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Azithromycin
Chlamydien

Azithromycin

Makrolid-Antibiotikum zur Einmalbehandlung von Chlamydien-Infektionen.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Azithromycin?

Azithromycin ist ein Breitspektrum-Antibiotikum aus der Gruppe der Makrolide. Es wird häufig zur Behandlung von Chlamydien-Infektionen eingesetzt, kann aber auch bei anderen bakteriellen Erkrankungen wie Atemwegsinfektionen, Hautinfektionen und bestimmten Geschlechtskrankheiten verwendet werden.

Ein besonderer Vorteil von Azithromycin ist die einfache Einnahme: Bei Chlamydien genügt oft eine einmalige Dosis von 1000 mg (1 Gramm). Das Antibiotikum reichert sich im Gewebe an und wirkt noch mehrere Tage nach der Einnahme.

Azithromycin ist gut verträglich und hat im Vergleich zu anderen Antibiotika weniger Wechselwirkungen.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Azithromycin

Azithromycin wirkt bakteriostatisch – es hemmt das Wachstum von Bakterien:

Wirkmechanismus: Das Antibiotikum bindet an die 50S-Untereinheit der bakteriellen Ribosomen und hemmt dadurch die Proteinsynthese der Bakterien. Ohne neue Proteine können sich die Bakterien nicht vermehren und werden vom Immunsystem eliminiert.

Besonderheit der Makrolide:

  • Lange Halbwertszeit (40-68 Stunden)
  • Reichert sich in Zellen an (intrazellulär wirksam)
  • Bleibt tagelang im Gewebe aktiv
  • Daher ist oft nur eine Einmaldosis nötig

Wirkspektrum: Azithromycin wirkt gegen viele grampositive und gramnegative Bakterien sowie gegen intrazelluläre Erreger wie Chlamydien, Mykoplasmen und Legionellen.

Für wen ist es geeignet?

Azithromycin ist geeignet bei:

  • Unkomplizierter genitaler Chlamydien-Infektion
  • Unspezifischer Urethritis (Harnröhrenentzündung)
  • Bestimmten Atemwegsinfektionen
  • Hautinfektionen
  • Als Teil der Kombinationstherapie bei Gonorrhoe

Häufigste Anwendung bei STI: Die Chlamydien-Infektion ist eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Azithromycin ist Mittel der Wahl wegen der einfachen Einmalbehandlung.

Nicht geeignet bei:

  • Schwerer Lebererkrankung
  • Bekannter Allergie gegen Makrolide
  • Bestimmten Herzrhythmusstörungen (QT-Verlängerung)

Verfügbare Dosierungen

Bei Chlamydien-Infektion:

  • 1000 mg (1 g) als Einmaldosis
  • Alternativ: 500 mg Tag 1, dann 250 mg Tag 2-5

Bei Gonorrhoe (in Kombination):

  • 2000 mg (2 g) Einmaldosis zusammen mit Ceftriaxon-Injektion

Bei Atemwegsinfektionen:

  • 500 mg Tag 1, dann 250 mg Tag 2-5
  • Oder 500 mg täglich für 3 Tage

Verfügbare Stärken:

  • 250 mg Tabletten
  • 500 mg Tabletten
  • 500 mg Beutel (Granulat zur Suspension)

Einnahmehinweise

Bei Chlamydien (Einmaldosis):

  • Alle Tabletten zusammen mit Wasser einnehmen
  • Kann unabhängig von Mahlzeiten genommen werden
  • Für beste Verträglichkeit: Mit oder nach dem Essen

Bei Mehrfachdosierung:

  • Jeden Tag etwa zur gleichen Zeit einnehmen
  • Die gesamte verordnete Menge einnehmen, auch wenn Symptome verschwinden

Wichtige Hinweise:

  • 7 Tage nach Behandlung keinen ungeschützten Sex
  • Partner sollte mitbehandelt werden
  • Nachkontrolle nach 3-4 Wochen empfohlen
  • Keine Milchprodukte 2 Stunden vor/nach der Einnahme (bei Suspensionen)

Gegenanzeigen

Azithromycin darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Azithromycin oder andere Makrolide
  • Schwerer Leberinsuffizienz
  • Bekannter QT-Verlängerung oder Behandlung mit Medikamenten, die QT verlängern
  • Hypokaliämie (zu niedriger Kaliumspiegel)

Vorsicht bei:

  • Leichten bis mittleren Leberfunktionsstörungen
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Myasthenia gravis (kann Symptome verschlechtern)
  • Herzrhythmusstörungen

Schwangerschaft und Stillzeit: Azithromycin kann nach strenger Indikationsstellung in der Schwangerschaft verwendet werden. Es geht in die Muttermilch über.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1-10%):

  • Übelkeit
  • Durchfall
  • Bauchschmerzen
  • Erbrechen
  • Kopfschmerzen

Gelegentlich (0,1-1%):

  • Schwindel
  • Geschmacksstörungen
  • Hautausschlag
  • Gelenkschmerzen
  • Müdigkeit

Selten, aber ernst:

  • Schwere allergische Reaktionen
  • QT-Verlängerung (Herzrhythmusstörung)
  • Leberprobleme
  • Pseudomembranöse Kolitis

Hinweis: Die Magen-Darm-Beschwerden sind meist mild und vorübergehend. Die Einnahme mit Nahrung kann helfen.

Wechselwirkungen

Nicht kombinieren mit:

  • Ergotamin/Dihydroergotamin (Migränemittel) – schwere Gefäßkrämpfe
  • Bestimmte Antiarrhythmika (QT-Verlängerung)
  • Colchicin – erhöhte Toxizität

Vorsicht bei:

  • Warfarin – verstärkte Blutungsneigung
  • Ciclosporin – erhöhte Ciclosporin-Spiegel
  • Digoxin – erhöhte Digoxin-Spiegel
  • Statine – erhöhtes Rhabdomyolyse-Risiko

Kein relevanter Einfluss:

  • Antibabypille (anders als bei manchen anderen Antibiotika)
  • Die meisten gängigen Medikamente

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.