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Bisoprolol-ratiopharm® comp.
Bluthochdruck

Bisoprolol-ratiopharm® comp.

Bisoprolol mit Hydrochlorothiazid — Betablocker und entwässerndes Mittel gegen Bluthochdruck.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Bisoprolol-ratiopharm® comp.?

Bisoprolol-ratiopharm® comp. ist ein Kombinationspräparat gegen Bluthochdruck mit zwei Wirkstoffen in einer Filmtablette: dem Betablocker Bisoprolol und dem entwässernden Mittel Hydrochlorothiazid. Es ist in den Stärken 5 mg/12,5 mg und 10 mg/25 mg erhältlich.

Angewendet wird es bei Erwachsenen mit essenzieller Hypertonie, deren Blutdruck mit einem der beiden Wirkstoffe allein nicht ausreichend gesenkt wird. Bisoprolol dämpft die Wirkung der Stresshormone am Herzen, Hydrochlorothiazid lässt die Nieren mehr Salz und Wasser ausscheiden. Die feste Kombination ersetzt zwei Einzeltabletten durch eine.

Bisoprolol-ratiopharm® comp. wird einmal täglich morgens eingenommen und ist als Dauerbehandlung gedacht. Ein Betablocker wird nie abrupt abgesetzt, sondern ausschleichend nach ärztlicher Anweisung.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Bisoprolol/HCT

Das Präparat senkt den Blutdruck über zwei Wege.

Bisoprolol ist ein Betablocker. Es dämpft die Wirkung der Stresshormone am Herzen: Der Puls wird langsamer, das Herz schlägt kraftsparender, und der Blutdruck sinkt.

Hydrochlorothiazid ist ein entwässerndes Mittel. Es sorgt dafür, dass die Nieren mehr Salz und Wasser ausscheiden. Das verringert die Flüssigkeitsmenge im Kreislauf und entspannt zusätzlich die Gefäßwände.

Beide Wirkstoffe ergänzen sich: Der eine setzt am Herzen an, der andere am Flüssigkeitshaushalt. Die feste Kombination kommt infrage, wenn ein Wirkstoff allein den Blutdruck nicht ausreichend senkt.

Für wen ist es geeignet?

Bisoprolol-ratiopharm® comp. ist geeignet für:

  • Erwachsene mit Bluthochdruck (essenzielle Hypertonie), deren Blutdruck mit Bisoprolol oder Hydrochlorothiazid allein nicht ausreichend gesenkt wird
  • Menschen, die beide Wirkstoffe bereits getrennt einnehmen und auf eine Tablette umgestellt werden sollen

Nicht geeignet bei akuter oder entgleister Herzschwäche, bei langsamem Puls unter 60 Schlägen pro Minute vor Behandlungsbeginn und bestimmten Reizleitungsstörungen des Herzens, bei schwerem Asthma oder schwerer COPD, bei schweren Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen, bei unbehandeltem Phäochromozytom, bei schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung, bei Gicht sowie für Kinder und Jugendliche. Vollständige Liste unter Gegenanzeigen.

Ob Bisoprolol-ratiopharm® comp. im Einzelfall passt, entscheidet die ärztliche Prüfung.

Verfügbare Dosierungen

Verfügbare Stärken:

  • 5 mg/12,5 mg und 10 mg/25 mg (Bisoprolol/Hydrochlorothiazid) je Filmtablette

Packungsgrößen:

  • 30, 50 und 100 Filmtabletten, je nach Hersteller

Dosierung:

  • Einmal täglich eine Filmtablette morgens zum Frühstück, unzerkaut mit etwas Flüssigkeit
  • Die Stärke wird vorher mit den Einzelwirkstoffen eingestellt; bei eingeschränkter Nierenfunktion wird die niedrigere Stärke bevorzugt
  • Bei älteren Menschen in der Regel keine Dosisanpassung
  • Dauerbehandlung ohne zeitliche Begrenzung; niemals abrupt absetzen, sondern ausschleichend nach ärztlicher Anweisung

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.

Darreichungsform
Filmtablette
Stärken
5/12,5 mg
Packungsgrößen
100 Stück
StärkePackungPZNReichweite
5/12,5 mg100 Stück02859347100 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

  • Einmal täglich eine Tablette, morgens, mit etwas Flüssigkeit. Der Morgen ist wichtig: Der entwässernde Anteil wirkt einige Stunden, und nächtlicher Harndrang stört sonst den Schlaf.
  • Die Tablette wird unzerkaut zum Frühstück eingenommen.
  • Die Behandlung ist eine Dauerbehandlung. Ein normaler Blutdruckwert bedeutet, dass das Präparat wirkt.
  • Niemals abrupt absetzen. Betablocker werden ausschleichend beendet; ein plötzliches Absetzen kann Blutdruck und Puls stark ansteigen lassen und Angina-pectoris-Beschwerden auslösen.

Auf ausreichendes Trinken achten — besonders bei Hitze, Fieber, Durchfall oder Erbrechen. Sonst kann der Flüssigkeits- und Salzmangel zu stark werden.

Verkehrstüchtigkeit: Besonders zu Beginn der Behandlung, bei einer Dosiserhöhung, bei einem Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol kann das Reaktionsvermögen so verändert sein, dass die Teilnahme am Straßenverkehr, das Bedienen von Maschinen oder Arbeiten ohne sicheren Halt beeinträchtigt sind.

Vergessene Einnahme: Fällt es am selben Vormittag auf, kann die Tablette nachgeholt werden. Später am Tag besser auslassen und am nächsten Morgen normal weitermachen — nicht die doppelte Menge.

Gegenanzeigen

Nicht anwenden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Bisoprolol, Hydrochlorothiazid, andere Sulfonamide oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Akuter Herzschwäche oder Herzschwäche, die eine Behandlung im Krankenhaus erfordert.
  • Langsamem Puls (unter 60 Schlägen pro Minute vor Behandlungsbeginn), bestimmten Reizleitungsstörungen des Herzens (AV-Block zweiten oder dritten Grades, Sick-Sinus-Syndrom, sinuatrialer Block), Schock.
  • Schwerem Asthma oder schwerer chronisch obstruktiver Lungenerkrankung.
  • Schweren Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen, Raynaud-Syndrom.
  • Unbehandeltem Phäochromozytom.
  • Übersäuerung des Blutes (metabolische Azidose).
  • Schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung, fehlender Harnproduktion, akuter Entzündung der Nierenkörperchen (akute Glomerulonephritis).
  • Erniedrigtem Kalium- oder Natriumspiegel, erhöhtem Kalziumspiegel.
  • Gicht.
  • Akutem Atemnotsyndrom (ARDS), das bereits einmal nach Einnahme von Hydrochlorothiazid aufgetreten ist.

Ärztlich abzuklären: Herzschwäche (bei stabiler Herzschwäche wird die Behandlung mit Bisoprolol allein begonnen), Asthma oder andere Atemwegserkrankungen mit verengten Bronchien, Allergien und laufende Hyposensibilisierung, Durchblutungsstörungen der Gliedmaßen, Lebererkrankungen, Zuckerkrankheit, Schuppenflechte, Schilddrüsenüberfunktion, Nierenerkrankungen, systemischer Lupus erythematodes, geplante Operation mit Narkose, eine Behandlung mit weiteren blutdrucksenkenden Mitteln sowie eine Schwangerschaft oder Stillzeit. In der Schwangerschaft kommt das Präparat nur infrage, wenn keine andere Behandlung möglich ist. In der Stillzeit wird die Anwendung nicht empfohlen.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1 bis 10 von 100)

  • Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen — besonders zu Beginn
  • Kalte Hände und Füße
  • Übelkeit, Durchfall, Verstopfung
  • Veränderungen der Blutsalze (Kalium, Natrium, Magnesium)
  • Erhöhte Harnsäure mit erhöhtem Risiko für einen Gichtanfall, erhöhte Blutfette, erhöhter Blutzucker

Gelegentlich

  • Langsamer Puls, Störungen der Erregungsleitung im Herzen, Verschlechterung einer bestehenden Herzschwäche
  • Kreislaufbeschwerden mit Blutdruckabfall beim Aufstehen
  • Schlafstörungen, gedrückte Stimmung
  • Atemwegsverengung bei entsprechend veranlagten Menschen
  • Bauchbeschwerden, Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Muskelschwäche, Muskelkrämpfe

Selten

  • Alpträume, Halluzinationen
  • Sehstörungen, verminderter Tränenfluss (wichtig beim Tragen von Kontaktlinsen)
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Juckreiz, Ausschlag oder erhöhte Lichtempfindlichkeit
  • Leberentzündung, Gelbsucht
  • Erektionsstörungen
  • Blutbildveränderungen

Sehr selten

  • Auslösung oder Verschlechterung einer Schuppenflechte

Häufigkeit nicht bekannt

  • Bei langer Anwendung: erhöhtes Risiko für weißen Hautkrebs

Deshalb: die Haut vor starker Sonne schützen und Hautveränderungen ärztlich abklären lassen.

Sofort ärztlich abklären lassen bei: starkem Schwindel mit drohender Ohnmacht, sehr langsamem Puls, zunehmender Atemnot, plötzlicher Atemnot mit Fieber innerhalb von Minuten bis Stunden nach der Einnahme (sehr selten, akutes Atemnotsyndrom), Muskelschwäche mit Herzstolpern, plötzlichen Sehstörungen mit Augenschmerzen.

Kontrollen: Blutsalze, Nierenwerte, Blutzucker und Harnsäure gehören regelmäßig kontrolliert.

Wechselwirkungen

  • Andere blutdrucksenkende Mittel: verstärkte Wirkung, Blutdruckabfall möglich.
  • Zentral wirkende blutdrucksenkende Mittel (z. B. Clonidin, Methyldopa, Moxonidin): Die Kombination wird nicht empfohlen. Sie kann eine Herzschwäche verschlechtern. Ein plötzliches Absetzen dieser Mittel kann den Blutdruck stark ansteigen lassen.
  • MAO-Hemmer (außer MAO-B-Hemmern): verstärkte Blutdrucksenkung, aber auch Gefahr einer hypertensiven Krise mit gefährlich hohem Blutdruck.
  • Bestimmte Kalziumkanalblocker (Verapamil, Diltiazem) und Mittel gegen Herzrhythmusstörungen: können Puls und Reizleitung zu stark dämpfen.
  • Entzündungshemmende Schmerzmittel: schwächen die blutdrucksenkende Wirkung ab und belasten die Nieren.
  • Kortisonpräparate, Abführmittel, Amphotericin B: verstärken den Kaliumverlust.
  • Herzglykoside, Mittel gegen Herzrhythmusstörungen: Ein niedriger Kaliumspiegel erhöht das Risiko für Rhythmusstörungen.
  • Lithium: Blutspiegel kann gefährlich steigen — Kombination möglichst meiden.
  • Zuckersenkende Mittel und Insulin: Der Betablocker kann Warnzeichen einer Unterzuckerung — besonders Herzklopfen und Zittern — verdecken. Zusammen mit Sulfonylharnstoffen (bestimmten Tabletten gegen Zuckerkrankheit) kann das Risiko einer schweren Unterzuckerung steigen. Der Blutzucker ist engmaschiger zu kontrollieren.
  • Mittel gegen Gicht: Der Bedarf kann sich ändern.
  • Alkohol verstärkt den Blutdruckabfall.

Bitte alle eingenommenen Arzneimittel angeben, auch nicht verschreibungspflichtige.

Häufige Fragen

Betablocker werden ausschleichend beendet. Ein plötzliches Absetzen kann Blutdruck und Puls stark ansteigen lassen und bei koronarer Herzkrankheit Angina-pectoris-Beschwerden auslösen. Auch bei guten Blutdruckwerten gilt: Das Präparat wirkt, es kann nicht einfach weggelassen werden.

Der entwässernde Anteil wirkt einige Stunden. Bei Einnahme am Morgen fällt der vermehrte Harndrang in den Tag; bei abendlicher Einnahme stört er den Schlaf.

Ja, auf ausreichendes Trinken achten, besonders bei Hitze, Fieber, Durchfall oder Erbrechen. Sonst kann der Flüssigkeits- und Salzverlust durch das entwässernde Mittel zu stark werden. Schwindel beim Aufstehen kann ein erstes Zeichen sein.

Unter Hydrochlorothiazid ist bei langer Anwendung ein erhöhtes Risiko für hellen Hautkrebs beschrieben. Die Haut regelmäßig auf neue oder veränderte Stellen prüfen, Sonnenschutz verwenden und verdächtige Veränderungen ärztlich zeigen.

Quellen

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Ein zugelassener Arzt prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein Rezept aus. Diskret und sicher.

Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

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