Was ist Roxithromycin?
Roxithromycin ist ein Makrolid-Antibiotikum, das bei verschiedenen bakteriellen Infektionen eingesetzt wird. Es wird unter anderem bei Atemwegsinfektionen, Haut- und Weichteilinfektionen sowie bei Infektionen im urogenitalen Bereich verwendet.
Bei gynäkologischen Infektionen kann Roxithromycin als Alternative eingesetzt werden, insbesondere bei Mischinfektionen mit atypischen Erregern (Chlamydien, Mykoplasmen) oder bei Unverträglichkeit gegenüber Penicillinen und Metronidazol.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Roxithromycin
Wirkmechanismus:
- Hemmt die bakterielle Proteinsynthese
- Bindet an die 50S-Untereinheit des Ribosoms
- Bakteriostatisch (in hoher Konzentration teilweise bakterizid)
Wirkspektrum:
- Gram-positive Bakterien (Streptokokken, Staphylokokken)
- Atypische Erreger: Chlamydia trachomatis, Mycoplasma, Ureaplasma
- Einige gram-negative Erreger
Pharmakokinetik:
- Gute Gewebepenetration
- Lange Halbwertszeit (ca. 12 Stunden)
- Einmal oder zweimal tägliche Einnahme
Für wen ist es geeignet?
Roxithromycin ist geeignet für:
- Infektionen mit atypischen Erregern (Chlamydien, Mykoplasmen)
- Patienten mit Penicillin-Allergie (als Alternative)
- Atemwegsinfektionen, Haut- und Weichteilinfektionen
- Urethritis (nicht-gonorrhoisch)
Nicht geeignet:
- Schwere Leberinsuffizienz
- Gleichzeitige Einnahme von Ergotamin
- Überempfindlichkeit gegen Makrolide
Verfügbare Dosierungen
Standarddosierung:
- 150 mg zweimal täglich für 7–14 Tage
- Oder 300 mg einmal täglich
Verfügbare Stärken:
- 150 mg, 300 mg Tabletten
Dosisanpassung:
- Bei schwerer Leberinsuffizienz: halbe Dosis oder Alternativpräparat
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: eine Stärke in 2 Packungsgrößen. Die Packungen reichen von 7 bis 14 Stück.
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Stärken
- 300 mg
- Packungsgrößen
- 7 Stück, 14 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 300 mg | 7 Stück | 02197432 | 0 Tage |
| 300 mg | 14 Stück | 08457578 | 0 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Vor den Mahlzeiten einnehmen (15 Minuten vor dem Essen)
- Nüchterneinnahme verbessert die Aufnahme
- Tablette im Ganzen mit Wasser schlucken
Wichtige Hinweise:
- Vollständigen Therapiezyklus einhalten
- Nicht vorzeitig absetzen
- Bei Hautausschlag oder Leberbeschwerden Arzt kontaktieren
Gegenanzeigen
Roxithromycin darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Makrolide
- Gleichzeitiger Einnahme von Ergotamin/Dihydroergotamin
- Gleichzeitiger Einnahme von Astemizol, Cisaprid, Pimozid
Vorsicht bei:
- Lebererkrankungen: Die Anwendung wird nicht empfohlen. Ist sie dennoch nötig, werden die Leberwerte kontrolliert. Bei schwerer Leberinsuffizienz wird die Tagesdosis halbiert.
- QT-Verlängerung
- Myasthenia gravis
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1–10 %):
- Übelkeit, Bauchschmerzen
- Durchfall
- Kopfschmerzen
- Schwindel
Gelegentlich (0,1–1 %):
- Hautausschlag
- Erhöhte Leberwerte
- Geschmacksstörungen
- Candidose
Selten:
- Hepatitis
- QT-Verlängerung
- Schwere allergische Reaktionen
Allgemein: Roxithromycin ist im Allgemeinen gut verträglich, besser als Erythromycin hinsichtlich Magen-Darm-Beschwerden.
Wechselwirkungen
Nicht zusammen einnehmen:
- Mutterkornalkaloide wie Ergotamin oder Dihydroergotamin (Gefahr verstärkter Gefäßverengung)
- Arzneimittel mit enger therapeutischer Breite, die über CYP3A4 abgebaut werden, insbesondere Astemizol, Cisaprid, Pimozid und Terfenadin (Gefahr von Herzrhythmusstörungen und QT-Verlängerung)
Besondere Vorsicht bei Arzneimitteln, die das QT-Intervall verlängern:
- Antiarrhythmika wie Chinidin, Procainamid, Disopyramid, Amiodaron oder Dofetilid
- Citalopram, trizyklische Antidepressiva, Methadon
- Neuroleptika wie Phenothiazine
- Fluorochinolone wie Moxifloxacin
- Antimykotika wie Fluconazol oder Pentamidin
- Antivirale Arzneimittel wie Telaprevir
Kontrollen oder Vorsicht nötig bei:
- Vitamin-K-Antagonisten wie Warfarin: In Einzelfällen kann die Gerinnungshemmung verstärkt sein. Eine Kontrolle der Gerinnungswerte (Quick-Wert, INR) ist sinnvoll.
- Digoxin und anderen Herzglykosiden: Sehr selten kann die Toxizität der Herzglykoside erhöht sein. EKG-Überwachung und, wenn möglich, Kontrolle der Blutspiegel.
- Disopyramid: EKG-Überwachung und, wenn möglich, Kontrolle der Blutspiegel.
- Statinen: Mögliches Risiko muskulärer Nebenwirkungen wie Rhabdomyolyse. Achten Sie auf Muskelbeschwerden.
- Theophyllin: Der Theophyllin-Spiegel kann ansteigen und sollte überwacht werden.
- Ciclosporin: Der Ciclosporin-Spiegel kann ansteigen. Spiegel und Nierenfunktion sollten überwacht werden.
- Midazolam, Bromocriptin, Rifabutin: Die Blutspiegel dieser Wirkstoffe können steigen.
Pille:
- In seltenen Fällen, besonders bei Erbrechen oder Durchfall, kann die Wirkung der Pille unsicher sein. Es empfiehlt sich, während der Behandlung zusätzlich eine nicht hormonelle Verhütungsmethode anzuwenden.
Häufige Fragen
Azithromycin ist bei Chlamydien- und Mykoplasmen-Infektionen meist erste Wahl. Roxithromycin wird als Alternative bei Unverträglichkeit oder wenn Azithromycin nicht verfügbar ist eingesetzt. Beide gehören zur Gruppe der Makrolide.
Nahrung reduziert die Aufnahme von Roxithromycin. Nehmen Sie es 15 Minuten vor dem Essen ein, damit der Wirkstoff optimal resorbiert wird.
Ja, Makrolide wie Roxithromycin sind eine gängige Alternative bei Penicillinallergie. Sie gehören zu einer anderen Antibiotika-Klasse und zeigen keine Kreuzallergie mit Penicillinen.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





