Was ist Antra MUPS®?
Omeprazol ist ein Protonenpumpenhemmer (PPI). Es hemmt die Magensäureproduktion und wird bei Sodbrennen, gastroösophagealer Refluxkrankheit (GERD), Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sowie als Magenschutz bei bestimmten Medikamenten eingesetzt.
Omeprazol ist unter dem Markennamen Antra MUPS® sowie als zahlreiche Generika erhältlich. Antra MUPS® selbst ist in beiden Stärken (10 mg und 20 mg) verschreibungspflichtig. Rezeptfrei verfügbar ist Omeprazol 20 mg nur für Erwachsene zur Behandlung von Refluxbeschwerden (z. B. Sodbrennen, Säurerückfluss), einmal täglich für 14 Tage. Andere Stärken und Anwendungsgebiete sowie die Langzeitanwendung sind verschreibungspflichtig.
Die Wirkung setzt nicht sofort ein – die volle Säurehemmung wird innerhalb von vier Tagen erreicht.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Omeprazol
Omeprazol hemmt irreversibel die Protonenpumpe (H+/K+-ATPase) in den Belegzellen des Magens:
Wirkmechanismus:
- Omeprazol ist ein Prodrug – es wird erst im sauren Milieu der Belegzelle aktiviert
- Bindet irreversibel an die Protonenpumpe
- Blockiert den letzten Schritt der Magensäureproduktion
- Reduziert die Magensäure um bis zu 90%
Wirkungseintritt:
- Erste Besserung innerhalb von 1-2 Stunden
- Volle Wirkung innerhalb von vier Tagen regelmäßiger Einnahme
- Neue Protonenpumpen müssen erst wieder gebildet werden
Wirkdauer: Nach Absetzen normalisiert sich die Säureproduktion innerhalb von 3-5 Tagen, da neue Protonenpumpen nachgebildet werden.
Für wen ist es geeignet?
Omeprazol ist geeignet für:
- Gastroösophageale Refluxkrankheit (GERD)
- Sodbrennen und saures Aufstoßen
- Refluxösophagitis (Entzündung der Speiseröhre)
- Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
- Eradikationstherapie bei Helicobacter pylori (in Kombination mit Antibiotika)
- Magenschutz bei NSAID-Einnahme (Ibuprofen, Diclofenac) bei erhöhtem Risiko für Geschwüre, z. B. über 60 Jahre, frühere Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüre oder frühere Blutungen im oberen Verdauungstrakt
- Zollinger-Ellison-Syndrom
Nicht geeignet als Dauerlösung bei:
- Gelegentlichem Sodbrennen (Antazida können ausreichen)
- Unklaren Oberbauchbeschwerden ohne Diagnostik
Verfügbare Dosierungen
Verfügbare Stärken:
- 10 mg (verschreibungspflichtig)
- 20 mg (rezeptfrei nur für Erwachsene bei Refluxbeschwerden für 14 Tage, sonst verschreibungspflichtig)
- 40 mg (verschreibungspflichtig)
Übliche Dosierungen:
- Sodbrennen/leichter Reflux: 20 mg 1x täglich
- Refluxösophagitis: 20-40 mg 1x täglich für 4-8 Wochen
- Magengeschwür: 20 mg 1x täglich für 4-8 Wochen
- Magenschutz bei NSAID: 20 mg 1x täglich
- Helicobacter-Eradikation: 20 mg 2x täglich (7-14 Tage, mit Antibiotika)
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog ist eine Packungsvariante gelistet: eine Stärke in einer Packungsgröße.
- Darreichungsform
- Magensaftresistente Tablette
- Stärken
- 20 mg
- Packungsgrößen
- 90 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 20 mg | 90 Stück | 00109174 | 90 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Einnahme:
- Morgens, 30 Minuten vor dem Frühstück
- Kapsel/Tablette unzerkaut mit Wasser schlucken
- Bei Schluckbeschwerden: Tablette zerbrechen, in einem Löffel Wasser ohne Kohlensäure verteilen (auf Wunsch mit etwas Fruchtsaft oder Apfelmus mischen) und sofort oder innerhalb von 30 Minuten trinken. Direkt vor dem Trinken noch einmal umrühren und Reste mit einem halben Glas Wasser nachspülen. Keine Milch oder kohlensäurehaltiges Wasser verwenden, die Pellets nicht zerkauen.
Wichtige Hinweise:
- Regelmäßig einnehmen, nicht nur bei Beschwerden
- Nicht abrupt absetzen nach Langzeittherapie (Rebound-Effekt möglich)
- Langzeitanwendung (>8 Wochen) nur unter ärztlicher Kontrolle
- Regelmäßige Überprüfung der Therapienotwendigkeit
Gegenanzeigen
Omeprazol darf nicht eingenommen werden bei:
- Überempfindlichkeit gegen Omeprazol, andere PPIs oder einen der sonstigen Bestandteile
- Gleichzeitiger Einnahme von Nelfinavir (HIV-Medikament)
Bei seltener angeborener Fructoseunverträglichkeit, Glucose-Galactose-Malabsorption oder Saccharase-Isomaltase-Mangel sollten Sie Antra MUPS® nicht einnehmen, da die Tabletten Sucrose (Zucker) enthalten.
Vorsicht bei:
- Leberinsuffizienz (eine Tagesdosis von 10-20 mg kann ausreichen)
- Langzeitanwendung (Risiken beachten)
- Verdacht auf Magenkrebs (Symptome können maskiert werden!)
Schwangerschaft/Stillzeit: Omeprazol kann in der Schwangerschaft eingesetzt werden. Es geht in die Muttermilch über, ein Einfluss auf das Kind ist bei üblichen Dosen aber unwahrscheinlich.
Mögliche Nebenwirkungen
Häufig (1-10%):
- Kopfschmerzen
- Bauchschmerzen
- Durchfall
- Verstopfung
- Übelkeit
- Blähungen
Gelegentlich:
- Schwindel
- Schlafstörungen
- Hautausschlag
Selten oder sehr selten, aber schwerwiegend:
- Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, DRESS, AGEP)
- Schwere Überempfindlichkeitsreaktionen bis zum anaphylaktischen Schock
- Leberentzündung (Hepatitis), sehr selten Leberversagen
- Nierenentzündung (interstitielle Nephritis)
- Starker Mangel an weißen Blutkörperchen (Agranulozytose)
Bei Langzeitanwendung (>1 Jahr):
- Erhöhtes Risiko für Knochenbrüche (Hüfte, Handgelenk)
- Magnesiummangel
- Vitamin-B12-Mangel
- Möglicherweise erhöhtes Risiko für Clostridium-difficile-Infektionen
- Möglicherweise erhöhtes Risiko für Nierenerkrankungen
Rebound-Effekt: Nach Absetzen kann vorübergehend vermehrt Magensäure produziert werden. Ausschleichen empfohlen.
Wechselwirkungen
Kontraindiziert:
- Nelfinavir (HIV) – Wirkungsverlust
Nicht empfohlen oder zu vermeiden:
- Atazanavir (HIV): Die Spiegel von Atazanavir sinken deutlich, die gleichzeitige Anwendung wird nicht empfohlen.
- Posaconazol und Erlotinib: Die Aufnahme ist deutlich verringert, die gleichzeitige Anwendung sollte vermieden werden.
Wirkungsabschwächung von:
- Clopidogrel (Plavix®) – Omeprazol hemmt CYP2C19 und kann die Aktivierung von Clopidogrel beeinträchtigen. Von der gleichzeitigen Anwendung wird abgeraten. Alternative: Pantoprazol
Veränderte Aufnahme durch pH-Änderung:
- Ketoconazol, Itraconazol – verminderte Aufnahme
- Eisenpräparate – verminderte Aufnahme
- Vitamin B12 – verminderte Aufnahme bei Langzeitanwendung
Omeprazol hemmt CYP2C19:
- Diazepam – verlangsamter Abbau
- Phenytoin – erhöhte Spiegel möglich
- Vitamin-K-Antagonisten (Gerinnungshemmer wie Warfarin) und Cilostazol: erhöhte Spiegel möglich
Weitere Wechselwirkungen:
- Tacrolimus: erhöhte Spiegel, Tacrolimus-Spiegel und Nierenfunktion werden verstärkt kontrolliert
- Methotrexat in hohen Dosen: erhöhte Methotrexat-Spiegel möglich, eine Pause mit Omeprazol kann nötig sein
- Digoxin: Die Aufnahme von Digoxin kann steigen. Bei älteren Patienten und hohen Omeprazol-Dosen werden die Digoxin-Spiegel kontrolliert.
- Rifampicin und Johanniskraut: können die Omeprazol-Spiegel senken
Häufige Fragen
Omeprazol wird erst in den Belegzellen des Magens aktiviert, die bei Nahrungsaufnahme aktiv sind. Die Einnahme 30 Minuten vor dem Frühstück sorgt dafür, dass der Wirkstoff bereit ist, wenn die Protonenpumpen nach dem Essen aktiviert werden.
Eine Langzeitanwendung ist möglich, sollte aber regelmäßig ärztlich überprüft werden. Bei längerer Einnahme steigt das Risiko für Nebenwirkungen wie Magnesiummangel und Knochenbrüche. Prüfen Sie mit Ihrem Arzt, ob die niedrigste wirksame Dosis verwendet wird.
Nach dem Absetzen von Omeprazol kann der Magen vorübergehend mehr Säure produzieren als zuvor. Dies kann Sodbrennen-Symptome verstärken. Setzen Sie Omeprazol daher langsam ab (Dosis schrittweise reduzieren über 2-4 Wochen).
Beide sind Protonenpumpenhemmer mit ähnlicher Wirksamkeit. Der wichtigste Unterschied: Omeprazol hemmt das Enzym CYP2C19 stärker, was zu mehr Wechselwirkungen führt (z. B. mit Clopidogrel). Pantoprazol hat weniger Wechselwirkungen und wird daher oft bevorzugt.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.





