Was ist Flutide Diskus?
Flutide® Diskus ist ein Pulverinhalator des Originalherstellers GSK mit dem Wirkstoff Fluticasonpropionat, einem inhalativen Kortikosteroid (ICS). Der Diskus ist ein Multidosis-Trockenpulverinhalator mit integriertem Zähler, der bei jedem Hub eine definierte Dosis freisetzt. Flutide® Diskus wird zur Langzeittherapie von Asthma bronchiale bei Erwachsenen und Kindern eingesetzt und wirkt entzündungshemmend direkt in den Bronchien.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Fluticasonpropionat
Fluticason wirkt entzündungshemmend in den Atemwegen:
Wirkmechanismus: 1. Fluticason bindet an Glukokortikoidrezeptoren in den Zellen 2. Der Komplex wandert in den Zellkern 3. Entzündungshemmende Gene werden aktiviert 4. Entzündungsfördernde Gene werden gehemmt
Effekte:
- Reduziert Entzündungszellen in den Atemwegen
- Vermindert Schleimhautschwellung
- Senkt die bronchiale Hyperreagibilität
Pharmakokinetik:
- Hohe Lipophilie – gute Lungengängigkeit
- Geringe orale Bioverfügbarkeit (<1%)
- Fast vollständiger First-Pass-Metabolismus
- Daher wenig systemische Effekte
Für wen ist es geeignet?
Flutide ist geeignet für:
- Alle Schweregrade von Asthma
- Als Basistherapie (Controller)
- Kinder ab 4 Jahren
- Patienten, die mit niedrig dosierten ICS nicht ausreichend kontrolliert sind
Vorteile:
- Hohe Wirkstärke – niedrigere Dosen nötig
- Wenig systemische Effekte
- Verschiedene Darreichungsformen
Einschränkungen:
- Keine Akutwirkung bei Atemnot
- Volle Wirkung erst nach Tagen bis Wochen
Verfügbare Dosierungen
Flutide Diskus:
- 50 µg, 100 µg, 250 µg, 500 µg pro Einzeldosis
Flutide Dosieraerosol:
- 50 µg, 125 µg, 250 µg pro Hub
Anfangsdosis bei Asthma (Erwachsene und Jugendliche über 16 Jahre):
- Leicht: 100-250 µg 2x täglich
- Mittel: 250-500 µg 2x täglich
- Schwer: 500-1000 µg 2x täglich
Zur Erhaltung bis zu 500 µg 2x täglich. Höchstens 2 mg pro Tag. Tagesdosen über 1 mg sollten möglichst nicht längerfristig angewendet werden.
Bei Kindern über 4 Jahren: 50 bis 200 µg 2x täglich je nach Schweregrad. In der Regel höchstens 400 µg pro Tag. Tagesdosen über 200 µg sollten nicht längerfristig angewendet werden. Dosen ab 500 µg 2x täglich sind für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet. Für Kinder unter 4 Jahren wird Flutide Diskus nicht empfohlen.
Äquivalenzdosen: Fluticason ist etwa doppelt so potent wie Budesonid oder Beclometason.
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: 2 Stärken in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Pulver zur Inhalation
- Stärken
- 100 µg, 250 µg
- Packungsgrößen
- 60 Dosen
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 100 µg | 60 Dosen | 07124202 | 30 Tage |
| 250 µg | 60 Dosen | 07124225 | 30 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Flutide Diskus: 1. Diskus öffnen (Daumen auf Daumenstütze, nach außen schieben) 2. Hebel zurückschieben bis es klickt (Dosis bereit) 3. Tief ausatmen (nicht in den Diskus) 4. Mundstück fest umschließen 5. Gleichmäßig und tief einatmen 6. Atem 10 Sekunden anhalten 7. Diskus schließen, Mund ausspülen
Dosieraerosol:
- Mit Spacer empfohlen für bessere Wirkstoffdeposition
- Koordination zwischen Sprühen und Einatmen
- Nach Inhalation Mund ausspülen
Wichtig:
- Regelmäßig anwenden, auch ohne Beschwerden
- Mund nach jeder Inhalation ausspülen (Mundsoor-Prävention)
- Nicht abrupt absetzen
Gegenanzeigen
Nicht anwenden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Fluticasonpropionat oder gegen Milchprotein (der Hilfsstoff Lactose enthält geringe Mengen Milchprotein)
- Akutem Asthmaanfall (keine Sofortwirkung)
Vorsicht bei:
- Aktiver oder inaktiver Lungentuberkulose (gleichzeitige Behandlung mit einem Tuberkulosemittel erforderlich)
- Pilzinfektionen der Atemwege
- Schwerer Leberinsuffizienz (verzögerter Abbau)
- Bei Verwendung von CYP3A4-Hemmern (z.B. Ritonavir)
- Umstellung von Kortison-Tabletten auf Flutide und nach längerer Anwendung hoher Dosen (in Stresssituationen wie Operationen, schweren Infektionen oder Verletzungen kann zusätzlich Kortison nötig sein)
- Zunehmendem Bedarf an schnell wirksamem Asthmaspray (Zeichen, dass sich das Asthma verschlechtert, ärztlichen Rat einholen)
Schwangerschaft: Nur anwenden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter größer ist als das mögliche Risiko für das ungeborene Kind. Dabei wird die niedrigste wirksame Dosis eingesetzt, die das Asthma ausreichend kontrolliert.
Stillzeit: Es ist nicht bekannt, ob Fluticason in die Muttermilch übergeht. Ein Risiko für den Säugling kann nicht ausgeschlossen werden. Ihr Arzt entscheidet nach Abwägung, ob abgestillt oder die Behandlung beendet wird.
Mögliche Nebenwirkungen
Sehr häufig (>10%):
- Mundsoor (Candidose der Mund- und Rachenschleimhaut)
Häufig (1-10%):
- Heiserkeit
- Lungenentzündung (bei COPD-Patienten)
- Blutergüsse
Gelegentlich:
- Hautreaktionen wie Hautausschlag, Nesselsucht oder Juckreiz
Sehr selten (vor allem bei hohen Dosen und langer Anwendung):
- Nebennierensuppression
- Wachstumsverlangsamung bei Kindern
- Knochendichteminderung
- Katarakt, Glaukom
- Verhaltensänderungen (Kinder)
Ebenfalls sehr selten:
- Angioödem (Schwellung vor allem von Gesicht, Mund und Rachen), Atemnot oder Verkrampfung der Bronchien und anaphylaktische Reaktionen
- Paradoxe Verkrampfung der Bronchien mit sofort zunehmendem pfeifendem Atemgeräusch (Giemen) nach der Inhalation. Dann sofort ein schnell wirksames Asthmaspray inhalieren, Flutide nicht weiter anwenden und umgehend ärztlich untersuchen lassen
Vorbeugung:
- Mund nach Inhalation ausspülen
- Niedrigstmögliche wirksame Dosis verwenden
- Regelmäßige Kontrollen bei Kindern
Wechselwirkungen
Wechselwirkungen:
- Ritonavir und andere starke CYP3A4-Hemmer – stark erhöhte Fluticason-Exposition, Cushing-Syndrom möglich!
- Ketoconazol, Itraconazol – erhöhte Fluticason-Spiegel
- Cobicistat – ähnliche Wechselwirkung wie Ritonavir
Wichtig: Bei HIV-Therapie mit Ritonavir oder Cobicistat: Kombination vermeiden, außer der Nutzen überwiegt das Risiko. Dann wird auf Kortison-Nebenwirkungen geachtet. Ob ein anderes Präparat infrage kommt, entscheidet Ihr Arzt.
Häufige Fragen
Inhalative Kortikoide wirken auf die Entzündung in den Atemwegen. Diese Wirkung baut sich über Tage bis Wochen auf. Bei akuter Atemnot benötigen Sie einen schnellwirksamen Bronchodilatator wie Salbutamol.
Ja, Fluticason (Flutide) ist etwa doppelt so potent wie Budesonid (Pulmicort). 100 µg Fluticason entsprechen etwa 200 µg Budesonid in der Wirkung.
Nicht ohne ärztliche Rücksprache! Asthma ist eine chronische Erkrankung. Wenn Sie sich wohlfühlen, zeigt das, dass die Therapie wirkt. Beim Absetzen können die Beschwerden zurückkehren.
Wenn Kortikoid im Mund verbleibt, begünstigt es Pilzwachstum (Mundsoor) und kann Heiserkeit verursachen. Durch konsequentes Ausspülen und Ausspucken nach jeder Inhalation kann dem vorgebeugt werden.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.





