deinrezept Logo
Alle Medikamente
Atorvastatin
Hohes Cholesterin

Atorvastatin

Das weltweit meistverordnete Statin – senkt das LDL-Cholesterin um bis zu 50 % und schützt Herz und Gefäße.

Verschreibungspflichtig
Schnellnavigation

Was ist Atorvastatin?

Atorvastatin ist ein HMG-CoA-Reduktase-Hemmer (Statin) und das weltweit am häufigsten verschriebene cholesterinsenkende Medikament. Es senkt das LDL-Cholesterin („schlechtes Cholesterin") effektiv um 30–50 % je nach Dosierung und reduziert damit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Atorvastatin war unter dem Markennamen Sortis® (bzw. Lipitor® international) eines der umsatzstärksten Medikamente aller Zeiten. Heute ist es als Generikum (z. B. Atorvastatin-ratiopharm®, Atorvastatin HEXAL®, Atorvastatin-1 A Pharma®) preisgünstig verfügbar.

Es gehört zu den hochwirksamen Statinen und wird bei Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko bevorzugt eingesetzt.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Atorvastatin (als Calciumsalz)

Atorvastatin hemmt die Cholesterinsynthese in der Leber:

Wirkmechanismus:

  • Hemmt das Enzym HMG-CoA-Reduktase (Schlüsselenzym der Cholesterinbiosynthese)
  • Die Leber produziert weniger Cholesterin
  • Kompensatorisch werden mehr LDL-Rezeptoren auf der Leberoberfläche gebildet
  • Mehr LDL-Cholesterin wird aus dem Blut aufgenommen und abgebaut

Lipidsenkende Wirkung:

  • LDL-Cholesterin: Senkung um 30–50 % (dosisabhängig)
  • Triglyzeride: Senkung um 15–30 %
  • HDL-Cholesterin: Leichter Anstieg um 5–10 %

Pleiotrope Effekte (über die Lipidsenkung hinaus):

  • Stabilisierung atherosklerotischer Plaques
  • Entzündungshemmung in den Gefäßwänden
  • Verbesserung der Endothelfunktion
  • Gerinnungshemmende Eigenschaften

Wirkungseintritt: LDL-Senkung messbar nach 2 Wochen. Maximale Wirkung nach 4–6 Wochen.

Für wen ist es geeignet?

Atorvastatin ist geeignet für:

  • Erwachsene mit Hypercholesterinämie (erhöhtem Cholesterin)
  • Patienten mit gemischter Dyslipidämie
  • Sekundärprävention nach Herzinfarkt oder Schlaganfall
  • Primärprävention bei hohem kardiovaskulären Risiko
  • Familiäre Hypercholesterinämie

Besonders empfohlen bei:

  • Hohem LDL-Cholesterin, das stark gesenkt werden muss (> 50 % Reduktion)
  • Diabetes mellitus Typ 2 mit erhöhtem kardiovaskulärem Risiko
  • Koronare Herzkrankheit (KHK) zur Sekundärprävention
  • Patienten, die eine flexible Einnahmezeit bevorzugen (keine Zeitbindung)

Nicht geeignet:

  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Aktive Lebererkrankung oder ungeklärte Transaminasenerhöhung
  • Gleichzeitige Einnahme mit bestimmten Medikamenten (Ciclosporin, starke CYP3A4-Hemmer)

Verfügbare Dosierungen

Startdosis:

  • 10–20 mg einmal täglich (je nach Risikoprofil)

Übliche Dosierungen:

  • 10 mg: Leichte Cholesterinerhöhung, Primärprävention
  • 20 mg: Moderate Senkung, Standard bei vielen Patienten
  • 40 mg: Stärkere Senkung, nach Herzinfarkt
  • 80 mg: Maximal, Hochrisikopatienten, nach akutem Koronarsyndrom

Verfügbare Stärken:

  • 10 mg, 20 mg, 40 mg, 80 mg Filmtabletten

LDL-Senkung nach Dosis:

  • 10 mg: ca. 30 %
  • 20 mg: ca. 36 %
  • 40 mg: ca. 42 %
  • 80 mg: ca. 48–50 %

Dosisanpassung:

  • Niereninsuffizienz: Keine Anpassung nötig
  • Leichte Leberinsuffizienz: Vorsicht, engmaschige Kontrolle

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Einmal täglich, zu jeder Tageszeit
  • Unabhängig von Mahlzeiten
  • Filmtablette unzerkaut mit Wasser schlucken

Vorteil gegenüber Simvastatin: Atorvastatin muss NICHT abends eingenommen werden. Es hat eine lange Halbwertszeit (14 Stunden, aktiver Metabolit bis 30 Stunden) und kann daher zu jeder Tageszeit genommen werden.

Wichtige Hinweise:

  • Regelmäßige Laborkontrollen (Leberwerte, Lipidprofil) – erste Kontrolle nach 4–12 Wochen
  • Bei vergessener Dosis: Nachholen, wenn weniger als 12 Stunden vergangen
  • Grapefruitsaft in großen Mengen meiden (hemmt CYP3A4)
  • Alkoholkonsum begrenzen (Leberschutz)
  • Muskelbeschwerden sofort dem Arzt melden

Gegenanzeigen

Atorvastatin darf nicht eingenommen werden bei:

  • Aktiver Lebererkrankung oder ungeklärter, dauerhafter Transaminasenerhöhung (> 3-fach)
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Überempfindlichkeit gegen Atorvastatin

Vorsicht bei:

  • Lebererkrankungen in der Vorgeschichte
  • Hohem Alkoholkonsum
  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion – erhöhtes Myopathie-Risiko)
  • Muskelerkrankungen in der Vorgeschichte
  • Niereninsuffizienz (erhöhtes Myopathie-Risiko)
  • Gleichzeitiger Einnahme von CYP3A4-Hemmern (Itraconazol, Clarithromycin)

Schwangerschaft: Statine sind in der gesamten Schwangerschaft strikt kontraindiziert. Cholesterin ist essenziell für die fetale Entwicklung. Frauen im gebärfähigen Alter müssen sicher verhüten.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1–10 %):

  • Nasopharyngitis (Erkältungssymptome)
  • Myalgie (Muskelschmerzen) – häufigster Grund für Therapieabbruch
  • Gelenkschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall, Verstopfung)
  • Erhöhte Leberenzyme

Gelegentlich (0,1–1 %):

  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Schwindel
  • Hautausschlag
  • Erhöhte Blutzuckerwerte (leicht diabetogen)

Selten, aber ernst:

  • Myopathie (Muskelschäden mit CK-Erhöhung)
  • Rhabdomyolyse (schwerer Muskelzerfall – Notfall!)
  • Leberversagen (extrem selten)
  • Interstitielle Lungenerkrankung

Muskelschmerzen: Treten bei etwa 5–10 % der Patienten auf, sind aber meist mild. Bei starken Muskelschmerzen mit dunkel verfärbtem Urin sofort Arzt aufsuchen (Rhabdomyolyse-Verdacht).

Wechselwirkungen

Erhöhtes Myopathie-Risiko bei:

  • Ciclosporin (Kombination meiden oder Atorvastatin-Dosis auf 10 mg begrenzen)
  • Clarithromycin, Erythromycin, Itraconazol, Ketoconazol (CYP3A4-Hemmer)
  • Gemfibrozil und andere Fibrate
  • Fusidinsäure (Kombination kontraindiziert während der Therapie)
  • Colchicin

Weitere Wechselwirkungen:

  • Grapefruitsaft in großen Mengen (> 1 Liter/Tag) – CYP3A4-Hemmung
  • Rifampicin – beschleunigter Abbau, verminderte Wirkung
  • Warfarin – verstärkte Gerinnungshemmung (INR kontrollieren)
  • Digoxin – leicht erhöhte Digoxin-Spiegel
  • Orale Kontrazeptiva – leicht erhöhte Ethinylestradiol-Spiegel

Hinweis: Atorvastatin wird über CYP3A4 abgebaut. Alle Medikamente, die dieses Enzym hemmen, können die Atorvastatin-Spiegel erhöhen und damit das Risiko für Nebenwirkungen steigern.

Häufige Fragen

Ähnliche Medikamente

Passt Atorvastatin zu Ihnen?

Ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Diskret und sicher.

Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.