Was ist Kliogest?
Kliogest ist ein kombiniertes HRT-Präparat in Tablettenform für Frauen in der Postmenopause. Es wird täglich ohne Pause eingenommen.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Estradiol 2 mg / Norethisteronacetat 1 mg
Estradiol ersetzt das fehlende körpereigene Östrogen. Norethisteronacetat schützt die Gebärmutterschleimhaut. Die kontinuierliche Einnahme verhindert Abbruchblutungen.
Für wen ist es geeignet?
Frauen mit erhaltener Gebärmutter in der Postmenopause (mindestens 1 Jahr nach der letzten Regelblutung) mit Wechseljahresbeschwerden.
Verfügbare Dosierungen
1 Tablette täglich, kontinuierlich ohne Pause. Wurde eine Tablette vergessen, sollte sie so bald wie möglich innerhalb von 12 Stunden eingenommen werden. Sind mehr als 12 Stunden vergangen, wird die vergessene Tablette verworfen. Eine vergessene Tablette macht Durchbruch- oder Schmierblutungen wahrscheinlicher. Die Behandlung sollte mit der niedrigsten wirksamen Dosis und so kurz wie möglich erfolgen. Nutzen und Risiken sollten mindestens einmal jährlich ärztlich abgewogen werden.
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Filmtablette
- Stärken
- 2/1 mg
- Packungsgrößen
- 84 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 2/1 mg | 84 Stück | 07330396 | 84 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Täglich eine Tablette möglichst zur gleichen Tageszeit einnehmen.
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei:
- bestehendem oder früherem Brustkrebs oder einem entsprechenden Verdacht
- bestehenden oder früheren östrogenabhängigen bösartigen Tumoren oder einem entsprechenden Verdacht (vor allem Krebs der Gebärmutterschleimhaut)
- nicht abgeklärten Blutungen im Genitalbereich
- unbehandelter Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie)
- früheren oder bestehenden Blutgerinnseln in den Venen (vor allem tiefe Venenthrombose, Lungenembolie)
- bekannter Neigung zu Blutgerinnseln (thrombophile Erkrankungen, z. B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-Mangel)
- bestehenden oder früheren arteriellen thromboembolischen Erkrankungen (vor allem Angina pectoris, Herzinfarkt)
- akuter Lebererkrankung oder früherer Lebererkrankung, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben
- Porphyrie
- Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile
Kliogest enthält Milchzucker (Lactose). Bei seltener erblicher Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten Sie es nicht einnehmen.
Mögliche Nebenwirkungen
Sehr häufig (mehr als 1 von 10 Anwenderinnen):
- Brustschmerzen oder Empfindlichkeit der Brust
- Blutungen aus der Scheide, meist in den ersten Behandlungsmonaten
Häufig:
- Kopfschmerzen, Migräne oder Verschlechterung einer Migräne
- Scheidenpilz oder Scheidenentzündung
- Wassereinlagerungen, auch in Armen oder Beinen, Gewichtszunahme
- Depression oder Verschlechterung einer Depression
- Übelkeit, Bauchschmerzen, Spannungsgefühl oder Unwohlsein im Bauch
- Rückenschmerzen, Krämpfe in den Beinen
- Wassereinlagerungen in der Brust oder Vergrößerung der Brust
- Entstehung, Wiederauftreten oder Vergrößerung von Myomen der Gebärmutter
Gelegentlich: Überempfindlichkeit, Nervosität, oberflächliche Venenentzündung, Blähungen oder Völlegefühl, Haarausfall, vermehrte Körperbehaarung oder Akne, Juckreiz oder Nesselsucht, Unwirksamkeit des Arzneimittels.
Selten: tiefe Venenthrombose, Lungenembolie.
Wichtige Risiken einer Hormonersatztherapie:
- Das Risiko für Brustkrebs ist erhöht und hängt von der Dauer der Anwendung ab.
- Das Risiko für Blutgerinnsel in den Venen (tiefe Venenthrombose, Lungenembolie) ist um das 1,3- bis 3-Fache erhöht. Im ersten Behandlungsjahr ist ein solches Ereignis wahrscheinlicher als später.
- Das Risiko für einen Schlaganfall ist bis zu 1,5-fach erhöht.
- Suchen Sie sofort einen Arzt auf bei schmerzhafter Schwellung eines Beins, plötzlichem Schmerz im Brustkorb oder Atemnot.
- Brechen Sie die Behandlung ab und wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt bei Gelbsucht oder Verschlechterung der Leberfunktion, deutlichem Anstieg des Blutdrucks, neu einsetzenden migräneartigen Kopfschmerzen, Anzeichen für Blutgerinnsel oder einer Schwangerschaft.
Wechselwirkungen
Folgende Mittel können den Abbau von Estradiol und Norethisteronacetat beschleunigen, die Wirkung abschwächen und das Blutungsmuster verändern: Mittel gegen Krampfanfälle (z. B. Phenobarbital, Phenytoin, Carbamazepin), Mittel gegen Infektionen (z. B. Rifampicin, Rifabutin, Nevirapin, Efavirenz), Ritonavir, Telaprevir, Nelfinavir und Johanniskraut. Mittel, die den Abbau in der Leber hemmen (z. B. Ketoconazol), können die Spiegel der Wirkstoffe erhöhen. Umgekehrt könnte eine Hormonersatztherapie den Spiegel von Lamotrigin senken und damit die Kontrolle von Krampfanfällen verschlechtern. Eine Anpassung der Lamotrigin-Dosis kann dann nötig sein. Bei gleichzeitiger Einnahme von Ciclosporin können die Blutwerte von Ciclosporin, Kreatinin und Leberenzymen (Transaminasen) steigen. Vorsicht gilt bei bestimmten Kombinationen gegen Hepatitis C (Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir mit oder ohne Dasabuvir, Glecaprevir/Pibrentasvir).
Häufige Fragen
Nein, Kliogest ist für die kontinuierliche Einnahme ohne Blutungen konzipiert. In den ersten Behandlungsmonaten können Durchbruch- oder Schmierblutungen auftreten. Halten solche Blutungen danach an, treten sie erst später in der Behandlung auf oder halten sie nach dem Absetzen an, muss die Ursache ärztlich abgeklärt werden.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





