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Ibu-ratiopharm®
Schmerzen

Ibu-ratiopharm®

Ein Schmerzmittel – entzündungshemmend.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Ibu-ratiopharm®?

Ibuprofen ist ein nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAR) mit schmerzlindernder, entzündungshemmender und fiebersenkender Wirkung. In niedrigen Dosierungen (bis 400 mg) ist es rezeptfrei erhältlich; höhere Dosierungen (600 mg, 800 mg) sind verschreibungspflichtig.

Bekannte Markennamen sind Ibuflam® und Ibu-ratiopharm®. Ibuprofen wird seit den 1960er-Jahren eingesetzt.

Es ist geeignet bei leichten bis mäßig starken Schmerzen und entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparates.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Ibuprofen

Ibuprofen hemmt die Enzyme Cyclooxygenase-1 und -2 (COX-1 und COX-2):

Wirkmechanismus:

  • Blockiert die Prostaglandin-Synthese
  • Prostaglandine sensibilisieren Schmerzrezeptoren und fördern Entzündungen
  • Durch die Hemmung wird die Schmerzschwelle angehoben und die Entzündungsreaktion gedämpft

Wirkprofil:

  • Schmerzlinderung: Wirkungseintritt nach 30–60 Minuten
  • Entzündungshemmung: Volle Wirkung nach einigen Tagen regelmäßiger Einnahme
  • Fiebersenkung: Schnelle Wirkung bei erhöhter Temperatur
  • Wirkdauer: 4–6 Stunden

Verträglichkeit: Magen-Darm-Blutungen, Geschwüre oder Durchbrüche, auch mit tödlichem Ausgang, wurden unter allen NSAR berichtet. Besonders in hohen Dosen (2400 mg pro Tag) ist Ibuprofen möglicherweise mit einem geringfügig erhöhten Risiko für arterielle thrombotische Ereignisse wie Herzinfarkt oder Schlaganfall verbunden.

Für wen ist es geeignet?

Ibuprofen ist geeignet für:

  • Leichte bis mäßig starke Schmerzen
  • Kopfschmerzen und Zahnschmerzen
  • Menstruationsschmerzen
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Rheumatoide Arthritis, Arthrose
  • Fieber und Erkältungsbeschwerden
  • Postoperative und posttraumatische Schmerzen

Nicht geeignet:

  • Bei aktiven Magengeschwüren
  • Bei schwerer Herz-, Leber- oder Niereninsuffizienz
  • Im letzten Schwangerschaftsdrittel
  • Bei bekannter NSAR-Unverträglichkeit

Verfügbare Dosierungen

Verschreibungspflichtige Dosierungen:

  • 600 mg Tabletten
  • 800 mg Filmtabletten

Übliche Tagesdosis (Erwachsene):

  • 1200–2400 mg, aufgeteilt auf 3 Einzeldosen
  • Maximale Tagesdosis: 2400 mg

Rezeptfreie Dosierungen (zur Info):

  • 200 mg, 400 mg

Empfehlung: Niedrigste wirksame Dosis für die kürzeste notwendige Dauer.

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: 2 Stärken in einer Packungsgröße.

Darreichungsform
Filmtablette
Stärken
400 mg, 600 mg
Packungsgrößen
50 Stück
StärkePackungPZNReichweite
400 mg50 Stück100196210 Tage
600 mg50 Stück085313230 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Tabletten unzerkaut mit einem Glas Wasser einnehmen
  • Zu oder nach einer Mahlzeit (bessere Magenverträglichkeit)
  • Gleichmäßige Abstände zwischen den Einnahmen

Dosierungsschema (verschreibungspflichtig):

  • 600 mg: 1 Tablette 2–3 mal täglich
  • 800 mg: 1 Filmtablette 2 bis 3 mal täglich (nur Erwachsene)

Wichtige Hinweise:

  • Nicht zusammen mit ASS (Aspirin) einnehmen – Ibuprofen kann die blutverdünnende Wirkung von niedrig dosiertem ASS abschwächen
  • Nicht nüchtern einnehmen
  • In höherer Dosierung können Müdigkeit und Schwindel die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen beeinträchtigen, verstärkt zusammen mit Alkohol
  • Bei Langzeitanwendung Magenschutz erwägen

Gegenanzeigen

Ibuprofen darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Ibuprofen oder andere NSAR
  • Früheren Reaktionen wie Bronchospasmus, Asthma, Schnupfen, Nesselsucht oder Angioödem nach Einnahme von ASS oder anderen NSAR
  • Bestehenden oder in der Vergangenheit wiederholt aufgetretenen Magen- oder Darmgeschwüren oder Blutungen (mindestens 2 nachgewiesene Episoden)
  • Magen-Darm-Blutungen oder Durchbrüchen nach einer früheren Behandlung mit NSAR
  • Hirnblutungen oder anderen aktiven Blutungen
  • Schwerer Herzinsuffizienz
  • Schwerer Nieren- oder Leberinsuffizienz
  • Letztem Schwangerschaftsdrittel
  • Ungeklärten Blutbildungsstörungen
  • Schwerem Flüssigkeitsmangel (z. B. durch Erbrechen, Durchfall oder zu geringes Trinken)
  • Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren (600 mg) oder unter 18 Jahren (800 mg)

Vorsicht bei:

  • Älteren Patienten
  • Bluthochdruck oder Herzschwäche
  • Bestehender ischämischer Herzkrankheit, peripherer arterieller Verschlusskrankheit oder Erkrankungen der Hirngefäße (nur nach sorgfältiger Abwägung, hohe Dosen von 2400 mg pro Tag meiden)
  • Heuschnupfen, Nasenpolypen oder chronisch obstruktiven Atemwegserkrankungen (erhöhtes Risiko für allergische Reaktionen wie Asthmaanfälle)
  • Einnahme von Blutverdünnern
  • Chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)

Schwangerschaft: Im 1. und 2. Trimenon nur bei strenger Indikation. Im 3. Trimenon kontraindiziert.

Stillzeit: Ibuprofen geht nur in geringen Mengen in die Muttermilch über. Bei kurzer Anwendung ist eine Stillpause in der Regel nicht erforderlich. Bei längerer Anwendung oder höheren Dosen sollte ein frühzeitiges Abstillen erwogen werden.

Mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufig (mehr als 10 %):

  • Magenschmerzen, Sodbrennen
  • Übelkeit, Durchfall
  • Geringfügige Magen-Darm-Blutverluste, die in Ausnahmefällen eine Blutarmut verursachen können

Häufig (1–10 %):

  • Magen-Darm-Geschwüre, unter Umständen mit Blutung und Durchbruch
  • Kopfschmerzen, Schwindel

Gelegentlich (0,1–1 %):

  • Hautausschlag
  • Ödeme
  • Nierenfunktionsstörungen, z. B. eine Nierenentzündung, die mit akutem Nierenversagen einhergehen kann

Sehr selten:

  • Schwere allergische Reaktionen
  • Schwere Hautreaktionen wie Stevens-Johnson-Syndrom oder toxische epidermale Nekrolyse (bei ersten Anzeichen sofort absetzen)
  • Leberschäden
  • Blutbildveränderungen

Hinweis: Das Risiko für Magen-Darm-Nebenwirkungen steigt mit der Dosis und der Dauer der Anwendung.

Wechselwirkungen

Nicht kombinieren mit:

  • ASS (kann die Thrombozytenaggregationshemmung abschwächen)
  • Anderen NSAR (erhöhtes Nebenwirkungsrisiko)

Erhöhtes Blutungsrisiko mit:

  • Antikoagulanzien (Marcumar, DOAKs)
  • SSRI-Antidepressiva
  • Kortikosteroide
  • Thrombozytenaggregationshemmer

Wirkungsabschwächung von:

  • ACE-Hemmern, Sartanen
  • Diuretika

Risiko für die Nieren:

  • Mit ACE-Hemmern, Sartanen oder Betablockern kann sich eine eingeschränkte Nierenfunktion (z. B. bei Flüssigkeitsmangel oder im Alter) weiter verschlechtern, bis zu einem möglichen akuten Nierenversagen
  • Kaliumsparende Diuretika: Gefahr eines erhöhten Kaliumspiegels im Blut

Erhöhte Toxizität von:

  • Methotrexat
  • Lithium
  • Digoxin
  • Phenytoin
  • Ciclosporin, Tacrolimus (nierenschädigende Wirkung)

Häufige Fragen

400 mg ist rezeptfrei erhältlich und reicht für viele Alltagsschmerzen. 600 mg ist verschreibungspflichtig und wird bei stärkeren Schmerzen oder Entzündungen eingesetzt. Die entzündungshemmende Wirkung ist bei höherer Dosierung ausgeprägter.

Nein. Ibuprofen kann die blutverdünnende Wirkung von niedrig dosiertem ASS (z. B. ASS 100 zum Herzschutz) abschwächen. Wenn Sie ASS als Herzmedikament nehmen, besprechen Sie Alternativen mit Ihrem Arzt.

Ohne ärztliche Verordnung bei Erwachsenen maximal 4 Tage gegen Schmerzen und 3 Tage gegen Fieber. Bei ärztlicher Verordnung auch länger, aber so kurz wie möglich. Bei Langzeitanwendung regelmäßig Blutbild, Nieren und Leber kontrollieren.

Ibuprofen wirkt zusätzlich entzündungshemmend, was bei Entzündungsschmerzen vorteilhaft ist. Paracetamol ist magenfreundlicher. Die Wahl hängt von Vorerkrankungen und der Schmerzart ab.

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

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