Was ist Tibolon?
Tibolon ist ein synthetisches Steroid mit östrogener, gestagener und schwach androgener Wirkung und wird zur Hormonersatztherapie (HRT) bei Frauen nach der Menopause eingesetzt. Eine Tablette enthält 2,5 mg Tibolon. Der Wirkstoff bessert typische Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Im Gegensatz zu klassischen HRT-Kombinationen verursacht Tibolon in der Regel keine monatlichen Entzugsblutungen.
Wirkstoffe & Wirkungsweise
Wirkstoff: Tibolon 2,5 mg
Tibolon wird im Körper zu Metaboliten umgewandelt, die:
- Östrogenrezeptoren aktivieren (gegen Hitzewallungen)
- Gestagenrezeptoren aktivieren
- Androgenrezeptoren aktivieren
Für wen ist es geeignet?
Frauen mindestens 1 Jahr nach der letzten Periode mit:
- Wechseljahresbeschwerden durch Östrogenmangel, die die Lebensqualität beeinträchtigen
Insbesondere bei Frauen über 60 Jahren sollte auch das Schlaganfallrisiko berücksichtigt werden.
Verfügbare Dosierungen
2,5 mg Tibolon täglich.
Darreichung und Packungsgrößen
Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: eine Stärke in 2 Packungsgrößen. Die Packungen reichen von 28 bis 84 Stück.
- Darreichungsform
- Tablette
- Stärken
- 2,5 mg
- Packungsgrößen
- 28 Stück, 84 Stück
| Stärke | Packung | PZN | Reichweite |
|---|---|---|---|
| 2,5 mg | 28 Stück | 10050447 | 28 Tage |
| 2,5 mg | 84 Stück | 10050453 | 84 Tage |
Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.
Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.
Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.
Einnahmehinweise
Eine Tablette täglich, ohne Pause.
Gegenanzeigen
Tibolon darf nicht eingenommen werden bei:
- Bestehendem oder früherem Brustkrebs oder einem Verdacht darauf
- Bestehenden oder vermuteten östrogenabhängigen bösartigen Tumoren (vor allem Gebärmutterschleimhautkrebs)
- Nicht abgeklärten Blutungen im Genitalbereich
- Unbehandelter Verdickung der Gebärmutterschleimhaut (Endometriumhyperplasie)
- Früheren oder bestehenden Blutgerinnseln in den Venen (z. B. tiefe Venenthrombose, Lungenembolie)
- Bekannter Neigung zu Blutgerinnseln (Thrombophilie, z. B. Protein-C-, Protein-S- oder Antithrombin-Mangel)
- Bestehenden oder früheren Erkrankungen durch Blutgerinnsel in den Arterien (z. B. Angina pectoris, Herzinfarkt, Schlaganfall, transitorische ischämische Attacke)
- Akuter Lebererkrankung oder früherer Lebererkrankung, solange sich die Leberwerte nicht normalisiert haben
- Porphyrie
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Überempfindlichkeit gegen Tibolon oder einen der sonstigen Bestandteile
Die Behandlung muss sofort abgebrochen werden bei Gelbsucht oder Verschlechterung der Leberfunktion, deutlichem Blutdruckanstieg, erstmals auftretenden migräneartigen Kopfschmerzen, einer Venenthrombose oder Lungenembolie, einer Schwangerschaft oder wenn eine der genannten Gegenanzeigen auftritt.
Mögliche Nebenwirkungen
Schmierblutungen (anfangs), Brustspannen, Gewichtszunahme, Akne.
Wichtige Risiken:
- Brustkrebs: Das Risiko ist erhöht. Es zeigt sich innerhalb von 3 Jahren der Einnahme und steigt mit der Dauer der Einnahme.
- Schlaganfall: Tibolon erhöht das Risiko für einen ischämischen Schlaganfall vom ersten Behandlungsjahr an. Im höheren Alter ist die Auswirkung größer.
- Gebärmutterschleimhautkrebs: Beobachtungsstudien zeigen bei Frauen, die Tibolon einnehmen, ein erhöhtes Risiko für die Diagnose eines Endometriumkarzinoms. Das Risiko stieg mit der Dauer der Behandlung.
- Blutgerinnsel in den Venen: Ein gering höheres Risiko für Thrombosen und Lungenembolien ist nicht ausgeschlossen. Bei schmerzhafter Schwellung eines Beins, plötzlichem Schmerz im Brustkorb oder Atemnot sofort einen Arzt aufsuchen.
- Blutungen: Schmier- oder Durchbruchblutungen, die nach 6 Monaten Behandlung noch immer oder erstmals auftreten oder nach Therapieende anhalten, müssen ärztlich abgeklärt werden.
Tibolon sollte nur so lange eingenommen werden, wie der Nutzen die Risiken überwiegt. Nutzen und Risiken sollten mindestens einmal im Jahr mit dem Arzt abgewogen werden.
Wechselwirkungen
Wechselwirkungen:
- Blutgerinnungshemmer (Antikoagulanzien, z. B. Warfarin): Tibolon kann deren Wirkung verstärken. Besondere Vorsicht ist zu Beginn und am Ende der Behandlung mit Tibolon nötig. Die Dosis von Warfarin sollte gegebenenfalls angepasst werden.
- Arzneimittel, die das Enzym CYP3A4 anregen (z. B. Barbiturate, Carbamazepin, Hydantoinderivate, Rifampicin) sowie Johanniskraut: Sie können den Abbau von Tibolon beschleunigen und seine Wirkung verändern. Auch das Blutungsmuster kann sich verändern.
- Arzneimittel, die über CYP3A4 abgebaut werden (z. B. Midazolam): Tibolon kann deren Blutspiegel verändern.
Häufige Fragen
Richtig. Zu Tibolon soll kein zusätzliches Gestagen eingenommen werden. Tibolon hat selbst eine gestagenartige Wirkung. Beobachtungsstudien zeigen aber bei Frauen, die Tibolon einnehmen, ein erhöhtes Risiko für Gebärmutterschleimhautkrebs. Schmier- oder Durchbruchblutungen, die nach 6 Monaten Behandlung noch immer oder erstmals auftreten, müssen deshalb ärztlich abgeklärt werden.
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Wichtiger Hinweis
Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.
Pflichthinweis
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.





