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Atenolol
Bluthochdruck

Atenolol

Kardioselektiver Betablocker – wird unverändert über die Nieren ausgeschieden.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Atenolol?

Atenolol ist ein kardioselektiver Beta-1-Blocker, der seit den 1970er Jahren in der Hochdrucktherapie eingesetzt wird. Eine Besonderheit ist, dass Atenolol kaum über die Leber abgebaut wird, sondern nahezu unverändert über die Nieren ausgeschieden wird.

Atenolol wird bei Bluthochdruck, Angina pectoris und bestimmten Herzrhythmusstörungen eingesetzt. In den letzten Jahren wird es seltener verordnet als Bisoprolol oder Metoprolol, da neuere Studien eine etwas geringere Schutzwirkung gegen Schlaganfall zeigten. Es hat jedoch weiterhin seinen Platz in der Therapie, insbesondere bei Patienten mit Lebererkrankungen.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Atenolol

Atenolol blockiert selektiv die Beta-1-Rezeptoren:

Wirkmechanismus:

  • Kardioselektive Beta-1-Blockade
  • Senkt Herzfrequenz und Herzleistung
  • Hemmt die Renin-Freisetzung
  • Keine intrinsische sympathomimetische Aktivität (ISA)

Pharmakokinetische Besonderheiten:

  • Hydrophiler Betablocker (wasserlöslich)
  • Geringe Passage der Blut-Hirn-Schranke
  • Weniger zentrale Nebenwirkungen (Schlafstörungen, Albträume)
  • Keine Lebermetabolisierung – renale Elimination
  • Halbwertszeit: 6-9 Stunden

Wirkdauer: Die blutdrucksenkende Wirkung hält etwa 24 Stunden an, obwohl die Halbwertszeit kürzer ist. Einmal tägliche Einnahme ist bei den meisten Patienten ausreichend.

Für wen ist es geeignet?

Atenolol ist geeignet für:

  • Erwachsene mit Bluthochdruck
  • Angina pectoris
  • Herzrhythmusstörungen (Tachyarrhythmien)

Besonders geeignet bei:

  • Lebererkrankungen (keine hepatische Metabolisierung)
  • Patienten mit Schlafstörungen unter anderen Betablockern
  • Wenn weniger ZNS-Nebenwirkungen gewünscht sind

Nicht geeignet:

  • Schweres Asthma bronchiale
  • AV-Block II./III. Grades
  • Schwere Bradykardie
  • Dekompensierte Herzinsuffizienz
  • Schwere Niereninsuffizienz (Dosisanpassung nötig)
  • Phäochromozytom (unbehandelt)

Verfügbare Dosierungen

Bluthochdruck:

  • Startdosis: 50 mg einmal täglich
  • Übliche Dosis: 50-100 mg einmal täglich
  • Maximaldosis: 100 mg täglich

Angina pectoris:

  • 50-100 mg einmal täglich

Bei Niereninsuffizienz:

  • GFR 15-35 ml/min: 50 mg täglich oder 100 mg jeden zweiten Tag
  • GFR unter 15 ml/min: 25-50 mg täglich

Verfügbare Stärken:

  • 25 mg, 50 mg, 100 mg Tabletten

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Einmal täglich, vorzugsweise morgens
  • Vor den Mahlzeiten einnehmen
  • Mit ausreichend Wasser schlucken
  • Immer zur gleichen Uhrzeit

Hinweise:

  • Nicht abrupt absetzen (Ausschleichen über 1-2 Wochen)
  • Regelmäßige Blutdruck- und Pulskontrolle
  • Bei Niereninsuffizienz Dosisanpassung beachten
  • Anästhesisten vor Operationen informieren

Bei vergessener Dosis:

  • Innerhalb weniger Stunden nachholen
  • Sonst nächste Dosis zur gewohnten Zeit
  • Nie doppelte Dosis einnehmen

Gegenanzeigen

Atenolol darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Atenolol
  • AV-Block II./III. Grades
  • Sick-Sinus-Syndrom
  • Schwere Bradykardie (unter 50/min)
  • Schwere Hypotonie
  • Kardiogener Schock
  • Unbehandeltes Phäochromozytom
  • Schweres Asthma bronchiale
  • Metabolische Azidose

Vorsicht bei:

  • Niereninsuffizienz (Dosisanpassung)
  • Diabetes mellitus
  • Periphere Durchblutungsstörungen
  • Myasthenia gravis
  • Psoriasis

Schwangerschaft: Nur bei strenger Indikation. Kann zu Wachstumsverzögerung und neonataler Bradykardie führen.

Mögliche Nebenwirkungen

Häufig (1-10%):

  • Müdigkeit
  • Kalte Extremitäten
  • Bradykardie
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Schwindel

Gelegentlich (0,1-1%):

  • Schlafstörungen (seltener als bei lipophilen Betablockern)
  • Potenzstörungen
  • Muskelschwäche
  • Hautausschlag
  • Trockene Augen

Selten:

  • Bronchospasmus
  • Depressive Verstimmung
  • Leberwerterhöhungen
  • Verschlechterung einer Psoriasis

Vorteil: Als hydrophiler Betablocker verursacht Atenolol weniger Albträume und Schlafstörungen als lipophile Betablocker (Metoprolol, Propranolol), da es die Blut-Hirn-Schranke schlechter passiert.

Wechselwirkungen

Kontraindiziert mit:

  • Verapamil oder Diltiazem i.v.

Vorsicht bei:

  • Kalziumantagonisten (Verapamil, Diltiazem) oral → verstärkte Bradykardie
  • Antiarrhythmika → additive kardiodepressive Wirkung
  • Clonidin → Rebound-Hypertonie bei gleichzeitigem Absetzen
  • Digitalispräparate → verstärkte Bradykardie
  • NSAR → verminderte Blutdrucksenkung
  • Narkosemittel → verstärkte Herzwirkung

Hinweis: Da Atenolol nicht über die Leber abgebaut wird, gibt es weniger pharmakokinetische Wechselwirkungen über CYP-Enzyme als bei Metoprolol.

Häufige Fragen

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.