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Concor®
Bluthochdruck

Concor®

Ein Betablocker, der Blutdruck und Herzfrequenz senkt.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Concor®?

Bisoprolol ist ein hochselektiver Beta-1-Rezeptorblocker. Es wird zur Behandlung von Bluthochdruck (Hypertonie), koronarer Herzkrankheit (stabile Angina pectoris) und chronischer Herzinsuffizienz eingesetzt.

Der Wirkstoff senkt sowohl den Blutdruck als auch die Herzfrequenz und entlastet damit das Herz. Bisoprolol wird einmal täglich eingenommen und ist als Generikum von zahlreichen Herstellern erhältlich, darunter BisoHEXAL®, Bisoprolol-1 A Pharma®, Bisoprolol-ratiopharm® und das Originalpräparat Concor®.

Bisoprolol ist auch in Kombinationspräparaten mit Hydrochlorothiazid (z. B. BisoHEXAL® plus, Bisoprolol comp) oder mit Amlodipin erhältlich.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Bisoprolol

Bisoprolol blockiert selektiv die Beta-1-Rezeptoren am Herzen:

Wirkmechanismus:

  • Blockiert Beta-1-Rezeptoren am Herzen (kardioselektiv)
  • Reduziert die Herzfrequenz (negativ chronotrop)
  • Vermindert die Schlagkraft des Herzens (negativ inotrop)
  • Senkt die Erregungsleitungsgeschwindigkeit (negativ dromotrop)
  • Hemmt die Renin-Freisetzung in der Niere

Blutdrucksenkung durch:

  • Verringerte Herzleistung (Herzminutenvolumen)
  • Gehemmte Renin-Ausschüttung
  • Zentrale sympatholytische Wirkung
  • Langfristig auch Senkung des peripheren Widerstands

Kardioselektivität: Bisoprolol ist hochselektiv für Beta-1-Rezeptoren. Beta-2-Rezeptoren in Lunge und Gefäßen werden in therapeutischen Dosen kaum beeinflusst. Dennoch ist bei Asthma Vorsicht geboten.

Wirkungseintritt: Maximale Wirkung 3-4 Stunden nach der Einnahme. Die maximale blutdrucksenkende Wirkung wird im Allgemeinen nach 2 Wochen erreicht.

Für wen ist es geeignet?

Bisoprolol ist geeignet für:

  • Erwachsene mit Bluthochdruck (arterielle Hypertonie)
  • Patienten mit chronischer stabiler Angina pectoris
  • Stabile chronische Herzinsuffizienz mit eingeschränkter Pumpfunktion der linken Herzkammer (zusätzlich zu ACE-Hemmern und Diuretika, gegebenenfalls mit Herzglykosiden)

Besonders empfohlen bei:

  • Bluthochdruck mit erhöhter Herzfrequenz
  • Koronare Herzkrankheit
  • Herzinsuffizienz (in Kombination mit ACE-Hemmern/Sartanen)
  • Junge Patienten mit Stresshypertonie

Nicht geeignet:

  • Schweres Asthma bronchiale oder schwere COPD
  • AV-Block II. oder III. Grades (bei Bluthochdruck und Angina pectoris gilt das nur ohne Herzschrittmacher)
  • Sick-Sinus-Syndrom
  • Symptomatische Bradykardie (verlangsamter Herzschlag, der Beschwerden macht)
  • Symptomatische Hypotonie (niedriger Blutdruck, der Beschwerden macht)
  • Phäochromozytom (unbehandelt)
  • Metabolische Azidose

Verfügbare Dosierungen

Bluthochdruck:

  • Startdosis: 5 mg einmal täglich
  • Übliche Erhaltungsdosis: 5-10 mg einmal täglich
  • Maximaldosis: 20 mg täglich

Herzinsuffizienz:

  • Startdosis: 1,25 mg einmal täglich
  • Schrittweise Steigerung, nur wenn die jeweilige Dosis gut vertragen wird: 1,25 mg für 1 Woche, 2,5 mg für 1 Woche, 3,75 mg für 1 Woche, 5 mg für 4 Wochen, 7,5 mg für 4 Wochen
  • Erhaltungsdosis: 10 mg einmal täglich (zugleich Höchstdosis)

Angina pectoris:

  • Startdosis: 5 mg einmal täglich
  • Bei Bedarf Steigerung auf 10 mg einmal täglich
  • Eine weitere Steigerung ist nur in Ausnahmefällen gerechtfertigt
  • Maximaldosis: 20 mg täglich

Nieren- oder Leberfunktionsstörung:

  • Bei Bluthochdruck und Angina pectoris: bei schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 20 ml/min) oder schwerer Leberfunktionsstörung höchstens 10 mg täglich
  • Bei Herzinsuffizienz die Dosis mit besonderer Vorsicht steigern

Verfügbare Stärken:

  • 1,25 mg, 2,5 mg, 3,75 mg, 5 mg, 7,5 mg, 10 mg Tabletten

Kombinationspräparate:

  • Bisoprolol + Hydrochlorothiazid (BisoHEXAL® plus, Bisoprolol comp)
  • Bisoprolol + Amlodipin

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: 2 Stärken in einer Packungsgröße.

Darreichungsform
Filmtablette
Stärken
5 mg, 10 mg
Packungsgrößen
100 Stück
StärkePackungPZNReichweite
5 mg100 Stück02091573100 Tage
10 mg100 Stück00630155100 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Einmal täglich, vorzugsweise morgens
  • Unabhängig von Mahlzeiten
  • Mit ausreichend Wasser schlucken
  • Immer zur gleichen Tageszeit

Dosisanpassung bei Herzinsuffizienz:

  • Sehr langsame Steigerung: in den ersten 3 Wochen wöchentlich, danach bleiben 5 mg und 7,5 mg jeweils 4 Wochen lang
  • Beginn mit 1,25 mg
  • Bei Verschlechterung Dosis wieder reduzieren
  • Engmaschige ärztliche Überwachung

Wichtige Hinweise:

  • Niemals abrupt absetzen! Ausschleichen über mindestens 1-2 Wochen
  • Plötzliches Absetzen kann zu Rebound-Tachykardie und Blutdruckanstieg führen
  • Regelmäßig Blutdruck und Puls kontrollieren
  • Vor Operationen den Anästhesisten informieren
  • Die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt sein, besonders zu Behandlungsbeginn, bei Änderungen der Medikation und zusammen mit Alkohol

Gegenanzeigen

Bisoprolol darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Bisoprolol, andere Betablocker oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Akute Herzinsuffizienz oder dekompensierte Herzinsuffizienz
  • Kardiogener Schock
  • AV-Block II. oder III. Grades (bei Bluthochdruck und Angina pectoris gilt das nur ohne Herzschrittmacher)
  • Sick-Sinus-Syndrom
  • Sinuatrialer Block
  • Symptomatische Bradykardie (verlangsamter Herzschlag, der Beschwerden macht)
  • Symptomatische Hypotonie (niedriger Blutdruck, der Beschwerden macht)
  • Schweres Asthma bronchiale oder schwere COPD
  • Spätstadien der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörung der Arme oder Beine) oder Raynaud-Syndrom
  • Unbehandeltes Phäochromozytom
  • Metabolische Azidose

Vorsicht bei:

  • Leichtes bis mittelschweres Asthma bronchiale oder COPD: grundsätzlich nur anwenden, wenn zwingende medizinische Gründe vorliegen, dann mit Vorsicht
  • Bluthochdruck oder Angina pectoris mit gleichzeitiger Herzinsuffizienz
  • Diabetes mellitus (Maskierung von Hypoglykämie-Symptomen)
  • Strenger Fastenperiode (Hypoglykämie-Risiko)
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (Beschwerden können sich besonders zu Behandlungsbeginn verstärken)
  • Psoriasis (kann verschlechtert werden)
  • Thyreotoxikose (Symptome können maskiert werden)
  • Laufender Desensibilisierungstherapie (Hyposensibilisierung gegen Allergien): Bisoprolol kann die Empfindlichkeit gegenüber Allergenen steigern und schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie) verstärken, Adrenalin wirkt dann nicht immer wie gewünscht
  • AV-Block I. Grades (leichte Störung der Erregungsleitung im Herzen)
  • Prinzmetal-Angina (Angina durch Verkrampfung der Herzkranzgefäße), Anfälle sind trotz der Beta-1-Selektivität möglich

Schwangerschaft: Betablocker sollten in der Schwangerschaft nur bei strenger Indikation eingesetzt werden. Betablocker vermindern im Allgemeinen die Durchblutung der Plazenta. Dadurch kann es zu Wachstumsstörungen, zum Tod des Ungeborenen, zu Fehlgeburten oder vorzeitigen Wehen kommen. Beim Ungeborenen und beim Neugeborenen können Unterzuckerung und verlangsamter Herzschlag (Bradykardie) auftreten. Ist eine Behandlung nötig, müssen die Durchblutung der Plazenta und das Wachstum des Kindes kontrolliert werden. Das Neugeborene muss sorgfältig überwacht werden, Unterzuckerung und verlangsamter Herzschlag treten meist in den ersten 3 Lebenstagen auf.

Stillzeit: Ob Bisoprolol in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt. Vom Stillen während der Einnahme wird abgeraten.

Mögliche Nebenwirkungen

Sehr häufig bei Herzinsuffizienz:

  • Verlangsamter Herzschlag (Bradykardie)

Häufig (1-10%):

  • Müdigkeit, Erschöpfung
  • Schwindel, Kopfschmerzen
  • Kältegefühl in Händen und Füßen
  • Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall, Verstopfung)
  • Bei Herzinsuffizienz: Verschlechterung der Herzinsuffizienz, niedriger Blutdruck

Gelegentlich (0,1-1%):

  • Schlafstörungen
  • Depressive Verstimmung
  • Störungen der Erregungsleitung im Herzen (AV-Überleitungsstörungen)
  • Bei Bluthochdruck und Angina pectoris: verlangsamter Herzschlag (Bradykardie), Verstärkung einer Herzinsuffizienz, niedriger Blutdruck
  • Muskelschwäche, Muskelkrämpfe
  • Orthostatische Hypotonie
  • Bronchospasmus bei empfindlichen Patienten

Selten:

  • Albträume, Halluzinationen
  • Erektionsstörungen
  • Verschlechterung einer peripheren Durchblutungsstörung
  • Leberfunktionsstörungen (Transaminasenanstieg)
  • Allergische Reaktionen (Juckreiz, Hautrötung, Ausschlag, Angioödem)

Sehr selten:

  • Auslösen oder Verschlechtern einer Psoriasis, Haarausfall

Wichtiger Hinweis: Betablocker können Symptome einer Unterzuckerung (Zittern, Herzrasen) maskieren. Diabetiker sollten ihren Blutzucker engmaschig kontrollieren.

Wechselwirkungen

Nicht empfohlen mit:

  • Kalziumantagonisten vom Verapamil-Typ und in geringerem Ausmaß vom Diltiazem-Typ (Schlagkraft und Erregungsleitung des Herzens werden zusätzlich gehemmt)
  • Zentral wirksamen Blutdrucksenkern wie Clonidin, Methyldopa oder Moxonidin (Verschlechterung einer Herzinsuffizienz möglich). Ein abruptes Absetzen dieser Mittel, besonders vor dem Ende der Betablocker-Behandlung, kann das Risiko eines überschießenden Blutdruckanstiegs (Rebound-Hypertonie) erhöhen
  • Bei Herzinsuffizienz zusätzlich: Klasse-I-Antiarrhythmika wie Flecainid oder Propafenon

Besonders zu beachten:

  • MAO-Hemmer (außer MAO-B-Hemmer): stärkere Blutdrucksenkung, aber auch Risiko einer hypertensiven Krise

Vorsicht bei gleichzeitiger Einnahme von:

  • Antiarrhythmika (Amiodaron, Flecainid) → verstärkte kardiodepressive Wirkung
  • Digitalispräparate → verstärkte Bradykardie
  • Andere Blutdrucksenker → verstärkte Blutdrucksenkung
  • NSAR → leicht verminderte Blutdrucksenkung
  • Insulin und orale Antidiabetika → Maskierung von Hypoglykämie-Symptomen

Wichtig: Die Kombination mit Verapamil oder Diltiazem wird nicht empfohlen. Verapamil als Spritze oder Infusion kann während einer Betablocker-Behandlung zu starkem Blutdruckabfall und AV-Block führen.

Häufige Fragen

Nein, Bisoprolol darf niemals abrupt abgesetzt werden. Ein plötzliches Absetzen kann zu einem gefährlichen Rebound-Effekt führen: Herzfrequenz und Blutdruck können stark ansteigen. Die Dosis sollte über mindestens 1-2 Wochen schrittweise reduziert werden. Sprechen Sie immer vorher mit Ihrem Arzt.

Müdigkeit und Erschöpfung gehören zu den häufigsten Nebenwirkungen von Betablockern. Dies tritt besonders zu Beginn der Therapie auf und bessert sich oft nach einigen Wochen. Wenn die Müdigkeit anhält und Sie stark beeinträchtigt, kann Ihr Arzt die Dosis anpassen oder auf ein anderes Präparat umstellen.

Potenzstörungen sind eine bekannte, aber nicht häufige Nebenwirkung von Betablockern. Neuere Studien zeigen, dass die psychologische Erwartung hier eine große Rolle spielt. Wenn Potenzprobleme auftreten, sprechen Sie mit Ihrem Arzt – ein Wechsel auf Nebivolol oder ein anderes Antihypertensivum kann helfen.

Ja, Sport ist sogar empfehlenswert. Allerdings senkt Bisoprolol die Herzfrequenz, sodass Sie beim Training keinen so hohen Puls erreichen. Trainieren Sie nach Belastungsempfinden statt nach Pulswerten. Ausdauersport ist gut geeignet, extreme Belastungsspitzen sollten vermieden werden.

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

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