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Novalgin® Tropfen
Schmerzen

Novalgin® Tropfen

Novalgin® Tropfen - Metamizol

Verschreibungspflichtig
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Was ist Novalgin® Tropfen?

Novalgin® Tropfen sind die flüssige Darreichungsform von Novalgin® (Metamizol-Natrium). Eine Flasche enthält 500 mg Metamizol pro ml. Die Tropfenform eignet sich besonders für Patienten mit Schluckbeschwerden, für eine individuelle Dosierung sowie für Kinder. Wie alle Metamizol-Präparate wirkt Novalgin® Tropfen stark schmerzlindernd, fiebersenkend und krampflösend.

Wirkstoffe & Wirkungsweise

Wirkstoff: Metamizol-Natrium

Der Wirkmechanismus von Metamizol ist nicht vollständig geklärt:

Vermutete Mechanismen:

  • Hemmung der Cyclooxygenase (COX) im zentralen Nervensystem
  • Aktivierung des absteigenden schmerzhemmenden Systems
  • Hemmung der Prostaglandin-E2-Synthese
  • Direkte spasmolytische Wirkung auf glatte Muskulatur

Wirkprofil:

  • Stark analgetisch: Lindert starke Schmerzen
  • Stark antipyretisch: Senkt Fieber
  • Spasmolytisch: Löst Krämpfe der glatten Muskulatur (Koliken)
  • Nicht entzündungshemmend: Keine klinisch relevante antiphlogistische Wirkung

Pharmakokinetik:

  • Wirkungseintritt: 30–60 Minuten (oral)
  • Wirkdauer: 4–6 Stunden

Für wen ist es geeignet?

Metamizol ist geeignet für:

  • Starke Schmerzen, wenn andere Mittel nicht ausreichen
  • Kolikschmerzen (Galle, Niere, Darm)
  • Postoperative Schmerzen
  • Tumorschmerzen
  • Hohes Fieber, das auf andere Maßnahmen nicht anspricht

Vorteile:

  • Keine Atemdepression (anders als Opioide)
  • Krampflösende Wirkung bei Koliken

Nicht geeignet:

  • Bei Knochenmarkserkrankungen
  • Bei genetisch bedingtem Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel
  • Bei akuter hepatischer Porphyrie
  • In der Schwangerschaft (im 3. Trimenon gegenangezeigt, im 1. und 2. Trimenon generell nicht empfohlen)

Verfügbare Dosierungen

Tropfen (Novalgin® Tropfen):

  • 500 mg/ml (20 Tropfen = ca. 500 mg)

Tabletten:

  • 500 mg

Übliche Dosierung (Erwachsene):

  • 500–1000 mg als Einzeldosis
  • Bis zu 4-mal täglich im Abstand von 6 bis 8 Stunden
  • Maximale Tagesdosis: 4000 mg (4 g)
  • Bei älteren Menschen, reduziertem Allgemeinzustand oder eingeschränkter Kreatinin-Clearance (Nierenfunktion) sollte die Dosis vermindert werden. Bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion sollten mehrfache hohe Dosen vermieden werden

Tropfen-Dosierung:

  • 20–40 Tropfen als Einzeldosis
  • Entspricht 500–1000 mg

Novalgin® Tropfen (500 mg/ml):

  • 20 Tropfen = 500 mg Metamizol
  • Erwachsene und Jugendliche ab 15 Jahren: 20–40 Tropfen bis zu 4× täglich (max. 4 g/Tag)
  • Jugendliche 13–14 Jahre (46–53 kg): 15–35 Tropfen als Einzeldosis, Tageshöchstdosis 60–140 Tropfen
  • Kinder 10–12 Jahre (31–45 kg): 10–30 Tropfen als Einzeldosis, Tageshöchstdosis 40–120 Tropfen
  • Kinder 7–9 Jahre (24–30 kg): 8–20 Tropfen als Einzeldosis, Tageshöchstdosis 32–80 Tropfen
  • Kinder 4–6 Jahre (16–23 kg): 5–15 Tropfen als Einzeldosis, Tageshöchstdosis 20–60 Tropfen
  • Kinder 1–3 Jahre (9–15 kg): 3–10 Tropfen als Einzeldosis, Tageshöchstdosis 12–40 Tropfen
  • Bei Kindern und Jugendlichen bis 14 Jahre richtet sich die Dosis nach dem Körpergewicht (8–16 mg Metamizol pro kg als Einzeldosis)
  • Einnahme: Tropfen in etwas Flüssigkeit verdünnen

Darreichung und Packungsgrößen

Laut Arzneimittelkatalog sind 2 Packungsvarianten gelistet: eine Stärke in 2 Packungsgrößen.

Darreichungsform
Tropfen zum Einnehmen
Stärken
500 mg/ml
Packungsgrößen
20 ml, 50 ml
StärkePackungPZNReichweite
500 mg/ml20 ml007316720 Tage
500 mg/ml50 ml015537580 Tage

Gelistete Packungen laut Arzneimittelkatalog. Welche davon aktuell lieferbar sind und was sie kosten, steht in der Preisübersicht.

Die Pharmazentralnummer (PZN) ist die bundesweit eindeutige Kennnummer einer Packung.

Die Reichweite ist der im Katalog hinterlegte Wert für die übliche Dosierung. Wie lange eine Packung tatsächlich reicht, hängt von der ärztlich festgelegten Dosis ab.

Einnahmehinweise

Tropfen:

  • In etwas Wasser oder auf einem Stück Zucker einnehmen
  • Exakte Tropfenzahl abzählen

Tabletten:

  • Mit ausreichend Wasser einnehmen
  • Unabhängig von Mahlzeiten

Wichtige Hinweise:

  • Nicht dauerhaft ohne ärztliche Kontrolle einnehmen
  • Bei Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen oder schmerzhaften Schleimhautveränderungen während oder kurz nach der Behandlung Metamizol sofort absetzen und Arzt aufsuchen (Agranulozytose!)
  • Regelmäßige Blutbildkontrollen bei Langzeitanwendung
  • Kann den Urin rötlich verfärben (harmlos)

Gegenanzeigen

Metamizol darf nicht eingenommen werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Metamizol, andere Pyrazolone oder Pyrazolidine (auch nach einer früheren schweren Hautreaktion auf diese Wirkstoffe)
  • Früherer Agranulozytose durch Metamizol, andere Pyrazolone oder Pyrazolidine
  • Analgetika-Asthma-Syndrom oder Analgetika-Intoleranz vom Urtikaria-Angioödemtyp (Atemnot, Nesselsucht, Schnupfen oder Schwellungen nach Salicylaten, Paracetamol oder Schmerzmitteln wie Diclofenac, Ibuprofen, Indometacin oder Naproxen)
  • Störungen der Knochenmarksfunktion oder Erkrankungen des blutbildenden Systems
  • Genetischem Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase-Mangel
  • Akuter hepatischer Porphyrie
  • Im 3. Schwangerschaftsdrittel

Schwangerschaft und Stillzeit:

  • Im 1. und 2. Schwangerschaftsdrittel generell nicht empfohlen. In Einzelfällen können einzelne Dosen vertretbar sein, wenn es keine andere Behandlungsmöglichkeit gibt
  • In der Stillzeit wiederholte Anwendung vermeiden. Nach einer einzelnen Dosis die Muttermilch 48 Stunden lang abpumpen und verwerfen

Vorsicht bei:

  • Asthma bronchiale oder chronischer Urtikaria
  • Hypotonie, Flüssigkeitsmangel, instabilem Kreislauf oder hohem Fieber (Blutdruckabfall möglich)
  • Schwerer koronarer Herzkrankheit oder relevanten Verengungen der hirnversorgenden Gefäße: Anwendung nur unter sorgfältiger Kontrolle von Blutdruck und Kreislauf
  • Nieren- oder Leberinsuffizienz
  • Gleichzeitiger Einnahme von Ciclosporin

Mögliche Nebenwirkungen

Gelegentlich:

  • Fixes Arzneimittelexanthem (eine Form des Hautausschlags). Andere Hautausschläge und Urtikaria sind selten
  • Blutdruckabfall (dosisabhängig)

Selten, aber schwerwiegend:

  • Agranulozytose: Starker Abfall der weißen Blutkörperchen
  • Häufigkeit: ca. 1:1 Million pro Anwendung
  • Symptome: Fieber, Halsschmerzen, Schleimhautgeschwüre
  • Metamizol sofort absetzen, Arzt aufsuchen und Blutbild kontrollieren!
  • Kann tödlich verlaufen
  • Anaphylaktische Reaktionen bis hin zum lebensbedrohlichen Schock
  • Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse, DRESS), die lebensbedrohlich oder tödlich sein können. Bei Hautreaktionen Metamizol sofort absetzen
  • Weitere Blutbildstörungen: Thrombozytopenie (verstärkte Blutungsneigung, punktförmige Blutungen in Haut und Schleimhäuten), Panzytopenie und aplastische Anämie (auch mit tödlichem Ausgang). Bei Blutergüssen, Blutungen, Blässe, anhaltendem Fieber oder allgemeinem Unwohlsein Metamizol sofort absetzen und Arzt aufsuchen
  • Arzneimittelbedingter Leberschaden mit akuter Hepatitis, Gelbsucht und erhöhten Leberwerten, in Einzelfällen bis zum Leberversagen. Bei Anzeichen eines Leberschadens Arzt aufsuchen
  • Akute Verschlechterung der Nierenfunktion bis zum akuten Nierenversagen (sehr selten)
  • Fälle von Magen-Darm-Blutungen wurden berichtet

Hinweis: Die Agranulozytose ist nicht dosisabhängig und kann auch nach einmaliger Einnahme auftreten. Sie ist der Grund für die restriktive Handhabung in vielen Ländern.

Wechselwirkungen

Relevante Wechselwirkungen:

  • Ciclosporin, Tacrolimus, Bupropion, Efavirenz, Methadon, Valproat, Sertralin – Spiegel können sinken, die Wirkung kann nachlassen
  • Methotrexat – Schädigung des Blutbilds kann verstärkt werden, besonders bei älteren Menschen. Diese Kombination sollte vermieden werden
  • Chlorpromazin – verstärkte Hypothermie

Außerdem zu beachten:

  • Acetylsalicylsäure (ASS) in niedriger Dosis zum Schutz von Herz und Gefäßen: Metamizol kann ihre Wirkung auf die Blutplättchen abschwächen
  • Blutgerinnungshemmer zum Einnehmen, Captopril, Lithium, Triamteren, Blutdrucksenker und Entwässerungsmittel: Für Pyrazolone sind Wechselwirkungen bekannt. Ob sie auch bei Metamizol auftreten, ist nicht bekannt

Kombination möglich mit:

  • Paracetamol (additive Wirkung)
  • NSAR (unterschiedliche Wirkmechanismen)
  • Schwachen Opioiden

Häufige Fragen

Eine Agranulozytose ist ein starker Abfall der weißen Blutkörperchen (Granulozyten). Das Immunsystem wird geschwächt, und schwere Infektionen können auftreten. Warnsignale sind Fieber, Halsschmerzen und Schleimhautgeschwüre. Metamizol sofort absetzen und Arzt aufsuchen!

Wegen des Agranulozytose-Risikos. In Deutschland wird das Nutzen-Risiko-Verhältnis anders bewertet: Die Nebenwirkung ist sehr selten.

Typische Warnsignale sind: hohes Fieber, starke Halsschmerzen, schmerzhafte Schleimhautgeschwüre (Mund, Rachen). Wenn diese Symptome unter Metamizol-Einnahme auftreten, sofort das Medikament absetzen und Arzt aufsuchen. Ein Blutbild gibt schnell Aufschluss.

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Wichtiger Hinweis

Diese Informationen ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei Fragen zu Ihrer Gesundheit oder zur Eignung dieses Medikaments wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder Apotheker.

Pflichthinweis

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

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