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Crestor®
Hohes Cholesterin

Crestor®

Ein Statin – senkt LDL-Cholesterin um bis zu 55 % und hat wenige Wechselwirkungen.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Crestor®?

Rosuvastatin ist ein Statin und kann das LDL-Cholesterin um bis zu 55 % senken. Es wird unter dem Markennamen Crestor® sowie als Generikum (z. B. Rosuvastatin-ratiopharm®, Rosuvastatin HEXAL®) vertrieben.

Im Gegensatz zu Simvastatin und Atorvastatin wird Rosuvastatin nur minimal über CYP-Enzyme abgebaut, was zu deutlich weniger Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten führt. Es ist ein hydrophiles Statin mit bevorzugter Aufnahme in die Leber.

In der JUPITER-Studie wurde nachgewiesen, dass Rosuvastatin auch bei Patienten mit normalem Cholesterin aber erhöhtem CRP (Entzündungsmarker) kardiovaskuläre Ereignisse signifikant reduziert.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Rosuvastatin

Rosuvastatin hemmt die Cholesterinbiosynthese:

Wirkmechanismus:

  • Selektive, kompetitive Hemmung der HMG-CoA-Reduktase
  • Hydrophil: Wird bevorzugt in die Leberzellen aufgenommen
  • Geringe Aufnahme in Muskelzellen
  • Starke kompensatorische LDL-Rezeptor-Hochregulation

Lipidsenkende Wirkung:

  • LDL-Cholesterin: Senkung um 40–55 % (dosisabhängig)
  • Triglyzeride: Senkung um 15–25 %
  • HDL-Cholesterin: Anstieg um 8–14 %

Besonderheiten:

  • Minimaler CYP3A4-Metabolismus → wenige Wechselwirkungen
  • Wird hauptsächlich unverändert über die Leber ausgeschieden
  • Keine Beeinflussung durch Grapefruitsaft
  • Einnahme zu jeder Tageszeit möglich

Wirkungseintritt: Deutliche LDL-Senkung nach 1–2 Wochen. Maximale Wirkung nach 4 Wochen.

Für wen ist es geeignet?

Rosuvastatin ist geeignet für:

  • Erwachsene mit primärer Hypercholesterinämie
  • Patienten mit familiärer Hypercholesterinämie (stark erhöhtes LDL)
  • Gemischte Dyslipidämie
  • Vorbeugung schwerwiegender kardiovaskulärer Ereignisse bei erwartet hohem Risiko für erstmalige Ereignisse

Besonders empfohlen bei:

  • Hohem LDL, das stark gesenkt werden muss (> 50 %)
  • Viele Begleitmedikamente (wenig Wechselwirkungen)
  • Wenn Atorvastatin nicht ausreichend wirkt
  • Familiäre Hypercholesterinämie

Nicht geeignet:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Aktive Lebererkrankung
  • Schwere Niereninsuffizienz (alle Dosen)
  • Myopathie unter Statinen in der Vorgeschichte

Verfügbare Dosierungen

Startdosis:

  • 5–10 mg einmal täglich

Übliche Dosierungen:

  • 5 mg: Therapiebeginn, besonders bei asiatischen Patienten oder erhöhtem Myopathie-Risiko
  • 10 mg: Standarddosis für die meisten Patienten
  • 20 mg: Stärkere Senkung erforderlich
  • 40 mg: Maximaldosis, nur bei schwerer Hypercholesterinämie unter engmaschiger Kontrolle

Verfügbare Stärken:

  • 5 mg, 10 mg, 20 mg, 40 mg Filmtabletten

LDL-Senkung nach Dosis:

  • 5 mg: ca. 38 %
  • 10 mg: ca. 43 %
  • 20 mg: ca. 48 %
  • 40 mg: ca. 53–55 %

Dosisanpassung:

  • Mittelschwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 60 ml/min): Start mit 5 mg, 40 mg kontraindiziert
  • Schwere Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min): kontraindiziert
  • Asiatische Patienten: Start mit 5 mg (erhöhte Exposition, 40 mg kontraindiziert)

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog sind 3 Packungsvarianten gelistet: 3 Stärken in einer Packungsgröße.

Darreichungsform
Filmtablette
Stärken
5 mg, 10 mg, 20 mg
Packungsgrößen
30 Stück
StärkePackungPZNReichweite
5 mg30 Stück0031622330 Tage
10 mg30 Stück0018532430 Tage
20 mg30 Stück0018544230 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Einmal täglich zu einer beliebigen Tageszeit
  • Unabhängig von Mahlzeiten
  • Filmtablette mit Wasser schlucken

Vorteile:

  • Keine Zeitbindung (anders als Simvastatin, das abends genommen werden muss)
  • Kein Grapefruit-Problem (anders als Simvastatin und Atorvastatin)

Wichtige Hinweise:

  • Erste Laborkontrolle nach 4–12 Wochen
  • Regelmäßige Überwachung von Leberwerten, Lipidprofil und Nierenfunktion
  • Bei Muskelschmerzen oder dunklem Urin: Sofort Arzt kontaktieren
  • Schilddrüsenfunktion sollte vor Therapiebeginn überprüft werden

Bei vergessener Dosis: Zur nächsten regulären Zeit einnehmen. Nicht die doppelte Menge nehmen.

Gegenanzeigen

Rosuvastatin darf nicht eingenommen werden bei:

  • Aktiver Lebererkrankung oder ungeklärter Transaminasenerhöhung
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Schwerer Niereninsuffizienz (Kreatinin-Clearance < 30 ml/min, bei allen Dosen)
  • Myopathie
  • Gleichzeitiger Ciclosporin-Therapie (bei allen Dosen)
  • Gleichzeitiger Behandlung mit Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir
  • Überempfindlichkeit gegen Rosuvastatin

Vorsicht bei:

  • Hypothyreose (40 mg kontraindiziert)
  • Persönlicher oder familiärer Muskelerkrankung (40 mg kontraindiziert)
  • Asiatischer Abstammung (erhöhte Plasmaspiegel, 40 mg kontraindiziert)
  • Niereninsuffizienz (Dosisanpassung, 40 mg ab mittelschwerer Niereninsuffizienz kontraindiziert)
  • Hohem Alkoholkonsum (bei Alkoholmissbrauch 40 mg kontraindiziert)
  • Gleichzeitiger Fibraten-Einnahme (40 mg kontraindiziert)

Schwangerschaft: Strikt kontraindiziert. Sichere Kontrazeption erforderlich.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1–10 %):

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Myalgie (Muskelschmerzen)
  • Magen-Darm-Beschwerden (Obstipation, Übelkeit, Bauchschmerzen)
  • Asthenie (Schwäche)
  • Diabetes mellitus (leicht erhöhtes Risiko, dosisabhängig)
  • Proteinurie (bei 40 mg)

Gelegentlich (0,1–1 %):

  • Hautausschlag, Pruritus
  • Erhöhte CK-Werte
  • Proteinurie (bei 10 mg und 20 mg)

Selten:

  • Myopathie, Rhabdomyolyse
  • Pankreatitis
  • Erhöhte Transaminasen (Leberwerte)

Sehr selten:

  • Hepatitis

Häufigkeit nicht bekannt:

  • Periphere Neuropathie

Schwere Hautreaktionen: Unter Rosuvastatin wurde über schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, DRESS) berichtet, die lebensbedrohlich oder tödlich verlaufen können. Bei Anzeichen einer solchen Reaktion Rosuvastatin sofort absetzen und ärztlichen Rat einholen. Nach einer solchen Reaktion darf Rosuvastatin nie wieder eingenommen werden.

Hinweis: In kontrollierten Studien ist die Myopathie-Rate bei Rosuvastatin vergleichbar mit anderen Statinen.

Wechselwirkungen

Vorteil von Rosuvastatin: Minimaler CYP3A4-Metabolismus → deutlich weniger Wechselwirkungen als Simvastatin oder Atorvastatin.

Kontraindiziert mit:

  • Ciclosporin (alle Dosen)
  • Sofosbuvir/Velpatasvir/Voxilaprevir

Dosisbegrenzung bei:

  • Gemfibrozil: Kombination nicht empfohlen, sonst Rosuvastatin max. 20 mg
  • Lopinavir/Ritonavir, Atazanavir/Ritonavir: Beginn mit 5 mg, max. 10 mg
  • Weitere Arzneimittel, die die Rosuvastatin-Exposition etwa verdoppeln oder stärker erhöhen (z. B. Clopidogrel, Ticagrelor, Darolutamid, Roxadustat, Leflunomid, Teriflunomid, Febuxostat, Velpatasvir, Glecaprevir/Pibrentasvir): Beginn mit 5 mg, niedrigere Höchstdosis
  • Regorafenib: Beginn mit 5 mg, niedrigere Höchstdosis (Rosuvastatin-Exposition etwa 3,8-fach erhöht)

Vorsicht bei:

  • Antikoagulanzien (Warfarin, Phenprocoumon) – INR kontrollieren
  • Fibraten (Myopathie-Risiko, Beginn mit 5 mg, 40 mg kontraindiziert)
  • Fusidinsäure (systemisch): Rosuvastatin während der Fusidinsäure-Behandlung unterbrechen, frühestens 7 Tage nach der letzten Fusidinsäure-Dosis wieder einnehmen

Keine relevante Interaktion mit:

  • Grapefruitsaft (nur geringer Abbau über CYP3A4)
  • Amiodaron, Verapamil, Diltiazem (keine Dosisbegrenzung nötig wie bei Simvastatin)

Häufige Fragen

Bereits 10 mg senken das LDL-Cholesterin um etwa 43 %.

Ja, Rosuvastatin wird nur in geringem Ausmaß über CYP3A4 abgebaut und hat daher keine Wechselwirkung mit Grapefruitsaft. Das ist ein Vorteil gegenüber Simvastatin und Atorvastatin.

Diabetiker haben ein stark erhöhtes kardiovaskuläres Risiko. Die starke LDL-Senkung durch Rosuvastatin schützt Herz und Gefäße. Beachten Sie aber, dass Statine (einschließlich Rosuvastatin) den Blutzucker leicht erhöhen können – dieser Effekt wird aber durch den kardiovaskulären Nutzen aufgewogen.

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

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