Was ist Beloc Zok?
Beloc Zok® ist das Originalpräparat mit dem Wirkstoff Metoprololsuccinat, einem kardioselektiven Beta-1-Rezeptorblocker. Die "Zok"-Form steht für retardiertes Metoprololsuccinat, das den Wirkstoff über etwa 20 Stunden kontinuierlich freisetzt und so über 24 Stunden gleichmäßig wirkt. Beloc Zok wird eingesetzt bei Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit (Angina pectoris), chronischer Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen sowie zur Migräneprophylaxe.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Metoprolol
Metoprolol blockiert selektiv die Beta-1-Rezeptoren am Herzen:
Wirkmechanismus:
- Kardioselektive Beta-1-Blockade
- Senkt Herzfrequenz und Blutdruck
- Vermindert den Sauerstoffverbrauch des Herzens
- Reduziert die Renin-Ausschüttung
Zwei Zubereitungsformen:
- Metoprololtartrat: schneller Wirkungseintritt, Wirkdauer 8-12 Stunden, 2-3x täglich
- Metoprololsuccinat (Retard/Zok): gleichmäßige Freisetzung, Wirkdauer 24 Stunden, 1x täglich
Zusätzliche Wirkungen:
- Antiarrhythmische Wirkung (Klasse II)
- Schutz vor Kammerflimmern nach Herzinfarkt
- Migräneprophylaktische Wirkung
Wirkungseintritt: Metoprololtartrat: nach 1-2 Stunden. Metoprololsuccinat (Retard): gleichmäßiger Wirkspiegel über 24 Stunden.
Für wen ist es geeignet?
Metoprolol ist geeignet für:
- Erwachsene mit Bluthochdruck
- Angina pectoris (stabile und instabile)
- Herzrhythmusstörungen (Tachyarrhythmien)
- Chronische Herzinsuffizienz (stabil, gering bis mäßig ausgeprägt, Auswurfleistung des Herzens höchstens 40 %, zusätzlich zur Standardtherapie)
- Nach Herzinfarkt (Sekundärprävention)
- Migräneprophylaxe
- Funktionelle Herzbeschwerden
Besonders empfohlen bei:
- Bluthochdruck mit Tachykardie
- Koronare Herzkrankheit
- Herzinsuffizienz als Zusatztherapie
- Vorhofflimmern zur Frequenzkontrolle
Nicht geeignet:
- Bronchiale Hyperreagibilität (überempfindliche Atemwege), etwa bei schwerem Asthma bronchiale
- AV-Block II./III. Grades
- Schwere Bradykardie (unter 50/min)
- Dekompensierte Herzinsuffizienz
- Kardiogener Schock
Verfügbare Dosierungen
Bluthochdruck (Metoprololsuccinat/Retard):
- Startdosis: 47,5 mg (oder 50 mg) einmal täglich
- Übliche Dosis: 95-190 mg einmal täglich
- Maximaldosis: 190 mg täglich
Bluthochdruck (Metoprololtartrat):
- Startdosis: 50 mg zweimal täglich
- Übliche Dosis: 100-200 mg täglich (aufgeteilt)
- Maximaldosis: 200 mg täglich
Herzinsuffizienz (nur Metoprololsuccinat):
- Startdosis: 23,75 mg einmal täglich für die ersten zwei Wochen
- Bei Herzinsuffizienz der NYHA-Klasse III in der ersten Woche eine halbe Retardtablette zu 23,75 mg einmal täglich
- Langsame Steigerung alle 2 Wochen
- Zieldosis: 190 mg einmal täglich
Verfügbare Stärken:
- Tartrat: 50 mg, 100 mg, 200 mg
- Succinat (Retard): 23,75 mg, 47,5 mg, 95 mg, 190 mg
Bekannte Präparate:
- Beloc Zok (Metoprololsuccinat)
- MetoHEXAL® (Metoprololtartrat)
- Metoprolol 50 - 1 A Pharma®
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: 2 Stärken in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Retardtablette
- Stärken
- 47,5 mg, 95 mg
- Packungsgrößen
- 100 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 47,5 mg | 100 Stück | 03879441 | 100 Tage |
| 95 mg | 100 Stück | 03754691 | 100 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Einnahme Metoprololsuccinat (Retard/Zok):
- Einmal täglich, vorzugsweise morgens
- Unabhängig von Mahlzeiten
- Tablette unzerkaut mit Wasser schlucken
- Die Retardtabletten haben eine Bruchkerbe und können geteilt werden. In gleiche Dosen teilen lässt sich nur die Tablette zu 23,75 mg, bei 47,5 mg, 95 mg und 190 mg dient die Bruchkerbe nur dem leichteren Schlucken
Einnahme Metoprololtartrat:
- Zweimal täglich (morgens und abends)
- Zu oder nach den Mahlzeiten (verbesserte Aufnahme)
- Tabletten können geteilt werden
Wichtige Hinweise:
- Niemals abrupt absetzen – langsam ausschleichen!
- Regelmäßige Puls- und Blutdruckkontrolle
- Anästhesisten vor Operationen informieren
- Bei Diabetikern: Blutzucker engmaschig kontrollieren
- Die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen kann beeinträchtigt sein, besonders zu Behandlungsbeginn, beim Präparatewechsel und zusammen mit Alkohol
Gegenanzeigen
Metoprolol darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Metoprolol oder andere Betablocker
- AV-Block II./III. Grades
- Instabile, dekompensierte Herzinsuffizienz
- Bei Herzinsuffizienz außerdem: Ruhepuls unter 68/min vor Behandlungsbeginn, wiederholt erniedrigter Blutdruck unter 100 mmHg, dauerhafte oder zeitweise Behandlung mit herzkraftsteigernden Betasympathomimetika
- Schwere Bradykardie (unter 50/min)
- Sick-Sinus-Syndrom (ohne Schrittmacher)
- Schock, z. B. kardiogener Schock
- Niedriger Blutdruck (systolisch unter 90 mmHg)
- Höhergradige SA-Blockierungen (Störung der Erregungsleitung im Herzen)
- Azidose (Übersäuerung des Blutes)
- Schwere periphere Durchblutungsstörungen
- Bronchiale Hyperreagibilität (überempfindliche Atemwege), etwa bei schwerem Asthma bronchiale
- Unbehandeltes Phäochromozytom
Vorsicht bei:
- Leichtem Asthma oder COPD (ggf. niedrige Dosis)
- Diabetes mellitus
- Periphere Durchblutungsstörungen
- Psoriasis
- Depression
Schwangerschaft: Nur bei strenger Indikation. Betablocker vermindern die Durchblutung der Plazenta. Das wurde mit Wachstumsverzögerung, Tod des Kindes im Mutterleib, Fehlgeburt und vorzeitigen Wehen in Zusammenhang gebracht. Beim Ungeborenen und Neugeborenen kann der Puls verlangsamt sein (Bradykardie). Beim Neugeborenen können außerdem niedriger Blutdruck und Unterzuckerung auftreten. Engmaschige Überwachung nötig. Die Behandlung soll 48 bis 72 Stunden vor dem errechneten Geburtstermin beendet werden. Ist das nicht möglich, muss das Neugeborene 48 bis 72 Stunden nach der Geburt sorgfältig ärztlich überwacht werden.
Stillzeit: Metoprolol geht in die Muttermilch über. Nicht in der Stillzeit einnehmen, es sei denn, die Einnahme wird als notwendig erachtet. Gestillte Säuglinge sollten auf Anzeichen einer Betablockade, z. B. einen langsamen Puls, überwacht werden.
Mögliche Nebenwirkungen
Sehr häufig (ab 10 %):
- Müdigkeit
Häufig (1-10%):
- Schwindel
- Bradykardie (langsamer Puls)
- Kalte Extremitäten
- Magen-Darm-Beschwerden
- Kopfschmerzen
- Atemnot, vor allem nach Anstrengung
- Verstärkter Blutdruckabfall, auch beim Aufstehen aus dem Liegen
Gelegentlich (0,1-1%):
- Gewichtszunahme
- Depressive Verstimmungen
- Schlafstörungen, Albträume
- Hautausschlag
- Verengung der Atemwege
- Verstärkung einer Herzmuskelschwäche mit Wassereinlagerungen (Ödeme)
Selten:
- Libido- und Potenzstörungen
- Trockene Augen (wichtig für Kontaktlinsenträger)
- Leberwerterhöhungen
Sehr selten:
- Auslösen oder Verschlechterung einer Psoriasis
Wechselwirkungen
Kontraindiziert mit:
- Verapamil oder Diltiazem i.v. und andere Antiarrhythmika i.v. (wie Disopyramid), Ausnahme Intensivmedizin
- MAO-Hemmer (Ausnahme MAO-B-Hemmer)
Vorsicht bei:
- Verapamil/Diltiazem oral → verstärkte Bradykardie
- Antiarrhythmika → verstärkte kardiodepressive Wirkung
- Clonidin → stärkeres Absinken der Herzfrequenz möglich, Clonidin darf erst abgesetzt werden, wenn Metoprolol einige Tage vorher beendet wurde
- Digitalispräparate → verstärkte Bradykardie
- Insulin oder blutzuckersenkende Tabletten → Wirkung kann verstärkt sein, Warnzeichen einer Unterzuckerung (vor allem schneller Puls) können verschleiert sein, regelmäßige Blutzuckerkontrollen nötig
- Adrenalin (Epinephrin) → paradoxer Blutdruckanstieg möglich
- CYP2D6-Hemmer (Fluoxetin, Paroxetin, Chinidin) → erhöhte Metoprolol-Spiegel
Wichtig: Metoprolol wird über CYP2D6 abgebaut. Medikamente, die dieses Enzym hemmen, können die Metoprolol-Wirkung deutlich verstärken. Etwa 7% der Bevölkerung sind langsame CYP2D6-Metabolisierer und benötigen möglicherweise niedrigere Dosen.
Häufige Fragen
Beloc Zok enthält Metoprololsuccinat als Retardform – es wirkt gleichmäßig über 24 Stunden und wird einmal täglich eingenommen. MetoHEXAL enthält Metoprololtartrat, das schneller wirkt, aber nur 8-12 Stunden anhält und daher zweimal täglich genommen werden muss.
Ja, Metoprolol ist offiziell zur Migräneprophylaxe zugelassen. Im Allgemeinen reichen 95 mg Metoprololsuccinat einmal täglich. Es kann die Häufigkeit und Schwere von Migräneanfällen reduzieren. Die Wirkung tritt nach 4-6 Wochen regelmäßiger Einnahme ein.
Ja, ein Wechsel ist möglich. Ihr Arzt wird die entsprechende Äquivalenzdosis berechnen. Als Faustregel gilt: 5 mg Bisoprolol entspricht etwa 50-100 mg Metoprolol (Retard). Der Wechsel sollte nie eigenständig erfolgen.
Bei plötzlichem Absetzen kann es zum sogenannten Rebound-Phänomen kommen: Der Körper hat sich an die Betablockade gewöhnt und reagiert mit überschießender Adrenalinwirkung. Dies kann zu gefährlichem Blutdruckanstieg, Herzrasen und im schlimmsten Fall zu Herzinfarkten führen.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.





