Was ist Berodual?
Berodual ist ein Kombinationsinhalator von Boehringer Ingelheim, der zwei bronchialerweiternde Wirkstoffe enthält: den Beta-2-Agonisten Fenoterol und das Anticholinergikum Ipratropiumbromid.
Die Kombination wirkt über zwei verschiedene Mechanismen und ist dadurch effektiver als jeder Einzelwirkstoff allein. Berodual wird häufig in der Notaufnahme bei akuter Atemnot eingesetzt, kann aber auch zur regelmäßigen Therapie verwendet werden.
Verfügbar als Dosieraerosol und als Lösung für Vernebler.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Fenoterol, Ipratropiumbromid
Berodual wirkt über zwei Mechanismen:
Fenoterol (Beta-2-Agonist):
- Aktiviert Beta-2-Rezeptoren in der Bronchialmuskulatur
- Schnelle Bronchodilatation (3-5 Minuten)
- Wirkdauer: 4-6 Stunden
- Hemmt die Freisetzung von bronchienverengenden und entzündungsfördernden Botenstoffen aus Mastzellen
Ipratropiumbromid (Anticholinergikum):
- Blockiert Muskarinrezeptoren
- Bronchodilatation (15-30 Minuten Eintritt)
- Wirkdauer: 4-6 Stunden
- Reduziert Schleimsekretion
Synergieeffekt: Die beiden Wirkstoffe ergänzen sich: Fenoterol wirkt schnell, Ipratropium verstärkt und verlängert die Wirkung. Zusammen sind sie effektiver als die Summe der Einzelwirkungen.
Für wen ist es geeignet?
Berodual ist geeignet für:
- Akute Atemnot bei COPD
- Asthma-Exazerbationen
- Bedarfstherapie bei obstruktiven Atemwegserkrankungen
- Vor diagnostischen Eingriffen (Bronchoskopie)
Vorteile:
- Doppelte Wirkung über zwei Mechanismen
- Schneller Wirkungseintritt
- Effektiver als Einzelwirkstoffe
- Als Verneblerlösung für schwere Anfälle
Einschränkungen:
- Keine Controller-Therapie bei Asthma
- Enthält kein Kortikoid
- Bei Asthma immer zusätzlich ICS nötig
Verfügbare Dosierungen
Dosieraerosol:
- 50 µg Fenoterol + 20 µg Ipratropium pro Hub
- Bei Bedarf: 1-2 Hübe
- Bei Dauertherapie: 1-2 Hübe 3x täglich
- Maximum: 8 Hübe pro Tag
Inhalationslösung (Vernebler):
- 0,5 ml (5 Hübe mit dem Lösungsspender) = 250 µg Fenoterolhydrobromid + 125 µg Ipratropiumbromid
- Akute Atemnot: 1-2 ml (20-40 Tropfen)
- Mit 0,9% NaCl auf 3-4 ml verdünnen
- 3-4x täglich, bei Bedarf häufiger (unter ärztlicher Aufsicht)
Berodual N Dosieraerosol: Formulierung mit dem Treibgas Norfluran und gleichem Wirkstoffgehalt.
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Dosieraerosol
- Stärken
- 50/20 µg
- Packungsgrößen
- 200 Hübe
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 50/20 µg | 200 Hübe | 01518756 | 0 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Dosieraerosol: 1. Schutzkappe entfernen, Spray schütteln 2. Tief ausatmen 3. Mundstück mit Lippen umschließen 4. Langsam und tief einatmen, dabei sprühen 5. Atem 10 Sekunden anhalten 6. Langsam ausatmen 7. Bei zweitem Hub 1-2 Minuten warten
Vernebler: 1. Tropfen in Verneblerbehälter geben 2. Mit NaCl 0,9% verdünnen (auf ca. 3-4 ml) 3. 5-15 Minuten inhalieren 4. Normal atmen, gelegentlich tief einatmen
Bei akuter Atemnot: Sofort 2 Hübe inhalieren, nach 5 Minuten wiederholen wenn nötig. Bei schwerer Atemnot Notarzt rufen!
Achtung: Nicht in die Augen sprühen!
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Fenoterol, Ipratropium oder Atropin-Derivate
- Hypertropher obstruktiver Kardiomyopathie
- Tachyarrhythmien
Vorsicht bei:
- Schweren Herzerkrankungen
- Kürzlich erlittenem Herzinfarkt
- Unbehandeltem Diabetes
- Phäochromozytom
- Engwinkelglaukom
- Prostatahyperplasie
Schwangerschaft: Nur bei klarer Indikation. Fenoterol kann Wehen hemmen.
Stillzeit: Nicht-klinische Daten zeigen, dass Fenoterol in die Muttermilch übergeht. Bei Anwendung in der Stillzeit ist Vorsicht angebracht.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig:
- Tremor (Zittern)
- Mundtrockenheit
- Kopfschmerzen
- Husten
- Nervosität
Gelegentlich:
- Herzrasen
- Herzklopfen
- Schwindel
- Übelkeit
- Heiserkeit
Selten:
- Paradoxer Bronchospasmus
- Engwinkelglaukom (bei Augenkontakt)
- Hypokaliämie
- Allergische Reaktionen
Hinweis: Tremor und Herzrasen sind typische Beta-2-Agonist-Nebenwirkungen. Selten kann es zu einer Durchblutungsstörung des Herzmuskels (Myokardischämie) kommen. Wenn Sie eine schwere Herzerkrankung haben und Schmerzen in der Brust oder andere Anzeichen einer sich verschlechternden Herzerkrankung bemerken, holen Sie ärztlichen Rat ein.
Wechselwirkungen
Vorsicht bei:
- Betablockern – können Fenoterol-Wirkung aufheben
- MAO-Hemmern – verstärkte kardiovaskuläre Effekte
- Trizyklischen Antidepressiva – verstärkte Herzwirkung
- Anderen Sympathomimetika – additive Effekte
- Kortikoiden, Diuretika – Hypokaliämie-Risiko
Synergistische Wirkung: Mit Xanthinen (Theophyllin) – kann erwünscht sein, aber Vorsicht bei Nebenwirkungen.
Häufige Fragen
Berodual wirkt über zwei Mechanismen. Bei akuter schwerer Atemnot wird oft Berodual bevorzugt. Für die tägliche Bedarfstherapie genügt meist Salbutamol.
Ja, bei Asthma-Anfällen kann Berodual verwendet werden. Wichtig: Es ersetzt nicht die Controller-Therapie mit inhalativem Kortikoid! Berodual ist nur ein Bronchodilatator ohne entzündungshemmende Wirkung.
Fenoterol und Ipratropium wirken über verschiedene Mechanismen und ergänzen sich. Die Kombination ist wirksamer als jeder Wirkstoff allein.
Nur wenn unbedingt nötig und vom Arzt verordnet. Fenoterol kann wehenhemmend wirken. Am Ende der Schwangerschaft besondere Vorsicht.
Ähnliche Medikamente
Passt Berodual zu Ihnen?
Ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Diskret und sicher.
Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





