmer
  • Angioödem in der Vorgeschichte
  • Schwangerschaft im 2. und 3. Drittel
  • Beidseitiger Nierenarterienstenose
  • Gleichzeitiger Anwendung von Sacubitril/Valsartan (beim Wechsel mindestens 36 Stunden Abstand)
  • Gleichzeitiger Anwendung mit Aliskiren bei Diabetes mellitus oder eingeschränkter Nierenfunktion (GFR unter 60 ml/min/1,73 m²)

Vorsicht bei:

  • Eingeschränkter Nierenfunktion
  • Kollagenosen (erhöhtes Risiko für Blutbildveränderungen)
  • Immunsuppressiver Therapie
  • Aortenstenose
  • Hohem Kaliumspiegel

Schwangerschaft und Stillzeit: Captopril wird im 1. Schwangerschaftsdrittel nicht empfohlen und ist im 2. und 3. Drittel kontraindiziert. Eine Behandlung sollte nicht während der Schwangerschaft begonnen werden. Wird eine Schwangerschaft festgestellt, muss die Behandlung unverzüglich beendet und, wenn nötig, eine andere Therapie begonnen werden. Beim Stillen von Frühgeborenen und in den ersten Wochen nach der Entbindung wird Captopril nicht empfohlen. Ist der Säugling älter, kann die Anwendung in der Stillzeit erwogen werden, wenn die Behandlung für die Mutter notwendig ist und der Säugling sorgfältig überwacht wird.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1-10%):

  • Trockener Reizhusten
  • Geschmacksstörungen (metallischer Geschmack)
  • Hautausschlag
  • Schwindel

Gelegentlich (0,1-1%):

  • Blutdruckabfall
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Proteinurie
  • Erhöhte Kaliumwerte

Selten:

  • Angioödem
  • Neutropenie/Agranulozytose (besonders bei Niereninsuffizienz und Kollagenosen)
  • Schwere Hautreaktionen

Besonderheit: Geschmacksstörungen treten bei Captopril häufiger auf als bei neueren ACE-Hemmern, bedingt durch die SH-Gruppe.

Wechselwirkungen

Wichtige Wechselwirkungen:

  • Kaliumsparende Diuretika → Hyperkaliämie
  • NSAR → verminderte Wirkung, Nierenschäden
  • Lithium → erhöhte Spiegel
  • Antazida → verminderte Aufnahme von Captopril
  • Probenecid → erhöhte Captopril-Spiegel

Nahrungsaufnahme: Mahlzeiten reduzieren die Bioverfügbarkeit um 30-40%. Nüchterneinnahme empfohlen.

Vorsicht:

  • Allopurinol (Überempfindlichkeitsreaktionen)
  • Procainamid (Blutbildveränderungen)

Häufige Fragen

Nahrung reduziert die Aufnahme von Captopril um etwa 30-40%. Für eine zuverlässige Wirkung sollte es daher eine Stunde vor dem Essen eingenommen werden. Bei anderen ACE-Hemmern wie Ramipril spielt das keine Rolle.

Captopril muss zwei- bis dreimal täglich nüchtern eingenommen werden, was unpraktisch ist. Neuere ACE-Hemmer wie Ramipril oder Lisinopril wirken mit einer Einmalgabe.

Bei stark erhöhtem Blutdruck (über 180/120 mmHg) mit Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Sehstörungen: Notarzt rufen. Bei sehr hohen Werten ohne Beschwerden dennoch zeitnah ärztliche Hilfe suchen.

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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