Was ist Atrovent?
Atrovent ist ein Bronchodilatator mit dem Wirkstoff Ipratropiumbromid, einem kurzwirksamen Anticholinergikum (SAMA). Es wird zur Behandlung von COPD und als Zusatztherapie bei Asthma eingesetzt.
Anders als Spiriva (Tiotropium) wirkt Atrovent nur 4-6 Stunden und muss daher mehrmals täglich inhaliert werden. Es ist besonders nützlich in Kombination mit Beta-2-Agonisten wie Salbutamol.
Atrovent ist als Dosieraerosol und als Lösung für Vernebler erhältlich.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Ipratropiumbromid
Ipratropium blockiert Muskarinrezeptoren in den Bronchien:
Wirkmechanismus:
- Hemmt kompetitiv muskarinische Rezeptoren
- Blockiert die Wirkung von Acetylcholin
- Die Bronchialmuskulatur entspannt sich
- Reduziert die Schleimsekretion
Zeitverlauf:
- Wirkungseintritt: 15-30 Minuten
- Maximale Wirkung: 1-2 Stunden
- Wirkdauer: 4-6 Stunden
Unterschied zu Salbutamol: Ipratropium wirkt langsamer, aber ergänzend zu Beta-2-Agonisten.
Für wen ist es geeignet?
Atrovent ist geeignet für:
- COPD-Behandlung
- Asthma als Zusatztherapie
- Kombination mit Beta-2-Agonisten
- Patienten, die Beta-2-Agonisten nicht vertragen
Vorteile:
- Gut verträglich
- Wenig kardiale Nebenwirkungen
- Ergänzende Wirkung zu Salbutamol
Einschränkungen:
- Nicht als alleinige Asthma-Therapie
- Langsamerer Wirkungseintritt als Salbutamol
- Mehrmals täglich nötig
Verfügbare Dosierungen
Dosieraerosol:
- 20 µg pro Hub
- 2 Hübe 3-4x täglich
- Maximum: 12 Hübe pro Tag
Inhalationslösung (Vernebler):
- 250-500 µg 3-4x täglich
- Für Vernebler verdünnen
Kombinationspräparat Berodual: Ipratropium + Fenoterol – häufig verwendete Fixkombination
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Dosieraerosol
- Stärken
- 20 µg
- Packungsgrößen
- 200 Hübe
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 20 µg | 200 Hübe | 02200996 | 25 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Dosieraerosol: 1. Schutzkappe entfernen, schütteln 2. Tief ausatmen 3. Mundstück umschließen 4. Langsam einatmen, dabei sprühen 5. Atem 10 Sekunden anhalten 6. Bei zweitem Hub 30 Sekunden warten
Vernebler:
- Lösung in den Verneblerbehälter geben
- Mit 0,9% NaCl verdünnen
- 5-15 Minuten inhalieren
Wichtig:
- Nicht in die Augen sprühen (Gefahr eines Glaukomanfalls)
- Bei Kombination mit Salbutamol: Erst Salbutamol, dann Atrovent
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Ipratropium oder Atropin
Vorsicht bei:
- Engwinkelglaukom oder Veranlagung dazu
- Prostatahyperplasie
- Blasenhalsobstruktion
- Zystischer Fibrose (erhöhte Neigung zu Störungen der Magen-Darm-Motilität)
Schwangerschaft: Kann bei entsprechender Indikation angewendet werden.
Stillzeit: Unbekannt, ob es in die Muttermilch übergeht. Vorsicht.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig:
- Mundtrockenheit
- Kopfschmerzen
- Husten
- Übelkeit
Gelegentlich:
- Verschwommenes Sehen
- Harnverhalt
- Obstipation
- Herzrhythmusstörungen
Selten:
- Glaukomanfall (bei Augenkontakt)
- Allergische Reaktionen
- Paradoxer Bronchospasmus
Achtung: Bei versehentlichem Augenkontakt sofort mit Wasser spülen!
Wechselwirkungen
Synergistische Wirkung mit:
- Beta-2-Agonisten (gewünscht)
- Theophyllin
Vorsicht bei:
- Anderen Anticholinergika
- MAO-Hemmern
Keine relevante Wechselwirkung mit:
- Inhalativen Kortikoiden
- Den meisten oralen Medikamenten
Häufige Fragen
Beide wirken unterschiedlich und ergänzen sich. Salbutamol wirkt schneller (1-5 Min). Oft werden beide kombiniert (z.B. Berodual).
Ipratropium kann die Pupille erweitern und den Augeninnendruck erhöhen. Bei engem Kammerwinkel kann das einen Glaukomanfall auslösen. Bei Augenkontakt sofort mit Wasser spülen!
Atrovent kann bei Asthma zusätzlich zu anderen Medikamenten verwendet werden. Bei schweren Asthmaanfällen wird es oft zusammen mit Salbutamol vernebelt.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





