Was ist Nebivolol?
Nebivolol ist ein hochselektiver Beta-1-Blocker der dritten Generation mit einer einzigartigen Zusatzeigenschaft: Es setzt Stickstoffmonoxid (NO) frei und erweitert dadurch die Blutgefäße. Diese Kombination aus Betablockade und Gefäßerweiterung macht Nebivolol besonders verträglich.
Nebivolol wird zur Behandlung von Bluthochdruck und als Zusatztherapie bei chronischer Herzinsuffizienz eingesetzt. Bekannte Präparate sind Nebilet® und verschiedene Generika.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Nebivolol
Nebivolol hat einen dualen Wirkmechanismus:
Beta-1-Blockade:
- Höchste Beta-1-Selektivität aller Betablocker
- Senkt Herzfrequenz und Blutdruck
- Reduziert den Sauerstoffverbrauch des Herzens
- Hemmt die Renin-Freisetzung
NO-Freisetzung (Stickstoffmonoxid):
- Aktiviert die endotheliale NO-Synthase (eNOS)
- Stickstoffmonoxid erweitert die Blutgefäße
- Verbessert die Endothelfunktion
- Senkt den peripheren Gefäßwiderstand
Stoffwechsel:
- Keine Verschlechterung des Glukosestoffwechsels
- Keine negative Beeinflussung der Blutfette
Wirkungseintritt: Maximale Blutdrucksenkung nach 1-2 Wochen regelmäßiger Einnahme. Stabile Einstellung nach 4 Wochen.
Für wen ist es geeignet?
Nebivolol ist geeignet für:
- Erwachsene mit Bluthochdruck
- Chronische stabile Herzinsuffizienz (als Zusatztherapie, ab 70 Jahre)
Besonders empfohlen bei:
- Patienten mit Potenzstörungen unter anderen Betablockern
- Metabolisches Syndrom / Diabetes (stoffwechselneutral)
- Jüngere Patienten, die Wert auf Verträglichkeit legen
Nicht geeignet:
- Asthma bronchiale oder Bronchospasmen in der Vorgeschichte
- AV-Block II./III. Grades
- Bradykardie (Herzfrequenz unter 60/min vor Therapiebeginn)
- Dekompensierte Herzinsuffizienz
- Leberinsuffizienz oder eingeschränkte Leberfunktion
- Kardiogener Schock
Verfügbare Dosierungen
Bluthochdruck:
- Startdosis: 5 mg einmal täglich
- Übliche Erhaltungsdosis: 5 mg einmal täglich
- Maximaldosis: 5 mg täglich
- Patienten über 65 Jahre: Startdosis 2,5 mg einmal täglich, bei Bedarf Steigerung auf 5 mg
Herzinsuffizienz (ab 70 Jahre):
- Startdosis: 1,25 mg einmal täglich
- Langsame Steigerung alle 1-2 Wochen
- Zieldosis: 10 mg einmal täglich
Bei Niereninsuffizienz:
- Startdosis: 2,5 mg einmal täglich
- Maximaldosis: 5 mg täglich
Verfügbare Stärken:
- 5 mg Tabletten (teilbar)
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Tablette
- Stärken
- 5 mg
- Packungsgrößen
- 100 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 5 mg | 100 Stück | 07371082 | 100 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Einmal täglich, möglichst zur gleichen Tageszeit
- Unabhängig von Mahlzeiten
- Mit ausreichend Wasser
- Tablette kann geteilt werden
Dosisanpassung:
- Bei Bluthochdruck: Wirkung nach 1-2 Wochen beurteilen
- Bei Herzinsuffizienz: sehr langsame Steigerung
- Regelmäßige Puls- und Blutdruckkontrollen
Wichtige Hinweise:
- Nicht abrupt absetzen – über mindestens 1-2 Wochen ausschleichen
- Anästhesisten vor Operationen informieren
- Bei Diabetikern Blutzucker kontrollieren
Gegenanzeigen
Nebivolol darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Nebivolol
- Leberinsuffizienz oder eingeschränkte Leberfunktion
- Akute Herzinsuffizienz oder kardiogener Schock
- AV-Block II./III. Grades (ohne Schrittmacher)
- Sick-Sinus-Syndrom
- Bradykardie (Herzfrequenz unter 60/min vor Therapiebeginn)
- Hypotonie (systolischer Blutdruck unter 90 mmHg)
- Bronchospasmen oder Asthma bronchiale in der Vorgeschichte
- Unbehandeltes Phäochromozytom
- Metabolische Azidose
- Schwere periphere Durchblutungsstörungen
Vorsicht bei:
- COPD (die Verengung der Atemwege kann sich verstärken)
- Diabetes mellitus (stoffwechselneutral, aber Vorsicht)
- Psoriasis (kann verschlechtert werden)
- Periphere Durchblutungsstörungen (können sich verschlechtern)
Schwangerschaft: Nur bei strenger Indikation. Kann zu fetaler Bradykardie führen.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1-10%):
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Müdigkeit
- Magen-Darm-Beschwerden
- Kribbeln in den Extremitäten
- Verstopfung, Übelkeit
- Atemnot
- Ödeme
Gelegentlich (0,1-1%):
- Bradykardie
- Schlafstörungen
- Depressive Verstimmung
- Bronchospasmus
- Hautausschlag
Sehr selten:
- Synkope (Ohnmacht)
Wechselwirkungen
Kontraindiziert mit:
- Verapamil oder Diltiazem i.v.
- Floctafenin
- Sultoprid
Vorsicht bei:
- Verapamil/Diltiazem oral → verstärkte Herzwirkung
- Antiarrhythmika (Klasse I) → additive kardiodepressive Wirkung
- Clonidin → bei Absetzen von Clonidin erst Betablocker ausschleichen
- Insulin und orale Antidiabetika → Hypoglykämie-Maskierung
- Anästhetika → verstärkte Myokarddepression
- CYP2D6-Hemmer (Paroxetin, Fluoxetin) → erhöhte Nebivolol-Spiegel
Hinweis: Nebivolol wird überwiegend über CYP2D6 metabolisiert. Bei langsamen Metabolisierern (ca. 7% der Bevölkerung) ist die Bioverfügbarkeit höher.
Häufige Fragen
Nebivolol gehört zur dritten Generation, weil es neben der klassischen Betablockade eine zusätzliche gefäßerweiternde Wirkung über Stickstoffmonoxid (NO) hat. Erste Generation: unselektiv (Propranolol). Zweite Generation: kardioselektiv (Bisoprolol, Metoprolol). Dritte Generation: mit vasodilatierender Zusatzwirkung, kardioselektiv (Nebivolol) oder nicht selektiv mit Alpha-1-Blockade (Carvedilol).
Bisoprolol ist bei Herzinsuffizienz besser untersucht. Die Wahl hängt von den individuellen Bedürfnissen ab.
Im Gegensatz zu älteren Betablockern hat Nebivolol keinen negativen Einfluss auf den Glukose- und Fettstoffwechsel. Es ist daher auch bei Patienten mit Diabetes oder metabolischem Syndrom eine gute Wahl. Dennoch sollten Diabetiker ihren Blutzucker regelmäßig kontrollieren.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





