Was ist HCT?
Hydrochlorothiazid (HCT) ist ein verschreibungspflichtiges Thiaziddiuretikum zur Behandlung von essentiellem Bluthochdruck und Wassereinlagerungen (Ödemen). Es wird oft mit anderen Blutdrucksenkern kombiniert.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Hydrochlorothiazid
HCT hemmt die Rückaufnahme von Natrium und Chlorid in den Nieren, wodurch mehr Wasser ausgeschieden wird. Dadurch sinkt das Blutvolumen und der Blutdruck. Zusätzlich wirkt es direkt auf die Blutgefäße gefäßerweiternd.
Für wen ist es geeignet?
Erwachsene mit Bluthochdruck, Herzinsuffizienz mit Ödemen oder Ödemen bei Leber- oder Nierenerkrankungen.
Verfügbare Dosierungen
Bluthochdruck: zu Beginn 12,5-25 mg einmal täglich, zur Erhaltung in der Regel 12,5 mg einmal täglich. Ödeme bei Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen: zu Beginn 25-50 mg einmal täglich, zur Erhaltung 25-50 mg täglich, bis zu 100 mg täglich. Herzinsuffizienz zusätzlich zu ACE-Hemmern: 25-37,5 mg einmal täglich. Die Dosis wird vom Arzt individuell angepasst.
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Tablette
- Stärken
- 25 mg
- Packungsgrößen
- 100 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 25 mg | 100 Stück | 00271874 | 100 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Einmal täglich morgens mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen. Nicht abends, um nächtlichen Harndrang zu vermeiden. Das Reaktionsvermögen kann so verändert sein, dass die Teilnahme am Straßenverkehr, das Bedienen von Maschinen und Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt sind, besonders zu Behandlungsbeginn, bei Dosiserhöhung, beim Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol.
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei Überempfindlichkeit gegen Hydrochlorothiazid, andere Thiazide, Sulfonamide oder einen der sonstigen Bestandteile, früherem akutem Atemnotsyndrom (ARDS) nach Einnahme von Hydrochlorothiazid, schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min oder Serumkreatinin über 1,8 mg/100 ml, stark verminderte oder fehlende Harnausscheidung), schwerer Leberinsuffizienz, Hypokaliämie (Kaliummangel), Hyponatriämie (Natriummangel), Hypovolämie oder Dehydratation (Flüssigkeitsmangel), akuter Glomerulonephritis (akute Entzündung der Nierenkörperchen), Gicht oder Hypercalciämie.
Schwangerschaft und Stillzeit: Bei Wassereinlagerungen oder Bluthochdruck, die erst in der Schwangerschaft entstehen, und bei einer Präeklampsie sollte HCT nicht angewendet werden. Bei essentiellem Bluthochdruck sollte HCT in der Schwangerschaft nur in den seltenen Fällen angewendet werden, in denen keine andere Behandlung möglich ist. Im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel kann HCT die Durchblutung von Mutterkuchen und Kind stören und beim ungeborenen und neugeborenen Kind Gelbsucht, Elektrolytstörungen und einen Mangel an Blutplättchen auslösen. In der Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen.
Mögliche Nebenwirkungen
Sehr häufig: Störungen des Elektrolythaushalts, vor allem Kalium- und Natriummangel. Häufig: vermehrter Magnesiumverlust über den Urin, erhöhte Blutzucker-, Harnsäure- und Blutfettwerte, Herzklopfen, Appetitlosigkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Verminderung der Blutplättchen. Selten: Schwindel, Kopfschmerzen. Ein Kaliummangel kann sich unter anderem durch Müdigkeit und Muskelschwäche äußern. Wichtig: Erhöhtes Risiko für nicht-melanomatösen Hautkrebs bei Langzeitanwendung. Prüfen Sie Ihre Haut regelmäßig auf neue Veränderungen und lassen Sie verdächtige Stellen umgehend ärztlich untersuchen. Wenn Sie bereits einmal einen solchen Hautkrebs hatten, sollte die Behandlung mit HCT ärztlich überprüft werden.
Sehr selten tritt innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Einnahme ein akutes Atemnotsyndrom (ARDS) mit Atemnot, Fieber und Blutdruckabfall auf. Außerdem kann es zu einem Aderhauterguss am Auge mit akuter Kurzsichtigkeit oder einem akuten Winkelblockglaukom kommen, erkennbar an plötzlich schlechterem Sehen oder Augenschmerzen, meist Stunden bis Wochen nach Behandlungsbeginn. Unbehandelt kann das Glaukom zu dauerhaftem Sehverlust führen. Selten sind schwere allergische Reaktionen bis zum Schock, sehr selten schwere Hautreaktionen (toxische epidermale Nekrolyse) und ein starker Mangel an bestimmten weißen Blutkörperchen (Agranulozytose). Mögliche Anzeichen einer Agranulozytose sind Fieber mit Schüttelfrost, Schleimhautveränderungen und Halsschmerzen. Suchen Sie in all diesen Fällen sofort ärztliche Hilfe.
Wechselwirkungen
Wechselwirkungen mit Lithium, NSAR, ACE-Hemmern, Digitalis, Kortikosteroiden, bestimmten Antidiabetika. Lithium wird schlechter ausgeschieden, dadurch verstärkt sich seine herz- und nervenschädigende Wirkung. Der Lithiumspiegel sollte deshalb sorgfältig überwacht werden. Beim Beginn einer Behandlung mit einem ACE-Hemmer kann der Blutdruck massiv abfallen bis hin zum Schock, und die Nierenfunktion kann sich verschlechtern. Deshalb sollte HCT 2-3 Tage vorher abgesetzt werden. NSAR (z. B. Indometacin, Acetylsalicylsäure) können die Wirkung von HCT abschwächen. Entsteht unter HCT ein Flüssigkeitsmangel, können NSAR ein akutes Nierenversagen auslösen. Bei einem Kalium- oder Magnesiummangel unter HCT können Wirkungen und Nebenwirkungen von Digitalis verstärkt werden. Arzneimittel, die das QT-Intervall verlängern können (z. B. einige Antiarrhythmika), erhöhen bei Elektrolytstörungen das Risiko für Herzrhythmusstörungen der Herzkammern (einschließlich Torsade de pointes). Zytostatika wie Cyclophosphamid, Fluorouracil oder Methotrexat können das Knochenmark stärker schädigen.
Häufige Fragen
HCT kann den Elektrolythaushalt (vor allem Kalium und Natrium) beeinflussen. Deshalb werden zu Beginn und während einer längeren Behandlung regelmäßig die Elektrolyte kontrolliert, vor allem Kalium. Auch Nierenwerte, Blutfette, Harnsäure und Blutzucker werden regelmäßig überprüft, weil HCT diese Werte ebenfalls verändern kann.
Ja, HCT kann die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Bei Langzeitanwendung besteht ein erhöhtes Risiko für bestimmte Hautkrebsarten. Konsequenter Sonnenschutz ist empfohlen.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





