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Lercanidipin
Bluthochdruck

Lercanidipin

Lipophiler Kalziumkanalblocker – verursacht weniger Knöchelödeme als Amlodipin.

Verschreibungspflichtig
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Was ist Lercanidipin?

Lercanidipin ist ein Kalziumkanalblocker der dritten Generation vom Dihydropyridin-Typ. Es zeichnet sich durch eine hohe Lipophilie (Fettlöslichkeit) aus, die zu einer langsamen, gleichmäßigen Anflutung in den Gefäßwänden führt.

Ein wesentlicher Vorteil gegenüber Amlodipin: Lercanidipin verursacht deutlich seltener Knöchelödeme. Dies macht es besonders geeignet für Patienten, die unter dieser typischen Nebenwirkung von Kalziumkanalblockern leiden.

Lercanidipin ist als Monopräparat und in Kombination mit Enalapril (Enalapril/Lercanidipin-ratiopharm) erhältlich. Es wird einmal täglich eingenommen.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Lercanidipin

Lercanidipin blockiert spannungsabhängige L-Typ-Kalziumkanäle in der Gefäßmuskulatur:

Wirkmechanismus:

  • Blockiert den Kalzium-Einstrom in glatte Gefäßmuskelzellen
  • Arterien und Arteriolen erweitern sich
  • Peripherer Gefäßwiderstand sinkt
  • Blutdruck fällt

Besonderheiten (3. Generation):

  • Extrem hohe Lipophilie
  • Langsame Anreicherung in den Zellmembranen der Gefäßwand
  • Gleichmäßiger, langsamer Wirkungseintritt
  • Keine reflektorische Herzfrequenzsteigerung
  • Weniger Ödeme durch gleichmäßige Gefäßerweiterung

Vorteile gegenüber Amlodipin:

  • Deutlich weniger Knöchelödeme
  • Weniger Gesichtsrötung (Flush)
  • Geringere reflektorische Sympathikusaktivierung
  • Renale Vasodilatation (Nierenschutz)

Wirkungseintritt: Maximale Plasmaspiegel nach 1,5-3 Stunden. Durch die Membranspeicherung hält die Wirkung 24 Stunden an.

Für wen ist es geeignet?

Lercanidipin ist geeignet für:

  • Erwachsene mit leichtem bis mittelschwerem Bluthochdruck

Besonders empfohlen bei:

  • Patienten mit Knöchelödemen unter Amlodipin
  • Patienten, die Flush unter Nifedipin entwickeln
  • In Kombination mit ACE-Hemmern (Enalapril)
  • Ältere Patienten

Nicht geeignet:

  • Schwere Herzinsuffizienz (NYHA III-IV)
  • Instabile Angina pectoris
  • Schwere Aortenstenose
  • Innerhalb von 4 Wochen nach Herzinfarkt
  • Schwere Leber- oder Niereninsuffizienz
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Verfügbare Dosierungen

Bluthochdruck:

  • Übliche Dosis: 10 mg einmal täglich
  • Bei Bedarf Steigerung auf 20 mg einmal täglich
  • Maximaldosis: 20 mg täglich

Bei älteren Patienten:

  • Startdosis: 10 mg einmal täglich
  • Keine Dosisanpassung nötig bei normaler Organfunktion

Verfügbare Stärken:

  • 10 mg, 20 mg Tabletten

Kombinationspräparat:

  • Lercanidipin + Enalapril (Enalapril/Lercanidipin-ratiopharm)

Einnahmehinweise

Einnahme:

  • Einmal täglich, vorzugsweise morgens
  • Mindestens 15 Minuten vor einer Mahlzeit einnehmen
  • Mit ausreichend Wasser schlucken
  • KEIN Grapefruitsaft (hemmt den Abbau)

Wichtig – Nüchterneinnahme: Lercanidipin sollte vor dem Essen eingenommen werden, da eine fettreiche Mahlzeit die Aufnahme um das Vierfache erhöhen kann. Dies kann zu unerwünscht starker Blutdrucksenkung führen.

Hinweise:

  • Keinen Alkohol in zeitlicher Nähe zur Einnahme (verstärkte Vasodilatation)
  • Regelmäßige Blutdruckkontrollen
  • Kein abruptes Absetzen nötig (aber ärztliche Rücksprache)

Gegenanzeigen

Lercanidipin darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Lercanidipin oder andere Dihydropyridine
  • Schwere Herzinsuffizienz (NYHA III-IV)
  • Instabile Angina pectoris
  • Schwere Aortenstenose
  • Innerhalb von 4 Wochen nach Herzinfarkt
  • Schwere Leber- oder Niereninsuffizienz (GFR unter 30 ml/min)
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Gleichzeitig mit starken CYP3A4-Hemmern (Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir)
  • Gleichzeitig mit Ciclosporin

Vorsicht bei:

  • Sick-Sinus-Syndrom (ohne Schrittmacher)
  • Linksventrikulärer Dysfunktion
  • Leichter bis mittelschwerer Nieren- oder Leberinsuffizienz

Schwangerschaft: Kontraindiziert. Keine ausreichenden Daten zur Sicherheit in der Schwangerschaft.

Mögliche Nebenwirkungen

Gelegentlich (0,1-1%):

  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Gesichtsrötung (Flush) – seltener als bei Amlodipin
  • Herzklopfen
  • Knöchelödeme – deutlich seltener als bei Amlodipin (ca. 1-2% vs. 10-15%)

Selten:

  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Müdigkeit
  • Hautausschlag
  • Muskelschmerzen
  • Brustschmerzen

Sehr selten:

  • Angina pectoris
  • Synkope (Ohnmacht)
  • Gingivahyperplasie (Zahnfleischwucherung)
  • Leberwerterhöhungen
  • Vermehrter Harndrang

Vorteil: Die Rate an Knöchelödemen ist unter Lercanidipin signifikant niedriger als unter Amlodipin oder Nifedipin. Dies ist der Hauptgrund für die Wahl von Lercanidipin.

Wechselwirkungen

Kontraindiziert mit:

  • Starke CYP3A4-Hemmer (Ketoconazol, Itraconazol, Ritonavir)
  • Ciclosporin (gegenseitige Spiegelerhöhung)

Vorsicht bei:

  • Mittlere CYP3A4-Hemmer (Erythromycin, Fluconazol)
  • CYP3A4-Induktoren (Rifampicin, Phenytoin, Carbamazepin) → verminderte Wirkung
  • Digoxin → leichte Spiegelerhöhung
  • Simvastatin → engmaschige Überwachung
  • Betablocker → verstärkte Blutdrucksenkung (meist gewünscht)
  • Cimetidin → erhöhte Lercanidipin-Spiegel

Grapefruit: Grapefruitsaft hemmt CYP3A4 und kann die Lercanidipin-Spiegel deutlich erhöhen. Grapefruitsaft meiden!

Alkohol: Alkohol verstärkt die gefäßerweiternde Wirkung. Vermeidung in zeitlicher Nähe zur Einnahme empfohlen.

Häufige Fragen

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.